Florian Grummes: Gold - Klar überverkauft, aber auf Messers Schneide

Tags: Florian Grummes Pro aurum Goldedition 27.09.2017 Edelmetallminen GDX Gold Gold in Euro US-Dollar Euro Sentiment Saisonalität COT-Daten Charts Analyse

Die erwartete Korrektur hat sich in den letzten Tagen doch recht deutlich ausgeweitet und wichtige Chartmarken mittlerweile klar unterschritten. Das Momentum liegt eindeutig in den Händen der Bären. Noch kann sich der Goldpreis aber oberhalb der Marke von 1.280 USD halten.

Nun fehlt meiner Berechnung nach nur noch ein weiterer schwacher Handelstag, bevor die Stochastik auf dem Tageschart in den gefürchteten „bärisch eingebetteten“ Status wechselt. Dann dürfte ein baldiges Wiedersehen mit der 200-Tagelinie im Bereich um 1.245 USD sehr wahrscheinlich werden.

Gleichzeitig ist der Goldpreis aber klar überverkauft, so dass scharfe Zwischenerholungen oder sogar doch der Start einer neuen Aufwärtsbewegung jederzeit möglich sind. Angesichts des nach wie vor vorhandenen Korrekturbedarfs auf dem Wochenchart sowie der ungünstigen Terminmarktkonstellation ist aber aktuell nicht der Zeitpunkt für kühne, antizyklische Manöver. Vielmehr sind jetzt Geduld und eine abwartende Haltung angesagt. 

Ein Anstieg über das Hoch vom Dienstag bei 1.313 USD würde jedoch ein erstes prozyklisches Startsignal für eine neue Aufwärtswelle liefern.

Lesen Sie jetzt die komplette Analyse von Florian Grummes:

 

1. Gold in USD

Rückblick:

Tatsächlich konnte der Goldpreis meine seit Anfang/Mitte Juli vertretene, sehr bullische Erwartungserhaltung mit einer fulminanten Rally in den letzten zweieinhalb Monaten bestätigen. Erst bei 1.357 USD war am 8.September das Ende dieser Aufwärtsbewegung erreicht. 

Mit einem Anstieg von über 150 USD in gerade einmal zwei Monaten war der Goldmarkt damit jedoch zu heiß gelaufen und klar überkauft, so dass eine scharfe Korrektur in den letzten zweieinhalb Wochen nötig wurde. Ausgehend von der starken Widerstandszone um 1.355 USD gelang den Bären hier der Rücklauf bis knapp unter die alte Widerstandsmarke 1.295 - 1.310 USD, welche nun als starke Unterstützung fungiert. 

Allerdings hat der Goldpreis diese Zone mit einem vorläufigen Tief bei 1.282 USD mittlerweile etwas deutlicher unterschritten. Die Erholung zu Wochenbeginn währte nur kurz.


Gold in USD Monatschart:



Auf dem logarithmischen Monatschart ist der Ausbruch über die sechsjährige Abwärtstrendlinie noch immer relativ frisch und für jeden Marktakteur eindeutig abzulesen. Fast mustergültig ist die Kerze für den Monat September mit ihrem langen Docht bis an das obere Bollinger Band (1.367 USD) vorgedrungen. 

Die Indikatoren MACD und Stochastik unterstützen das bullische Bild mit klaren Kaufsignalen, während sich der RSI weiterhin in der neutralen Zone bewegt. Im großen Bild sind also noch überhaupt keine Anzeichen einer Übertreibung zu erkennen. 

Trotz der konstruktiven Lage ist aber ein Rücksetzer bis an die gebrochene ehemalige Abwärtstrendlinie nicht auszuschließen. Damit stellen Kurse im Bereich 1.240 - 1.245 USD ein mögliches "worst case" Szenario dar. 

Auf der Oberseite bleibt die Zone um 1.375 USD für die Bullen das Maß aller Dinge. Kann diese Widerstandszone überwunden werden, ist der Weg in Richtung 1.500 USD frei. Allerdings müssen wir dem Goldmarkt realistisch betrachtet noch deutlich mehr Zeit einräumen bis diese "harte Nuss" geknackt werden kann. Vermutlich gelingt der Sprung über 1.375 bzw. 1.400 USD frühestens im Dezember oder Januar.

In der Summe bleibt die Bewertung des Monatscharts auf "zunehmend bullisch". Nur Kurse unterhalb von 1.265 USD würden wieder eine neutrale Einschätzung des "großen Bildes" erzwingen.


