Florian Grummes: Gold - Das ist der Boden!

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Durch den scharfen Ausverkauf im Juni stehen die Chancen für eine Trendwende beim Goldpreis und im gesamten Edelmetallsektor nun äußerst gut. Die überverkaufte Lage beim Gold auf dem Tages- und Wochenchart, gepaart mit einem antizyklischen Kaufsignal vom Terminmarkt sowie ausgebombten Stimmungswerten und der nun drehenden Saisonalität stimmen mich extrem bullisch. Zudem haben die Minenaktien den Abverkauf nicht nachvollzogen, sondern lassen bereits ihren Vorläufercharakter aufblitzen. Da auch beim Euro das schlimmste überstanden sein sollte, dürfte der Goldpreis direkt am Beginn der lange angekündigten Sommer-Rally stehen.

Das Tief bei 1.238 USD ist zwar noch nicht allzu weit entfernt, in den nächsten Tagen sollte sich die Lage hier aber zunehmend klären. Nur wenn der Goldpreis erneut unter 1.245 USD schließt, gilt es vorsichtig zu werden. Andernfalls erwarte ich in den kommenden zwei bis drei Monaten eine deutliche Aufwärtsbewegung in Richtung 1.350 USD bis 1.375 USD. Dieser harte Widerstand wird wohl nicht im ersten Anlauf zu überwinden sein. Je nachdem wie sich die Erholung in diesem Sommer gestaltet, wird der Goldpreis im Herbst dann nochmal seine untere Dreiecksbegrenzung testen oder einfach mehrere Wochen zwischen 1.300 und 1.350 konsolidieren.

Im Herbst bzw. im vierten Quartal müsste der Ausbruch über 1.375 USD gelingen. Dem sollte ein schneller Anstieg bis 1.500 - 1.525 USD folgen.

Lesen Sie jetzt die komplette Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

 

1.Gold in USD

Rückblick:

Nachdem der Goldpreis ab Mitte Januar bis Anfang April zwischen 1.305 USD und 1.365 USD seitwärts gelaufen war, begann ausgehend vom letzten markanten Hochpunkt bei 1.365 am 11.April eine fast dreimonatige Abwärtswelle. Insbesondere war ab dem 14.Juni eine Verschärfung des Abwärtstrends zu verzeichnen, so dass die Goldnotierungen zuletzt fast ohne Gegenbewegung 13 Handelstage am Stück nach unten rutschten.

Dieser Ausverkauf führte den Goldpreis zu Beginn dieser Handelswoche bis auf 1.238 USD zurück. Mein ursprünglich ausgegebenes Kursziel um 1.250 USD wurde damit leicht unterschritten.

Seit Dienstag ist nun jedoch eine erste Stabilisierung und Gegenbewegung zu beobachten. So konnte sich der Goldpreis zunächst schnell bis auf 1.261 USD erholen. Bislang steht diese Erholung aber noch auf wackeligen Beinen.

Gold Monatschart:

 

Die entscheidende und wichtigste Erkenntnis auf dem logarithmischen Monatschart für den Goldpreis ist in diesen Tagen: Die Aufwärtstrendlinie, entstanden durch die beiden letzten signifikanten Tiefpunkte vom Dezember 2015 bei 1.045 USD sowie vom Dezember 2016 bei 1.122 USD hat bislang dem Ansturm der Bären standgehalten. Damit ist das aufsteigende Dreieck (eine sehr bullische charttechnische Formation) weiterhin intakt. 

An diesem Dreieck bastelt der Goldmarkt nun schon seit zweieinhalb Jahren. Dementsprechend großes Gewicht hätte das regelkonforme Aufbrechen nach oben oder die Widerlegung mit einem Durchbruch nach unten. Im positiven Fall wäre eine schnelle und steile Rally in Richtung 1.500 USD zu erwarten. Sollten sich die Bären jedoch durchsetzen, ist die Bodenbildung der letzten Jahre in Frage zu stellen und Gold könnte für mehrere Jahre ähnlich wie in den 1990ern in einer Seitwärtsphase stagnieren.

Da die Aufwärtstrendlinie jedoch gehalten ist, sollten sich die Goldnotierungen nun in den kommenden Monaten wieder der oberen Begrenzung, also der horizontale Widerstandszone zwischen 1.350 USD und 1.375 USD zuwenden.

