Hard Asset- Makro- 39/18: Defla L-Extrem falkische FED bestätigt Zinswende

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von Mag. Christian Vartian

Die Mitte der Prognosen für das Preisrückschlagspotential bei Immobilien in guten Lagen in den Deutschen Spitzenstädten liegt mittlerweile bei 30% Preisrückschlagspotential - natürlich gemessen in EUR. Dies würde eintreten, falls die EZB begänne, die Zinsen auch anzuheben, so die Studien. Das verstecktes Immobilienrückschlagspotential bei Ausbleiben der Zinswende in der EUR-Zone / EU bei weiteren Zinserhöhungen weltweit sehen Sie dagegen hier..


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Diesfalls erfolgt der Rückgang der Immobilien in Grundbüchern, Katastern, Registern … über den Wechselkurs. 

Dauernd niedrigere Zinsen im EUR gegenüber den Zinsen in den USA führen nämlich schlicht zur Dauerabwertung des EUR und zum Preisrückgang per Wechselkursverlust einer DACH Immobilie gegenüber einer US-Immobilie mit dazu höheren Mietrendite.

Und die Zielzone für die US-Zinsen hat die US-Zentralbank nun mit 3,4% angegeben.

Zum Vergleich dazu liegt die IST-EUR-Verzinsung bei 0,5% und jeder kann sich ausmalen, was in der EUR-Zone los wäre, wenn auch hier dieser Basiszinssatz auf 3,4% ginge, es wäre eine VERSIEBENFACHUNG.

Wenn nicht, sinkt einfach der Wechselkurs, wenn schon, wird es für Immobilien mit mehr als mickriger Miete und ggf. höherer Kreditbelastung sehr ungemütlich, in der Folge auch für Banken, welche diese Kredite massiv am Buch hätten und sie haben dies massiv am Buch, in der BRD noch am wenigsten, bei Österreich oder Frankreich ... oder anderen schauen Sie bitte nur hin, wenn Sie nicht gerade gegessen haben (schlimm).

Bail In ist ja nun vorgesehen, also wurde vorgesorgt, allerdings nicht für die Kontobesitzer, sondern gegen diese.

Der USD hat nun bereits die höchste inflationsbereinigte Verzinsung seit 11 Jahren, konkret seit 2007.

Wer hohe Immobiliendosen beibehalten wollte und aber dieser Situation Rechnung tragen, unser neues Produkt dazu finden Sie hier.

Nun, die Zinswende in den USA läuft ja nun schon länger, warum nennt sich dieser HAM "Zinswende" und was ist Defla L?

"L" steht gemäß unserer Analogie zu T-Shirt-Größen für Large und wenn eine Zinswende und nur diese vorliegt, gibt es Defla- Large. In der abgelaufenen Woche gab es keine Ankündigung neuer Zölle und auch kein akutes Sprungdeleveragging, keinen abrupten Kurssturz Chinesischer Aktien und damit keine Deflation der X-, XL- oder höheren Klasse, sondern eben "nur" Deflation wegen Einzuges von USD gegen Verkauf von Staatsanleihen und wegen erneuter US-Zinsanhebung mit samt dem Versprechen, ohne dass es dazu Inflation geben müßte, weiter Zinsen anzuheben.

Das führt, wenn nichts hinzukommt, eben "nur" zu Defla L wenn es sauber läuft und es lief erstmals diese Woche sauber, denn der Zinsunterschiedszuwachs zu Gunsten des USD bestimmte auch den USD JPY

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und wenn Devisen ohne zusätzliche Deleverage-Schocks sauber dem Zinsunterschied folgen, dann können große Investmentbanken hier per normalem Carry-Trade Liquidität generieren, welche die Deflation der Zentralbank zwar nicht ausgleicht, aber mildert.

Die Auswirkung der Handlungen der FED, ceteris paribus Trump und Restwelt, in dieser Woche war sie "pur" sichtbar.

Was brachte die Woche sonst noch: Palladium in EUR auf Post-Ford All-Time-High-Niveaus

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und endlich ein Sinken der Gold-/Silber- Ratio.

Dazu Querellen um die Bestätigung eines konservativen Kandidaten für das Höchstgericht der USA durch den US-Senat, abermals vertagt. Das ist eine Schlüsselposition für die Trump- Administration, würde doch bei Bestätigung dieses Kandidaten das Übergewicht an Rechten und Konservativen im Höchstgericht derart stark werden, dass Trump juristisch kaum mehr etwas letztinstanzlich zustoßen könnte.

Die US- Konsumausgaben kamen mit 0,3% gemäß Erwartung, die Haushaltseinkommen mit 0,3% vs. Erwartung 0,4% schwächer. Dazu aber später.

