Hard Asset- Makro- 34/18: Defla XL- Neue Zölle in Kraft und der EUR- Schein

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von Mag. Christian Vartian

Ist noch Deflation?

Selbstverständlich und wie!

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Sie sehen hier, ganz USD - frei, Silber gegen EUR und so ziemlich alles wenn nicht Ultrakurzfristige an Abwärtstrend ist völlig intakt. Mini-Hoffnungsschimmer: Die ganz ganz steile kurzfristige Abwärtstrendlinie ist nun minimal überschritten.

Bei Gold gegen EUR ist die Aufwärtstrendlinie eigentlich gebrochen, die ganz kurzfristige Abwärtstrendlinie allerdings auch

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Die Formation insgesamt hat - noch - einen Dreieckscharakter falls der Ausreißer nach unten nicht schon dessen Bruch gewesen wäre. Damit er das nicht gewesen ist bedarf es allerdings eines recht saftigen kurzfristigen Anstieges.

In USD wurde die 1200 $ Marke wieder überwunden

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was den Markt etwas entlastet.

Aufgrund der Sinkpause des EUR gegen den USD (kurze Korrektur nach oben)

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welche genau in die Berichtswoche fiel, ist der Chart von Gold in USD keinerlei Entwarnung und der Chart von Gold gegen EUR nicht ganz so schlimm, wie er aussieht, aber: Gold kommt mit dem schon selbst sehr bärischen EUR gerade mit und DAS ist bärisch. Silber kommt nicht einmal mit dem EUR mit.

Die brutale Deflation weltweit (in USD gemessen) geht also sehr wohl auch weiter, wenn der USD-Höhenflug gegen den EUR gerade pausiert bzw. retract, sie entspannt sich nur minimal.

Der EUR retracte in der abgelaufenen Woche recht sportlich um 1,58% gegen den USD nach oben

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aber die Performance der Metalle in USD blieb enttäuschend (Pd, Au) bis mies (Ag, Pt) selbst bei einem derartigen Anstieg des EUR, den wir trotzdem nicht besitzen.

Im Prinzip ein programmiertes Minus für das Portfolio, das ja gegen den EUR gemessen wird (zumal auch Cryptos im Winter sind), wenn wir nicht 70% unserer Arbeitszeit und das ziemlich einzigartig erfolgreich im Subportfolio B allozieren würden (Aktien), hier 2 Beispiele

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und damit den SPX 500 so weit outperformten, wie wird das eben tun, was dann im Gesamtportfolio selbst bei 1,58% - EUR Anstieg noch ein Wochenplus gegen den EUR von 0,18% ergab inkl. Cryptos

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und Metalle mit im Rucksack.

Tech Aktien sind viel Analysearbeit aber in der aktuellen Situation das einzige, was echte Dividende für den Arbeitseinsatz abwirft.

Nicht wirklich vorstellen möchte ich mir, was der Goldpreis täte, wenn der EUR USD um die 1,58%, die er in der abgelaufenen Woche stieg, wieder sänke.

Problem wäre es allerdings für uns keines, denn Gold, wenn gehedgt ist ja in USD angeklebt und wenn dieser gegen den EUR steigt, steigen (Gold + Gegengewicht) zusammen auch gegen den EUR.

Aber hübsch wären Kurse unter 1100 $ nicht.

Zollgerede etwas weniger, dafür haben China und die USA aber FAKTISCH Zölle im Wertbereich von je etwas unter 20 Mrd. $ jährlich gegeneinander soeben in Kraft gesetzt. Von Entwarnung keine Spur.

Aus Schriftprotokollen des Offenmarktausschußes der US-Zentralbank sowie aus Reden dessen Vorsitzenden in Jackson Hole ist auch nicht zu entnehmen, dass die US-Zentralbank gedenkt, ihre Position als "Leichenbeschauer" zu verlassen und zu einer Beurteilung bzw. zu Krisenvermeidungshandeln zurückkehren würde. Sie wird zwar dafür bezahlt, tut es aber nicht, sondern bleibt auf dem (nicht schwierigen) Leichenbeschauerstandpunkt: Warten, bis ein Problem hart und nachhaltig in den Daten ist, also bis die Leiche aufgebart und diskussionslos bewiesen tot ist, um dann diesen Tod festzustellen und danach zu handeln. Das könnte aber auch Personal ohne Abitur oder Matura.

Sollten also nicht nachhaltig schlechte US- Daten auftauchen, wird offenbar an der Deflationspolitik (Verkauf von Staatsanleihen in den Markt, völlig egal, ob das Finanzministerium auch gerade eine Überzahl an solchen emittiert) und Zinserhöhungen wohl festgehalten werden. Die USA sind eine starke Nation, die man nur von innen heraus beschädigen kann ...

Unbedingt empfehlen wir den Lesern zu beachten, dass falls die EZB ihre Drohung gegen die Wirtschaftswissenschaften wahrmachte, nicht zuerst ihre Leitzinssätze zu erhöhen, damit der Preis von Geld wieder (sinnvollerweise) seine Allokation sortieren könnte, sondern zuerst zu deflationieren (Staatsanleihenkäufe einzustellen oder sogar welche zu verkaufen) ohne die Zinsen zu erhöhen (falschere Reihenfolge geht nicht mehr), dann würde sich die weltweite Deflation nur weiter verschärfen (und Staatsanleihen in EUR sich wohl den Renditen von US-Staatsanleihen annähern, was einem Crash des Kurses entspricht). 

Wir haben nicht nur keine EUR, wir haben natürlich auch keine EUR-Staatsanleihen aber lustig wäre dies trotzdem für niemanden.

Da der US-Präsident ja im Gegensatz zur Zentralbank demokratisch legitimiert ist, wird er, wie wir wiederholt schrieben, um die Wirtschaft in den USA vor den Folgen der katastrophalen Zentralbankpolitik inkl. Extremaufwertung zu schützen nur mit Zöllen arbeiten können und diese sind ein weiterer Boost der Deflation. Er hat gar keine Wahl.

Treiber in eine positive Gegenrichtung sind weiter nicht in Sicht, was nicht bedeutet, das wir diese ausschließen. Nur glauben oder hoffen gehört nicht zu meinem Job, sondern messen und analysieren und allozieren und investieren.

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