Florian Grummes: Gold - Trendwende fast geglückt!

Tags: Goldminen GDX Euro & US-Dollar Analyse Charts Terminmarkt COT-Daten Saisonalität Sentiment Gold in Euro Gold Gold-Silber-Ratio pro aurum Goldedition Grummes

Seit dem dramatischen Anstieg bis auf 1.357 USD Anfang September hatte ich die Edelmetalle in den letzten drei Monaten sehr skeptisch betrachtet. Tatsächlich wurde die lange vermutete finale Abwärtswelle erst Ende November nach einer zähen Seitwärtsphase losgetreten. Mittlerweile dürfte der Spuk aber mit zunehmender Wahrscheinlichkeit ausgestanden sein. Wie aufgezeigt, könnte noch ein zweites Standbein im Bereich um 1.236 USD oder noch eine allerletzte Abwärtswelle in Richtung 1.200 – 1.220 USD notwendig sein.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es aber, dass der Goldpreis sein Tief bei 1.236 USD am Dienstag vor einer Woche gefunden hat und sich bereits im Anfangsstadium einer neuen Aufwärtswelle befindet. Endgültig bestätigt ist diese These aber erst mit einem Anstieg über 1.295 USD. Bereits ein jetzt möglicher Tagesschlusskurs oberhalb von 1.262 USD wäre ein sehr konstruktives Signal.

In jedem Fall lässt sich aus dem Blick auf den bereinigten Terminmarkt sowie die ab jetzt günstige Saisonalität in Verbindung mit der überverkauften Lage ein vielversprechendes erstes Quartal 2018 ableiten. Sollte Gold jetzt die Trendwende gelungen sein, wäre ein Anstieg bis zum offenen Gap im Bereich um 1.345 USD bis zum kommenden Frühjahr durchaus realistisch.

Lesen Sie jetzt die komplette Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

 

1. Gold in USD

Jahresrückblick:




Seit Jahresbeginn hat sich der Goldpreis in USD aktuell um 9,77% verteuert. Dabei wurde der Großteil dieser Performance bereits in den ersten vier Monaten dieses Jahres erzielt, denn der Goldhandel eröffnete am 2.Januar bei 1.157 USD.

In einer ersten und wichtigen Erholungswelle erreichte Gold schon Ende Februar seine 200-Tagelinie bei 1.265 USD. Nach einem scharfen aber kurzlebigen Rücksetzer gelang dann der Anstieg bis 1.295 USD. Nach einer weiteren Korrektur mit dem Tiefpunkt bei 1.215 USD, konnten die April-Hochs auch beim zweiten Angriff Anfang Juni nicht aus dem Weg geräumt werden. Damit hatte sich vorübergehend ein Doppeltop bei 1.295 USD etabliert und die Bären konnten sich vier Wochen lang austoben.

Dieser typische Frühsommerausverkauf endete schließlich am 10. Juli bei 1.205 USD und brachte mit einer stark überverkauften Lage die beste Kaufgelegenheit in diesem Jahr. Die rechtzeitig angekündigte Sommerrally ließ den Goldpreis daraufhin innerhalb von nur zwei Monaten bis auf 1.357 USD explodieren. 

Oberhalb von 1.350 USD war die Luft dann aber extrem dünn geworden und die Notierungen rutschten direkt knapp 100 USD gen Süden. Erst bei 1.262 USD wurde ein vorübergehendes Tief gefunden. Die anschließende Gegenbewegung konnte sich aber den Namen "Erholung" kaum verdienen, denn schon bei 1.305 USD war wieder Endstation für die Bullen und es begann eine zermürbende und sehr zähe siebenwöchige Seitwärtsphase zwischen 1.262 USD und 1.295 USD, die erst mit dem Rutsch unter 1.262 am 2.Dezember endete. Daraufhin wurde der Goldpreis in den ersten beiden Dezemberwochen bis auf 1.236 USD nach unten durchgereicht.

