Drei für Anleger wichtige Zyklen des Goldmarktes

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von Dimitri Speck

Es gibt viele Zyklen an den Märkten: kurz- und langfristige, am Kalender orientierte wie den Jahreszyklus und solche anderer Länge wie den 7-Jahreszyklus. Heute möchte ich Ihnen drei Zyklen zeigen, die für Sie als Anleger besonders wichtig sind. Diese können Ihnen beispielsweise helfen, günstige Einstiegszeitpunkte zu finden.

3 wichtige Zyklen unter der Lupe

Was verstehe ich unter wichtigen Zyklen? Das sind die, bei denen die Aussicht hoch ist, dass sie in Zukunft fortbestehen. Dann können Sie als Anleger am ehesten einen Nutzen aus ihnen ziehen. 

Das bedeutet nicht, dass Zyklen anderer Länge keinen Nutzen aufweisen. Aber ich beschränke mich hier natürlich auf eine Auswahl. Diese umfasst nur solche Zyklen, die einen kalendarischen Hintergrund haben. Die heutige Auswahl für Sie umfasst:

  • Den Wochenzyklus
  • Die Jahressaisonalität
  • Den Vierjahreszyklus


Der Wochenzyklus

Nur wenigen Anlegern ist der von mir an dieser Stelle vor einem Jahr vorgestellte Wochenzyklus bei Gold bekannt. Zu seiner Untersuchung schlüssele ich die Performance von Gold nach Wochentagen auf.

Die erste Abbildung zeigt Ihnen die aufs Jahr hochgerechnete Performance des Goldpreises in US-Dollar seit dem Jahr 2000 in Schwarz, sowie die an den einzelnen Wochentagen in Blau. Gemessen habe ich dabei immer von Schlusskurs zu Schlusskurs; die Performance beispielsweise des Dienstags ist also die vom Montags-Schlusskurs bis zum Dienstags- Schlusskurs.


Gold, Performance nach Wochentagen, 2000 bis 2017

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Der Freitag glänzt ganz besonders.
Quelle: Seasonax


Wie Sie sehen, sticht der Freitag stark hervor. Er stieg im Mittel fast so stark wie der Goldpreis insgesamt. Nach dem Wochenzyklus ist für Anleger ein Goldkauf spätestens am Donnerstag vorzuziehen.


Die Jahressaisonalität

Bekannter ist die Jahressaisonalität - wenn auch viele Anleger nicht wissen, wie der saisonale Verlauf im Detail aussieht. Der nächste Chart zeigt Ihnen den mittleren Verlauf des Goldpreises über 50 Jahre in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Auf der horizontalen Achse des Charts ist die Zeit im Jahr eingetragen, auf der vertikalen Achse weist er die Preisinformation auf. Mithilfe dieses saisonalen Charts können Sie auf einen Blick den saisonalen Trend erkennen.


Goldpreis in US-Dollar, saisonaler Verlauf, ermittelt über 50 Jahre 

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Von August bis Februar steigt Gold typischerweise.
Quelle: Seasonax

 

Wie Sie sehen, steigt Gold typischerweise ab August bis in den Februar des Folgejahres hinein, während der Goldpreis umgekehrt von Februar bis August saisonal seitwärts läuft. Der Grund für den saisonalen Anstieg: Ungefähr zwei Drittel der Goldjahresproduktion werden für die Produktion von Schmuck aufgewendet. Die saisonal schwankende Schmucknachfrage wirkt daher auf den Preis. 

Denn zu bestimmten Festlichkeiten wird besonders viel Goldschmuck verschenkt: während der Hochzeitssaison in Indien im Herbst, zu Weihnachten gegen Jahresende und zum chinesische Neujahrsfest im Februar. Da die Schmuckhändler sich naturgemäß bereits vor den Festzeiten eindecken, hebt diese Nachfrage den Goldpreis tendenziell an.


Der Vierjahreszyklus

Für den Aktienmarkt ist er Ihnen vielleicht ein Begriff, bei Gold kennt ihn hingegen kaum jemand: den Vierjahreszyklus. Man nennt ihn auch Wahlzyklus, denn die US-Politik mit tendenziell stimulierenden Maßnahmen vor US-Präsidentschaftswahlen und anschließenden Haushaltskonsolidierungen gilt als Grund für diesen Zyklus. Der Vierjahreszyklus wirkt auf die Aktienkurse, aber auch auf den US-Dollar und über ihn und über die Inflationserwartung den Goldpreis. 

Der nächste Chart zeigt Ihnen den durchschnittlichen Verlauf des Goldpreises nur der Wahljahre - das kommende Jahr 2019 ist ein Vorwahljahr. Der Chart ist technisch gesehen ein saisonaler Chart, bei dem nur die Vorwahljahre berücksichtigt und die übrigen herausgefiltert werden. 


Goldpreis in US-Dollar, durchschnittlicher Verlauf der Vorwahljahre, ermittelt ab 1968

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Gold steigt in den Vorwahljahren typischerweise stark an. 
Quelle: Seasonax



Wie Sie sehen, ist das Vorwahljahr typischerweise überdurchschnittlich gut für Gold. Außer einer Korrektur im März und Juni geht es tendenziell steil nach oben.


Fazit für Sie als Anleger

Die drei Beispiele zeigen Ihnen deutlich, dass es ausgeprägte Zyklen am Goldmarkt gibt. Sie sind gut für Sie als Anleger nutzbar. Der Wochenzyklus weist auf einen bevorzugten Kaufzeitpunkt bis Donnerstag, die Jahressaisonalität und der Vierjahreszyklus lassen kombiniert noch für viele Monate steigende Kurse erwarten. 

Doch es gibt nicht nur bei Gold, sondern auch bei anderen Rohstoffen, bei Währungen und bei einzelnen Aktien und Minen saisonale Verläufe. 

Ich lade Sie herzlich ein, diese auf meiner neuen interaktiven Webseite www.app.seasonax.com zu untersuchen. Über zehntausend Werte können Sie dort mitsamt Statistik und Filtern individuell untersuchen. 


© Dimitri Speck
www.app.seasonax.com


Dimitri Speck entwickelt für den Assetmanager Staedel Hanseatic Handelsstrategien. Einen weiteren Themenschwerpunkt seiner Arbeit bilden Gold und Rohstoffe. Er ist Herausgeber der Website www.SeasonalCharts.de, auf der über hundert saisonale Charts gezeigt werden. Im Finanzbuchverlag ist sein Buch "Geheime Goldpolitik" erschienen.

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