Der Blick auf den Stochastik-Oszillator macht klar, dass die Korrektur der letzten drei Monate ganze Arbeit geleistet hat. Die im April überkaufte Lage wurde vollständig abgebaut und der Oszillator nähert sich seiner überverkauften Zone. Damit gäbe es nun auf der Oberseite wieder viel Luft für Kursanstiege. Allerdings bleibt bei der Stochastik vorerst das Verkaufssignal aktiv. Mit zwei starken Sommermonaten kann sich dies aber schnell wieder ändern.

Zusammengefasst bleibt es auch weiterhin und trotz des deutlichen Rücksetzers der letzten drei Monate bei der „zunehmend bullischen“ Einschätzung des Monatscharts.  Auch wenn das aufsteigende Dreieck noch nicht abgeschlossen und damit endgültig bestätigt ist, liefert die Serie höherer Tiefs weiterhin mittel- und längerfristig Anlass zum Optimismus. Der Ausbruch aus dem Dreieck nach oben müsste eigentlich im dritten, spätestens aber im vierten Quartal 2018 zustande kommen.

 

Gold Wochenchart:

 

Mit dem Wochenchart zoomen wir uns wie immer näher an das Kursgeschehen und damit an das aufsteigende Dreieck heran. Nachdem die Verbindungslinie der letzten weniger signifikanten Tiefpunkte im Juni unterschritten wurde, musste der Goldpreis bis an die große und entscheidende Aufwärtstrendlinie in grün zurücksetzen. Dies ist nun passiert und hat dazu geführt, dass der Wochenchart jetzt so stark überverkauft ist wie zuletzt im Dezember 2016. 

Trotz des deutlichen Ausverkaufs ist das Dreieck aber weiterhin intakt. Nur ein Wochenschlusskurs klar unterhalb von 1.235 USD hätte dieses stark bullische Kursmuster wirklich negiert. Dennoch bleibt die Frage im Raum, wann der Goldpreis denn nun endlich die wieder weiter entfernte horizontale Widerstandszone zwischen 1.350 USD und 1.375 USD durchbrechen wird können.

Da der Stochastik Oszillator ähnlich wie im Dezember 2015 und Dezember 2016 wirklich extrem überverkauft ist, sollte es nun zu einer starken Gegenbewegung in der Größenordnung von mindestens 150 USD kommen. Um die erwartete Trendwende allerdings wirklich zu bestätigen, muss der Oszillator aus seiner überverkauften Zone nach oben durchstarten. Ich gehe davon aus, dass dies im Juli passieren wird. Sollte sich der Oszillator stattdessen in der überverkauften Zone weiter einnisten, könnte das Ganze in den eingebetteten extrem bärischen Zustand konvertieren. In diesem sehr unwahrscheinlichen Fall wird das aufsteigende Dreieck nicht mehr zu verteidigen sein.

Da der Wochenchart in meinen Augen eine antizyklische „Traumkonstellation“ mit sehr günstigem Chancen/Risiko-Verhältnis darstellt, bleibt es beim Prädikat „zunehmend bullisch“. Die Sommerrally und damit der nächste Angriff auf die Widerstandszone 1.350 – 1.375 USD müssten bereits begonnen haben.

 

Gold Tageschart:

 

Der Tageschart bildet die Goldpreisbewegungen der letzten zwölf Monate ab. Obwohl der steile Ausverkauf die entscheidende Aufwärtstrendlinie um ein paar Dollar kurzeitig unterboten hat, konnte diese Linie bislang doch klar verteidigt werden. Zudem ist der Goldpreis bereits aus dem fallenden Keil, welcher sich im Juni gebildet hatte, bereits nach oben ausgebrochen. In Verbindung mit der überverkauften Lage sind somit bereits die ersten Signale für eine Trendumkehr vorhanden.

Daher sollte sich der Goldpreis in den nächsten Tagen bzw. Wochen bis an die nächste Abwärtstrendlinie im Bereich um 1.280 – 1.290 USD bzw. bis an die schnell fallende 50-Tagelinie (1.293 USD) erholen können. Nach einer Verschnaufpause wäre im nächsten Schritt die Fortsetzung der Erholung bis an die leicht fallende 200-Tagelinie (1.304 USD) bzw. bis an die psychologische Marke von 1.300 USD zu erwarten.

Zudem sind sowohl der RSI-Indikator als auch die Stochastik beide weit in ihre überverkaufte Zone gedrückt worden und liefern damit ein antizyklisches Kaufsignal.

Allerdings liefert erst ein Anstieg zurück über die Marke von 1.300 USD eine klare Bestätigung. Bis dahin kann sich das Ganze auch lediglich als eine Zwischenerholung entpuppen.

