Hard Asset- Makro- 27/18: Defla XXL-6000 Milliarden und das war nicht mal die Vorspeise

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von Mag. Christian Vartian

Zuerst müssen wir uns selbst zitieren:

„Nur hätte Trump ja keine neuen Zölle verkünden müssen, um die US- Handelsbilanz zu retten und ggf. irgendwann zu verbessern, wenn die FED den USD abgewertet hätte, bloß hat sie ihn halt aufgewertet per Zinserhöhung und Versprechen deflatorischer Härte. Der Auslöser war schon Trump und der nun verschärfte Handelskrieg und Gold und alles andere... wäre aufgrund der Zinserhöhung wohl weiter gestiegen, nur mußte Trump sozusagen neue Zölle ankündigen, weil die US- Exportwirtschaft solche Wechselkurshöhen des USD nie aushält, so begann ja die Deindustrialisierung der einst mächtigsten Industrienation durch viel zu hohe Wechselkurse wegen eingefleischter Deflationitis.“

Also geht es weiter!

In der EUR Zone nichts Neues, noch druckt die EZB, noch finden das viele Geldkonservative schlimm (per se gar nicht falsch), wenn sie nicht vergessen hätten, dass sie mit Basel III den Geschäftsbanken die Schaffung von Kreditgeld per privatbanklichem Kreditgeldmultiplikator fast vollständig verboten haben, damit ein Deflationsloch geschaffen, das dann wiederrum die EZB wenn sie voll druckt noch nicht einmal füllt, sondern bestenfalls vor dem Austrocknen bewahrt.

A gesagt, B kritisiert und den Zusammenhang vergessen, so sind sie, die „Geldwertstabilisierer“. Und deshalb destabilisieren sie Geld.

Würde die EZB nun Ihr „Drucken“ (in Wahrheit die Teilkompensation der durch Bankenverregulierung strangulierten privatbanklich geschaffenen M3) beenden, dann schlägt das schwarze Loch eben ungebremst zu.

Daher sehen wir weiter jede Forderung nach Beendigung der Staatsanleihenkäufe durch die EZB dann als destruktiv an, wenn nicht ABS- Wiedereinführung und die Abschaffung von Basel III damit einhergehen.

Zweiteres wäre BESSER, Positivzinsen der Zentralbank sind besser als Null- oder Negativzinsen. Aber eben nicht isoliert betrachtet, die Geschäftsbanken müssen alles wieder dürfen, was sie 2005 auch durften, dann ja.

Dann ja bedeutet natürlich auch: Andernfalls nicht!

Manchen großen Europäischen Banken geht es – schuldlos – schon schlecht genug wegen der Überregulierung und Strangulierung.

Eine neue Eskalationsstufe erreichten wir am Freitag, dem 06.07.2018, denn nun vernimmt man Drohungen mit der Verzollung ALLER Chinesischer Exporte Richtung USA. Das wäre dann Stufe 4 in der Eskalation, frisch angedroht.

Natürlich sprach die US- Administration diese Drohung nun aus, schon wieder, weil sie mußte, denn

das falkisches FED Protokoll der Sitzung vom 13.06. ist gerade herausgekommen, das davon Kunde gibt, dass die Geldmengenkürzungen und Ziserhöhungen trotz Handelssanktionen weitergehen sollen. Allerdings sind das Handelssanktionen auf Aluminium und Stahl (Stufe 1) gewesen. Am 15.6. verkündete Trump ganz andere Verschärfungen, die zur Vernichtung von nun schon (in USD gerechnet) 2350 Milliarden Aktienwerten in China geführt haben und überall in den Schwellenländern. Diese Schäden waren am 13.06. nicht bekannt und haben die Verschärfung des Deflationsschocks ausgelöst. Und offiziell kann die FED vor August darauf nicht reagieren.

Der Anstifter der Negativspirale, die FED ist also mittlerweile meilenweit hinter dem Antworter, dem US- Präsidenten hinterher.

