Gold - Jetzt wird der Baum geschüttelt

Tags: Meinung Analyse Charts COT-Daten Terminmarkt Saisonalität Sentiment Gold-Silber-Ratio Gold in Euro Florian Grummes US-Dollar Euro Goldminen GDX Gold pro Aurum Goldedition 03.05.2018

von Florian Grummes

Nach einem trickreichen Start in den Frühling hat sich der Goldpreis mittlerweile wie erwartet doch gen Süden auf den Weg gemacht. Nachdem in den letzten Monaten zahlreiche Spekulanten auf einen Ausbruch über 1.350 USD gewettet haben, werden diese schwachen Hände nun vom Baum geschüttelt. Damit steht die monatelange Seitwärtsphase zwischen 1.305 und 1.365 USD möglicherweise vor ihrem Abschluss... Allerdings ist die Unterstützung um 1.300 USD doch recht stark, so dass bereits in den kommenden Tagen kurzlebige und scharfe Erholungen bis ca. 1.330/1.335 USD möglich werden. Aufgrund der nach wie vor nicht vollständig bereinigten Lage am Terminmarkt sowie einem stärkeren US-Dollar dürften dem Goldmarkt aber insgesamt noch einige schwierige Wochen bevorstehen.

Übergeordnet sehe ich den Edelmetallsektor aber auf dem Weg hin zu einem wichtigen Tief in diesem Spätfrühling bzw. Frühsommer. Von dort aus müssten die Bullen das Zepter wieder übernehmen können und dann auch den entscheidenden Ausbruch über die Widerstandszone 1.350 – 1.375 USD zustande bringen.

Ein mehrmaliges Anlaufen und eventuell auch ein kurzfristiges Unterschreiten der 200-Tagelinie sollte zuvor aber eingeplant werden. Je nachdem wie sich die Lage entwickelt, müsste das finale Tief entweder im Bereich 1.280 bis 1.300 USD oder zwischen 1.250 und 1.280 USD gefunden werden.

Lesen Sie jetzt die komplette Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

1. Gold in USD

Rückblick:

Seit dem Hoch Ende Januar bei 1.365 USD hat der Goldpreis in den letzten drei Monaten eine tückische Seitwärtsbewegung zwischen 1.305 USD und 1.365 USD aufs Parkett gelegt. Trotz definitiv vorhandener Stärke gelang der Ausbruch über die entscheidende Widerstandszone 1.350 - 1.375 USD bislang wie erwartet nicht. Vielmehr haben die Bullen durch ihre Ausbruchsbemühungen viel Kraft verloren und sind nun in der saisonal ungünstigsten Phase des Jahres klar auf dem Rückzug.

So fiel der Goldpreis seit dem 11.April von 1.365 USD bis auf 1.301 USD zurück. Damit wurde gestern auch der bislang tiefste Stand des laufenden Jahres gemessen. Kurzfristig konnte die 200-Tagelinie (1.304 USD) hier den Abverkauf aber abbremsen und für eine erste überschaubare Gegenbewegung sorgen.

Gold in USD Monatschart:

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Im großen Bild steckt der Goldpreis seit dem Frühjahr 2013 vermutlich in einer Bodenbildungsphase. Seit dem Tief im Dezember 2015 bei 1.045 USD ist auf der Unterseite eine Serie von höheren Tiefs zu beobachten, während der Goldpreis gleichzeitig immer wieder die Widerstandszone 1.350 - 1.375 USD auf der Oberseite attackierte, ohne hier bislang den Durchbruch geschafft zu haben. Mit diesem Kursverhalten hat sich ein aufsteigendes Dreieck (in blau) entwickelt, welches eigentlich früher oder später den Ausbruch nach oben mit sich bringen sollte. Dieser grundsätzlich bullische Ausblick muss erst bei Kursen unterhalb von 1.250 USD in Frage gestellt werden.