Gold in USD Wochenchart:



Auf dem arithmetischen Wochenchart konnte sich der Goldpreis erstmals seit knapp einem Jahr wieder in die Nähe der Höchststände vom Sommer 2016 vorkämpfen. Das Wiedersehen währte allerdings nur wenige Stunden, denn zügige Gewinnmitnahmen ließen den Bereich um 1.355 USD schnell zu einem bärischen Hinterhalt werden.

Konsequenterweise trieb die Korrektur der letzten zweieinhalb Wochen den Goldpreis zielstrebig bis knapp unter die neue Unterstützungszone um 1.300 USD.

Trotz der Korrektur in Höhe von 75 USD hat das MACD-Kaufsignal bislang überlebt. Die schneller drehende Stochastik jedoch hat in der überkauften Zone nach unten gedreht und damit ein Verkaufssignal erzeugt. Grundsätzlich liefert die Stochastik damit auf dem Wochenchart ein starkes Warnsignal, denn der Goldpreis ist demnach im mittelfristigen Zeitfenster immer noch klar überkauft und besitzt somit weiterhin Korrekturbedarf. 

Im besten Fall dreht die Stochastik aber schon in den nächsten Wochen wieder nach oben, so dass zunächst weiter steigende Preise möglich wären. Kann die Stochastik jedoch nicht drehen, werden nur eine fortgesetzte Korrektur und damit natürlich tiefere Preise dafür sorgen, dass die Stochastik auf dem Wochenchart bis in die überverkaufte Zone zurückfällt. Erst dann wäre auch der mittelfristige Ausblick bereinigt und Gold könnte wieder viele Wochen am Stück ansteigen.

Da das mittlere Bollinger Band (1.277 USD) nicht mehr weit entfernt ist, bestätigt ein Wochenschlusskurs unterhalb von 1.280 USD wohl die Fortsetzung der Korrektur. Dann wird ein Rücksetzer bis zur ehemaligen Abwärtstrendlinie (ca. 1.245 USD) sehr wahrscheinlich. Grundsätzlich hätten die Bären auf dem Wochenchart sogar Platz bis zum unteren Bollinger Band (1.209 USD) bzw. bis zur Aufwärtstrendlinie im Bereich um 1.200 USD.

Summa summarum erzwingt das Stochastik-Verkaufssignal eine deutliche Rückstufung des Wochencharts und damit die Bewertung „leicht bärisch“. 


Gold in USD Tageschart:

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Während der Goldpreis auf dem Monatschart leicht bullisch zu interpretieren ist, der Wochenchart aber gleichzeitig nach wie vor großen Korrekturbedarf andeutet, meldet der Tageschart hingegen eine stark überverkaufte Lage!

Hier ist die Stochastik wie ein Sack in die überverkaufte Zone gerauscht und konnte bislang noch nicht wieder nachhaltig nach oben drehen. Somit liegen zwar auf dem Tageschart aus Sicht des Momentum-Oszillators antizyklische Einstiegschancen vor, es fehlt aber ein klares Kaufsignal. Vielmehr könnte sich die Stochastik in den nächsten Tagen mit beiden Signallinien auch in der überverkauften Zone unterhalb von 20 einnisten und damit die zunehmend bärische Lage massiv verstärken.

Leicht positiv ist immerhin die Tatsache, dass der Goldpreis seine steigende 50-Tagelinie (1.294 USD) sowie das untere Bollinger Band (1.291 USD) wieder erreicht hat und hier zumindest ansatzweise Halt finden konnte. Gelingt die Trendwende ungeachtet möglicher Zwischenerholungen nun jedoch nicht, dürfte es wohl zügig bis zur ebenfalls steigenden 200-Tagelinie (1.245 USD) weiter nach unten gehen. Neben der 200-Tagelinie warten zwischen 1.240 USD und 1.250 USD auch die altbekannte Unterstützungszone sowie die ehemalige Abwärtstrendlinie.

Insgesamt ist der Tageschart zwar überverkauft, das Bild hat sich mit dem Rückfall unter 1.290 USD jedoch weiter eingetrübt. Die Erholung zu Wochenbeginn fiel sehr schnell wieder in sich zusammen und muss als kleine Bullenfalle interpretiert werden. 

Jetzt fehlt der Stochastik nur noch ein weiterer Handelstag mit Werten unterhalb von 20, um den Tageschart in den ultrabärischen "embedded" Zustand zu konvertieren. Für diesen immer wahrscheinlicher werdenden Fall müssen wir schon bald mit Goldpreisen um 1.245 USD rechnen. Die Bewertung des Tagescharts fällt damit „zunehmend bärisch“ aus. Nur ein Anstieg über das Hoch vom Dienstag morgen bei 1.313 USD egalisiert den negativen Bias.


