Florian Grummes: Gold - Der Short-Sqeeze kommt!

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Nachdem die Unterstützung um 1.240 – 1.250 USD letztlich nicht gehalten hat, ging es für den Goldpreis in den letzten Wochen konsequenterweise eine Etage weiter nach unten. Nun ist die Unterstützungszone 1.200 – 1.220 USD erreicht, während sich auf dem Tageschart eindeutig positive Divergenzen gebildet haben und die Wetten auf einen weiter fallenden Goldpreis in astronomische Höhen gestiegen sind...

Ich denke daher, dass der Gold und Silberpreis unmittelbar vor einer starken Reaktion nach oben stehen. Ein Short-Squeeze könnte die Notierungen schnell bis in den Bereich um 1.255 – 1.265 USD voranbringen.

Unabhängig von einer kurzfristigen Erholung gibt es im großen Bild aber eigentlich nur zwei Szenarien:

Der Bruch der Aufwärtstrendlinie um 1.240 USD hat das große Bild klar gekippt und der 2011 begonnene Bärenmarkt kehrt zurück. Dabei muss es nicht zu dramatischen Abverkäufen und deutlich tieferen Goldpreisen kommen. Vielmehr (und das ist eigentlich schon seit Jahren der Fall) könnte sich der Goldpreis ähnlich wie in den 1980er und 1990er Jahren in einer Range zwischen 1.100 und 1.350 USD ohne große Dynamik und Nachhaltigkeit weiter seitwärts bewegen.

Der unerwartet starke Ausverkauf in den letzten dreieinhalb Monaten hat den Goldpreis derart tief unter Wasser gedrückt, dass die anstehende Reaktion die notwendige Stärke hat, um die horizontale Widerstandszone um 1.350 USD zu überwinden. In diesem Fall würde sich das große Bild deutlich aufhellen und das oft genannte Kursziel bei 1.500 USD deutlich an Wahrscheinlichkeit gewinnen.

Die anstehende Erholung sollte uns in den kommenden Wochen mehr Klarheit darüber liefern, welches der beiden Szenarien tatsächlich gespielt wird.

Lesen Sie jetzt die komplette Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

1. Gold in USD

Rückblick:

Bereits seit Mitte April befindet sich der Goldpreis in einer ausgeprägten Abwärtswelle, die kein Ende nehmen will. Das vor vier Wochen etablierte Zwischentief bei 1.238 USD entpuppte sich als Bullenfalle und wurde mittlerweile klar unterschritten. Heute morgen fiel der Goldpreis gar bis auf 1.204,65 USD zurück und hat damit alle Kursgewinne der letzten dreizehn Monate zunichte gemacht.

Gold Monatschart:

 

Auf dem Monatschart stehen derzeit fünf rote Kerzen in Folge zu Buche. Eine derartige Verluststrecke kam in den vergangenen 10 Jahren nur ein einziges Mal vor. Bereits damit ist klar, dass es entweder im August, spätestens aber September zu einer Erholung am Goldmarkt kommen sollte. Gleichzeitig wirkt der Bruch der Aufwärtstrendlinie im Bereich um 1.240 USD schwer und hat das große Bild deutlich eingetrübt.

Allerdings hat der Stochastik Oszillator nun seine überverkaufte Zone erreicht und signalisiert damit einen überverkauften Monatschart. Zudem verläuft das untere Bollinger Band (1.204 USD) nur noch wenige Dollar vom aktuellen Marktgeschehen entfernt. Damit ist die Luft für die Bären extrem dünn geworden. Solange, und davon ist zunächst auszugehen, das untere Bollinger Band nicht nach unten aufgebogen wird, sollte sich der Goldpreis zumindest vorübergehend wieder nach oben orientieren.

Zusammengefasst ist der Monatschart trotz der ungünstigen Entwicklung „neutral“ zu bewerten. Die Bären haben ihr Blatt mehr als ausgereizt. Eine schnelle Erholung bis an das mittlere Bollinger Band (1.277 USD) ist das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden ein bis drei Monate.

 

Gold Wochenchart:

 

 

Auf dem Wochenchart hat der Goldpreis zwei signifikante Aufwärtstrendlinien klar unterschritten und rutscht mittlerweile die achte Woche in Folge am unteren Bollinger Band (1.209 USD) in die Tiefe. Statistisch betrachtet ist dieses Verhalten äußerst selten und schreit geradezu nach einer Gegenbewegung.

Die bärisch eingebettete Stochastik hat den Abwärtstrend aber noch immer festgezurrt und macht noch keine Anstalten von dieser Umklammerung abzulassen.

Neben der Unterstützungszone um 1.200 – 1.220 USD findet sich bei 1.180 USD eine weitere stark stützende Chartmarke, an welcher der Goldpreis nach dem Crash im Frühling 2013 zweimal nach oben abprallte. 