Etwas ungünstig erscheint in diesem Zusammenhang das Verkaufssignal bei der Stochastik, die in der überkauften Zone nach unten gedreht hat. Allerdings gibt dieses Verhalten noch keinen Anlass zu größeren Bedenken, denn der Oszillator kann mit einem starken Monat im Sommer schnell wieder nach oben drehen. Die anderen beiden Indikatoren, MACD und RSI, sind eher neutral einzuschätzen.

Solange sich der Goldpreis daher innerhalb des aufsteigenden Dreiecks bewegt, bleibt es bei einer "zunehmend bullischen" Einschätzung. Gelingt der Ausbruch über die Widerstandszone 1.350 - 1.375 USD, dürfte ein schneller Anstieg bis auf 1.500 - 1,525 USD die Folge sein. Ein Rücksetzer in den Bereich 1.250 USD - 1.280 USD könnte daher in den kommenden ein bis drei Monaten die letzte Chance für einen guten Einstieg in den Goldmarkt darstellen.


Gold in USD Wochenchart:

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Mit einer Stochastik, die sich der überverkauften Zone nähert, wird der Wochenchart nun langsam aber sicher wieder interessant. Für eine nachhaltige und zumindest mehrmonatige Rally am Goldmarkt ist dieser mittelfristige Blick extrem wichtig. 

Nur mit einem überverkauften Wochenchart im Rücken können die Bullen den Goldpreis über eine größere Wegstrecke nach oben treiben. So wie sich das Setup nun präsentiert, fehlen wohl noch ein paar schwache Wochen bis der Wochenchart richtig überverkauft wäre und damit einen antizyklischen als auch vielversprechenden Einstieg rechtfertigt. Dann sollten die Bullen über genügend Kraft und Druck verfügen, um die Widerstandszone 1.350 USD - 1.375 USD im weiteren Verlauf endlich überwinden zu können.

Auf Sicht der kommenden Wochen ist das aber noch Zukunftsmusik. Zunächst könnten die Bären wohl die Unterstützung um 1.300 - 1.305 USD nach unten aufbrechen und die nächsttiefer gelegene Aufwärtstrendlinie im Bereich um 1.285 - 1.290 USD ansteuern. Da das untere Bollinger Band (1.292 USD) bereits recht nahe am aktuellen Kursgeschehen notiert, ist das noch vorhandene Abwärtspotential in Verbindung mit der ansatzweise überverkauften Stochastik schon ziemlich überschaubar geworden. Sollten die Bären den Markt noch tiefer treiben wollen, müssten sie sich daher schon extrem stark ins Zeug legen und das steigende untere Bollinger Band nach unten aufbiegen.

Insofern muss es also nicht mehr zu Kursen deutlich unterhalb von 1.300 USD kommen. Der noch vorhandene Korrekturbedarf könnte vielmehr auch über die Zeitachse und mit einem verwirrenden Hin- und Her zwischen 1.290/1.300 und ca. 1.330 USD abgearbeitet werden.

Insgesamt macht der Wochenchart einen vielversprechenden, aber vorerst noch "neutralen" Eindruck. Die überkaufte Lage von Ende Januar ist jedenfalls vollständig bereinigt worden, während sich das Kursgeschehen weiterhin solide und ungefährdet im aufsteigenden Dreieck befindet. Ein paar schwache Wochen sollten noch eingeplant werden, dann wäre der Wochenchart bestens für eine fulminante Sommerrally positioniert.

Gold in USD Tageschart:

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Lange hat es gedauert, aber am gestrigen Dienstag hat der Goldpreis erstmals seit Mitte Dezember wieder seine 200-Tagelinie (1.304 USD) auf dem logarithmischen Tageschart erreicht. Dieser gleitende Durchschnitt ist ein charttechnischer Klassiker und wird von vielen Marktteilnehmern beobachtet. Grundsätzlich liefert die 200-Tagelinie eigentlich immer soliden Support und sollte auch im aktuellen Fall für ein (zumindest vorübergehendes) Abfedern des Goldpreises nach oben sorgen. Typischerweise "federt" der Goldpreis daher in Kürze bis an seine 50-Tagelinie (1.331 USD) zurück.