2. Gold/Silber-Ratio:



Das Gold/Silber-Ratio ist in den letzten zwei Wochen deutlich gestiegen, hält sich aber nach wie vor im Bereich der Unterstützungszone zwischen 75 - 77 Punkten auf. Da das Ratio auch wieder oberhalb seiner 50-Tagelinie (75,85) notiert, muss ein Wiedersehen mit der 200-Tagelinie (72,84) vorerst verschoben werden.

Einzig die leicht überkaufte Stochastik lässt in den kommenden Tagen bzw. Wochen wieder fallende Werte erwarten. 

In jedem Fall war die Kurs-Bewegung des Ratios in den letzten Wochen alles andere als impulsiv, wodurch kein klares Kaufsignal für den Sektor entstanden ist. Eine neutrale bis leicht bärische Einschätzung erscheint derzeit am passendsten.


3. CoT-Report:





Die kommerzielle Netto-Shortposition ist am Goldterminmarkt zuletzt leicht gesunken, bewegt sich aber immer noch in sehr ambitionierten bzw. gefährlichen Höhen. Laut dem CoT-Bericht zum Stichtag 19.September betrug die kumulierte Summe der leerverkauften Kontrakte auf den Konten der professionellen Hedger bei einem Goldpreis von 1.311 USD genau 253.041 Kontrakte. 

Zwar wurde der Rekordwerte vom Sommer 2016 bei der diesjährigen Sommer-Rally deutlich verfehlt, dennoch hat sich in den letzten Wochen gewaltiges Korrekturpotential aufgebaut. Auch am Silberterminmarkt sieht die Lage nicht besser aus.

Insgesamt liefert der aktuelle CoT-Report damit derzeit ein klares Verkaufssignal für Gold und Silber.


4. Sentiment:





 

Der ansatzweise übertriebene Optimismus hat sich in den letzten zwei Wochen recht schnell verflüchtigt. Von panischen Zuständen wie Anfang Juli sind wir aber noch ein gutes Stück weit entfernt. Vielmehr kann man weitestgehend von einer neutralen bis etwas zu pessimistischen Sentiment-Lage sprechen. Dies zumindest lässt sich an den aktuellen Zahlen für den Gold- und Silbermarkt als auch an der wöchentlichen Kitco-Goldumfrage ablesen. 

Die kurzfristigen und sehr viel schneller wechselnden Signale für die diversen ETFs auf den Gold- und Silberpreis bzw. auf die Minenindices hingegen melden bereits Extremwerte und deuten damit eine in Kürze anstehende Erholungsbewegung an.

Insgesamt ermittelt die Sentiment-Analyse jedoch eine neutrale Stimmungslage.


5. Saisonalität:



Bis Anfang September hielt sich der Goldpreis ziemlich exakt an seinen saisonalen Fahrplan. Mittlerweile hat die zweieinhalbwöchige Korrektur aber doch für eine gewisse Abweichung gesorgt. Eigentlich wäre gemäß der Saisonalität erst Anfang Oktober das Hoch der Anfang Juli gestarteten Aufwärtsbewegung zu erwarten gewesen.

Die anhaltende Kursschwächung deutet daher nun auch für den Herbst 2017 eine Abweichung an. Nicht auszuschließen, dass sich der Goldpreis erneut an das Muster der letzten zwei Jahren hält, in denen es zwischen September und Dezember eine deutliche Etage nach unten ging, bevor ab Mitte Dezember dann eine starke Erholungsrally startete. Eigentlich wäre es ungewöhnlich, drei Jahre hintereinander den gleichen saisonalen Kursverlauf zu beobachten, aufgrund der anhaltenden Schwäche der Bullen muss diese Alternative aber in die Überlegungen mit einbezogen werden.


6. Gold in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet fiel die Erholung ab Anfang Juli bis Anfang September angesichts des zuvor erfolgten scharfen Abverkaufes doch eher enttäuschend aus. So gelang den Bullen in der Spitze eine Gegenbewegung von 1.056 EUR bis auf 1.127 EUR innerhalb von neun Handelswochen.

Am 5.September übernahmen aber die Bären wieder die Kontrolle und konnten die Notierungen so bereits bis auf 1.080 EUR zurückdrängen.

Auch die durch die Wahlergebnisse logische Erholung zum Wochenauftakt führte bislang nicht u einem Befreiungsschlag. Vielmehr notiert der Preis für eine Feinunze schon wieder unterhalb von 1.100 EUR.


