Der nächste Silberpreisanstieg auf 50 US-Dollar (und darüber hinaus)

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von Theodore Butler

Zweimal in der Vergangenheit ist der Silberpreis in kurzer Zeit auf 50 Dollar gestiegen. Es geschah 1980 während der Manipulation der Hunt-Bruüder und erneut drei Jahrzehnte später im April 2011, als der Preis auf fast 50 Dollar stieg. Vor dem Preisanstieg im Jahr 2011 schrieb ich, dass eine Bewegung auf 50 Dollar mehr als möglich war, da es bereits stattgefunden hatte und einen Beweis dafür darstellte, dass ein solcher Schritt möglich war. Etwas, das schon zweimal passiert ist, kann wieder vorkommen... Eine Sache, die es wahrscheinlich macht, ist, dass es 1980 die dreifache Menge an oberirdischem Silber gab als heute. Die sechs Milliarden Unzen, die 1980 existierten, sind auf zwei Milliarden Unzen in Industriestandard mässigen 1000 Unzenbarren geschrumpft. Der Umfang der weltweiten Geldschöpfung und Kaufkraft hat in den letzten sieben Jahren exponentiell zugenommen. Es ist nichts weniger als außergewöhnlich, dass heute weniger als ein Drittel der weltweiten Silberlagerbestände übrig sind als 1980, während der Preis weit unter dem damaligen Höchststand geblieben ist. 

Im Jahr 1980 gab es weltweit weniger als 3 Milliarden Unzen oberirdisches Gold aller Form - die kumulative Produktion aus Tausenden von Jahren. Heute, 38 Jahre später, hat sich die Gesamtmenge an oberirdischem Gold dank einer Explosion der Goldminenproduktion verdoppelt. Obwohl die Silberminenproduktion in den letzten 38 Jahren ähnlich explodiert ist, gibt es jetzt viel weniger Silber. Die Erklärung dafür, warum es so viel weniger Silber und so viel mehr Gold gibt, ist, dass Silber ein wichtiges industrielles Gut ist, das in einer Vielzahl von Anwendungen verbraucht wird, während dies bei Gold nicht der Fall ist. Silber verlor seinen primären Verbrauch - die Fotografie, aufgrund der digitalen Verlagerung, aber trotz dieses Verlustes, trieb eine Vielzahl von neuen Anwendungen den fortgesetzten Verbrauch von Silber an. Im Gegensatz zu Silber ist der Goldpreis wesentlich höher als an seinem Hoch von 1980.

Es gibt an der starken Dynamik für die nächste Aufwärtsbewegung in Silber nichts klein zu reden. Die Bewegung sollte weit über die 50-Dollar-Grenze der Vergangenheit hinausgehen und wenn die Bewegung beginnt, wird sie sich wahrscheinlich viel schneller entfalten als die vorherigen großen Bewegungen. Wenn es passiert, werden die meisten Beobachter verdutzt und verwirrt sein. Die Hauptdynamik dieser bevorstehenden großen Bewegung in Silber und Gold wird die Rolle von JPMorgan sein. In den vergangenen zehn Jahren war JPMorgan aufgrund seiner staatlich unterstützten Übernahme von Bear Stearns der dominierende Future (Paper) Short-Seller an der COMEX und wurde so mächtig, dass er einen perfekten Handelsrekord aufstellte - niemals mussten sie einen Verlust verbuchen und häuften dabei viele Milliarden Dollar an Handelsgewinnen ein. So bemerkenswert dieser makellose Handelsrekord des vergangenen Jahrzehnts auch gewesen ist, er verblasst im Vergleich zu dem, was JPMorgan auf dem physischen Markt erreichen konnte. Sie haben die stark gesunkenen Preise genutzt, die sie größtenteils selbst geschaffen hatten, um billigst 750 Millionen Unzen physisches Silber und 20 Millionen Unzen physisches Gold zu akkumulieren.