Allerdings hat sich der Stochastik Oszillator klar in der überverkauften Zone eingenistet und ist mittlerweile in den "bärisch eingebetteten Spezial-Zustand" transformiert. Damit ist der Abwärtstrend trotz der deutlich überverkauften Lage zunächst festgezurrt. Die Bullen dürften sich daher schwertun, eine nachhaltige Erholung auf den Weg zu bringen. 

Scharfe "intraday spikes", die aber schnell wieder in sich zusammenbrechen, sind typisch, solange sich die Stochastik nicht aus der Umklammerung der Bären befreien kann. Zudem fehlen auf den noch kleineren Zeiteinheiten (4h und 1h Charts) die für eine Trendwende typischen positiven Divergenzen. Blickt man zudem auf den RSI-Indikator, hätten die Bären noch einiges an Luft nach unten.

Zusammengefasst ist der Tageschart klar überverkauft und damit eigentlich reif für eine Erholung oder steht sogar bereits kurz vor der Trendwende. Solange die Stochastik aber in der überverkauften Zone festgezurrt ist, wird es keine nachhaltige Erholung geben können. Aufgrund dieses Spezialzustandes muss der Tageschart daher vorerst mit "extrem bärisch" bewertet werden. 

Persönlich erscheint mir, dass noch nicht alle schwachen Hände abgeschüttelt worden sind, gleichzeitig dürfte das noch vorhandenen Abwärtspotential aber zunächst nur noch sehr überschaubar sein. Ich vermute, der Goldmarkt wird sich irgendetwas einfallen lassen, um hier für noch mehr Schmerzen und Aufgabestimmung zu sorgen.


2. Gold/Silber-Ratio:

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Das Gold/Silber-Ratio kam im April aufgrund des anziehenden Silberpreises deutlich von 82,45 auf 77,98 Punkte zurück. Damit hat der Edelmetallsektor erstmals seit langer Zeit wieder ein positives Signal vom Gold/Silber-Ratio erhalten. Dennoch ist die Trendwende hier noch nicht in trockenen Tüchern, denn das Ratio konnte sich ausgehend von der 200-Tagelinie (78,12) in den letzten Tagen wieder deutlich bis über seine 50-Tagelinie (80,52) hinaus erholen. Die überverkaufte Stochastik notiert dadurch wieder in der neutralen Zone.

Solange das Ratio jetzt nicht mehr über das letzte Hoch bei 82,45 ansteigt, nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine übergeordnete Trendwende stetig zu. Die Aussichten für den bislang deutlich zurückgebliebenen Silberpreis sind also extrem vielversprechend. Das inflationssensible Edelmetall könnte im zweiten Halbjahr ein fulminantes Comeback feiern.


3. CoT-Report:

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Mit Stand vom 24.April hielten die kommerziellen Händler am Goldterminmarkt kumuliert 161.800 leerverkaufte Future-Kontrakte auf den Goldpreis. Diese Shortposition ist im längerfristigen Vergleich immer noch zu hoch, als dass man unmittelbar von einer antizyklischen Einstiegschance ausgehen könnte.

Eine richtige "Engstelle" liegt hier in der Regel erst bei einer Shortposition unterhalb von 100.000 Kontrakten vor. Ob der zwischenzeitlich stattgefundene Kursrückgang von knapp 30 USD dafür bereits ausreicht, muss bezweifelt werden. Sicher wissen wir das aber erst am nächsten Freitagabend, wenn die neuesten Zahlen veröffentlicht werden.