In der Summe ist der Wochenchart derart überverkauft wie zuletzt im Dezember 2015 und im Dezember 2016. Beide Male folgte eine große Aufwärtswelle in der Größenordnung von mindestens 250 USD. Eventuell ist der Goldpreis nun also so tief unter Wasser gedrückt worden, dass die nächste Aufwärtswelle sogar die Kraft haben könnte, den horizontalen Widerstand um 1.350 USD aufzubrechen. Solange die beiden Signallinien der Stochastik aber eingebettet unter 20 verlaufen, muss der Wochenchart vorerst weiterhin mit „extrem bärisch“ bewertet werden.

 

Gold Tageschart:

 

Auf dem Tageschart wird die gesamte Abwärtswelle seit Mitte April klar ersichtlich. Wirkliche Erholungen oder ausgeprägte Gegenbewegungen gab es nicht. Damit steht seit dem Hoch im April mittlerweile ein Kursverlust von über 160 USD zu Buche.

Positiv ist die zunehmende Divergenz beim RSI-Indikator. Ebenso hat die Stochastik die neuerlichen Preistiefs nicht mehr nachvollzogen. Zudem hat sich der Goldpreis doch sehr weit von seinen beiden Durchschnitten entfernt. Die 200-Tagelinie (1.264 USD) als auch die 50-Tagelinie (1.277 USD) bewegen sich zwar beiden nach unten, stellen aber gleichzeitig realistische Erholungsziele für die kommenden Wochen dar. Das untere Bollinger Band (1.211 USD) hingegen sollte zusammen mit der Unterstützungszone um 1.200 – 1.220 USD schon in Kürze für einen neuerlichen Erholungsversuch sorgen.

In der Summe fehlen auf dem Tageschart bislang klar Anzeichen für ein etabliertes finales Tief. Die Divergenzen bei den Indikatoren lassen aber die Trendwende immer wahrscheinlicher werden. Unterhalb von 1.220 USD ist der Tageschart zunächst noch neutral.

 

2. CoT-Report:

 

An den Terminmärkten für die Gold- und Silberfutures hat in den letzten Wochen ohne Zweifel eine gnadenlose Bereinigung stattgefunden. Aktuell halten die kommerziellen Händler kumuliert noch 65.668 leerverkaufte Kontrakte auf den Goldfuture.

 

 

Gleichzeitig haben die trendfolgenden Hedgefunds die größte Shortposition aller Zeiten aufgebaut. 

Diese Konstellation kann früher oder später eigentlich nur durch einen gigantischen Short-Squeeze nach oben aufgelöst werden.

Damit liefert der aktuelle CoT-Report ein extrem starkes antizyklisches Kaufsignal für den Goldpreis.

 

3. Sentiment:

 

Die Stimmung im Edelmetallsektor ist nach der dreieinhalbmonatigen Korrektur verständlicher Weise von einem übertriebenen Pessimismus gekennzeichnet. Bullische gestimmte Marktteilnehmer sind eine seltene Spezie geworden, während bärische Analysten die Aufgabestimmung weiter anheizen.

Die Sentimentanalyse ergibt daher weiterhin ein antizyklisches Kaufsignal für Gold und Silber.

 

4. Saisonalität:

 

Die Saisonalität liefert eigentlich bereits seit Anfang Juli äußerst positive Rahmenbedingungen für die Edelmetalle. Bislang konnte sich dieser statistisch nachweisbare Zyklus in diesem Sommer aber (noch) nicht durchsetzen. Grundsätzlich steht die saisonale Ampel aber weiterhin auf grün. Erst im Oktober dreht die Saisonalität in den roten Bereich.

 

5. Gold in in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet ist der Goldpreis in den letzten Wochen ebenfalls weiter nach unten gerutscht und notierte im Tief zwischenzeitlich schon bei 1.036 EUR pro Feinunze. Vom letzten Preishoch, welches im Umfeld der italienischen Regierungsbildung zustande kam, trennen den Euro-Goldpreis damit bereits knapp 100 EUR.

 

Gold in EUR Tageschart:

 

Der Bruch des langfristigen Aufwärtstrendes wiegt für den Goldpreis in Euro schwer und liefert mittelfristig wenig Phantasie auf der Oberseite. Aufgrund der erneuten Euroschwäche können sich die Notierungen in den letzten Tagen trotz des schwachen Goldpreises etwas besser halten.

Da die Indikatoren MACD, RSI und Stochastik kürzlich bereits allesamt auf ein Kaufsignal umgeschwenkt sind, sieht die kurzfristige Lage aber vielversprechend aus. Die erwartete Erholung sollte die Notierungen in den kommenden Wochen zumindest bis zur Widerstandszone um 1.075 EUR voranbringen. Evtl. gelingt auch ein Anstieg bis zur 200-Tagelinie (1.085 EUR).