Die Anhäufung solch eines massiven privaten Schatzes an physischem Silber und Gold, bei weitem der größte Betrag in der Geschichte, ist das einflußreichste Argument dafür, daß die kommende Aufwärtsbewegung eine für die Rekordbücher sein wird. JPMorgan ist der unangefochtene Meister des Finanzuniversums und hat sich nicht die Mühe gemacht, solche massiven und historischen Mengen an physischem Silber und Gold für einen schnellen Trade oder einen kleinen Gewinn anzuhäufen. Dies geschah, um den größten Gewinn in der Geschichte zu erzielen. Ich verstehe, dass viele meine Behauptungen bezweifeln, dass JPMorgan 750 Millionen Unzen physisches Silber und 20 Millionen Unzen Gold angehäuft hat. Abgesehen von den fast 150 Millionen dokumentierbaren Unzen Silber, die JPMorgan in seinem eigenen COMEX-Lager hält, fehlen vor allem die anderen 600 Millionen Unzen, die JPM besitzt. Sicher, wenn die gesamten 750 Millionen Unzen von allen gesehen werden könnten, würde es keine Debatte geben. Gerade weil das meiste Silber von JPMorgan nicht gesehen werden kann, ist meine Behauptung bemerkenswert.

Wie es aussieht, ist JPMorgans Ansammlung von physischem Silber und Gold größtenteils unbekannt. Ich denke, das ist eine gute Sache, denn wenn der Silberpreis höher fliegt, wird niemand mit dem Finger auf JPMorgan zeigen. Sie werden unbemerkt viele zehn Milliarden Dollar Gewinn erzielen, während sich die Welt glücklicherweise nicht der wahren Geschichte bewusst ist. Es liegt im Eigeninteresse von JPMorgan, seine Silber- und Goldakkumulation so weit wie möglich zu verbergen. Obwohl die von JP Morgan gehaltenen 600 Millionen Silberunzen versteckt sind, habe ich den Abonnenten (und in öffentlichen Artikeln) detailliert die drei wichtigsten Mittel beschrieben, mit denen sie das Metall wöchentlich erworben hat, das mindestens fünf Jahre zurückliegt. Zuerst wurde ein kleiner Teil der beispiellosen, aber dokumentierten wöchentlichen Bewegung in und aus den Silberlagerhäusern der COMEX abgeschöpft - eine Lagerbewegung, die in keinem anderen Rohstoff zu finden war. In den vergangenen 7,5 Jahren wurden mehr als 1,5 Milliarden Unzen Silber in die COMEX-Silberlagerhallen physisch ein- und ausgelagert, von denen JPMorgan mindestens 200 Millionen Unzen abgeschöpft hat (abgesehen von den 144 Millionen Unzen, die es in seinem eigenen COMEX-Lagerhaus hält).

Als nächstes kaufte JPMorgan von 2011 bis 2016 mindestens 150 Millionen Unzen Silver American Eagles und Canadian Maple Leafs und schmolz jede der Münzen in Industriestandard 1.000 Unzen Barren um. JPMorgans Käufe allein machten die Rekordverkaufsjahre aus, und als sie aufhörten zu kaufen, brach der Verkauf dieser Münzen ein. Letztlich war JPMorgan, als offizielle Depotbank für den SLV, den weltgrößten börsengehandelten Silberfonds (ETF), ideal positioniert, um Aktien des Trusts in Metall umzuwandeln und alle Anforderungen an die Meldepflicht damit zu umgehen. Dies allein ist die Erklärung für die fortwährenden kontraintuitiven Ein- und Auslagerungen in den SLV in den vergangenen siebeneinhalb Jahren. Insgesamt hat JPMorgan auf diese Weise mindestens 250 Millionen Unzen physisches Silber eingesammelt. Alle drei dieser Akkumulationsmethoden von JPM wurden den Abonnenten seit Jahren wöchentlich gemeldet, und ich nehme an, dass jeder, der nicht in die Berichterstattung eingeweiht war, bezweifelte, dass dies der Fall war. Da kann ich nicht viel gegen tun.

So groß JPMorgans massiven und historischen Bestände an physischem Silber auch sind, ist bemerkenswert, dass es da noch mehr gibt. Nicht zufällig involviert das „mehr" auch JPMorgan. Man ist sich heute einig, dass die Futures-Marktstruktur in COMEX-Silber und Gold (und anderen Metallen) die bullischste ist, die es in der Geschichte gab. Insbesondere ist das Niveau der Leerverkäufe durch die verwalteten Hedgefonds (the managed money technical funds) das höchste in der Geschichte. Dies ist eindeutig bullisch, da diese Shorts der technischen Fonds keine andere Wahl haben, als ihre Short-Positionen irgendwann zurückzukaufen und zur Long-Seite zu wechseln (oder versuchen zu wechseln). Daher gibt es bereits eine große Menge an potenziellen Käufen, die nur darauf warten, letztendlich durch höhere Preise aufgelöst zu werden.