Realistisch ist davon auszugehen, dass die Lage am Gold-Terminmarkt mittlerweile wohl als neutral einzuschätzen ist. Gleichzeitig bewegt sich der wichtige Analysebaustein "CoT-Daten" absolut in die richtige Richtung und könnte in den kommenden Wochen bzw. ein bis drei Monaten endlich wieder ein antizyklisches Kaufsignal liefern.

Für den Silbermarkt war dies im April bereits der Fall. Der vorübergehende und scharfe Anstieg lieferte konsequenterweise einen ersten Vorgeschmack. Auf Basis der Zahlen vom 24. April hat sich die Lage am Silberterminmarkt (-31.565 leerverkaufte Kontrakte seitens der Commercials) mittlerweile wieder etwas eingetrübt. Der Kursrückgang von knapp 1,00 USD ist darin aber noch nicht enthalten!

Insgesamt mahnt der aktuell vorliegende CoT-Report noch zu Zurückhaltung und Geduld.

 

4. Sentiment:

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Mit dem Kursrückgang in den letzten Wochen hat sich die Stimmung im Edelmetallsektor deutlich abgekühlt. Insbesondere die Stimmungswerte für Gold und Silber sowie deren schneller wechselnde ETFs fördern einen zunehmend übertriebenen Pessimismus zutage. Bei den Gold- und Silberminenaktien hingegen liegt eher ein neutrales Sentiment vor.

Auffällig ist zudem die deutliche Veränderung beim Euro und US-Dollar. Bedingt durch den stärkeren US-Dollar bzw. schwächeren Euro kommt es hier erstmals seit sehr langer Zeit zu einem ausgeglichenen Stimmungsbild bei diesem Währungspärchen.

Insgesamt liefert die Sentimentanalyse ein erstes vorsichtiges Kaufsignal für Gold und Silber.


5. Saisonalität:

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Gemäß dem saisonalen Zyklus steckt der Goldpreis bereits seit Ende Februar in einer ungünstigen Phase. Dabei sind Zwischenerholungen und vorübergehende Stärkephase zwar nicht ausgeschlossen, grundsätzlich stehen die Ampeln aber erst ab Anfang Juli hier wieder auf grün.

Die aktuell überverkaufte Lage kommt in diesem Zusammenhang etwas zu früh. Daher ist man gut beraten in den nächsten zwei Monaten jede Erholung weiterhin mit Skepsis zu betrachten. 

Insgesamt bleibt es bei der primären Erwartung, dass der Goldmarkt erst im Frühsommer, frühestens ab Mitte Juni, ein wichtiges Tief findet. Im Anschluss beginnt ab Anfang Juli typischerweise die stärkste Phase des Jahres, die in diesem Jahr den Ausbruch über 1.350 - 1.375 USD mit sich bringen sollte. 


6. Gold in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet lief der Goldpreis den ganzen April über in einem sehr engen Band zwischen 1.080 EUR und 1.095 EUR seitwärts. Nach wie vor fehlt es hier an jeglicher Dynamik. Da der deutlich schwächere Euro in den letzten Tagen auch einen klar fallenden Goldpreis mit sich brachte, blieb es unterm Strich bei der etablierten Seitwärtsbewegung.

Im größeren Bild bewegt sich der Euro-Goldpreis seit Jahresbeginn zwischen 1.065 EUR und 1.100 EUR, wobei die Notierungen seit Mitte März langsam und sehr zögerlich leicht nach oben tendieren.


Gold in EUR Tageschart:

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Noch immer kommt der Goldpreis in Euro gerechnet seit dem scharfen Abverkauf im Frühsommer 2017 nicht wirklich auf die Beine. Vielmehr zerrt die zähe und lethargische Konsolidierung an den Nerven der europäischen Goldbugs. Immerhin konnte seit Mitte Dezember eine kleine Serie höherer Tiefs etabliert werden. Von einem starken Aufwärtstrend fehlt aber jede Spur.