Gold in EUR Wochenchart:



Nach wie vor bringt der Wochenchart für den Goldpreis in Euro kaum neue Erkenntnisse, denn noch immer können sich die Notierungen hier bislang nicht von der Unterstützungszone um 1.080 EUR nachhaltig entfernen. Vielmehr hinterlässt der Goldpreis einen schlaffen Eindruck.

Positiv ist jedoch die Tatsache, dass sich die beiden Bollinger Bänder (1.057 EUR und 1.148 EUR) immer weiter zusammenziehen, womit die Phase niedriger Volatilität vorerst noch weiter gehen wird und die Handelsrange immer enger wird. Ebenso präsentieren sich alle drei Indikatoren neutral.

Auf der Oberseite benötigen die Bullen einen Wochenschlusskurs oberhalb der recht weit entfernten und starken Widerstandszone um 1.165 EUR. Auf der Unterseite hingegen liefert die Kombination aus unterem Bollinger Band (1.057 EUR), horizontaler Unterstützungszone sowie der Aufwärtstrendlinie eine sehr solide Auffangstation um 1.065 EUR. Damit gilt aber auch dass der Goldpreis jetzt nicht mehr unter 1.055 - 1.060 EUR fallen darf. Sonst wäre der dreijährige Aufwärtstrend gebrochen und Preise unterhalb von 1.000 EUR zu erwarten.

Insgesamt ist der Wochenchart "neutral" und dürfte sich vorerst weiter zwischen 1.060 EUR und 1.140 EUR zusammenziehen.


Gold in EUR Tageschart:



Auf dem Tageschart ist der Goldpreis in Euro Anfang September an seiner 200-Tagelinie (1.124 EUR) und der alten Dreiecksbegrenzung gescheitert. Der Rückfall hält sich insgesamt bislang in Grenzen, wirklich bullisch sieht der Tageschart aber nicht aus.

Können die Bullen nun jedoch das Kursgeschehen oberhalb der 50-Tagelinie (1.095 EUR) halten, dürfte eine zweite Attacke in Richtung der 200-Tagelinie in Kürze folgen. Rutschen die Kurse jedoch unter das untere Bollinger Band (1.085 EUR) ab, wäre auch der seit Juli entstandene Aufwärtstrend gebrochen und das Tor in Richtung 1.050 EUR und tiefer weit geöffnet.

Angesichts der klar überverkauften Stochastik, welche zudem bereits wieder nach oben gedreht hat, liegen die Chancen jedoch eher auf der Oberseite. Neben der 200-Tagelinie (1.124 EUR) als logisches erstes Kursziel verläuft im Bereich um 1.140 EUR die alte Dreiecksbegrenzung, welche ebenfalls erneut angelaufen werden könnte.

Zusammengefasst macht der Goldpreis in Euro eher einen lethargischen Eindruck. Die sich abzeichnende Kursschwäche des Euro gegen den US-Dollar dürfte die Goldnotierungen jedoch gegen allzu große Verwerfungen schützen. Mit viel Optimismus lässt sich ein überschaubares Aufwärtspotential in Richtung 1.125 - 1.140 EUR aus dem überverkauften Chart herauslesen.


Handelsempfehlung:

Der Sommerschlussverkauf brachte nochmals wirklich gute Einstiegskurse für europäische Goldinvestoren. Jetzt muss der Markt aber liefern. Dennoch sind Kurse unterhalb von 1.100 EUR langfristig betrachtet sicherlich immer noch günstig. Wer aber schon ausreichend investiert ist, sollte sich derzeit besser gedulden und erst bei unwahrscheinlichen Kursen unterhalb von 1.050 EUR weiter aufstocken.


7. Euro & US-Dollar



Ausgehend von einem Tief bei 1,0341 USD legte der Euro in den letzten neun Monaten eine fulminante und von fast allen Marktteilnehmern nicht erwartete Rally aufs Parkett. Erst bei 1,2068 USD wurde am 8. September das bisherige Hoch dieser Aufwärtsbewegung erreicht. Im Anschluss liefen die Notierungen zunächst auf hohem Niveau seitwärts, bevor es zu Wochenbeginn zu einem etwas deutlicheren Rücksetzer gegen den US-Dollar kam.

Natürlich dürfte der Ausgang der deutschen Bundestagswahlen einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Trendwende bei dem Währungspärchen gehabt haben. Deutschland wird nun nicht mehr als verlässlicher Partner einfach blind jedes Euro-Rettungspaket durchwinken können. Außerdem drohen möglicherweise sogar Neuwahlen, sollte die "sogenannte" Jamaika-Koalition nicht zustande kommen. Wie wir wissen, mögen die Börsen fast alles außer eben Unsicherheit. Diese hat nun aber für die gesamte Euro-Zone deutlich zugenommen. 

