Barrick Gold: Die Insider kaufen jetzt...

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von Andreas Hoose

"Der Ausgangspunkt für die großartigsten Unternehmungen liegt oft in kaum wahrnehmbaren Gelegenheiten". (Demosthenes)

Merkwürdig, dass der Goldpreis seit geraumer Zeit immer wieder ausgerechnet dann unter die Räder kommt, wenn die Umsätze eigentlich schwach sind - und wenn auch jeder weiß, dass sie schwach sind. Zum Beispiel in den frühen Morgenstunden. Oder auch mitten in der Nacht.

Das würde ja bedeuten, dass sich da jemand ganz bewusst selbst die Kurse kaputt macht!? Kann denn jemand tatsächlich so dämlich sein, große Mengen Gold auf den Markt zu werfen, wenn dieser Markt völlig ausgetrocknet ist? Offensichtlich geht das. Zuletzt in den frühen Morgenstunden des 05. November 2014.

Nein, die schweizerische UBS hat damit natürlich nichts zu tun. Zwar hat man dort vor ein paar Tagen Manipulationen am Goldmarkt eingeräumt, aber in der Schweiz werden so früh am Morgen bekanntlich erst mal die Kühe gemolken:

http://www.goldreporter.de/verdacht-auf-edelmetall-manipulation-bei-der-schweizer-ubs/gold/46255/

Was das Gold selbst angeht, ist die Lage jetzt natürlich sonnenklar: Nach dem Rutsch unter die bedeutende Marke von 1.180 US-Dollar je Unze ist der Goldpreis zum Abschuss freigegeben. Die ersten Prognosen sind auch schon raus: Goldman Sachs warnt jetzt wieder lautstark vor den Edelmetallen und viele Charttechniker wittern bereits Kurse unter 1.000 US-Dollar je Feinunze.

Zu dumm, dass Börse nur ganz selten so einfach funktioniert. Die Vorstände von Branchenprimus Barrick Gold (ABX) können ein Lied davon singen: In den vergangenen drei Jahren gab es wohl nirgendwo rund um den Globus ein schlechteres Investment als die Aktien des Branchenschwergewichts. Ein Verlust von fast 80 Prozent innerhalb von 38 Monaten, das kann sich schon sehen lassen. Die folgende Abbildung zeigt das. Doch sie zeigt noch mehr: Der MACD ist nämlich gerade dabei, sehr markante positive Divergenzen zu bilden. Dies würde auf eine nahende langfristige Trendwende hindeuten. Achten Sie auf die beiden roten Linien...

Nun sind Unternehmer nur in den seltensten Fällen darauf erpicht, ihr Vermögen vollständig in den Sand zu setzen. Umso bemerkenswerter sind die Insider-Käufe, die vor wenigen Tagen aus der Barrick-Vorstandsetage gemeldet wurden:

Anfang November haben Firmenboss Kelvin Dushnisky, Finanzchef Ammar Al-Joundi sowie Vizepräsident Kevin Thomson die völlig zusammengefalteten Aktien eingesammelt. Anteilscheine im Gegenwert von rund 464.000 US-Dollar wanderten in die Schatullen der Manager.

Na und, könnte man nun sagen. Was hat das schon zu bedeuten, wenn ein paar Manager die Aktien des eigenen Unternehmens kaufen? In diesem Fall hat das sogar eine ganze Menge zu bedeuten:

Erstens hat hier nicht irgendwer gekauft, sondern einige der aus strategischer Sicht bedeutendsten Führungskräfte des Konzerns. Zweitens waren das die ersten Insider-Käufe seit vielen Monaten. Drittens fanden diese Käufe nach einer dramatischen Talfahrt und in der Nähe eines mutmaßlichen Wendepunktes statt.

Doch am wichtigsten ist der vierte und letzte Punkt: Der Konzern ist derart hoch verschuldet, dass jeder einigermaßen aufgeweckte Analyst vor einem Einstieg bei der Aktie nur warnen kann: Bei einem Börsenwert in Höhe von 13,66 Milliarden US-Dollar schiebt der Konzern einen gigantischen Schuldenberg von 13,10 Milliarden US-Dollar vor sich her.

Wenn mehrere gut informierte Insider die Aktie jetzt trotzdem kaufen, dann kann das nur handfeste Gründe haben. Und zwar Gründe, die den meisten Analysten und Bankstrategen bislang noch verborgen sind.

Natürlich bietet es sich an dieser Stelle an, den Bogen noch etwas weiter zu spannen. Denn was für Barrick gilt, das sollte auch auf andere Unternehmen aus der völlig verprügelten Branche zutreffen.

Aus antizyklischer Sicht dürfte es sich daher lohnen, dem Beispiel der Barrick-Vorstände zu folgen und bei den Goldaktien jetzt verstärkt auf Trüffelsuche zu gehen... 

Andreas Hoose – Antizyklischer Börsenbrief

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