In der Summe ist der Tageschart in meinen Augen „bullisch“. Eine Erholung in Richtung 1.300 USD sollte im Juli, spätestens bis Mitte August gelingen. Nur wenn Gold erneut unter 1,245 USD fallen sollte, kommen die Bären wieder ins Spiel.

 

2. Gold/Silber-Ratio

 

Auf dem Tageschart für das Gold/Silber-Ratio hat sich erstmals seit langem wieder eine für den Edelmetallsektor bullische Formation gebildet. Seit Anfang April läuft das Ratio in einem Trendkanal nach unten und hat bereits seine 200-Tagelinie (77,15) unterschritten. Die derzeit aktive Gegenbewegung scheint den Abwärtstrendkanal zu respektieren und hat zudem mit der 200-Tagelinie als auch der fallenden 50-Tagelinie (78,54) klare Widerstände direkt vor der Brust. Zudem hat die Stochastik fast schon wieder ihre überkaufte Zone erreicht.

Summa summarum nimmt die große Trendwende beim Gold/Silber-Ratio damit weiter Formen an und lässt für den Edelmetallsektor als auch insbesondere für den Silberpreis eine starke Performance in den kommenden Monaten erwarten. Ratio-Werte unterhalb von 75 bestätigen den positiven Bias.

 

3. CoT-Report:

 

 

Die aktuell vorliegenden Daten vom Terminmarkt für den Goldpreis brachten eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der kommerziellen Shortposition. Wie immer haben die Profis den deutlichen Kursrückgang in den letzten Wochen zur Eindeckung ihrer Leerverkäufe genutzt. So betrug deren kumulierte Shortpositionen bei einem Goldpreis von 1.259 USD zuletzt nur noch 94.963 leerverkaufte Kontrakte. Damit ist die kommerzielle Shortposition erstmals seit knapp einem Jahr wieder unter die Marke von 100.000 Kontrakten gefallen. Da der Goldpreis zwischenzeitlich noch knapp 20 USD tiefer gerutscht ist, dürften sich diese Zahlen noch weiter verbessert haben.

Am Silbermarkt präsentiert sich die Lage weniger positiv. Hier betrug die kommerzielle Shortposition bei einem Silberpreis von 16,30 USD kumuliert 49.031 leerverkaufte Kontrakte. Allerdings ist der Silberpreis seit dieser Bestandsaufnahme noch bis auf 15,75 USD gefallen.

Insgesamt lässt sich für den Goldmarkt anhand des aktuellen CoT-Reports ein klares antizyklisches Kaufsignal für den Goldpreis ableiten. Für den Silberpreis hingegen reicht es nur zu einer neutralen Einstufung.

 

4. Sentiment:

 

Die Stimmung am Goldmarkt war zu Beginn der laufenden Handelswoche definitiv ganz tief im Keller. Egal ob Analysten, Investoren, Leser oder Bekannte, kein einziger konnte dem fallenden Goldpreis noch etwas positives abgewinnen. Kursziele um und unterhalb von 1.200 USD machten vielmehr die Runde. 

Die täglich von www.sentimenttrader.com veröffentlichten Daten decken sich mit daher mit meiner persönlichen Wahrnehmung. Für den Goldpreis lag damit pünktlich zum Tief bei 1.238 USD ein exzessiver Pessimismus vor, welcher natürlich als ein antizyklisches Kaufsignal gewertet werden muss. Ähnlich negativ war die Stimmung beim Silber, während man beim Platin tatsächlich von Aufgabestimmung sprechen muss.

Die Minenaktien hingegen hatten sich ja in den letzten Wochen deutlich besser gehalten und begannen ihre Erholunsgbewegung bereits zwei Tage vor dem Goldpreistief. Daher sind die Stimmungswerte hier bereits wieder ausgeglichen.

Die wöchentlich Kitco Goldumfrage jedoch spiegelte am letzten Freitag sehr schön die miserable Stimmung sowohl unter den Profis als auch unter den Amateuren wieder.

Insgesamt liefert die Sentimentanalyse ein klares Kaufsignal für Gold und Silber.

 

5. Saisonalität:

 

Tatsächlich hat es der Goldpreis auch in diesem Jahr bislang wieder einmal geschafft, sein saisonales Muster doch ziemlich genau zu befolgen. Sowohl der starke Jahresauftakt, die mehrmonatige Seitwärtsphase im Frühling als auch der scharfe Ausverkauf im Juni entsprechen allesamt der seit über 40 Jahren statistisch nachzuweisenden saisonalen Zyklik. 

Natürlich kann man die Saisonalität niemals dogmatisch auf den Tag genau bestimmen, vielmehr muss das Ganze etwas abstrakter und lediglich als Hilfestellung betrachtet werden.

