Gold in Euro - ein großer Gewinn

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von Prof. Thorsten Polleit

Seit 1999 hat das Gold den Euro-Sparern einen großen Wertzuwachs beschert. Viel spricht dafür, dass das auch künftig so sein wird.

Wer bei Einführrung des Euro zu Beginn des Jahres 1999 auf Gold gesetzt hat, kann einen großen Gewinn verbuchen: Aus 100 Euro sind 438 Euro geworden, in der Spitze (September 2012) waren es 547 Euro. Wer zum Beispiel 100 Euro in den DAX investierte, hat nur 231 Euro erzielt. Investoren, die auf den Euro Stoxx 50 setzten, haben nahezu keine Wertzunahme zu verzeichnen.

polleit-2015-04-10-1Dass das Gold (in Euro gerechnet) derart stark „performed“ hat, hat mehrere Gründe. Zum einen wurde der Goldpreis (in US-Dollar) in den letzten Jahren im Zuge eines markanten Rohstoffpreis-Booms in die Höhe getrieben. Zum anderen haben die internationalen Finanzkrisen (2000/2003, 2008/2009) die Nachfrage nach Gold anwachsen lassen – denn Gold ist das ultimative Zahlungsmittel, ist Versicherung gegen Zahlungsausfälle und Geldentwertung.

Jüngst hat das Gold die Euro-Bürger zudem auch gegen den Verfall des Euro-Außenwertes geschützt. Der Goldpreis ist in US-Dollar gerechnet zwar seit Jahresanfang nahezu unverändert geblieben. Aber der Euro-Außenwert hat seither um 12 Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren, entsprechend ist der Goldpreis in Euro gerechnet gestiegen.

Die ungewisse Zukunft des Euro – wie übrigens auch die einiger anderer ungedeckter Papiergeldwährungen – empfiehlt, einen Teil des Vermögens in (physischem) Gold zu halten.

Die konjunkturelle Verbesserung, die sich derzeit zeigt, und die nachlassenden Krisensorgen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme in der internationalen Kredit- und Geldarchitektur weiter anwachsen. Der Versuch, sie mit Tiefzinsen und dem Anwerfen der elektronischen Notenpresse zu lösen, wird nicht die Lösung bringen. Er wird den Goldpreis weiter in die Höhe treiben, nicht nur in US-Dollar gerechnet, sondern vermutlich vor allem auch in Euro gerechnet.

»Ohne den Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, die Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. Es gibt dann kein sicheres Wertaufbewahrungsmittel mehr. Wenn es eines gäbe, müsste die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es im Fall von Gold ja auch tatsächlich geschah. Wenn sich jedermann zum Beispiel entscheiden würde, all seine Bankguthaben in Silber, Kupfer oder irgendein anderes Gut zu tauschen, und sich danach weigerte, Schecks als Zahlung für Güter zu akzeptieren, würden Bankguthaben ihre Kaufkraft verlieren und durch Regierungsschulden gedeckte Bankkredite würden mangels Kaufkraft wertlos. Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates verlangt es, dass es für die Besitzer von Vermögen keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen.

Dies ist das schäbige Geheimnis, das hinter der Verteufelung des Goldes durch die Verfechter des Wohlfahrtsstaates steckt. Kreditfinanzierte Staatsausgaben sind schlicht und ergreifend ein System zur »versteckten« Enteignung von Vermögen. Gold steht diesem hinterhältigen Prozess im Weg. Es steht für den Schutz des Eigentums. Wenn man das begriffen hat, versteht man auch die Feindschaft der Etatisten gegen den Goldstandard.

Diese Zeilen (eigene Übersetzung) stammen von Alan Greenspan, Vorsitzender der amerikanischen Zentralbank (Fed) von 1987 bis 2006. Sie sind ein Auszug eines Aufsatzes, den er im libertären Informationsbrief von Ayan Rand (1905 – 1982) unter dem Titel Gold and Economic Freedom im Jahre 1966 veröffentlicht hat.