Pünktlich zum Zinsentscheid der amerikanischen FED vor acht Tagen endete hier allerdings wie schon in den beiden Vorjahren der Abverkauf, so dass sich der Goldpreis seitdem bereits um knapp 30 USD erholen konnte. Somit liegt jetzt die Chance auf eine bereits erfolgte Trendwende auf dem Tisch.


Gold in USD Monatschart:



Auf dem logarithmischen Monatschart war der erfolgreiche Ausbruch über die sechsjährige Abwärtstrendlinie in diesem Jahr sicherlich das wichtigste Ereignis. Daher kann der möglicherweise bereits abgeschlossene Rücksetzer der letzten drei Monate als ein Rücklauf an diese "alte" Trendlinie klassifiziert werden. Gleichzeitig wird aber auch klar, dass dieser Rücklauf eventuell noch nicht ganz abgeschlossen ist.

Dennoch bleibt der Goldpreis im großen Bild neutral und in einer Seitwärtsbewegung gefangen. Wirklich bullische Signale lassen sich derzeit nicht ausmachen. Bei den Indikatoren hat das MACD-Kaufsignal vom Januar 2016 trotz all der Rücksetzer noch immer überlebt. Die Stochastik hingegen hat in den letzten Monaten ein „schwaches“ Verkaufssignal erzeugt, während der RSI nach wie vor neutral ist.

In der Summe ist der Monatscharts "neutral" und lässt für die kommenden Monate ein Verbleiben zwischen 1.210 USD und 1.350 USD erwarten.


Gold in USD Wochenchart:



Auf dem arithmetischen Wochenchart hat die Stochastik ihre überverkaufte Zone erreicht und liefert damit das Hauptargument für eine Erholung bzw. eine aktuelle Kaufchance auf Sicht des ersten Quartals 2018. Die stark überkaufte Lage vom Sommer wurde vollständig abgebaut und ins Gegenteil verkehrt. Ähnlich wie in diesem Jahr müsste sich der Goldpreis also bis Februar oder März 2018 ordentlich erholen können. 

Die möglichen Kursziele der Erholung liegen zunächst bei 1.295 USD. Im Anschluss stellt das Hoch vom September im Bereich um 1.350 USD eine weitere sehr wahrscheinliche Anlaufstelle dar. Im besten Fall langen die Kräfte der Bullen sogar bis zum Hoch vom Sommer 2016 bei 1.375 USD. Da das obere Bollinger Band (1.368 USD) mittlerweile aber fällt, hat ein Anstieg bis auf 1.345 - 1.355 USD die höchste Wahrscheinlichkeit.

Sollte die Trendwende aber doch noch nicht ausgestanden sein, liefert die Zone um 1.200 bis 1.220 USD eine sehr starke Unterstützung. Hier verläuft mittlerweile auch die ehemalige Abwärtstrendlinie.

Summa summarum muss der Wochenchart aufgrund der überverkauften Stochastik mit "vorsichtig bullisch" bewertet werden. Die positive Entwicklung der letzten Tage lässt nicht nur die Wahrscheinlichkeit für Trendwende deutlich ansteigen, sondern auch den Beginn einer mehrwöchigen Erholung zunehmend vermuten.

 

Gold in USD Tageschart:


Der arithmetische Tageschart hat in den letzten Tagen eindeutig nach oben gedreht. Von den Tiefs bei 1.236 USD konnte sich der Goldpreis bereits knapp 30 USD erholen. Aktuell bemühen sich die Bullen darum, die ehemalige Unterstützung um 1.262 USD auf Tageschlusskursbasis wieder zurückzuerobern. Gelingt ihnen dies, ist der Weg bis zum nächsten Widerstand bei 1.295 USD frei.

Scheitern sie hingegen, müsste es entweder zu einem zweiten Standbein im Bereich um 1.236 USD kommen, oder die bereits beschriebene ehemalige Abwärtstrendlinie wird doch noch im Bereich 1.200 - 1.220 USD angelaufen. Aktuell haben diese beiden "negativen" Szenarios eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit und werden erst im Falle eines eindeutigen Scheiterns um 1.262 USD möglich.

