Hard Asset- Makro- 26/18: Defla XXL-2000 Milliarden weg

Tags: Meinung Charts Analyse Bitcoin Palladium Platin Silber Gold Vartian Defla XXL-2000 Milliarden weg Hard Asset- Makro- 26/18

von Mag. Christian Vartian

Jetzt kracht es richtig, wir hatten es ja vorausgesehen, Woche für Woche, die Mechanik beschrieben und erklärt und jetzt ist die erste Leiche ans Ufer getrieben: 2000 Milliarden an Chinesischer Aktienmarktkapitalisierung sind durch die Deflationisten und Handelskriegsankündigungen bereits vernichtet worden, fast alle Chinesischen Aktienindizes zumindest in den offiziellen Bärenmarkt erstmal eingetaucht.

Schlimmer ist, dass in China zusätzlich noch die Firmenanleihen der Immobilienentwickler eher sportlich fallen und das ist dann ein außerbörslicher Crash, wenn das so bliebe und den repariert die ebenfalls liquiditätsneidige PBoC dann nicht so leicht wie einen börslichen mit akuter Lockerung der Reservenpolitik wie diese Woche. Wenn es an die Immobilien geht, ist dann der Feuerwehrschlauch an Liquidität von Nöten.

Deflation endet immer im Crash oder mit Gelddrucken, weil sich mal wieder "Stabilgeldinflationsverhinderer" als der Volkswirtschaftslehre nicht kundig erwiesen haben.

Indische Rupie ganz unten, EUR und YUAN sowas wie der Nullmeter, der JPY stark und der USD dort, wo er sicher zu noch wesentlich defizitäreren Handelsbilanzen der USA führt: Viel zu teuer.

Obwohl Sie fast überall lesen können, das seien ja gar nicht die Deflationisten, sondern der US-Präsident mit seinen Zollandrohungen, die das angerichtet haben: Die verschärften Zollandrohungen haben es am 15.06.18 ausgelöst. Hier Gold als Beispiel am 15.06.

Open in new window


Nachdem 2 Tage zuvor die US- Zentralbank die Zinsen erhöhte und relativ harte weitere Schritte deflatorischer Natur ankündigte, Gold stieg darauf sogar am 13. und 14. Juni.

Open in new window


Nur hätte Trump ja keine neuen Zölle verkünden müssen, um die US-Handelsbilanz zu retten und ggf. irgendwann zu verbessern, wenn die FED den USD abgewertet hätte, bloß hat sie ihn halt aufgewertet per Zinserhöhung und Versprechen deflatorischer Härte.

Der Auslöser war schon Trump und der nun verschärfte Handelskrieg und Gold und alles andere wäre aufgrund der Zinserhöhung wohl weiter gestiegen, nur mußte Trump sozusagen neue Zölle ankündigen, weil die US-Exportwirtschaft solche Wechselkurshöhen des USD nie aushält, so begann ja die Deindustrialisierung der einst mächtigsten Industrienation durch viel zu hohe Wechselkurse wegen eingefleischter Deflationitis.

Schuld ist also die Zentralbank und die Deflation, nicht der Auslöser, aber der Auslöser Handelskrieg hat es ausgelöst.

Da diese Woche die Opferzahlen rechenbar wurden, verwundert auch der scharfe Abverkauf bei den Edelmetallen kaum, denn vielerorts steht ja, die seien "Geld" und diesmal hat es gestimmt, denn damit wurden die AktienMarginCalls der Chinesischen Aktienspekulanten offenbar auch beglichen und "Geld" (Gold, Silber ...) flog mit auf den Markt.

Auch die Struktur stimmt, der Chart vom 15.06. zeigt eindeutig einen Long Drop aber keiner geht massiv short und nutzt die Gelegenheit, um Gold zu versenken (was einfach gegangen wäre) es wurde nur verkauft, weil wegen anderen Gründen Geldnot war, so ist das halt mit "geldigem" das unverhofft so schlecht werden kann wie ein Zahlungsmittel, wenn es den edlen Status des Assets verlässt und zum Zahlen verproletarisiert wird.

Der BitCoin soll ja auch nicht nur Crypto sondern Währung sein, mit dem wurde ja in den letzten 6 Wochen auch heftig und dringend anderes bezahlt.

Open in new window

Deflation führt zu Geldnot und Geldnot ist unspezifisch, man kann nicht wissen, was derjenige verkauft, der in Geldnot gerät und es ist immer alles, was liquide da ist und keinesfalls immer nur das, was die Geldnot hervorrief (akut Chinesische Aktien).

Anderes zeigt, das es KEIN Geld ist, aber bei Geldnot halt nicht zusätzlich gekauft wird, hier die Alphabet Class A (GOOGL), die meine vielen Smartphones ja so lieben

Open in new window

Die konnte einfach nur nicht steigen. Abverkauft um anderes damit zu bezahlen, wurde sie nicht.
Was zeigt das: Weniger schwache Hände in diesem Markt.