Mit Peter Boehringer sitzt zudem ab jetzt der Hauptinitiator der Bürgerinitiative „Holt unser Gold heim“ im deutschen Bundestag. Der erfahrene Ökonom wird sich in Zukunft sicher noch stärker für eine stabile Euro-, Geld- sowie Währungspolitik und damit auch für die Interesse der Edelmetallanleger einsetzen.

Charttechnisch hat sich die Euroschwäche bereits seit Anfang August zunehmend abgezeichnet, denn seitdem bestätigten weder der MACD-Indikator noch der RSI- Indikator die neuen Hochs. Diese negative Divergenz ist der klassische Vorläufer einer Trendwende. 

Nun hat der Abverkauf in den letzten Tagen allerdings bereits für eine überverkaufte Stochastik gesorgt. Ebenso muss klar sein, dass den Euro-Bären auf dem Weg nach unten jede Menge Unterstützungen entgegenstehen und das ganze sicherlich keine Kaffeefahrt werden wird. 

Bestärkt werden die Euro-Bären bzw. US-Dollar-Bullen aber in einer extrem einseitigen Positionierung der kommerziellen Händler am Terminmarkt. Demnach sind die Profis erstmals seit dem Januar 2014 wieder "long" auf den US-Dollar.

Noch allerdings ist die Stochastik auf dem Euro-Wochenchart oberhalb von 80 bullisch eingebettet. Kippt dieses bullische Signal, dürfte es der Goldpreis während einer Erholung des US-Dollars sehr schwer haben. 


8. Goldminen GDX



Parallel zum Goldpreis erreichten die Minen Anfang September ebenfalls ein neues und mehrmonatiges Hoch. Der GDX (Market Vektor Goldminers ETF) konnte dabei bis auf 25,58 USD ansteigen, bevor die Korrektur in den letzten zweieinhalb Wochen fast alle Gewinne zurückforderte.

Aktuell hängt der GDX an seiner 50-Tagelinie (23,39 USD), ohne dass es bislang zu einer nennenswerten Reaktion gekommen wäre. Knapp unterhalb der 50-Tagelinie liefern sowohl das untere Bollinger Band (22,99 USD) als auch die 200-Tagelinie (22,80 USD) zusätzliche Unterstützung. Das Abwärtsrisiko bleibt zunächst also überschaubar. Gleichzeitig ist die Stochastik klar überverkauft und bemüht sich nach oben zu drehen.

Angesichts des schwachen Goldpreises könnte der GDX aber in den kommenden Wochen weiter zurückfallen und möglicherweise seine Aufwärtstrendlinie im Bereich um 22,00 USD testen. Für antizyklische Käufe fehlt momentan jedenfalls jegliches Momentum, vielmehr besteht die Gefahr hier in ein fallendes Messer hineinzugreifen.
Zusammengefasst ist der GDX trotz der überverkauften Lage mit "leicht bärisch" zu bewerten. Können sich die Notierungen jedoch im Bereich um 23,00 USD doch stabilisieren, besteht erneut Anstiegspotential bis ca. 25,00 bis 26,00 USD.


9. Zusammenfassung & Konklusion



Die erwartete Korrektur hat sich in den letzten Tagen doch recht deutlich ausgeweitet und wichtige Chartmarken mittlerweile klar unterschritten. Das Momentum liegt eindeutig in den Händen der Bären. Noch kann sich der Goldpreis aber oberhalb der Marke von 1.280 USD halten.

Nun fehlt meiner Berechnung nach nur noch ein weiterer schwacher Handelstag, bevor die Stochastik auf dem Tageschart in den gefürchteten "bärisch eingebetteten" Status wechselt. Dann dürfte ein baldiges Wiedersehen mit der 200-Tagelinie im Bereich um 1.245 USD sehr wahrscheinlich werden.

Gleichzeitig ist der Goldpreis aber klar überverkauft, so dass scharfe Zwischenerholungen oder sogar doch der Start einer neuen Aufwärtsbewegung jederzeit möglich sind. Angesichts des nach wie vor vorhandenen Korrekturbedarfs auf dem Wochenchart sowie der ungünstigen Terminmarktkonstellation ist aber aktuell nicht der Zeitpunkt für kühne, antizyklische Manöver. Vielmehr sind jetzt Geduld und eine abwartende Haltung angesagt. 

Ein Anstieg über das Hoch vom Dienstag bei 1.313 USD würde jedoch ein erstes prozyklische Startsignal für eine neue Aufwärtswelle liefern.

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© Florian Grummes

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Quelle: pro aurum Goldedition vom 27.09.2017
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