Stufen 2&3 der Zölle sind teilweise bereits in Kraft und Stufe 4, der totale Zoll auf alles aus China, angekündigt und die Zentralbank ist um Kilometer abgehängt und hat jetzt das Protokoll zur Situation nach Stufe 1 veröffentlicht.

Schauen wir kurz auf die Kurse:

Minus 2,68% in USD seit Beginn der Deflation beim SPX 500

Minus 8,13% in USD seit Beginn der Deflation beim Gold

13510*1,24 = 16752 jetzt 12498*1,17417 = 14675, Differenz DAX in USD zu Ende Januar: Minus 12,40% in USD beim DAX seit Beginn der Deflation.

Minus 44,7% in USD seit Beginn der Deflation beim BitCoin (Vom Top knapp zeitlich vor Beginn der Allgemeindeflation 2/3 Minus).

Je mehr Core, umso weniger sinkt es, da umso weniger schwache Hände in Geldnot sich davon trennen müssen, das ist generell die soziologische Regel in Deflationen und so sehen die Märkte auch aus:

SPX 500 viel besser als Gold viel besser als der DAX viel besser als der BitCoin

Diese Woche ist in USD kaum etwas zusätzlich abgesoffen, die Geldvernichtung durch Handelskrieg und FED ging aber weiter und sohin ist darauf zu schließen, dass die Chinesische Zentralbank etwas Liquidität wohl zugegeben haben wird.

 

Was kommt jetzt?

US- Zahlen noch halbwegs gut, einfach, weil das Durchfressen von Deflation und Aufwertungswahn in die Wirtschaft etwas dauert und dann auch noch, bis es in die Ex- Post Daten zur Wirtschaft, in die Statistiken also Eingang findet, nochmals dauert, aber es kommt, wie das Amen in der Kirche.

Der intellektuellste Satz in den Wirtschaftswissenschaften lautet immer noch: „Ohne Moos nix los“.

Trump, Kudlow und Navarro sind logisch getriebene Beamte, die auf die FED reagieren müssen, also schauen wir uns die Wechselkurse an:

Um 6,98% sind US- Exporte Richtung China seit Beginn der Deflation verteuert und Chinesische Exporte Richtung USA seit Beginn der Deflation verbilligt. Die Zölle Stufe 1, 2 und 3 zusammen gegen China kompensieren alleine diese Brutalaufwertung nie und nimmer, da muß schon Stufe 4 her: Zölle auf alles aus China. Danach kann man rechnen: Die USA wollen mehr exportieren und weniger importieren, so was geht normalerweise mit einer Abwertung um 10% ganz gut und ganz von selber. Geschehen ist das Gegenteil, es wurde um 7% aufgewertet von der FED, macht sohin Summe beim aktuellen Wechselkursstand,

ENTWEDER:

17% Abwertung des USD gegen den YUAN

ODER:

17% Zölle auf alle Waren aus China, falls China nicht antwortet mit Zöllen

DA ES ABER ANTWORTEN WIRD:

17% Plus Gegenzölle (Summe ??? 35%???= auf alle Waren aus China, eskalierend und immer weiter aufsteigend mit jeder Reaktion

Und genau so wird es wohl kommen, denn das sind keine vorpreschenden Haudegen, das sind beamtete Buchhalter, die 3 „Handelskrieger“.

US- Finanzminister Mnuchin hat es ja zur Jahreswende versucht, die nette Tour, klar gesagt, ein schwacher USD sei gut für die USA, keiner wollte hören und damit war der Weg vorgezeichnet.

Was aber 35%???, 65%???.... Zölle anrichten, wissen wir nicht, es gibt keine Modelle für eine computergesteuerte Börse dazu, das sind Zustände wie 1945 und da war ziemlich viel weniger Börse weltweit und das viel langsamer.

Auch zu den anderen Industrieräumen, ähnliches Bild:

Drastische USD- Aufwertung.

