Hard Asset- Makro- 25/18: Defla XXL-Zuspitzung lt. Fahrplan

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von Mag. Christian Vartian

Geschrieben letzte Woche: Der USD stieg heftig ... an. Das verschlimmert die US-Handelsbilanz weiter massiv, die Regierung, die Überwachstum braucht, um ihre Steuersenkung auf Neuverschuldung gegenzufinanzieren, muß darauf mit immer neuen Zöllen reagieren und die Spirale dreht sich weiter ... nach unten.

Und wo stehen wir nun?:

China und die USA tauschen nur etwas verschärfte Drohungstöne aus, die zu einem Crash der Logistikketten und in der Folge zu Waren-/Produktionsausfall führen können, wenn es sich weiter verschärft.

Auf der noch größeren Aufwertungsfront EUR USD, sprich EUR-Zone gegen USA wird es nun heiß: Die Autos kommen dran, genau wie von uns prophezeit.

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Die Zölle der EU gegen Amerikanische PKW waren vor Ende Januar 2018 mit 10% vier Mal so hoch wie die Zölle der USA gegen EU-PKW mit 2,5% also das nun ganz neue Argument der EU, ihr Zollregime gegen die USA sei "fair" kann man wenn mit Algebra nicht unterstützen. Die US-Handelsbilanz mit der EUR-Zone war schon vor Ende Januar 2018 im schweren Defizit.

Dazu kommen nun 6,67% durchschnittliche Aufwertung des USD gegen den EUR (ähnlich gegen den YUAN usw.) seit diesem Zeitraum und Währungsaufwertung ist ein Zoll, der auf alle Güter wirkt, nicht nur auf spezielle. Diese Aufwertung verschärft die ungerechte Ausgangslage drastisch zu Lasten der USA, ist allerdings von der Zentralbank der USA bewirkt und nicht von der EU.

Es ist daher völlig vorhersehbar, dass die US-Regierung nun zuschlägt, was nicht bedeutet, es sei berechtigt (in irgendeinem moralischen noch rechtlichen Sinne), nur logisch, weil diese nun bedeutend verschärfte Lage schlicht zur hochbeschleunigten Deindustrialisierung des eigenen Landes führt, wenn sie weiter besteht.

Also schlagen die USA eben auch hier zu und der letzte Stand an übersichtlichen Tweets mit permanenter Detailänderung ist ungefähr folgender: 

Natürlich wollen die USA mit den Autos nicht bloß die schon fast ewig bestehenden, vier Mal so hohen Zölle der EU gegen US-Autos bekämpfen, der hier absolut beweisbare Vorwand hat natürlich zum Ziel, die Bundesdeutsche Dauerabwerterei zu bekämpfen, es geht also um den Chart oben und nicht nur um Zölle.

Die US-Administration schert sich hier nichts um Politik und sieht es unverholen (und völkerrechtlich gar nicht sehr falsch) so, dass jedes Land halt mit seiner eigenen Währung antreten soll.

Im Kern geht es schon die ganze Zeit um Währung, nie um etwas Anderes.

Es wertet zwar die USA gerade auf, hätte die BRD aber eine Währung, dann eben sicher nicht gegen diese, das bedeutet, in den Köpfen der US-Administration ist es kein Problem, gegen Italienische Lira oder Französische Franc aufzuwerten, wenn die FED die Zinsen erhöht, aber es ist ein Problem, wenn keine Deutsche Mark (oder irgendwas Anderes) da ist, gegen das man dabei gleichzeit abwerten kann, darum geht es im Kern.

Weil nämlich nichts Deutsches da ist, gegen das man abwerten kann, rasiert den USA im Falle von USD Aufwertung wegen FED Zinserhöhung dann die ultrafitte Deutsche Industrie die eigene US-Industrie weg. Zum Beispiel ist die frühere US-Industrieikone General Electric gerade aus dem Dow Jones herausgefallen, das sagt alles über die Dringlichkeit.

Und da helfen dann nur mehr Zölle.

Da das eine völlig klare Mechanik ist, gehen wir nicht davon aus, dass es inneramerikanische Politische Kräfte gibt, die Trump hier bremsen werden, weil diese Kräfte nämlich aus US-Sicht keine Argumente haben. Außerdem haben diese Kräfte nicht die FED eingebremst, was ja auch funktioniert hätte.

Stellen Sie sich vor, Sie sind ein US- Senator, an sich für Freihandel und hätten nun etwas gegen Trumps Politik, womit wollen Sie argumentieren? Damit, dass die EU vier mal so hohe Zölle auch nach mehrmaliger Anmahnung als "gerecht" bezeichnet und nicht reagiert?

Oder damit, dass Trump sich nicht an die Maastricht Verträge hält, weil er offen und bei Staatsbesuchen verlangt, dass die USA die Handelsbeziehungen mit jedem Europäischen Land einzeln verhandeln wollen, wozu natürlich jedes dieser Länder eine einzelne Währung in Wahrheit bräuchte?