Für das positive Szenario eines Anstieges bis auf 1.295 USD sprechen die klaren Kaufsignale beim MACD und insbesondere bei der Stochastik. Auch der RSI hat zuletzt knapp oberhalb der überverkauften Zone wieder nach oben gedreht.

Immer wieder erwähnt werden muss an dieser Stelle zudem das immer noch offene Gap bei 1.345 USD, welches der Goldpreis früher oder später schließen muss. Dieses offene Gap könnte in den kommenden Wochen bzw. drei Monaten wie ein Magnet wirken.

Insgesamt ist der Tageschart jetzt "bullisch" einzustufen. Die Trendwende ist mit hoher Wahrscheinlichkeit gelungen. Damit dürften die Bullen jetzt die Segel für eine Erholung in Richtung 1.295 USD und 1.345 USD gesetzt haben.


2. Gold/Silber-Ratio:



Das Gold/Silber-Ratio war Ende November aus einer monatelagen Konsolidierung nach oben ausgebrochen. Mittlerweile hat das Ratio aber wieder nach unten gedreht und scheint mit einem Stochastik-Kaufsignal im Rücken auf den Widerstand bei 76 Punkten zuzusteuern.

Insgesamt muss man aber ehrlich anmerken, dass das Ratio momentan noch keine wirklich positiven Signale für den Edelmetallsektor liefert. Erst ein Unterschreiten der 200-Tagelinie (74,71) dreht den Bias auf bullisch. Bis dahin dürfte es bei einer Konsolidierung mit Fehlsignalen bzw. viel Konfusion bleiben.


3. CoT-Report:





Die wichtigste Erkenntnis dieser Goldedition kommt dieses Mal vom Terminmarkt. Offensichtlich haben die professionellen Händler ("Commercials") den Kursrutsch in den ersten beiden Dezemberwochen dazu genutzt, um ihre Gold und Silber Leerverkaufspositionen deutlich zu reduzieren!

Mit "nur noch" 119.463 leerverkauften Kontrakten auf den Goldfuture ist die Situation an der COMEX damit endlich bereinigt. Zwar liegt noch keine dramatische Engstelle vor, aber diese Konstellation liefert bereits ein erstes Kaufsignal. Zudem präsentiert sich die Situation am Silbermarkt mit 24.829 leerverkauften Kontrakten noch etwas besser.

Monatelange musste ich an dieser Stelle warnen und auf die zu hohe Shortposition der Profis hinweisen. Wie immer haben es die "Commercials" nun erneut geschafft, das spekulative Geld (also die Trendfolger und Hedgefonds) zur Aufgabe ihrer Long-Positionen zu zwingen und ihre eigenen Short-Positionen gewinnbringend in einen Ausverkauf hinein einzudecken.

Jetzt liefert der Analysebaustein "CoT-Report" endlich wieder ein erstes Kaufsignal. Allerdings macht der Blick in die Historie klar, dass es durchaus noch ein Stück tiefer gehen könnte, bis die Commercials wirklich ihre Position auf einen Extremwert reduziert hätten. Da sie aber unterhalb von 1.262 USD schon so aktiv geworden sind, würden Preise im Bereich um 1.200 - 1.220 USD wohl eine dramatische Engstelle bei den CoT-Daten liefern. Insofern sind Goldpreise unterhalb von 1.200 USD kaum noch denkbar.


4. Sentiment:



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Die Sentimentdaten für den Goldpreis erreichten vor wenigen Tagen ein deutliches Tief und verzeichnen seitdem eine klare Trendwende nach oben. Auch für Silber und Platin wurden klar übertriebene Pessimismuswerte gemessen.

Die schnell wechselnden Signale der ETFs hatten vor allem für die Minenaktien bereits einige Tage zuvor eine stark übertriebene Panik angezeigt, von der sich die Minen bereits deutlich erholen konnten.

Insgesamt liefert die Sentiment-Analyse aktuell gerade noch ein schwaches antizyklisches Kaufsignal. Wie auch schon im Sommer ging die "Sentiment-Trendwende" bei den Edelmetallen wieder sehr schnell über den Tisch. Das spricht durchaus für den Sektor, denn es kommt seit über einem Jahr nicht mehr zu langen und ausgeprägten Phasen, in denen der Pessimismus auf extreme Werte ansteigen hätte können.