Die Kosten des Euro-Verfalls

Die Geldpolitik der EZB befördert eine Euro-Abwertung, die die Euro-Bürger teuer zu stehen kommt. Seit Mitte 2014 hat der Euro allein gegenüber dem US-Dollar um etwa 24 Prozent abgewertet. Das scheint viele Marktbeobachter nicht zu sorgen. Im Gegenteil: Sie erhoffen sich dadurch eine Belebung der Euro-Volkswirtschaften.

Sinkt der Euro-Außenwert, so die Überlegung, werden Euro-Exportgüter auf den Weltmärkten wettbewerbsfähiger. Die Unternehmen verkaufen und produzieren mehr, schaffen dadurch neue Arbeitsplätze. Doch das ist eine einseitige, verkürzte Sicht der Dinge. Schließlich importieren Unternehmen Rohstoffe sowie Vor- und Zwischengüter, die durch eine Euroabwertung teurer werden.

Für Unternehmen steigt der Gewinn aus heimischer Produktion daher nicht notwendigerweise an, wenn der Euro-Außenwert nachgibt – und es werden auch nicht notwendigerweise neue Arbeitsplätze im Euroraum geschaffen. Unternehmen im Euroraum profitieren von einer Euro-Abwertung, wenn sie im Ausland produzieren und verkaufen. Für sie besteht der Anreiz, die Heimatproduktion ins Ausland zu verlagern – zu Lasten der heimischen Beschäftigung.

Ein abnehmender Euro-Außenwert kommt Konsumenten teuer zu stehen. Man denke etwa an steigende Energiekosten oder an die Verteuerung der Preise für quasi nicht ersetzbare Auslandsgüter (wie zum Beispiel Laptops, Software etc.). Und nicht zuletzt verteuert ein abwertender Euro den Erwerb von Vermögen – Aktien, Anleihen, Häuser und Grundstücken – im Ausland, und das trifft heimische Unternehmen und Sparer gleichermaßen.

Abwertung macht nicht reich(er)

Man könnte weitere Einzelbeobachtungen anführen, die ebenfalls zeigen, dass eine Volkswirtschaft nicht reicher wird, wenn der Außenwert ihrer eigenen Währung abwertet. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Würde eine Abwertung der Währung den Wohlstand einer Volkswirtschaft fördern, stünden Russland, Argentinien, Brasilien oder die Türkei, um nur einige zu nennen, wirtschaftlich blendend dar. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Eine Währungsabwertung kommt meist nicht aus heiterem Himmel, sie hat in der Regel „handfeste Gründe“. Beispielsweise wertet eine Währung ab, weil das Vertrauen in die politische und wirtschaftliche Stabilität einer Volkswirtschaft schwindet. Oder internationale Investoren haben die Sorge, die Zentralbank könnte durch eine Inflationspolitik die Kaufkraft der Währung herabsetzen. Kapitalabzug, beziehungsweise –flucht setzen ein. Sparer und Investoren bieten heimische Währung verstärkt am Devisenmarkt an und fragen Auslandswährung(en) nach. Die heimische Währung gerät unter Abwertungsdruck gegenüber den Auslandswährungen.

Japanische Falle

Ein besonders prägnantes Beispiel ist der japanische Yen. Seit die japanische Notenbank Ende 2012 verkündet hat, sie werde in großem Stile Staatsanleihen aufkaufen und mit neu geschaffenem Geld bezahlen, ist der Yen-Außenwert im Sinkflug (insbesondere gegenüber dem US-Dollar).

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Die Grafiken sollen keine Punktprognosen geben, sondern lediglich die grundsätzliche Beziehung zwischen Geldmengenausweitung und Wechselkursentwicklung illustrieren.

Die japanische Politik, Staatsschulden zu „monetisieren“, lässt das Vertrauen in den Yen zusehends schwinden. Seit Ende 2012 hat er allein gegenüber dem US-Dollar um 56 Prozent an Wert eingebüßt. Geholfen hat die Monetisierungspolitik der japanischen Volkswirtschaft nicht. Die strukturellen Probleme – vor allem das niedrige Wachstum – hat das Ausweiten der Basisgeldmenge durch die japanische Zentralbank nicht gelöst.