Auch der ganze Monat Juni, ein Horror für unsere Verhältnisse, endete mit Miniplus im Portfolio, was solls, es zählt die Relation zum Machbaren.

Deflation führt zu Geldnot und Geldnot ist unspezifisch, daher funktioniert Gegengewichten nach Marken in Deflationen nicht besonders gut, was auch an den hier ausgewiesenen, teilweise sogar negativen Ergebnissen zu Gegengewichten in den letzten Wochen ausgewiesen war. Irgendwann funktioniert es aber doch, denn der Bruch der 1290 beim Gold und dann der 1280 war halbwegs sauber und so konnte erstmals in dieser Woche halbwegs lukriert werden.

Es wurden in den HAMs immer diese Gegengewichtsergebnisse rechnerisch ausgewiesen, die schlechtesten.

Ich selbst mache, WENN IN DEFLATIONEN, das gar nicht so wie unsere Kunden auch heftig informiert werden, ich selbst hedge schon gleich oben, dann wenn:

  • a) Deflation ist (also das Risiko besteht, dass wahllos aus Geldmangel auch Assets auf den Markt geschmissen werden, deren Präferenz gar nicht negativ ist (also wenn Marken oder der Kurs des Vortags nichts aussagen, siehe Gold am 13. und 14.6. UND
  • b) Der Kurs einen Anstieg hinter sich hat UND
  • c) Der Anstieg zum erliegen kam (z.B. an einem Widerstand)


Das entspricht mit b) und c) dem, was ein Positionstrader tut. Der tut das allerdings immer, ich nicht, ich verwende wenn für Gegengewichten diese Methode nur, wenn a) auch DEFLATION ist (unspezifisches akutes auch Kreuzrisiko), sonst hedge ich nach Marken.

In Deflationen ist das Risiko nämlich nicht sehr hoch, dass ein Kurs nach einem Anstieg einen Widerstand überwindet, jedenfalls niedriger, als wenn kein Geldmangel herrscht. Und in Deflationen ist aber das Risiko eklatant, dass aus dem Nichts ein Abverkauf kommt, weil es ganz wo anders brennt und Marken z.B. von Gold (gestiegen am 13.) dann nicht funktionieren, weil PRÄFERENZ und LIQUIDITÄT nicht synchron laufen.

Wo Deflation aber auf negative Präferenzen trifft, gibt es auch mit Marken keine Probleme, beim Gegengewichten unseres geringen Bestandes an Feinplatin gab es seit Monaten egal nach welcher Methode keine Schwierigkeiten, weil sauber fällt, was keiner will und wenn kein Geld da ist, noch sauberer als sonst.

Nach Doppeltopp die 1000 unterschritten und dann nie mehr gesehen, sowas spart Arbeit

Open in new window 

Open in new window

Ein Gegengewicht plus das physische Asset dagegen ergeben ja ein "USD-Konto" (noch dazu ohne das Risiko einer Bankbonität) und sind zusammen kursneutral. Risiko fürs Vermögen besteht also keines.

In Deflationen ist das Risiko auch nicht sehr hoch, dass ein Kurs nach einem Anstieg einen Widerstand überwindet und wenn schon oben gegengewichtet, ein vermögensneutrales Bordell anrichtet. Ein solches wäre im Worst Case dass ein Kurs einen Widerstand überwindet und dann richtig Gas gibt und stark steigt, der Stopp für das Gegengewicht aber wie er oben gehört, weit gesetzt ist und dann Ihr Gold 15 $ mehr wert pro Unze hurtig erwirtschaftete und Ihr Börsenaccount sich um diese 15 $ entleerte, vermögensneutrales Bordell halt. 

(Mehr als 15 $ Risiko sind nicht einzugehen). Das Bordell sieht dann im Worst Case so aus, dass am Börsenaccount jede Menge Geld fehlt und das Metall stark gestiegen ist und dann verkauft man ein Bißchen was vom Gestiegenen, zahlt das aufs Börsenkonto ein und stellt das Gleichgewicht wieder her.

In Deflationen ist das Risiko gering, dass ein solches Bordell vermögensneutral entsteht und wer das hier verringerte Risiko nimmt, schaut dann den fallenden Kursen bei kühlem Bier im Liegestuhl entspannt zu, reicher in USD wird er nicht, das Metall fällt und am Börsenaccount sammelt sich viel Geld fürs Nichtstun. Wenn es dann zu fallen aufhört ist das Metall zu wenig wert und das Geld viel zu viel und man kauft halt Metall nach. Auch das ist eigentlich ein Bordell, aber in meiner 12 jährigen Erfahrung habe ich gelernt, dass die meisten das toll finden, warum, weiß ich nicht, was immer ich verdünnen muß um das andere aufzufüllen, war mir immer egal, es macht ja vermögensmäßig keinerlei Unterschied.