Allerdings können die Bullen erstmals seit fast einem Jahr das Kursgeschehen bereits für mehrere Wochen knapp oberhalb der 200-Tagelinie (1.087 EUR) halten. Dies ist ohne Frage ein positives Zeichen und deutet daraufhin, dass der Goldpreis in Euro unterschwellig stärker wird. Da nun zudem die 50-Tagelinie (1.082 EUR) und das untere Bollinger Band (1.084 EUR) ebenfalls am aktuellen Marktgeschehen notieren, sollte die Lage nach unten vorläufig sehr solide abgesichert sein. Kurse deutlich unterhalb von 1.080 EUR sind somit relativ unwahrscheinlich.

Mit einem zaghaften Stochastik-Kaufsignal im Rücken könnten die Bullen daher schon in Kürze einen weiteren Anlauf in Richtung der psychologischen Marke von 1.100 EUR starten. Richtig bullisch wird es aber erst mit einem Anstieg über die Widerstandszone um 1.110 EUR.

Insgesamt bleibt das Kursgeschehen aufgrund der engen und trendlosen Handelspanne weiterhin überschaubar und damit "neutral". Deutliche Rücksetzer sind eigentlich nicht mehr zu erwarten.


Handelsempfehlung:

Das zuletzt genannte Nachkauflimit bei 1.065 EUR kam bislang nicht zur Ausführung. Aufgrund der soliden Unterstützung und der insgesamt überverkauften Lage beim Gold in USD, empfiehlt sich eine Anhebung des Nachkauflimits auf 1.085 EUR.

 

7. Euro & US-Dollar

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Über Monate hinweg lief das Währungspärchen Euro/US-Dollar auf hohem Niveau zwischen 1,22 und 1,25 USD mehr oder weniger seitwärts bzw. in ein Dreieck hinein. Mit dem klaren Unterschreiten der Marke von 1,22 USD kam es hier vor knapp zwei Wochen zu einem Ausbruch nach unten. Damit ist das Konsolidierungsdreieck bärisch nach unten aufgelöst worden. 

Das theoretische Kursziel aus der Dreiecksformation liegt nun bei ca. 1,1870 USD und der Euro scheint sich auf dem direkten Weg dorthin zu befinden. Nur die 200-Tagelinie (1,1998 USD) und die Unterstützungszone um 1,20 USD können die Bären aktuell noch aufhalten. Da die Stochastik aber in den "bärisch eingebetteten Status" gewechselt ist, dürften die Bären das Idealziel aus dem Dreieck schon in Kürze ansteuern können. Dies würde auch weiterhin Druck auf den Goldpreis ausüben.

Neben der überverkauften Lage und dem in Sichtweite auftauchenden Kursziel, machen die Aufwärtstrendlinie (1,1850 USD) sowie die nächsttiefer gelegene Unterstützungszone zwischen 1,1850 und 1,190 USD ebenfalls klar, dass sich die laufende Abwärtswelle beim Euro zunächst schon im letzten Viertel befindet. 

In jedem Fall ist spätestens ausgehend von ca. 1,1850 USD zumindest mit einer Erholung zu rechnen. Denkbar wäre aber auch der Beginn einer weiteren Aufwärtswelle mit Ziel um 1,27 - 1,28 USD. Sollte es dazu kommen, wird der Edelmetallsektor sicherlich fulminant darauf reagieren. Sollte die Zone zwischen 1,1960 und 1,1850 USD mittelfristig hingegen nicht gehalten werden können, hätte der Euro Platz bis ca. 1,15 USD. 

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Der Blick auf die weiterhin katastrophalen CoT-Daten für den Euro verleiht diesem extrem negativen Szenario mit Kurszielen um 1,15 USD und tiefer deutlich mehr Wahrscheinlichkeit, als sich das aus der Chartanalyse aktuell herauslesen lässt.