Die Europäische Zentralbank (EZB) folgt nun jedoch dem japanischen Beispiel. Auch sie kauft jetzt Anleihen und Kredite auf und bezahlt die Käufe mit der Ausgabe von neuem Euro-Basisgeld. Zunächst sollen dadurch allein bis Herbst 2016 etwa 1,14 Billionen Euro zusätzlich ausgegeben werden. Vermutlich wird das jedoch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Es ist vielmehr zu befürchten, dass die Geldmengenausweitung der EZB (das sogenannte „QE“) letztlich noch sehr viel umfangreicher ausfällt, als es derzeit in Aussicht gestellt wird.

Der Grund dafür ist, dass die EZB den Euro-Banken einen sehr großen Geldbetrag zur Verfügung stellen muss, um deren Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Dies kann nur im Zuge überaus großer Wertpapierkäufe erfolgen. Eine solche Geldpolitik wird zu einer wahren „Euroschwemme“ führen, die den Euro-Außenwert vermutlich stark abwerten lässt – und die sogar zu einem ernsten Vertrauensverlust in den Euro führen kann. Ein geschwächter Euro, nach innen und außen, würde den Euro-Bürgern große Wohlstandsverluste bescheren: Sie bekommen immer weniger für ihren Euro.

Island denkt über „Vollgeld-system“ nach

Das „Vollgeld“ findet immer mehr Anhänger. Doch es würde die Probleme, die es zu lösen gilt, nicht lösen, sondern neue schaffen. Die isländische Regierung beschäftigt sich mit der Frage, ob den Geschäftsbanken die Möglichkeit genommen werden soll, durch Kreditvergabe neues Geld in Umlauf zu bringen – etwas, was heute überall auf der Welt gang und gäbe ist. Grundlage ist eine Studie, die in Auftrag gegeben wurde vom isländischen Premierminister Sigmundur David Gunnlaugsson, und die von Frosti Sigurjonsson, Abgeordneten der regierenden Fortschrittspartei, verfasst wurde.

Dass die Isländer sich mit der Frage einer Geldreform beschäftigen, ist verständlich. Das Land fiel in der Zeit von 2008 bis 2011 in eine tiefe Krise. Banken gingen bankrott, Sparer verloren ihre Bankeinlagen, die Wirtschaft geriet in eine schwere Rezession.

Bevor der Vollgeld-Reformvorschlag besprochen wird, ist es sinnvoll, sich den Status quo des isländischen Geldwesens (der auch der in allen anderen Währungsräumen ist) vor Augen zu führen. Das Geldsystem ist (weltweit) ein staatlich beherrschtes Monopolgeldsystem: Die staatlichen Zentralbanken haben das Monopol der Geldproduktion. Sie, und sie allein, bestimmen die umlaufende Geldmenge. Sie vergeben quasi Lizenzen an private Geschäftsbanken, bei der Geldproduktion mitzuwirken. In letzter Konsequenz sind es jedoch – und darüber sollte Zweifel bestehen – die staatlichen Zentralbanken, die für die Vermehrung der Geldmenge verantwortlich sind. Die „Krise“ in 2008/2009 war daher auch im Kern eine Krise des Zentralbank-Geldwesens.

Mit dem Vollgeld sollen zwei Ziele erreicht werden: 

(1) Die private Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken soll beendet und durch die staatliche Geldproduktion ersetzt werden. 

(2) Bankenkrisen sollen verhindert werden, indem Banken eine 100 Prozent Reserve halten müssen; der Steuerbürger soll so nicht länger den Kopf hinhalten müssen für Verluste der Geldhäuser. Doch angesichts der Probleme, die es zu lösen gilt, kann der Vollgeld-Vorschlag nicht überzeugen. Der Grund dafür ist in der Geldproduktion zu finden.