Unser Portfolio besteht aus Quoten zueinander, also muß man die herstellen, was daran mühsamer sein soll, Gold zu verkaufen um die Quote wieder zu haben versus Gold zu kaufen, um die Quote wieder zu haben, habe ich nie verstanden. Aber die Leute sind nicht rational sagen 12 Jahre Erfahrung. Mir geht vielleicht auch emotionale Beziehung zu Edelmetallen ab und die zu Zahlungsmitteln ist dann gleich vollständig auf null. 

Die GOOGL verkaufen würde aber schmerzen, erwischt! Wirtschaftsfuzzi Vartian ist auch nicht rational. Welch ein Glück, dass sich Einzelaktien (im Gegensatz zu Rohstoffen) nicht linear hedgen lassen und ich mit meiner Psyche nicht in Konflikt kommen kann.

Beim Hedgen nach Marken am Bruch von Unterstützungen sind die Ergebnisse wesentlich geringer, so es kein 100 $ Wasserfall wird und fast nie ein Bordell und wenn es schwach fällt oder blöde zurückspikt auch keine Umräumung in irgendeine Richtung. Diese ist im HAM ausgewertet, dieses Jahr die viel schlechtere, weil Deflation ist. Jeder wie er mag, wir bieten 5 Varianten ständig gepflegt an.

Da wir schon bei Geometrien sind, kommt jetzt ein Crash?

Um auf einen potenziell gefährlichen Sommer vorzubereiten, haben wir in den letzten 10 Tagen für unsere Kunden viele Systematiken erörtert und dargestellt, im HAM einen Bruchteil davon auch.

Deflation haben wir beantwortet: Unspezifischer Geldmangel.

Hier der Chart von diesem Jahr SPX 500 (Wirtschaft) gegen Gold (Rohstoff und Sicherheit)

Open in new window

Beide sinken und auch das ohne Struktur und gleichzeitig. Das ist Deflation.

Wie oft kommt sowas vor?

Open in new window

Selten, aber eben halt jetzt. Im Langfristchart SPX 500 gegen Gold sind:

  • Phasen wo beide gleichzeitig steigen ja meistens Inflation;
  • Phasen, wo einer steigt und einer fällt auch kein Problem, der fallende wird zu Gunsten des steigenden verdünnt (Portfolio) und außerdem gegengewichtet, hier egal ob nach Marken oder zugeklappt.

Die Häufigkeit dessen, was 2018 ab Februar bis jetzt statistisch war, können Sie daher aus dem unteren Chart ablesen, es entspricht einer Periode, wo SPX 500 und Gold gleichzeitig fallen. Zuletzt gesehen im Lehman Crash und danach im Mai-August 2015. Dauer insgesamt: 14 Monate in 17,5 Jahren, das sind 14 Monate durch 210 und das sind ca. 7% Häufigkeit.

Und ja, die Formation am Anfang im Jahr 2008 sieht genau so aus wie die am Anfang 2015 und die jetzt. Und deshalb schreiben wir uns mit Deflationswarnung die Finger wund.

Open in new window

Und 2008 hat es dann massiv gekracht und 2015 ganz knapp nicht, weil China mit dem Feuerwehrschlauch Liquidität zugab. Und weil wir nicht wissen, ob sie es nun tun, wissen wir nicht, ob es richtig kracht. Die Voraussetzungen sind vollständig vorhanden, wie auch 2015 und es kann jederzeit losgehen, wir haben ja gewarnt seit Monaten. Womit kann es losgehen?

Na ganz einfach, mit dem Herunterkrachen oder mit der Liquiditätszugabe per Feuerwehrschlach (ob verdeckt oder nicht). 2008 oder 2015 da Capo.

Was davon: Bei unserer Aufstellung ist es egal, aber fragen Sie den Zentralbanker Ihres Vertrauens, er MACHT es nämlich!

Sie sind nicht eingeloggt! Um den gesamten Inhalt sehen zu können, müssen Sie eingeloggt sein und ein aktuelles Abonnement besitzen. Log-In

© Mag. Christian Vartian

Unser Bloghttp://www.vartian-hardassetmacro.com

Das hier Geschriebene ist keinerlei Veranlagungsempfehlung und es wird jede Haftung für daraus abgeleitete Handlungen des Lesers ausgeschlossen. Es dient der ausschließlichen Information des Lesers.

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers oder Interviewpartners wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der „Metallwoche“ oder deren Betreiber dar. Der vertretene Standpunkt spiegelt nicht die Meinung des Website-Betreibers und stellt keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Anlagemöglichkeiten dar. Beachten Sie bitte auch unseren Disclaimer!

Kommentare

Sie sind nicht eingeloggt! Sie können Kommentare nur sehen, wenn Sie eingeloggt sind und ein aktuelles Abonnement besitzen. Log-In