Hard Asset- Makro- 01/19: Defla S - Letztes Aufbäumen der Angst vor der FED, EZB präzisest mit falschem Zeitpunkt

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von Mag. Christian Vartian

Zuerst zu den Märkten: Ein Edelmetallinvestor mit den berühmten 4 Edelmetallen Gold, Palladium, Silber und Platin und dem ausgeklügelten Mix dieser untereinander, welche zusammen das größte Subportfolio (genannt A) bilden, hat derzeit gute Laune und da wurde ich gefragt, wozu ich eigentlich ein Subportfolio B mit weit überwiegend Tech- und Standardaktien und einer Beimischung aus Web X- Minen- und Exploreraktien brauche.

Nun, es kommt immer darauf an, Gesamttreiber zu bilden, wo oft alles steigt, fast nie alles sinkt und wenn was sinkt, was Anderes steigt, das ist eben die Kunst der Portfolioallokation.

Als Beispiel unsere Web X Aktien, die schon 40% Plus seit 12 Monaten erreichten, auch schon fast 20% Minus und diese Woche gegen den EUR um fast 10% stiegen. Kommt es darauf an?

Nein, es kommt darauf an, wann sie steigen

Und ob sie, wenn sie steigen, den SPX 500 als Benchmark schlagen und das tun sie und wie.

Sehen Sie dazu WANN sie stark steigen, z.B. am 4.1. und was Gold genau zum selben Zeitpunkt machte, es sank

Und damit wird, exemplarisch und verkürzt dargestellt, warum wir Aktien haben. Gold macht nach dem Scheitern an der 1300 USD- Marke eine große rote Kerze und Google mehr als 5% Plus am selben Tag, hier als aktuelles Beispiel

Damit ist diese Frage nun beantwortet, als die Google die rote Kerze machte, stieg das Gold.

Gold geht es aber sonst gut:

gegen den EUR kräftig gestiegen und zuletzt am 4.1. nicht übermäßig retraced,

gegen den USD auch noch gut, trotz des Scheiterns an der 1300 USD, die 1275 wird es entscheiden.

Der doppelte Doppelboden beim Silber, den wir letzte Woche beschrieben, hat exakt funktioniert

 

und – Jubel – die Prognose, dass Palladium die 1300 USD knackt wurde auch wahr, neues ATH

und sogar Platin wachte in der abgelaufenen Woche plötzlich im Tiefkeller auf.

Dazu noch 2 Longtrades mit dem ja nicht benötigten Hedgegeld und über 3% Plus,

DAMIT LÄSST ES SICH LEBEN.

Am dunklen Abgrund der Crypto Kurse ebenfalls freudige Kunde

Ethereum ließ einen Lebenslaut vermelden, man weiß ja, was man (auch) hat.

 

Die EZB wird mit der Zeitpunktwahl des Einstellens ihrer Staatsanleihenkäufe die roteste Laterne aller roten Laternen für Wirtschaftsvorhersage gewinnen, die Teuerung in der EUR- Zone ist soeben frisch von 1,9% auf 1,6% eingebrochen. Frische Schlechtwetterfront --> ab ins Freibad = „super“ Forecast!

Vollkommen unverständlicher und maximal falscher Zeitpunkt für eine Geldstraffungsmaßnahme.

Mit Folgen:

Die Renditen der EUR- Staatsanleihen beginnen schon zu steigen, die Kurse der am Sekundärmarkt bereits begebenen demnach zu sinken. Österreichs Rendite 10 y sportlich um 2% gestiegen, wie die Französische auch, die Irische um 2,9%, die Holländische um 2% und die Deutsche um 1% und das ist erst der Anfang.

 

Und die FED?

Wochenlange sah es jetzt so aus, als ob die FED von ihrem katastrophalen Fehler im Dezember abrücken müsse, dieser bewirkte dies (nur zur Erinnerung).

Auch die Teuerungsdaten sind mickrig usw….. aber gestern kamen recht surreal positive US- Jobdaten heraus mit Nonfarm Private Payrolls Zunahme bei 301K vs. 175K Erwartung und einer Stundenlohnsteigerung um 0,4% vs. 0,3% Erwartung. Auf steigende Stundenlöhne und wachsende Wirtschaft ist die FED allergisch, daher nahm die Wahrscheinlichkeit zu, dass sie wieder kräftig zuschlagen wird gegen Arbeiterwohl, Wirtschaftswohl und Aktionärswohl. Das ist übrigens der Grund für den roten Strich beim Gold nach unten nach dem Scheitern an der 1300 USD, weil Gold ohne die von der FED seit Jahren gegen Aktien und Edelmetalle geschürte Paranoia „Erholung bringt den Zinsknüppel --> gute Nachrichten sind daher schlechte Nachrichten“ oder wie im einzig wirklich schlechten Film mit Arnold Schwarzenegger „Wenn es lebt, dann können wir es töten“ gar nicht an der 1300 USD gescheitert wäre, es war nämlich schon auf 1304 USD.

Vor dem gestrigen Tage erschienen bereits Zinssenkungsspekulationen, weil alles und nicht nur China deflatorisch abgewürgt wurde.

Wie immer auch, jede Wirtschaftsregion ist für ihre „unabhängigen“ Beamten bzw. deren Nichtentfernung bei Versagen verantwortlich und seit dem Ende des Transflationsautomatismus heißt es für die Märkte eben:

Deflationistenwährungen gnadenlos abverkaufen, wie den EUR vor einigen Jahren und den USD zur Jahreswende. Wenn diese richtige Abwehrreaktion der Märkte gegen ihre Peiniger anhält, können die im Irrtum Verharrenden dann machen, was sie wollen, ihre Sucht nach „härterem Geld“ führt dann zum Abverkauf ihrer Währung, Vernichtung ihres Aktienmarktes und ihrer Wirtschaft und das alles auf einmal.

Assetinvestoren wie uns stört es nicht, statt kaum USD und fast keine EUR dann eben kaum YUAN und fast keine JPY zu haben oder was Anderes, einerlei, solange man Gold und Google damit kaufen kann, mit oder ohne Wechseln dazwischen.

Uns interessieren sowieso nur Sachwerte. Ohne jede Beziehung zu abstrakten Buchforderungen auf Baumwollzettel (auch Bankguthaben genannt) mit Einlagensicherung bis zur Scherzgrenze, interessiert mich auch deren Farbe und Sprachaufschrift nicht. Und die Entwicklung der Assetpreise in der abgelaufenen Woche zeigt uns, dass die kursmachende Welt sich zunehmend dieser Meinung anschließt. Wer deflationiert, kann sich zu Hause bei sich versenken (USD zu JPY nach viel zu viel Geldmengenreduktion und Zinserhöhung im USD),

das setzt sich durch. Es gewinnt die Region und die Währung mit dem regierungspolitiksynchronsten Zentralbankbeamten, die der Wirtschaft das beste Komfortklima bieten, das wird der Trend sein.

Selbstverständlich sinken auch schon die Wohnungspreise in Manhattan…..

Am Ende ist es wie beim Motorradrennen: Einige Motorräder haben eng abgestimmte Beifahrer, die sich exakt mit dem Fahrer perfekt in jede Kurve legen, andere „unabhängige Zentralbanker“, die permanent unkoordiniert und in den letzten Jahren präzise zum falschen Zeitpunkt und unbelehrbar, unantastbar, unabhängig…sich in die Gegenrichtung lehnen.

Und nun raten Sie mal, welches Motorrad das Rennen gewinnt.

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© Mag. Christian Vartian

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