Die Produktion des staatlichen Vollgeldes kann auf drei Arten erfolgen: 

(1) Die Konten der Bürger und Unternehmen werden (per „Vollgeldgeschenk“) zur (exakt) gleichen Zeit erhöht (z. B. um 0,4 Prozent pro Monat), 

(2) der Staat kauft Sachgüter gegen Ausgabe von neuem Vollgeld, oder 

(3) das Vollgeld wird per Kredit geschaffen.

Ad (1): Ein Ausweiten der Geldmenge (selbst wenn sie zur gleichen Zeit erfolgt) ist niemals „neutral“. Es berührt die Wertschätzungen der verschiedenen Marktakteure unterschiedlich, und es wird sie zu unterschiedlichem Handeln zu unterschiedlichen Zeitpunkten bewegen. Das führt letztlich dazu, dass unterschiedliche Güterpreise unterschiedlich betroffen sein werden. Folglich wird es immer auch Gewinner und Verlierer geben, wenn die Vollgeldmenge ausgeweitet wird. (Und das gilt nicht nur bei Vollgeldgeschenken, sondern auch für jede andere Form der Vollgeldproduktion.)

Ein grundsätzliches Problem dabei ist, dass der Staat (beziehungsweise das „Gremium“, das mit der Bestimmung der Vollgeldmenge beauftragt wird) gar nicht weiß (und nicht wissen kann), wie viel Vollgeld die Marktakteure zu halten wünschen. Daher kann es beispielsweise zu folgender Entwicklung kommen: Das Vollgeld in den Händen der Bürger steigt. Mit einem Teil ihres neuen Vollgeldes gehen die Sparer an den Kreditmarkt und kaufen Anleihen. Auf diese Weise wird ein „Boom-und-Bust“-Zyklus in Gang gesetzt, und zwar in genau derselben Art und Weise, wie sie von der monetären Konjunkturtheorie der Österreichischen Schule der Nationalökonomie erklärt wird.

Ad (2): Der Staat wird, wenn er das Vollgeld durch den Kauf von Gütern ausweitet, zum Eigentümer der Güter. Doch welche Güter soll er kaufen? Äpfel, Autos oder Häuser? Egal welche Güter er kauft, er wird zum aktiven Nachfrager in den Gütermärkten und subventioniert mit seinen Käufen ausgewählte Güter (er kann ja nicht von allen Gütern kaufen). Man mag sich gut vorstellen, wohin das führt: Fehlallokation, Korruption, Vergeudung etc. greifen um sich. Wenn die Vollgeldmenge stärker ausgeweitet wird als die Güterproduktion (was derzeit gängige Praxis ist), wird der Staat sogar früher oder später alle Güter in sein Eigentum überführt haben.

Ad (3): Wenn die Vollgeldmenge per Kredit produziert wird, stellen sich genau die Folgen ein, die sich auch bei einer Ausweitung der ungedeckten Papiergeldmenge per Kredit einstellen. Ohne dass „echte Ersparnis“ vorliegt, wird die Vollgeldmenge durch Kreditvergabe erhöht. Der Marktzins fällt unter sein „natürliches Niveau“ (also unter das Niveau, das sich einstellen würde, wenn die Geldmenge nicht per Kredit ausgeweitet worden wäre). Es kommt zu Inflation, Fehlallokationen, Boom-und-Bust-Zyklen, wachsender Verschuldung etc.

Das „Umstellen“ des staatlich monopolisierten ungedeckten Papiergeldsystems auf eine Volldeckung (100% Mindestreserve) führt lediglich dazu, dass die Geschäftsbanken keine Geldschöpfungsgewinne mehr machen. Alle anderen ökonomischen und ethischen Defizite dieses Geldwesens – Inflation, Boom-und-Bust-Zyklen, Bereicherung einiger auf Kosten vieler, und staatlicher Missbrauch – bleiben bestehen.

