Hard Asset- Makro- 21/18: Defla X- Vom Golde und den Buoni Ordinari del Tesoro

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von Mag. Christian Vartian

Wer deflationiert, muß fühlen, dazu aber später, zuerst zum Golde:

Es will noch einen Retest und dann wird es wohl steigen. (Es gibt am 28.05.2018 ein Update im Artikel durch Christian Vartian, d.Redaktion)

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Wahrscheinlich sehen wir die Unterstützung im Bereich 1292$ nochmals, kann 1297 sein oder selbst etwas über 1280 und dann wird es wahrscheinlich steigen.

Unsere überlegenen Indikatoren können soetwas ziemlich gut vorhersagen.

Im relevanten Bild, dem Crosschart Gold vs. EURO steigt Gold nun schon deutlich

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und dies ist deswegen relevant, weil die Preise der Güter der Welt wie in einem der letzten HAMs ausführlich erläutert, dem EUR folgen und nicht dem USD, letzterer ist durch die schwache Wirtschaftskraft der USA eher ein Finanzasset, in letzterem Sektor aber ein wichtiges und die ideale Währung FÜR GOLDHALTER, um Zahlungsmittelreserven zu halten, zusätzlich zum Gold, sonst nicht.

Der EUR selber wird vielleicht noch ein Wenig sinken, dann aber auch zumindest nach oben retracen, so um die 1,2050 herum als Ziel.

Es kommt nämlich eine gute Idee aus Italien, parallelles Staatsgeld mit sektoral beschränktem Einsatz und obwohl wir schon das vorauseilende Entsetzen aller Monetaristen lesen und breitest zu lesen erwarten, muß das gar nicht schlecht sein.

Es kann bei übermäßigem Mißbrauch zwar schlecht sein, muß aber nicht.

Das Spannende daran ist das Parallelle und das träfe eine Stärke des EUR, seinen größten Vorteil: Es ist DER Index der Welt, etwas besseres zur Preisfindung für Güter als den in ihm wohnenden ECU gibt es nicht.

Nur hat man halt den ECU, der ein Währungskorb war und zwar der beste, zu einer verklebten Währung namens EUR gemacht, statt ihn richtigerweise als Zweitwährung zu den ehemaligen Nationalwährungen DEM, LUF, NLG, FFR, ATS, LIT usw. einzuführen, mit floatendem Kurs zu diesen und als gewichteten Index aus diesen.

Man hätte mit ECU EU weit zahlen können, immer gleichzeitig und alternativ zur nationalen Landeswährung, in der BRD also im Supermarkt Preisschilder in DEM und ECU, in Italien in LIT und ECU usw.

Nachtrag vom 28.05.2018

Frage bzw. These:

Es ist jedoch sehr aufwendig, wenn man jeden Artikel mit 2 Preisschildern versehen und den einen wegen der tägliche Abwertung des ECU täglich ändern muß. Dies ist sicher kein Problem für die großen Ladenketten, wenn dies digital und automatisiert erfolgen kann. Für den Bäcker um die Ecke wird es schwieriger. Schlußendlich wird man in Deutschland dann wieder auf den DM-Kurs schauen, genauso wie in Frankreich auf den France usw. Der ECU wird nach und nach unbedeutend werden, so wie er zuvor auch war.

Antwort:

FALSCH!

Zum ECU stimmt das mit der täglichen Abwertung keineswegs und zwar deshalb nicht, weil die Wiedergeburt der Nationalen Währungen ja zur Rückgewinnung der gar nicht so niedrigen Stärke von Italien und Co. führte.

Klar ersichtlich aus den Charts ist zwar langfristig schon die Lira z.B. schwächer als die DEM, stieg aber zeitweise auch kräftig gegen die DEM zurück und hatte manchmal sogar niedrigere Zinsen als die DEM, im Durchschnitt aber höhere.

Von täglicher Abwertung in merklicher Höhe auf Tagesbasis waren die Kurse der DEM zum ECU, der LIT zum ECU aber weit entfernt.