5. Saisonalität:



Ähnlich wie in den letzten beiden Jahren scheint der Goldpreis pünktlich zum Zinsentscheid der FED Mitte Dezember sein Tief gefunden zu haben.

Geht es nach dem saisonalen Muster müsste der Goldpreis jetzt unmittelbar vor einer deutlichen Erholung stehen. Diese müsste mindestens bis Ende Januar laufen. Aber erst ab Ende Februar dreht die Saisonalität für einige Wochen. D.h. mindestens für die nächsten drei bis vier Wochen sollten die Bullen den Goldpreis nach oben treiben können.


6. Gold in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet stellt sich der Jahresverlauf leider ganz anders dar. Ausgehend vom Eröffnungskurs am 2.Januar bei 1.095 EUR beläuft sich die Jahresperformance aktuell auf ein Minus von 2,5%. Das ist sicherlich enttäuschend, denn Gold in US-Dollar gerechnet hat sich ja doch sehr erfreulich entwickelt. Der Grund für die schwache Entwicklung ist natürlich der erstarkte Euro bzw. der schwache US-Dollar.

Insgesamt steckt der Goldpreis auf Eurobasis schon seit Mitte April in einer bitteren Abwärtsspirale, die zuletzt in einem erneuten Test der Tiefs von Anfang Juli im Bereich um 1.052 EUR mündete.


Gold in EUR Wochenchart:



Der logarithmische Wochenchart für den Goldpreis in Euro fängt das Dilemma der letzten eineinhalb Jahre gut ein. Vom Hochpunkt im Sommer 2016 bei 1.248 EUR pro Feinunze ging es in mehreren Wellen zuletzt bis auf 1.052 EUR nach unten. Die fulminante Sommerrally beim Gold in USD in diesem Jahr stellte hier lediglich eine sehr überschaubare Erholungswelle dar. 

Mit der letzten Abwärtswelle seit Ende November wurde außerdem die seit dem Dezember 2013 etablierte Aufwärtstrendlinie doch recht eindeutig unterschritten. Bislang kam es hier aber noch nicht zu einem Kursrutsch. Vielmehr bewegen sich die Notierungen immer noch in Sichtweite zur gebrochenen Trendlinie und könnten mit einem starken Goldpreis in USD im Rücken möglicherweise in den kommenden Wochen den Weg zurück über die Trendlinie finden. Die Unterstützungszone um 1.060 EUR ist also noch nicht verloren.

Neben der Aufwärtstrendlinie ist charttechnisch gleichzeitig ein breiter Abwärtstrendkanal maßgeblich. Aktuell würde dieser Trendkanal den Bären noch bis ca. 1.030 EUR Platz liefern. Dass es dazu nun aber noch kommt, ist eher unwahrscheinlich.

Vielmehr macht der Blick auf die Indikatoren klar, dass der Goldpreis auch in Euro unmittelbar vor einer größeren Erholung stehen müsste. Insbesondere die klar überverkaufte Stochastik bemüht sich um den "Dreh" nach oben. Gelingt dies, steht einer Erholung in Richtung des oberen Bollinger Bandes (1.122 EUR) eigentlich nichts im Wege.

Insgesamt stufe ich als Antizykliker den Wochenchart aufgrund der deutlich überverkauften Stochastik nun auf "vorsichtig bullisch" ein. Die sich abzeichnende erneute Schwäche des US-Dollars lässt hier aber vorerst keine berauschende Aufwärtswelle erwarten.


Gold in EUR Tageschart:

 

Auf dem Tageschart den Goldpreis in Euro ist die Trendwende bereits besser erkennbar. Ziemlich steil schossen die Notierungen hier vor wenigen Tagen nach oben. Die zuletzt stark überverkaufte Stochastik hat dadurch nach oben gedreht und überzeugt mit einem klaren Kaufsignal. Auch der MACD hat mittlerweile mit einem Kaufsignal nachgezogen.