Zusammengefasst ist der Tageschart „vorsichtig bullisch“ zu bewerten.

Handelsempfehlung:

Unterhalb von 1.045 EUR ist physisches Gold wieder eine Kaufempfehlung.

 

6. Euro & US-Dollar

 

Das Währungspärchen EUR/USD konsolidiert bereits seit Ende Juni den vorangegangenen Kursrutsch. Bislang ist nicht klar, ob es sich bei dieser Konsolidierung um eine Bodenbildung handelt oder lediglich eine Verschnaufpause auf dem weiteren Weg gen Süden.

Allerdings ist der Euro gestern wieder deutlich unter 1,16 USD gefallen und scheint nun versuchen zu wollen, sein unteres Bollinger Band (1,1603 USD) weiter nach unten aufzubiegen. Bestätigt sich diese Schwäche weiter, wäre ein bärischer Wimpel nach unten aufgelöst. Dann wäre vorerst weiter mit einem starken US-Dollar zu rechnen. Das wäre für die Edelmetalle eher ungünstig. 

Gleichzeitig ist aber der Wochenchart stark überverkauft und der Terminmarkt zumindest ansatzweise bereinigt, so dass auch eine Erholung in Richtung 1,20 USD nicht auszuschließen ist.

Insgesamt liefert das Währungspärchen EUR/USD eher bärische Signale und muss daher mit „zunehmend bärisch“ bewertet werden.

 

7. Goldminen GDX

 

Die Gold- und Silberminenaktien befinden sich seit Anfang Juli in einem scharfen Ausverkauf. Dabei hat der GDX (Market Vektor Goldminers ETF) in den letzten Tagen die breite Unterstützungszone um 21 USD erreicht und sollte hier zunächst einen Erholungsversuch unternehmen.

Um die klar bärische Situation zu entschärfen, muss sich aber vor allem der Stochastik Oszillator aus seinem bärisch eingebetteten Zustand befreien. Bislang ist davon noch nichts zu sehen.

Gelingt die Gegenbewegung, ist ein Kursanstieg bis zur fallenden 50-Tagelinie (22,07 USD) in jedem Fall das Minimalziel. Darüber warten die nächsten Kursziele bei der 200-Tagelinie (22,40 USD) sowie der Abwärtstrendlinie (22,60 USD).

Aufgrund der „bärisch eingebetteten Stochastik“ ist der Tageschart vorläufig noch „extrem bärisch“. Dennoch bieten die Goldminenaktien derzeit ein sehr gutes Chancen/Risiko-Verhältnis und sind jetzt eine spekulative Kaufempfehlung mit einem Zeithorizont von ein bis drei Monaten.

 

8. Zusammenfassung & Konklusion

 

Nachdem die Unterstützung um 1.240 – 1.250 USD letztlich nicht gehalten hat, ging es für den Goldpreis in den letzten Wochen konsequenterweise eine Etage weiter nach unten. Nun ist die Unterstützungszone 1.200 – 1.220 USD erreicht, während sich auf dem Tageschart eindeutig positive Divergenzen gebildet haben und die Wetten auf einen weiter fallenden Goldpreis in astronomische Höhen gestiegen sind.

Ich denke daher, dass der Gold und Silberpreis unmittelbar vor einer starken Reaktion nach oben stehen. Ein Short-Squeeze könnte die Notierungen schnell bis in den Bereich um 1.255 – 1.265 USD voranbringen.

Unabhängig von einer kurzfristigen Erholung gibt es im großen Bild aber eigentlich nur zwei Szenarien:

  1. Der Bruch der Aufwärtstrendlinie um 1.240 USD hat das große Bild klar gekippt und der 2011 begonnene Bärenmarkt kehrt zurück. Dabei muss es nicht zu dramatischen Abverkäufen und deutlich tieferen Goldpreisen kommen. Vielmehr (und das ist eigentlich schon seit Jahren der Fall) könnte sich der Goldpreis ähnlich wie in den 1980er und 1990er Jahren in einer Range zwischen 1.100 und 1.350 USD ohne große Dynamik und Nachhaltigkeit weiter seitwärts bewegen.
  2. Der unerwartet starke Ausverkauf in den letzten dreieinhalb Monaten hat den Goldpreis derart tief unter Wasser gedrückt, dass die anstehende Reaktion die notwendige Stärke hat, um die horizontale Widerstandszone um 1.350 USD zu überwinden. In diesem Fall würde sich das große Bild deutlich aufhellen und das oft genannte Kursziel bei 1.500 USD deutlich an Wahrscheinlichkeit gewinnen. 

Die anstehende Erholung sollte uns in den kommenden Wochen mehr Klarheit darüber liefern, welches der beiden Szenarien tatsächlich gespielt wird.

© Florian Grummes

Quelle: pro aurum Goldedition vom 03.08.2018
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