Bisher beträgt die Summe an Schäden inkl. Währungskapitalisierungen göbst 6000 Milliarden USD und das war nur der Amuse gueule, also noch nicht einmal die Vorspeise.

Dollar runter oder Zölle rauf, die einfache Formel, wobei man die Zeit nicht zurückdrehen kann, denn selbst wenn jetzt alle Zölle aus 2018 wieder verschwänden, bräuchte es 7% Abwertung des USD gegen den YUAN um selbst den Zustand von Januar 2018 wieder herzustellen, bei dem die USA schon viel zu viel aus China importierten und viel zu wenig nach China exportierten.

Die Zahlen zeigen hier, dass das zwar schon mit Zöllen geht, aber so schnell zu so hohen Zöllen führt (oder zu hohen Leistungsbilanzdefiziten, falls diese ausbleiben), dass das monströs wäre, daher wahrscheinlich nur über Währungsrekonfiguration zu lösen ist.

Das letzte Mal, als in den USA mechanische Industrie wie Autos und Maschinenbau wieder wuchsen, war unter Präsident Bush Jr. und unter Bedingungen von 1,37 bis 1,58 im EUR USD, um auch hier zu zeigen, was nachweislich funktionierte

Solche Wechselkurse heute halten Italien, Frankreich, Spanien und Co. nie aus, außer mit Dauersubvention des ESM, daher führt auch die Variante ohne Zoll an groben Einschnitten nicht vorbei, denn dazu wenn ohne Monsterquersubvention innerhalb der EUR- Zone bräuchte es wieder einen DAX auf 10.000, aber DEM und damit 18.000 USD. Nur wird die BRD das freiwillig nicht machen, quersubventionieren wird sie auch nicht wollen und das daher wohl ein zähes Geziehe mitten in einer Eskalationsspirale werden, weil, Lösung 1 = Zoll keiner in Brüssel will und Lösung 2 = faires Währungsspiel keiner in Brüssel will, womit das Njet aus Brüssel zu allem die USA zu allem entschlossen machen wird.

Wir zählen hier wohlgemerkt vorurteilsfrei Fakten auf und errechnen daraus Szenarien, Meinung haben wir dazu keine. Vollkommen frei fluktuierende Wechselkurse zwischen den Währungen einzelner Länder, die Leistungsbilanzdefizite ausgleichen können sind jedenfalls nachweislich das, was zur globalen Wirtschaftsbelebung funktioniert hat und funktionieren wird und wo das gebrochen wird, kommt der Zoll nicht weniger logisch als Kompensation des Ungleichgewichtes. Es ist das Übel, das das Übel von nicht vollkommen frei fluktuierende Wechselkursen zwischen den Währungen einzelner Länder ausgleicht und am besten, er muß nicht kommen, weil vollkommen frei fluktuierende Wechselkurse zwischen den Währungen einzelner Länder die Leistungsbilanzunterschiede ohnehin ausgleichen.

Die Verklebung der DEM mit der Italienischen Lira zu einem Wechselkurs ist daher nicht schlimmer und nicht beseser als ein Zoll, sie ist auch ein Zoll. Und ein Zoll als Antwort darauf daher nicht schlimmer als die Ursache. Und am besten wären vollkommen frei fluktuierende Wechselkurse zwischen den Währungen einzelner Länder, die Leistungsbilanzunterschiede ohnehin ausgleichen und daher dann kein Zoll. Auch außerhalb von Währungsverklebungsräumen sollte das Anbinden von Währungen an andere (z.B. Südkorea an USA,.....) unterbunden werden, dann funktioniert auch alles.

Freiheit funktioniert immer, Regulierung nie, komplizierter ist das nicht. Und der beste Standard war schon immer gar keiner.

Und das gilt auch im Bankmanagement. Zuerst alles verregulieren und dann die Deutsche Bank anschwärzen verdient eine rote Karte.

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