Damit sollte der Euro-Goldpreis problemlos zumindest bis zur 50-Tagelinie (1.086 EUR) ansteigen können. 

Darüberhinaus sind die weiteren Kursziele in Form des oberen Bollinger Bandes (1.098 EUR) sowie der 200-Tagelinie (1.111 EUR) zu finden. Um 1.120 EUR wartet außerdem die nächste horizontale Widerstandszone. Um diesen positiven Ausblick zu realisieren, müssen die Bullen nun baldmöglichst Zone zwischen 1.075 und 1.080 EUR zurückerobern. 

Gelingt dies nicht, droht erneut die Gefahr für ein Abrutschen in noch tiefere Gefilde. Daher habe ich vorerst noch die beiden großen nach unten aufgelösten Dreiecke auf dem Chart belassen. Beide Dreiecksformationen deuten auf ein theoretisches Kursziel im Bereich 1.000 - 980 EUR. Nur wenn der Goldpreis hier in Kürze an seiner 50-Tagelinie scheitert, gewinnt dieses negative Szenario an Wahrscheinlichkeit.

Zusammengefasst verdient sich der Tageschart das Prädikat "vorsichtig bullisch". Mit dem neuen Stochastik-Kaufsignal im Rücken müsste die Aufwärtsbewegung zumindest die kritische Region um 1.080 EUR überwinden können. Idealerweise gelingt es den Bullen dann im nächsten Schritt, das obere Bollinger Band (1.098 EUR) nach oben aufzubiegen.


Handelsempfehlung:

Im großen Bild ist der Goldpreis in Euro gerechnet aktuell sehr günstig und liefert eine antizyklische Kaufchance. Wer nicht bereits 10% seines Gesamtvermögens in physischen Edelmetallen hält, sollte die tiefen Kurse unbedingt nutzen und aufstocken. Gleichzeitig muss aber auch ehrlich gesagt werden, dass die momentane Gesamtlage nicht nach einer aggressiven Allokation in Edelmetalle schreit. Die Party findet derzeit anderweitig statt. Trotzdem sollte man mindestens 10% seines Gesamtvermögens in der sichersten Anlageklasse der Welt lagern und somit für die enorm wichtige Sicherheit und Stabilität sorgen.


7. Euro & US-Dollar



Nach einer fulminanten Rally in den ersten acht Monaten dieses Jahres, konsolidiert der Euro gegen US-Dollar seit Anfang September auf hohem Niveau. Die ursprünglich vermutete SKS-Formation konnte sich nicht realisieren. Vielmehr läuft das Währungspärchen grob gesagt zwischen 1,16 und 1,19 USD seitwärts. Die beiden Bollinger Bänder bestätigen diese Handelszone zwischen 1,17 und 1,19 USD.

Innerhalb dieser Seitwärtsphase konnte die 50-Tagelinie (1,1763 USD) die Bären zuletzt zweimal stoppen und liefert damit weiterhin Unterstützung. Die 200-Tagelinie (1,1433 USD) hingegen nähert sich nur langsam dem aktuellen Preisgeschehen von unten an und ist verläuft immer noch ein gutes Stück weit entfernt. Alleine damit wird der bullischen Bias für den Euro definiert.

Bullisch ist zudem das neue Kaufsignal bei der Stochastik. Damit dürfte der Euro auf Sicht der kommenden Wochen erneut aufwerten. Das mögliche Kursziel ist neben dem genannten oberen Bollinger Band (1,1932 USD) natürlich die gesamte Widerstandszone zwischen 1,19 USD und 1,205 USD. Gelingt ein Anstieg bis hierhin, sollte auch der Edelmetallsektor davon profitieren.

Negativ bleibt die mittlerweile exorbitant hohe Shortposition der kommerziellen Händler auf den Euro. Früher oder später müsste es demnach zu einer gewaltigen Korrektur des Euros gegen den US-Dollar kommen.


