Hard Asset- Makro- 22/18: Defla XL - 4 Nachrichten und 2 Möglichkeiten

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von Mag. Christian Vartian

Ein Chaos in Bildern und stark deflatorisch, lassen wir zuerst den Monat Revue passieren: 

Die schlechte Nachricht für die US-Industrie:

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Sie legt an Wettbewerbsnachteilen zu. Zölle hin, Zölle her, Trump verstärkt Deutsche Exporte, das ist das reale Faktum, das Gegenteil Tweeten ändert daran nichts. 

Die gute Nachricht daher:

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Palladium in EUR war der Star des Monats.

Die schlechte Nachricht:

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Cryptos vertragen keine Starkdeflation.

Die mühsamen Nachrichten:

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Der Hochnervös-nirgendwohin-seitwärts-mit-Absaufgefahr-Horror ging das ganze Monat lang bei Aktien, Gold, USD JPY ... (noch schlimmer als die furchtbaren Februar, März, April 2018) und mittlerweile geht uns vor lauter Dreiecken der Platz aus, das ist schon Wasserschifahren im engen Canyon bei Wildwasser wenn man absichern muß und das X Mal und ohne Strecke. Wer tradet hat es nicht besser nur keine 6 stelligen Dosen pro Subposition am Hals.

Wir haben aber wieder ein Wochenplus, schon seit 5 Wochen jede Woche, man muß wissen, was man hält und dosieren können. Einzelne Kleinstbestandteile sehen aber sehr ramponiert aus, auch bei uns, was nicht ins Gewicht fällt, aber auch nicht freut und schlicht daran liegt, dass man sich immer um die Hauptsache kümmern muß und wenn es überall potenziell brennt, kann halt dann die 3. Hundehütte angesengt werden, weil das Haupthaus prioritär gelöscht wurde.

Warum steht hier oben schon wieder Defla XL? Bemühen wir mal volkswirtschaftlichen Hausverstand, denn wissenschaftlich waren HAMs oft genug, erklären wir mal einfach:

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6,41% Kursrückgang der größten Staatsanleihe der Welt sind nicht weniger einzigartig als die Ereignisse bei den Cryptos und beide vorgenannten hinken den Edelmetallen und Aktien um Dimensionen an Solidität hinterher in dieser Starkdeflation.

Eine Starkdeflation liegt nachweislich vor, da ja sonst Schulden des Staates mit höherer Verzinsung als Geld des Staates nicht um 6,41% gegen Geld des Staates sinken würden. (Geld des Staates ist nämlich genau so eine Verbindlichkeit des Staates wie Schulden des Staates)

So einfach und ungefähr richtig ist die Faustformel: 6,41% Deflation in einem halben Jahr, weltweit.

Nun zu den 4 Nachrichten:

1) Statt sich mit bewaffneter Truppe seiner weiter aufwertenden Notenbank zu widmen hypt der US- Präsident (öffentlich das Gegenteil behauptend) weiter die Deutsche Exportindustrie. Danke Donald, so viel Stahl und Aluminium hat die BRD gar nicht, wie die Aufwertung des USD zu EUR und YUAN bei ersterem von 1,25 USD pro EUR auf 1,16 USD pro EUR den Deutschen Export hypt. Einen genialeren Agenten für die Deutsche Wirtschaft gibt es nicht und so gut verschleiert. Make Germany even Greater, ein Programm, das gerne weitergehen kann.

Das, was in der BRD nie eine Umweltzulassung bekäme, nämlich ein stromfressendes und extrem schmutziges Aluminiumwerk würde jetzt mit Zöllen belegt. Wir empfehlen die Deutsche Banane und andere Tropische Früchte aus der Nordsee als nächste Objekte US- Amerikanischer Strafzölle. Bereits jetzt belegen die USA ja EU-Pickups mit 40%+ Zoll, das ist eine Frechheit und völlig unwichtig zugleich, weil gar keine hergestellt werden (bzw. nicht im wahrnehmbaren Umfang).

Wir sind jetzt gespannt, wie die Gegenzölle der EU aussehen werden und ob diese ernst sind, oder brutal aussehen sollen, letzteres z.B. wären 80% Zoll auf in den USA gefertigte Tirolerhüte, Trachtenbekleidung und Feinmechanik ... Auch massive Strafzölle auf US-Motorräder und PKW mit Dieselmotor (gibt es sowas?) würden feinstaubmindernd die plakative Lachnummer verstärken. 

Bis jetzt ist der Handelskrieg gefährlich und eine möglicherweise vorgeschobene Lachnummer zugleich.
 
Die Cowboys schießen allerdings auch wirklich, nämlich gleich per Doppelsalve der FED (Zentralbanküberwachung) und der größten Ratingagentur gegen die Deutsche Bank AG (Downgrade) bzw. deren US-Tochter, das ist keine Lachnummer, sondern ernst, denn diese Taktik ist die wirkliche Angriffskonstellation der letzten Jahre gewesen.