Verlockend scheint für die Vollgeld-Befürworter zu sein, dass die Zentralbank die Staatsschulden aufkaufen kann und auf diesem Wege gewissermaßen die Staatsschulden still und heimlich „verschwinden“ lässt. Doch so einfach geht das nicht, und vor allem wird es diejenigen schwer schädigen, die darauf setzen, dass der Währungswert erhalten bleibt (siehe hierzu die linke Spalte auf dieser Seite).3 Und selbst wenn der „Trick“ gelänge, wäre das Geldsystem nicht „re-formiert“. Es litte immer noch an den gleichen ökonomischen und ethischen Defekten; sie wären keineswegs abgestellt.

Privatisieren

In Sigurjonssons Papier werden wichtige, ja entscheidende geldtheoretische Fragen gar nicht erst angesprochen. Es wird ausgeblendet, dass Geld ein „Marktphänomen“ ist, wie es schon Carl Menger (1840 – 1924) erkannte: Geld, das allgemein akzeptierte Tauschmittel, entsteht spontan aus dem freien Markt, ohne ein Dazutun des Staates, und zwar entsteht es aus einem Sachgut. Ludwig von Mises (1881 – 1973) hat Mengers Theorie der Geldentstehung nachfolgend mit seinem Regressionstheorem abschließend erklärt: Mises zeigte, dass Geld aus einem Sachgut entstanden sein muss, das zuvor allein auf Grund seiner nicht-monetären Zwecke wertgeschätzt wurde und dass der Staat Geld nicht „von oben“ per Dekret einführen kann.

Das Vollgeld, wie es von seinen Befürwortern protegiert wird, kann folglich gar nicht als „eigenständiges“, „vollwertiges“ Geld angesehen werden. Vielmehr stellt es eine (weitere) „Deformationsstufe“ des ungedeckten Papiergeldes dar. Vor allem aber bringt das Vollgeldsystem keine Abkehr von der Verstaatlichung des Geld- und Bankwesens, die nicht nur für chronische Wirtschaftsstörungen sorgt, sondern die eben in besonderem Maße auch sozialistischen Politiken auf allen Ebenen Vorschub leistet. (Karl Marx wusste wahrscheinlich sehr wohl, warum er in seinem Kommunistischen Manifest (in Punkt fünf) die „Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol“ forderte.)

Um die Missstände des ungedeckten Papiergeldes abzustellen und zu “gutem Geld” zu gelangen, muss die Geldproduktion privatisiert, muss das Geld in den marktwirtschaftlichen Währungswettbewerb entlassen werden. Nicht mehr der Staat und seine Zentralbank dürfen über das Geld befinden, sondern diese Aufgabe übernimmt der freie Markt. Bekanntlich bringt der marktwirtschaftliche Wettbewerb die besten Problemlösungen hervor. Und genauso wie der Wettbewerb im Markt für Bücher, Turnschuhe und Buntstifte bestens funktioniert, wird auch der freie Markt für Geld bestens funktionieren.

Unter freiem Währungswettbewerb hat jeder Geldnachfrager die freie Wahl, das Medium zu wählen, das aus seiner Sicht das beste Geld ist. Niemand würde dabei “schlechtes Geld” nachfragen. Alle würden “gutes” Geld nachfragen: Geld, das knapp ist, das nicht beliebig vermehrbar ist, das teilbar und prägbar ist, das haltbar und lagerbar ist, das transportabel ist, das allgemein wertgeschätzt wird. Mit anderen Worten: Was sich als Geld etabliert, würden allein die Geldnachfrager bestimmen. Die Zentralmacht über das Geld und damit der staatliche Missbrauch mit dem Geld und seine Folgen – wie Inflation, Boom-und-Bust-Zyklen etc. – fänden ein Ende.

Ein marktwirtschaftlicher Währungswettbewerb, nicht aber das Vollgeld, ist die Lösung der allseits – und sicherlich zu Recht – beklagten Missstände, die das ungedeckte Papiergeld mit sich bringt.

© Prof. Dr. Thorsten Polleit Degussa Goldhandel GmbH

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