8. Goldminen GDX



Ähnlich wie europäische Goldanleger mussten auch die Goldminenaktienanleger in den letzten eineinhalb Jahren ein tiefes Tal durchschreiben. Seit dem August 2016 gab es für Mineninvestoren jedenfalls nicht viel zu lachen. Zwar gab es immer mal wieder eine vorübergehende Erholungswelle, unterm Strich war aber nicht viel zu holen. 

Obendrein bracht der GDX (Market Vektor Goldminers ETF) Ende November dann noch aus seinem großen Dreieck nach unten aus. Bislang kam es im Anschluss aber nur noch zu einem überschaubaren Kursrutsch, welcher in den letzten sieben Handelstagen bereits wieder vollständig aufgeholt werden konnte. Damit haben die Goldminenaktien die Trendwende erfreulicherweise bereits etwas früher antizipieren können als der Goldpreis selbst und glänzen somit erstmals seit langem wieder mit ihrem positiven Vorläufercharakter.

Dennoch bleibt das große Bild wackelig. Der Minen ETF muss daher so schnell wie möglich die folgenden wichtigen Marken zurückerobern:

  • 1. Die gebrochenen untere Begrenzung des alten Dreiecks (ca. 22,40 USD)
  • 2. Die 50-Tagelinie (22,48 USD)
  • 3. Die 200-Tagelinie (22,65 USD)


Gelingt den Bullen dieses eigentlich überschaubare Unterfangen, ist der Weg bis zur oberen Begrenzung des alten Dreiecks im Bereich um ca. 24 USD frei. Das aktuelle Kaufsignal bei der Stochastik sollte den ETF zumindest noch für zwei bis drei Wochen nach oben tragen können. Im nächsten Schritt wäre im neuen Jahr dann auch ein Anstieg bis in den Bereich um 25,50 USD denkbar. 

Scheitern die Bullen jedoch am genannten Widerstand um 22,50 USD könnte die Lage schnell äußerst brisant werden, denn das Dreieck ist nun mal nach unten aufgelöst worden und bringt theoretisch deutlich tiefere Kursziele.

In der Summe ist der GDX aktuell mit "vorsichtig bullisch" zu bewerten. Die Chance für eine neue Aufwärtsbewegung ist da. Nun müssen sich die ausgebombten Gold- und Silberminenaktien in einem schwierigen Marktumfeld beweisen, denn die Party findet wie schon geschrieben anderweitig statt und zieht fast das komplette Anlegerinteresse ab.


9. Zusammenfassung & Konklusion



Seit dem dramatischen Anstieg bis auf 1.357 USD Anfang September hatte ich die Edelmetalle in den letzten drei Monaten sehr skeptisch betrachtet. Tatsächlich wurde die lange vermutete finale Abwärtswelle erst Ende November nach einer zähen Seitwärtsphase losgetreten.

Mittlerweile dürfte der Spuk aber mit zunehmender Wahrscheinlichkeit ausgestanden sein. Wie aufgezeigt, könnte noch ein zweites Standbein im Bereich um 1.236 USD oder noch eine allerletzte Abwärtswelle in Richtung 1.200 - 1.220 USD notwendig sein.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es aber, dass der Goldpreis sein Tief bei 1.236 USD am Dienstag vor einer Woche gefunden hat und sich bereits im Anfangsstadium einer neuen Aufwärtswelle befindet. Endgültig bestätigt ist diese These aber erst mit einem Anstieg über 1.295 USD. Bereits ein jetzt möglicher Tagesschlusskurs oberhalb von 1.262 USD wäre ein sehr konstruktives Signal.

In jedem Fall lässt sich aus dem Blick auf den bereinigten Terminmarkt sowie die ab jetzt günstige Saisonalität in Verbindung mit der überverkauften Lage ein vielversprechendes erstes Quartal 2018 ableiten. Sollte Gold jetzt die Trendwende gelungen sein, wäre ein Anstieg bis zum offenen Gap im Bereich um 1.345 USD bis zum kommenden Frühjahr durchaus realistisch.

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© Florian Grummes

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Quelle: pro aurum Goldedition vom 20.12.2017
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