Im Handelsstreit hat die FED zu Gunsten der BRD gerade Deutsche Importe um 7,2% verbilligt und zwar gleich alle, Wechselkurs siegt immer.

EUR und YUAN bilden auch ungefähr einen Gleichlauf, gegen diese Front kommen die USA nicht an, die Preise der Welt folgen EUR und YUAN, der USD steigt bloß und Japan kann sich überlegen, ob es noch was exportieren will, so einfach ist das.

2) Cinque Stelli und Lega Nord bilden nun doch eine Regierung und als Lachnummer vereitelte der Italienische Präsident den davorliegenden Versuch einer solchen durch die gleichen Parteien wegen eines Ministerkandidaten und der Gefahr, dass dieser EUR-kritisch sei, was deswegen eine Lachnummer ist, weil Einführungen von Paralellwährungen (BOTs) oder gar EUR Ausstiege nicht Ministerialkompetenz sind, sondern Gesetze, die das Parlament beschließt, der Minister ist völlig egal. 

Und Cinque Stelli und die von der Lega Nord angeführte Allianz haben nun mal eine Mehrheit im Parlament und da das nicht Frankreich ist, kann der Präsident daran nichts ändern. Alle bekannten Pläne dieser Parlamentsmehrheit würden den EUR flexibilisieren und damit auf die Dauer STÄRKEN! Glauben Sie den Schlagzeilen nicht!
Aber für extrem finanzmarktstörende Volatilität im EUR hat das Schauspiel gesorgt.

3) Der von "bösen Russischen Diensten" liquidierte Journalist ist nicht nur von niemandem liquidiert, sondern putzmunter. Ein idealer Anlassfall - Skandal! - um die Sanktionen der EU gegen Russland zu beenden, was Österreich und die neue Italienische Parlamentsmehrheit ohnehin fordern, und so ein zollfreier Ersatzexportraum ist doch was Feines, oder?

4) Die Make Germany even more Greater than Greater Grundlage aus den USA ist gerade eingetroffen: Super Beschäftigungszahlen, damit die ja nicht volkswirtschaftlich handelnde FED, die sich nur auf Datengrundlage zu handeln traut einen Grund hat, um die Zinsen weiter zu erhöhen, weil 1,12 oder 1,13 als Folge im Wechselkurs EUR USD macht dann eben Germany noch viel viel greater!

Der EU und ihrer Exportführungsmacht BRD wird es bald so zusatzlukrativ gehen wie der Schweiz schon länger. Der Schweiz hat die Obama Regierung Lohnsteuereinnahmen und Körperschaftssteuereinnahmen aus einem über-überzogenem Bankensektor geschmälert, indem man sie zwang, jedem Kunden de facto 5 fach die Steuererklärung zu kontrollieren und die SNB holt sich per Frankenschwächung (CHF die sie nichts kosten emittieren und dafür Aktien, Devisen ... anderer Länder bekommen für - nichts) ein Vielfaches davon für das Schweizer Volksvermögen zurück. Schlau, schlauer, Schweiz.

Die EU wird nun eben von den USA damit bedroht, für Produkte wie Aluminium und Stahl beim Export in die USA mehr Zoll zu zahlen, während die FED den Marshallplan 2 auflegt und per Eigenaufwertung ein Multiples davon an Mehrexporten der EU Richtung USA fördert. Make America noch defizitärer again, made by FED.
Uns kann es Recht sein.

Und Trump ist wirklich ein Patriot. Seine Familie stammt aus dem ehemaligen Greater Bavaria und er tut wirklich alles, um es greater zu machen.

Aufpassen müssen wir allerdings auf latente Crashgefahren insbesondere an Finanzmärkten und falls dort in der Folge in der Realwirtschaft, die dieser US-Amerikanische Masochismuswahn im Fremdbedrohungsmäntelchen mit sich bringen kann, wenn die Nummer schief geht. Bis dahin: Sonderschichten schieben und die USA mit importverbilligter Deutscher Qualitätsware beliefern, man muß nehmen, wenn einem gegeben wird ...

Es kann nämlich auch geschehen, dass irgendein echter US- Patriot draufkommt, was der Trump Berater Kudlow da so einflüstert, der ja schon Ronald Reagan dabei half, ein gigantisches Deindustrialisierungsprogramm in den USA durchzuziehen und sich als Sieger wähnt, weil die vollwirtschaftsinkompetente Sovietunion dabei wirtschaftlich niedergerungen wurde. Das Problem, das die EU und China nun haben, ist schnell noch Exportkohle zu scheffeln, bevor sogar Herr Kudlow oder ein anderer draufkäme, dass China und die BRD ein Bißchen wirtschaftsstärker als die ehemalige Sovietunion sind ...

Spaß beseite, der US-Technologiesektor ist davon nicht betroffen, wir kaufen weiter US-Aktien wie Google, Apple, Banken usw. und weiter kein Stück GM, Ford, Caterpillar oder Boeing, denn die FED hat letztere eben auf der Kill- List, per Wechselkurs.
 

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