Fokus auf Peking und London!

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von Folker Hellmeyer

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.1335 (07:30 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.1258 im europäischen Geschäft markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 110.61. In der Folge notiert EUR-JPY bei 125.40. EUR-CHF oszilliert bei 1.1396.


Wäre das Theater aus London eine Soap Opera, wie sinnfrei unterhaltend wäre das! Gut, dieses Unterhaltungselaborat käme nicht an Monty Python heran, bewegte sich aber leicht oberhalb des Niveaus der Benny Hill-Shows.

Dass ich als anglophil geprägter Mensch (Schul- und Arbeitsaufenthalt im UK) einmal so über britische Politik reden oder schreiben würde, hätte ich vor dem Brexit-Votum nicht für möglich gehalten. Fakt ist, dass das Niveau der britischen Politik seit Mitte 2016 sinkt und Niveaus erreicht hat, die vorher unvorstellbar waren.

Premierministerin May bewegt sich im Spielfeld der Reiteration (Wiederholung). Sie will immer wieder etwas verhandeln, was schon längst von ihr selbst verhandelt war und ist und seitens der EU nicht zur Disposition steht.

Glaubt das UK wirklich, selbst im Abschied von der EU, die EU vor sich hertreiben zu können und der EU das parlamentarische Diktat aus London aufzwingen zu können? Das UK will zu den eigenen Gunsten 27 weitere Länder der EU majorisieren. Das europäische Demokratie- und Selbstverständnis steht dem völlig zurecht diametral gegenüber.

Regeln sind einzuhalten. Die EU ist nicht länger ein Selbstbedienungsladen des UK, das war lange genug der Fall! 

Die Gedanken im Rahmen einer abstrakten Analogie schweifen zu McBeth (Shakespeare), als Lady McBeth nach ihrer Tat immer wieder ihre Hände wusch, ohne sie je in ihrer Wahrnehmung reinigen zu können. Ähnlich ist es hier. Man kann (und will) den Brexit um keinen Preis revidieren (=Tat). Man redet und redet und redet (waschen), ohne die Konsequenz daraus verhindern zu können. 


Kommen wir zu den Fakten:

Laut der Times wurde Premierministerin May von dem Autobauer Ford in Kenntnis gesetzt, dass Produktionsverlagerungen aus dem UK als Konsequenz des Brexit anstünden. Wir empfehlen der Bundesregierung den Gesprächsfaden mit Ford aufzunehmen.

Premierministerin May rechnet mit Zugeständnissen in den Gesprächen mit der EU. Unmöglich ist nichts! Sollte die EU diesen fatalen Fehler machen und gegenüber den Bürgern der EU wortbrüchig werden (der Vertrag wird nicht aufgemacht), drohte bei den EU-Wahlen ein Debakel. Ist das Chaos-UK das wert?

Im Handelsstreit hofft US-Finanzminister Mnuchin während seines China-Aufenthalts in dieser Woche auf produktive Treffen. Wir sind zuversichtlich! Präsident Trump ist zu einer Verlängerung der Frist bereit, sofern man in den Gesprächen einer Einigung nahe käme. Das liegt im US-Interesse!

Fakt ist, dass bei Forcierung der Zollpolitik seitens der USA, US-Unternehmer und US-Verbraucher die Zeche zahlten, damit würden die Investitionsbedingungen in den USA verschlechtert. Wer derzeit die Unternehmensberichte verfolgt, kann sich dieser Realität nicht verweigern. Es ist an der Zeit, dieses US-Narrativ, dass man es den Chinesen mal so richtig gezeigt hätte, sachlicher einzuordnen.

Gerne liefern wir dazu Anschauungsunterricht. Nachfolgend liefert der Chart die Gewinnentwicklung der Unternehmen in unterschiedlichen Regionen dieser Welt. Wo liegen die USA? Weit hinter Deutschland! Vorne stehen China und Russland! Wie sieht Ihre Kapitalallokation aus? "Food for a lot of thought!"

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Ein Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.1250 80 neutralisiert diese Bewertung.

Viel Erfolg!

© Folker Hellmeyer 
Chefanalyst der Solvecon Invest GmbH

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