Gold - Rücksetzer wird immer wahrscheinlicher

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von Florian Grummes

Der Goldpreis konnte in den letzten acht Wochen dank seiner Eigenschaft als ultimativer und sicherer Hafen ohne Zweifel stark von den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten profitieren. Seit dem Tief bei 1.160 US-Dollar Mitte August stieg der Goldpreis zuletzt bis auf 1.298 US-Dollar an und notiert derzeit nur knapp unterhalb der wichtigen horizontalen Widerstandszone um 1.300 – 1.320 US-Dollar.

Sollten die Aktienmärkte mit ihrer Panik tatsächlich einen Kurswechsel der FED erzwungen haben, dürften die Edelmetalle einer der Hauptgewinner in diesem Jahr werden. Schon im November hatte das DowJones/Gold-Ratio erstmals seit Jahren wieder ein klares Kaufsignal zugunsten von Gold gegen die Aktien geliefert.

Da die Saisonalität den Edelmetallen noch bis mindestens Ende Februar/Anfang März sehr wohlgesonnen ist, sollte der Sektor unbeachtet zwischenzeitlicher Rücksetzer zunächst stark bleiben und erst ab April/Mai in die typische Frühjahrskorrektur übergehen.

 

Goldchart – Kurz vor dem Verlust der bullisch eingebetteten Stochastik!

 

Mit dem Hoch am letzten Freitag bei 1.298 US-Dollar hat der Goldpreis mustergültig die am 20.November ausgegebene Zielzone zwischen 1.285 und 1.310 US-Dollar erreicht. Hier verläuft nicht nur die horizontale Widerstandszone um die psychologische Marke von 1.300 US-Dollar, sondern auch die ehemalige Aufwärtstrendlinie der letzten drei Jahre.

Diese wurde im Juli mit dem Kursrutsch unter 1.240 US-Dollar gebrochen. Nun läuft der Goldpreis diese Trendlinie von unten kommend an.

Da die Stochastik aktuell ihren bullisch eingebetteten Zustand zu verlieren droht, deutet sich kurzfristig zunehmend ein Rücksetzer am Goldmarkt an. Dieser könnte die zuletzt etwas überhitzten Goldnotierungen problemlos bis in die Zone zwischen 1.235 und 1.250 US-Dollar zurückführen. Hier verlaufen sowohl die 50-Tagelinie (1.239 US-Dollar) als auch die 200-Tagelinie (1.249 US-Dollar). Zudem ist die Zone zwischen 1.235 und 1.245 US-Dollar ein ehemaliger Widerstand der jetzt als Unterstützung fungiert.

Sollte es jedoch direkt und ohne größere Umwege zum Ausbruch über 1.300 US-Dollar kommen, dürfte der Goldpreis vermutlich in Richtung 1.350 US-Dollar einfach weiterlaufen. Dann stünde uns in den kommenden Wochen noch die finale Übertreibung ins Haus. Die Wahrscheinlichkeit für dieses kurzfristig extrem bullische Szenario ist aber deutlicher geringer als der erwartete Rücksetzer.

Idealerweise holt der Goldpreis also in den nächsten Tagen Luft und liefert Ende Januar/Anfang Februar noch mal eine gute einstiegs Gelegenheit knapp unterhalb von 1.250 US-Dollar.

 

Goldpreis in Euro – Plus 12,5% in den letzten 3 Monaten

 

In Euro gerechnet verteuerte sich der Goldpreis seit dem Tief am 27.September bei 1.012 Euro zuletzt bis auf 1.138 Euro um satte 12,5% in gerade einmal drei Monaten. Die Aufwärtswelle verlief in einem relativ steilen Aufwärtstrend und hat sicherlich Kraft gekostet. Verkaufssignale bei der Stochastik und beim MACD lassen kurzfristig weitere Kursrückgänge wahrscheinlich erscheinen. Im Bereich um die 50-Tagelinie (1.091 Euro) sollte die leicht überkaufte Lage aber bereits bereinigt sein. Da die 200-Tagelinie (1.073 Euro) langsam zu steigen beginnt, macht der Goldpreis in Euro im übergeordneten Zeitfenster eine zunehmend bessere Figur.

Antizyklische Kaufchance nur bei Rücksetzer an die 200-Tagelinie

Alle im letzten Jahr empfohlenen Kauflimits sind mittlerweile klar im Plus. Nun gilt es geduldig auf die nächste antizyklische Kaufchance zu warten. Diese lässt sich momentan nur mit einem kurzfristig nicht zu erwartenden Rücksetzer an die 200-Tagelinie (1.073 Euro) definieren. Daher bleibt Gold vorläufig Halteposition.

© Florian Grummes

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