Für die kommenden Monate stehen die Ampeln für den Goldpreis nun auf grün. Sowohl im Juli als auch im August und oft bis in den September hinein sind in der Vergangenheit meist starke Kursanstiege zu beobachten gewesen. Auch in diesem Jahr, insbesondere angesichts des scharfen Abverkaufs der letzten Wochen, scheint nun alles für die lange angekündigte Sommerrally vorbereitet.

Die Saisonalität liefert jetzt ein starkes Kaufsignal für Gold und Silber.

 

6. Gold in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet kam es in den vergangenen drei Wochen ebenfalls zu einem scharfen Rückgang bei den Goldpreisnotierungen. Während im Umfeld der italienischen Regierungsbildung zwischenzeitlich noch Anstiege bis auf 1.135 EUR zu beobachten waren, lag das Tief Anfang dieser Woche bei 1.062 EUR. Damit war meine leicht optimistische Einschätzung von vor vier Wochen eindeutig falsch bzw. verfrüht.

Gold in EUR Tageschart:

 

Der Goldpreis in Euro kannte in den letzten Wochen kein Halten und wurde gnadenlos um knapp 6,3% nach unten durchgereicht. Weder die Aufwärtstrendlinie seit Mitte März, noch die beiden gleitenden Durchschnitte konnten den Abverkauf stoppen. Auch die Unterstützungszone um 1.075 EUR wurde unterschritten.

Dieser steile Abverkauf hat nun aber zu einer stark überverkauften Lage geführt. Abzulesen ist dies sowohl am RSI-Indikator als auch am Stochastik Oszillator. Immerhin wurden jedoch weder das Tief vom letzten Dezember noch die beiden Tiefpunkte in diesem Frühjahr unterboten. Somit hat die Serie höherer Tiefs immer noch Bestand. Dennoch wurde der nachhaltige Ausbruch aus der einjährigen und seitwärtsverlaufenden Handelspanne zwischen 1.050 EUR und 1.110 EUR erneut vertagt. 

Die angelaufene Erholung sollte in Kürze bis zur 200-Tagelinie (1.089 EUR) vordringen können. Darüber hinaus wartet als nächste Station die 50-Tagelinie (1.099 EUR). Beide Durchschnitte sollten eigentlich in diesem Sommer wiedergesehen werden.

Zusammengefasst sollte die überverkaufte Lage zumindest eine Erholung in den kommenden Wochen bzw. Monaten bringen. Der Tageschart verdient sich damit die Bewertung „bullisch“. 

Ob es im größeren Bild aber tatsächlich zu deutlich steigenden Goldkursen auf Eurobasis kommen kann, ist noch nicht klar. Gerade der Wochenchart kann meine Vorstellungskraft. Zulange laufen die Kurse hier bereits seitwärts. Im besten Fall lässt sich ein flacher Aufwärtstrendkanal attestieren. Erst Kurse oberhalb von 1.130 EUR drehen den Bias übergeordnet wieder auf bullisch.

Handelsempfehlung:

Unterhalb von 1.075 EUR scheint die Feinunze aktuell nochmals relativ günstig bewertet und ist daher eine Kaufempfehlung. Sollte der Goldpreis nun eine größere Aufwärtswelle beginnen, wird es so schnell keine weiteren günstigen Einstiegschancen mehr geben.

 

7. Euro & US-Dollar

 

Das Währungspärchen EUR/USD bleibt weiterhin stark trendbestimmend für die Finanzmärkte. Mit dem deutlichen Kursrutsch in den vergangenen drei Monaten und der damit verbundenen Dollarstärke kam natürlich auch der Goldpreis stark unter Druck.

Schon seit einigen Wochen hat der Euro dabei seine Aufwärtstrendlinie erreicht und versucht sich hier an einer Stabilisierung, die allerdings noch nicht in trockenen Tüchern ist. Die breite Unterstützungszone um 1,135 USD bis 1,155 USD hat bislang gehalten und könnte nun aufgrund der stark überverkauften Lage eine Gegenbewegung einleiten. Erste Anzeichen einer Erholung sind bereits sichtbar. Allerdings läuft die Stochastik auf dem Wochenchart immer noch bärisch eingebettet in der überverkauften Zone und hat den Abwärtstrend bislang festgezurrt. Erst wenn sich der Oszillator aus dieser Umklammerung befreien kann, wechselt der Wochenchart auf bullisch. Dann hätte der Euro Platz bis ca. 1,20 bzw. 1,21 USD. Eine derartige Erholung wird dem Goldpreis definitiv Flügel verleihen.