Nur sind aber die Maastricht Verträge privat gewählte Rechtsordnung mancher Länder eines anderen Kontinentes und natürlich nicht US-Recht und kein US-Senator kann damit argumentieren, dass sich die USA an Maastricht Verträge zu halten hätten noch wegen deren Existenz ihre Politik zu ändern hätten.

Wir werten hier nicht, wir zeigen nur auf, dass es nicht sehr realistisch ist, dass Trump inneramerikanisch gestoppt werden kann.

Die vollsouveräne BRD hat eben die von der früheren Besatzungsmacht USA eingeführte DEM abgeschafft und da die BRD vollsouverän ist, kann eben der US-Präsident nicht den Befehl geben, wieder eine Amerikanische Währung namens DEM in der BRD einzuführen, also macht er es halt anders und wenn die nicht hören wollen, dann halt über den Zoll.

Das ist ungeschminkt die Situation, ohne Wertung, weil Wertung und Meinung immer nur Schärfe der Wahrnehmung reduziert.

Trump wird angegriffen werden in den USA, Trumps Team wird Handelsbilanzzahlen bereit haben, die klar beweisen, dass der Handel zwischen Italien und den USA die USA nicht deindustrialisiert und der Handel zwischen Frankreich und den USA die USA nicht deindustrialisiert, aber der Handel zwischen den USA und der BRD die USA massiv deindustrialisiert. Und genau so sehen die Zahlen ja auch aus.

Er spricht ja auch offen von den Mercedes Limousinen in New York und nicht von den Renault Limousinen noch Peugeot- oder FIAT-Limousinen und das ist auch so.

Sein Team sitzt dann also da, will DEM bauen ohne DEM bauen zu können und wird dann wohl haarklein die US vs. BRD Handelsbilanz durchkramen und Zoll für Zoll genau BRD Produktüberschüsse herauspicken und dort Zölle einführen in diesen Sektoren.

Zölle gegen die BRD kann er nämlich auch nicht einführen, nicht wegen dem EUR, sondern diesmal wegen des EU-Zollraumes, der nur einer ist.

Und genau so läuft das wahrscheinlich auch ab.

Die USA sind dabei keinswegs der Gute, weil auch sie außerhalb des US-Rechtsraumes in Permanenz US-Rechtsgültigkeit verlangen, so bei jeder Sanktionitis. Die USA sind aber nicht ignorant-arrogant, das nicht selbst zu wissen. Die EURisten machen mit der Welt das selbe, indem sie ihre Maastricht Europa- und Währungsverklebungsordnung in der ganzen Welt respektiert und befolgt sehen wollen, was nichts anderes als Export ihres eigenen Rechtes in die Welt ist, nur scheint es so, dass diese so ignorant- arrogant sind, das selbst noch nicht einmal zu bemerken.

De Facto ist es also dem ganzen Planeten verboten, mit der BRD einen in der Wirkung ausgewogenen, bilateralen Handelspakt zu schließen, wegen Gesetzen, die aber nur in einem Microbereich der Weltfläche gelten, aber der Export erfolgt weltweit.

Ob man soetwas durchsetzen kann, hängt dann eben von der Stärke der eigenen Armee ab (hier der finanziellen Armee, nicht der militärischen).

Weiter in der Mechanik:

Nun muß natürlich die EU dauernd zurückschlagen auf Zölle gegen Stahl und Aluminium und hat das auch schon mit einer Folklore an Zöllen gegen Bourbon, Harley Davidson Motorräder, Jeans usw. getan, worauf ja nun die USA mit Zöllen auf Autos zumindest androhen zu antworten und wohl auch werden.

Wer gewinnt das, wenn es immer weiter eskaliert? Na selbstverständlich derjenige mit der defizitären Handelsbilanz, nämlich die USA, weil der weniger exportiert und der EU schon bald die US-Produkte ausgehen werden, die santioniert werden sollen bei der Einfuhr nach dem EU-Zollraum.

Um die allgemeine Brisanz aber vollständig zu verstehen, muß man sich nun auch gedacht in ein EU-Spitzengremium setzen. Die BRD verlangt EU-Beschlüsse, um die US-Zölle zu kontern. Ihre Partner machen mit, am Anfang. Die müssen aber auch solche Dingen den nationalen Parlamenten vorlegen. Dort wird nun endlich das Detail angeschaut und bald kommt man drauf: Eigentlich geht es doch uns Italienern so wie den Amerikanern und nicht wie den Deutschen in der Sache. 

Wir werden doch auch deindustrialisiert, wie die USA, seit Jahren (detto Frankreich und viele andere mehr). Warum stehen wir nicht auf der Seite unserer Causa, warum nicht auf der Seite der USA? Und das wird immer stärker. Die Spitzen dieser Länder werden die Informationen und Argumentationsketten längst haben, nur sagen sie sowas nicht, sondern sie "bleiben selbstverständlich im Team und bei der Sache", können aber gegenüber der BRD mit den ja beweisbaren Fakten permanent den Druck erhöhen, um dafür auch zu bekommen, was sie so wollen: Schuldenunion bei Frankreich, ggf. Parallelwährung bei Italien, jede Menge Geld sowieso. usw.