Die Lira verlor auch im langen Bild gegen die DEM am meisten, nur waren das zusammen 50% in 10 Jahren, also 5% pro Jahr also pro Tag eine Lappalie. Nur sind in einem System ECU + Lire oder ECU + DEM die Preisschildchen nicht in DEM und LIT, sondern in DEM und ECU und im ECU waren eben hoch gewichtet die DEM drinnen, der Gulden usw. der schwankte daher viel viel weniger gegen die DEM als die LIT alleine und letztere nur um 5% pro Jahr und nehmen wir z.B. 2% pro Jahr ECU zur DEM, dividiert durch 365 Tage sind das 0,0055% pro Tag, da reicht das fast monatlich die Preise anzupassen.

Lineares Denken ist überall und immer falsch. Es ging nicht darum, dass man absolut durch Abwertung viel billiger wird, sondern darum, genau im Moment, bevor man eine Industrie verliert, abwerten zu können, diese damit nicht zu verlieren und dann auch wieder mal aufzuwerten. Es geht um Dynamic.


Kein einziges Problem des EUR, sei es Wettbewerbsverzerrung, Deindustrialisierung der schwächeren EUR-Länder, Vermögensschäden der stärkeren EUR- Länder usw. wäre eingetreten mit dem ECU, nur die Vorteile, kein Nachteil.

Die Preise der Welt wären dem ECU gefolgt, nicht anders, als sie heute dem EUR folgen, dennoch hätte Frankreich mit dem weiter bestehenden Franc gegen die weiter bestehende DEM abwerten können (insbesondere um Schröders Lohnverzichtsanschlag = de facto Abwertung der BRD mitten im EUR abzuwehren) und hätte mehr Industrie behalten und die Deutschen hätten weniger Forderungen aufgebaut und mehr Vermögen real usw.

Nun, wie kommt man aus der Verschlechterung namens "EUR" (hier steht bewußt nicht schlecht, sondern schlechter als möglich gewesen wäre) verglichen mit dem ECU wieder raus?:

  • ECU und Nationalwährungen wieder einführen wäre den EUR in den ECU überführen: Die saubere Lösung mit Kurs 1:1 EUR zum ECU;
  • EUR behalten und in Italien "Buoni Ordinari del Tesoro" also Staatslire durch die Hintertüre wieder einführen, ZUSÄTZLICH ist das Zauberwort, nicht ANSTATT. Danach in jedem Land ähnlich ..., ob das dann Lira oder DEM heißt oder Franc ist dann national halt verschieden.


Das ist also der Aspekt Nr. 1 an dieser Sache und der ist nicht dumm.

Der Aspekt Nr. 2 an der Sache hat mit dem Umstand der sinnvollen Parallellwährung nichts zu tun, denn im alten System war ja die DEM eine nationale Notenbankwährung und der ECU ein Index, die Italienische Lira war ebenfalls eine nationale Notenbankwährung und der ECU ein Index …

Soweit bekannt sollen aber die Buoni Ordinari del Tesoro keine Notenbanklira sein, sondern Staatsgeld, also von der Regierung notenbankfrei und damit schuldenfrei (Notenbankgeld ist ja für den Staat Schuldgeld während Regierungsgeld Eigenkapitalgeld für den Staat ist und seine Ausgabe Schulden eben nicht erhöht!)

Was ist nun zu diesem 2. Aspekt zu bemerken: Dieser zweite Aspekt bietet hohen Anreiz zum inflationären Mißbrauch, keinesfalls aber den Automatismus des automatischen Mißbrauches.