Während die derzeitige bullische Marktstruktur in COMEX-Silber und -Gold einigermaßen bekannt ist und darüber geschrieben wird, ist viel weniger über die Rolle von JPMorgan bei der Bildung dieser bullischen Marktstruktur bekannt. Die CFTC-Daten bestätigen, dass JPMorgan in den vergangenen Monaten bei weitem der größte Käufer von COMEX-Silber- und Gold-Futures-Kontrakten war. Mit anderen Worten, JPMorgan war nicht nur der größte Käufer in der Geschichte des physischen Silbers und Goldes in den vergangenen sieben Jahren, sondern war auch der größte Käufer von COMEX-Futures-Kontrakten bei dem absichtlich konstruierten Preisverfall der letzten Zeit.

Nach meinen Berechnungen und basierend auf CFTC-Daten hat JPMorgan 20.000 COMEX-Silber-Short-Kontrakte (das entspricht 100 Millionen Unzen) und 90.000 COMEX-Gold-Short-Kontrakte (das entspricht 9 Millionen Unzen) zurückgekauft. Wie viele weitere COMEX-Futures-Kontrakte von JPMorgan gekauft werden können, sei dahingestellt, aber aufgrund der Rekord-Leerverkäufe der Hedgefonds scheint JPMorgan nicht mehr viele COMEX-Kontrakte kaufen zu können. Immerhin haben es die rekordhohen Hedgefondsverkäufe JPMorgan in erster Linie ermöglicht so viele Kontrakte zu kaufen; Sobald dieser Verkauf austrocknet, wird JPMorgan wahrscheinlich nicht mehr in der Lage sein, viele weitere Verträge zu kaufen.

Es ist die hoch konzentrierte Art des Kaufs von Futures-Kontrakten durch JPMorgan, welche die Bühne für einen Aufwärts-Preisschock bereitet, der sich schneller nach oben zu entfalten verspricht, als jeder vorherige Schritt. So geschickt hat JPMorgan in letzter Zeit Gold-Futures-Kontrakte gekauft, dass ich dies als "aufs Kreuz legen" von anderen Händlern beschrieben habe. Aber sobald sich die Aufwärtsbewegung entfaltet, verspricht es, aufgrund des massiven physischen Schatzes, der von JPMorgan angesammelt wurde, die größte Rally in Silber und Gold in der Geschichte zu werden.

Erstaunlicherweise wird alles, um dieses Preisexplosionsszenario zu entfalten, lediglich sein, dass JPMorgan die Short-Positionen nicht aggressiv ausbaut, wenn die unvermeidliche Rallye beginnt. Sie haben richtig gehört - die Silberpreisexplosion auf $ 50 und darüber hinaus, zusammen mit einer entsprechenden Bewegung beim Gold, hängt nur davon ab, dass JPMorgan bei der nächsten Rallye nichts unternimmt. Zugegeben, JPMorgan war in der Vergangenheit in vielen ähnlichen Ausgangspositionen und hat seine COMEX-Short-Positionen immer aggressiv erweitert, um diese Rallyes schließlich zu beenden. Dies hat viele dazu veranlasst, davon auszugehen, dass JPMorgan bei zukünftigen Rallyes immer aggressiv verkaufen wird. Aber das aktuelle Setup hat JPMorgan noch nie zuvor so sehr begünstigt. Wenn JPMorgan das macht, was sie bisher immer getan haben, werden wir eine Rally von Bedeutung bekommen, nur nicht die große Rally. Aber wenn JPMorgan bei der nächsten Rallye keine Short-Positionen aufbaut, sollte der dritte Run auf $ 50 Silber und darüber hinaus möglich sein.

© Ted Butler

09. August 2018

www.butlerresearch.com

(Diese Abhandlung wurde vom Silberanalysten Theodore Butler, einem unabhängigen Berater, verfasst. Investment Rarities teilt seine Ansichten nicht notwendigerweise, diese können sich als richtig oder falsch herausstellen.) Exklusiv und ohne Gewähr übersetzt für Metallwoche.de. Das Original wurde am 09.08.2018 auf der Website www.silverseek.com veröffentlicht.

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