Wie das nun ausgeht ist nun reiner Zufall, weil niemand weiß, ob die Gegenwunschliste der anderen in sich eine Übereinstimmung aufweist. Solange z.B. Italien und Frankreich von der BRD nicht das gleiche wollen, steigt nur der Druck im Kessel, aber es bleibt beim Status quo. Großbritannien will ja auch was und langsam dringend, sagt aber gar nicht was, erhöht ebenfalls nur den Druck im Kessel. 

Macron pokert mit Großbritannien mit verschwiegenen Rieseneinsatz, weil das der letzte Großkunde Frankreichs ist, mit dem Frankreich einen Handelsüberschuß hat und irgendwo im Deutschen Finanzministerium weiß das ein Spitzenbeamter genau und hat schon Schweißperlen dazu, wieviel das dann an Target 2 Zusatzsalden und anderen Stützungen für Frankreich langfristig kostet, wenn denen der Britische Kunde durch zu harten Brexit wegbricht, selbstverständlich zusätzlich zum Wegbrechen des bedeutenden Kunden Großbritannien für die Deutschen Exporteure, wo das in % aber Kleinkram ist. 

Das alles weiß wiederrum der US-Botschafter in Berlin und macht auf den anderen Fronten richtig Dampf mit schon unverholen den verlorenen Status als Besatzungshochkommissar vermissender Klarheit, insbesondere in Migrationsfragen. Da springt nun die neue Italienische Regierung drauf mit ultraharten Standpunkten, im Team mit der Bayerischen. Der Dampf in Berlin steigt weiter.

Damit es im Osten nicht fad wird, macht Macron nun Zusatzdampf gerade frisch: Streichung von EU- Infrastrukturmitteln für Flüchtlingsaufnahmeverweigererstaaten. Wer sind die: Tschechien, Slowakei, Ungarn, Polen ... und was steht dort? Die Supply Chain der Deutschen Industrie. Treffer von der Ostfront, denn die lassen sich das nicht gefallen. Wohlgemerkt ist die Ostfront nicht antideutsch, Macron produziert hier nur gerade einen neuen Konflikt.

Warum wohl?

Eine Tschechopolnoslowakische Grenzschließung und die BRD Industrie steht still (nicht für ewig), vergessen wir das nicht.

Und das nächste Problem: Die Tschechen und Polen kann man über die übliche EZB-Staatsanleihenkaufstoppandrohungsmasche nicht disziplinieren, die haben gar keinen EUR und die EZB ihre Staatsanleihen ohnehin nie gekauft.

Und der Druck steigt weiter!

Und erstmals seit mindestens 28 Jahren können wir nicht wissen, wie das ausgeht, weil es um das Geld geht.

Auch versagen immer mehr Charttechniken seit Monaten nicht generell zwar, aber in der Detailpräzision dramatisch, weil sie eben entwickelt wurden, um Variation an dieser Achse zu analysieren und vorherzusagen:

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und nicht an dieser

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Aber derzeit geht es um die rot gekennzeichnete Achse, um Definition des internationalen Geldsystems selbst und Kämpfe in/ gegen/ um dieses und da können Sie präzise Marken vergessen. Es wird nicht ganz falsch, aber die Richtung ist eben auf die andere (blau gekennzeichnete) Achse ausgelegt.

Also sparen wir uns die Zeitverschwendung, denn SPX 500 gegen Gold, die Kreuzrelation, funktioniert natürlich weiter und wohin der DAX geht, kann sich jeder ausmalen.

Crash voraus? Von was der Crash wäre die erste Frage. Und sicher ist da nichts, auch kein Crash.

Es ist nicht so spannend wie im Juni 2008, eher so wie 1990.

Ich kannte die US-geführte Tri-Zone mit der US-Erfindung DEM gut bis 1990, schlecht ging es denen nicht. Kann also auch sehr gut ausgehen ... oder nicht ... Den anderen ging es auch gut damals, den Franzosen, den Italienern usw.

Aber Schleifspuren oder Ärgeres beim Übergängen vorhersagen kann keiner und was da überhaupt rauskommt, wenn der Druck dann im Supergau entlädt, weiß auch keiner, von harmlos bis Großexplosion alles möglich.

Unser Rat: Auch wenn es schwer fällt: Ich mag die EU-Idee, ich muß das aber wie jede andere Meinung verdrängen. Ich kann den Trump Stil nicht leiden, ich muß aber auch das wie jede andere Meinung verdrängen, sonst kann ich nicht klar denken.

Dies empfehle ich Ihnen dringend auch, denn es könnte wirklich wichtig werden, hier klar denken zu können und klar seine Entscheidungen zu treffen und Meinung und Gefühl stören hier.

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