 

Am Terminmarkt haben die Profis ihre exorbitante Shortposition auf den Euro in den letzten Monaten massiv in die fallenden Kurse eingedeckt. Auch wenn die aktuelle Konstellation noch weit von einem antizyklischen Kaufsignal entfernt ist, steht einer Erholung des Euros am Terminmarkt eigentlich nichts im Wege.

Außerdem bessert sich jetzt auch die saisonale Ausgangslage für den Euro.

 

8. Goldminen GDX

 

Die Gold- und Silberminenaktien konnten sich dem scharfen Abverkauf beim Gold und Silber in den letzten Wochen klar entziehen. Diese Divergenz ist äußerst positiv. Der Vorläufercharakter der Minenaktien lässt den Abverkauf am Goldmarkt daher in einem anderen Licht erscheinen und bestätigt ansatzweise die Trendwende für den gesamten Edelmetallsektor.

So konnte der GDX (Market Vektor Goldminers ETF) in den letzten Tagen bereits deutlich zulegen und die Abwärtstrendlinie des ersten Halbjahres doch recht klar überwinden. Auch die 200-Tagelinie (22,55 USD) verläuft jetzt unterhalb des Preisgeschehens.

Der Blick auf die Indikatoren liefert allerdings ein gemischtes Bild. Während der nachlaufenden MACD-Indikator ein neues Kaufsignal generiert hat, nähern sich sowohl der RSI-Indikator als auch der Stochastik Oszillator der überkauften Zone. Von einer überkauften Lage kann man aber sicherlich noch nicht sprechen. Allerdings hat der GDX gestern bereits fast sein oberes Bollinger Band (22,77 USD) erreicht, wodurch die Luft kurzfristig schon etwas dünner wird.

Übergeordnet läuft der ETF immer noch seitwärts. Um die obere Begrenzung der Seitwärtsspanne zu erreichen, benötigt es einen Anstieg auf knapp 25,50 USD. Bis dahin haben die Bullen auf dem Tageschart noch jede Menge Arbeit abzuliefern. Sollte der Goldpreis in den kommenden Tagen und Wochen die Trendwende ebenfalls nachvollziehen und bestätigen, werden die vernachlässigten Minenaktien weiter durchstarten.

Aufgrund der klaren Kaufsignale ist der Tageschart „bullisch“ zu bewerten. Ob und wie schnell die Bullen allerdings das obere Bollinger Band tatsächlich nach oben aufbiegen können, bleibt abzuwarten. Wie vermutet hat die Sommerrally bei den Minenaktien in diesem Jahr jedenfalls geräuschlos begonnen.

 

9. Zusammenfassung & Konklusion

 

Durch den scharfen Ausverkauf im Juni stehen die Chancen für eine Trendwende beim Goldpreis und im gesamten Edelmetallsektor nun äußerst gut. Die überverkaufte Lage beim Gold auf dem Tages- und Wochenchart, gepaart mit einem antizyklischen Kaufsignal vom Terminmarkt sowie ausgebombten Stimmungswerten und der nun drehenden Saisonalität stimmen mich extrem bullisch. Zudem haben die Minenaktien den Abverkauf nicht nachvollzogen, sondern lassen bereits ihren Vorläufercharakter aufblitzen. Da auch beim Euro das schlimmste überstanden sein sollte, dürfte der Goldpreis direkt am Beginn der lange angekündigten Sommer-Rally stehen.

Das Tief bei 1.238 USD ist zwar noch nicht allzu weit entfernt, in den nächsten Tagen sollte sich die Lage hier aber zunehmend klären. Nur wenn der Goldpreis erneut unter 1.245 USD schließt, gilt es vorsichtig zu werden. Andernfalls erwarte ich in den kommenden zwei bis drei Monaten eine deutliche Aufwärtsbewegung in Richtung 1.350 USD bis 1.375 USD. Dieser harte Widerstand wird wohl nicht im ersten Anlauf zu überwinden sein. Je nachdem wie sich die Erholung in diesem Sommer gestaltet, wird der Goldpreis im Herbst dann nochmal seine untere Dreiecksbegrenzung testen oder einfach mehrere Wochen zwischen 1.300 und 1.350 konsolidieren.

Im Herbst bzw. im vierten Quartal müsste der Ausbruch über 1.375 USD gelingen. Dem sollte ein schneller Anstieg bis 1.500 - 1.525 USD folgen.

 

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© Florian Grummes

Quelle: pro aurum Goldedition vom 06.07.2018
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