In der Summe ist der Euro Tageschart aufgrund der eingebetteten Stochastik kurzfristig mit "extrem bärisch" zu bewerten. Die ungünstige Konstellation am Terminmarkt spricht für deutlich mehr Korrekturbedarf beim Euro, während die Charttechnik ausgehend von ca. 1,1850 - 1,1870 USD eine größere Erholung erwarten lässt.


8. Goldminen GDX

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Die Gold- und Silberminenaktien konnten sich trotz des laufenden Abverkaufs am Goldmarkt zuletzt ganz gut halten. So hat der GDX (Market Vektor Goldminers ETF) gerade erst seine 50-Tagelinie (22,05 USD) erreicht, während der Goldpreis schon alle Tiefs in diesem Frühjahr leicht unterboten hat. Im Vergleich GDX zu GLD wird die dezente Stärke der Minenaktien ebenfalls sichtbar. Dieses Verhalten ist grundsätzlich positiv, denn die Goldminenaktien deuten mit ihrem Vorläufercharakter derzeit eher an, dass der Abverkauf am Goldmarkt möglicherwiese übertrieben ist.

Übergeordnet läuft der Minen-ETF aber weiterhin zwischen 21 und 25 USD seitwärts. Ein Ausbruch aus dieser 20 monatealten Range ist derzeit nicht absehbar. Kurzfristig driftet der ETF eher gen Süden, wobei die Stochastik bereits leicht überverkauft ist und das untere Bollinger Band (21,81 USD) nur noch wenig Spielraum auf der Unterseite zur Verfügung stellt.

Insgesamt korrigieren die Minenaktien also nicht so stark wie der Goldpreis und bringen sich damit langsam aber sicher für ein vielversprechendes Kaufsignal in Position. Dennoch würde ich kurzfristig noch etwas abwarten und bewerte den Chart "neutral". Höchstwahrscheinlich dürfte sich auch dieses Puzzleteil in den kommenden Wochen gut in das erwartete Szenario einer starken Rally ab dem Frühsommer einfügen. Insbesondere die Silberminenaktien habe ich auf meiner Liste ganz oben und warten hier geduldig auf ein antizyklisches Kaufsignal. 


9. Zusammenfassung & Konklusion

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Nach einem trickreichen Start in den Frühling hat sich der Goldpreis mittlerweile wie erwartet doch gen Süden auf den Weg gemacht. Nachdem in den letzten Monaten zahlreiche Spekulanten auf einen Ausbruch über 1.350 USD gewettet haben, werden diese schwachen Hände nun vom Baum geschüttelt. Damit steht die monatelange Seitwärtshase zwischen 1.305 und 1.365 USD möglicherweise vor ihrem Abschluss. 

Allerdings ist die Unterstützung um 1.300 USD doch recht stark, so dass bereits in den kommenden Tagen kurzlebige und scharfe Erholungen bis ca. 1.330/1.335 USD möglich werden. Aufgrund der nach wie vor nicht vollständig bereinigten Lage am Terminmarkt sowie einem stärkeren US-Dollar dürften dem Goldmarkt aber insgesamt noch einige schwierige Wochen bevorstehen.

Übergeordnet sehe ich den Edelmetallsektor aber auf dem Weg hin zu einem wichtigen Tief in diesem Spätfrühling bzw. Frühsommer. Von dort aus müssten die Bullen das Zepter wieder übernehmen können und dann auch den entscheidenden Ausbruch über die Widerstandszone 1.350 - 1.375 USD zustande bringen.

Ein mehrmaliges Anlaufen und eventuell auch ein kurzfristiges Unterschreiten der 200-Tagelinie sollte zuvor aber eingeplant werden. Je nachdem wie sich die Lage entwickelt, müsste das finale Tief entweder im Bereich 1.280 bis 1.300 USD oder zwischen 1.250 und 1.280 USD gefunden werden.

 

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© Florian Grummes

Quelle: pro aurum Goldedition vom 03.05.2018
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