Nach dem nun jahrelangen Mißbrauch:

  • der Südeuropäischen Bevölkerung für Deflations- und Massenarbeitslosigkeitsexperimente unter Schönrechnung deren Vermögens und Verminderung deren Wirtschaftsinfrastruktur bei gleichzeitigem
  • Mißbrauch der Deutschen, Österreichischen, Luxemburgischen, Holländischen ... Bevölkerung unter Schönrechnung derer Exportzahlen und Wirtschaftsoutputzahlen unter Schmälerung ihres Vermögens


hätte mal wirklich die Gegenrichtung zur Makroökonomischen Katastrophe des Monetarismus, der vorherrscht, eine Chance verdient. Dies bedeutet nicht, dass dieser Italienische Vorstoß ideal ausgestaltet ist noch perfekt, es bedeutet aber, dass er systemisch hundertmal intelligenter ist als der Französische Schuldenirrweg mit Schuldenvergemeinschaftung, der außer Nachteilen systemisch absolut überhaupt keine Vorteile aufweist und alle strukturellen Nachteile des EUR beibehält und durch Haftungen usw. noch weiter verstarrt.

Richtig ist an dem Französischen Vorschlag ist nur ein technisches Detail: Eine Währung braucht irgendwann einen konsolidierten Staatsschuldner, sonst wird das ein Dauermurcks am Anleihenmarkt (derzeit durch QE weitergewurstelt und verschoben). Das bedeutet aber nicht, dass dies außer Probleme des Anleihenmarktes irgendetwas Anderes lösen würde, noch erstrebenbswert wäre.

Überdies gibt es einen moralischen Aspekt ebenso:

Deutsche und andere Nordeuropäer sind keine Testkaninchen für Überproduktion noch unterernährte Invasionssoldaten fremder Wirtschaftspotentiale unter eigenem Vermögensverlust, Deutsche und andere Nordeuropäer sind Menschen mit RECHTEN!

Italiener und andere Südeuropäer sind keine Testkaninchen für Unterproduktion und Massenarbeitslosigkeit unter gefälschter Schönrechnung ihrer Vermögen, Italiener und andere Südeuropäer sind Menschen mit RECHTEN!

Und Parallellwährungen sind zumindest ein gangbarer Weg um diese Menschenrechte für alle wieder herzustellen, die die Menschen auch verdienen.

Der Idealweg ist natürlich, ECU und Nationalwährungen wieder einführen. Die Italienische Idee mit der Hintertüre ist aber zumindest die richtige Richtung ganz im Gegensatz zu den katastrophalen Reformideen aus dem derzeitigen Paris.

Aber mißbrauchsfähig ist die Italienische Idee natürlich und gehörte gestaltet.

Abschließend sei aber noch bemerkt, dass Schulden von Gliednotenbanken bei der EZB oder auch Schulden von Staaten gegen Staaten durch Formalitäten und Währungen sind Formalitäten nie lösbar sind, sondern nur durch Inversion der Warenströme, die diese Schulden auslösten.

Wenn also Italien zu viele Deutsche SUVs gekauft hat und Deutschland zu wenig Vespas und Ferraris, dann kann Deutschland diese Forderungen entweder:

  • abschreiben auf null,
  • oder sich mit ziemlich vielen Vespas, Maseratis und Ferraris bezahlen lassen, was einer Inversion der ursprünglich forderungsverursachenden Warenströmesalden entspricht. Ob man das in EUR, Lira, DEM oder BOTs mißt, ist völlig egal, herumbrausende Vespas für die Deutschen Großstädte (Feinstaubfreiheit inbegriffen, viele Verkehrsprobleme gelöst) und überlegene Ferrari- Bestückung für Deutschlands Autobahnpolizei lösen das Problem und anders wird es nie gelöst.


Und ehrlich gesagt Frau Dr. Merkel: So ein Maserati Quattroporte als Dienstwagen bezahlt mit Target 2 Salden hätte doch Charme, oder? Mit Ferrari-Eskorte, gerade für Damen: ultraschick!

Womit die dritte Möglichkeit skizziert wäre, die beste: Kaufen Sie Italienische Produkte.

An was erinnert uns letzteres gerade jetzt? An Trump und seinen Handelsbilanzkorrekturfeldzug. Und deswegen könnte es verdammt ernst werden, denn jetzt ist dieses Thema heiß und Italien hat eine positive Handelsbilanz, keine mit dem Deutschen Überschuß vergleichbare, aber insgesamt eine positive, daher kann man Italien nicht mit dem "Parasitenargument" wegwischen, denn das gilt nicht. 

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