Gemäß Maastricht-Kriterien darf ja bei Mitgliedsstaaten der EUR-Zone das Budgetdefizit 3% vom Bruttoinlandsprodukt nicht übersteigen, Italien schreibt die EU aber 1,6% vor (damit Brücken einstürzen?) und hat mit dieser Vorschreibung "Du nur die Hälfte" die Märkte derart nervös gemacht, dass das nun vorliegende Budget Italiens mit 2,4% Budgetdefizit zwar ganz klar und eindeutig den Maastricht- Kriterien entspricht, aber höher ist als die "Du nur die Hälfte"-Willkürgrenze und daher dann gleich der FTSE Mib Index (größter Italienischer Aktienindex) um 4,32% abgestürzt ist.

Japan und die USA verschulden sich, wie es beliebt und unser Set an speziellen Tech-Aktien sieht so aus:

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Kaufe die richtigen Aktien und investiere in souveränen Staaten, kann man da nur sagen. Die “Stabilitätsauswirkung” von Kranksparen sei hier nochmals klar und MARKTWIRTSCHAFTLICH verdeutlicht:

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Krank gespart ist arm gemacht, nachweislich.

Zu einer besonderen Folge des Kranksparens, nämlich der dann nicht vorhandenen Hochtechnologie beim Kranksparer, hatten wir letzte Woche ja Stellung genommen, als Boeing, Caterpillar und Co. (Letzte Reste der Weltspitzenklasse an US-Old-Economy, die dem DAX ähnlich sind) ja besonders stark stiegen.

Wir hatten an der Nachhaltigkeit Zweifel geäußert (sind aber vorbereitet vom Stock Picking her) und tatsächlich ist der Makrotrend weiter aufrecht, der gegen die Old Economy spricht

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DAX gemessen am stark gesunkenen EUR versus

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NASDAQ 100 gemessen am stark gestiegenen USD,

Aber Einzeltitel sind einfach Arbeit und sehr viel Analyse, hier die gestiegene Boeing

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und da die gesunkene CAT

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Sie folgen eben nicht nur dem Makrotrend, sondern auch den Realitäten der einzelnen Unternehmen. Es ist ein Bißchen so wie bei Silber vs. Palladium, wo einem die Arbeit bedeutende Rohstoffkenntnis den Weg weist und keine "Edelmetalltrend" Geschichten.

Nun zur FED, die die Zinsen erhöhte.

Die nachfolgende Pressekonferenz des Vorsitzenden Powell glänzte durch das Wegwischen von Vorausschau, Phillips-Kurve oder selbst Inflation (die er sagte, stiege nicht) um in einem fast kindischen: Wir wollen die Zinsen auf 3,4% bringen, solange es die Wirtschaft nicht umhaut zu enden. Weil wir wollen, warum, geht Sie nichts an.

Amerika First, ursprünglich eine Bewegung Ende der 1930-iger bis Anfang der 1940-iger mit dem Ziel, die USA am Eintritt in den zweiten Weltkrieg auf der Seite der Allierten zu hindern (Proponenten waren Lindberg, Walt Disney und viele andere) wurde ja teilweise von Trump übernommen. Was Powell aber hinlegte, war "America only" bzw. alles andere völlig egal, sogar die Inflation. Emerging Markets: Nie gehört, Rest der Welt: unbekannt, nicht zuständig.

Zinserhöhungen sind ja nicht unbedingt schlecht, viel schlechter ist die Geldmengenreduktion durch Verkauf von Staatsanleihen durch die FED gegen Einzug von USD und auch diese wird fröhlich fortgesetzt.

Der dadurch steigende Wechselkurs des USD hat schon in 2018 zu manchem Handelsbilanzdefizitrekord geführt, auch letzte Woche wieder und was macht man gegen Handelsbilanzdefizite:

  • Abwerten. Das geht nicht, die FED macht das Gegenteil; oder
  • Zollbarrieren, das muss jetzt langsam immer härter werden, weil die FED eben dauernd aufwertet.

Immerhin haben aber nun viele Staaten mit Zinserhöhungen nachgezogen (zuletzt die Phillipinen und Hong Kong), sodass es jetzt eine Zinswende wird.

Es führt übrigens nicht nur

entgegen dem Milchmädchen-Hausverstand

Kranksparen zur Verarmung, sondern es führt auch eine Zinswende

entgegen dem Milchmädchen-Hausverstand

zu einem beginnenden Bullenmarkt beim Gold gegen alles außer den USD (gegen letzteren ist das unklar)

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und zwar nach einem komplexen, dynamischen Zusammenhang. Diesen kann man angenähert stark vereinfacht so ausdrücken: Der mich nicht mögende Feind (Zinserhöhung) meines Feindes (Renditelose Immobilienspekulation) ist mein Freund. Und das liegt an der Umlenkung von Kapitalflüssen, bei denen Gold weniger an den Zins verliert als von stärker betroffenen Zinsopfern gewinnt.

Wir sind zinszyklisch genau wo wir 2007 waren und das ist ein Ausschnitt aus dem Goldchart (in USD) aus dieser Zeit:

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Nur wird sich der Einbruch der Aktien gegen Anleihen in der Ratio nicht wiederholen, der von weißen Edelmetallen gegen Gold wahrscheinlich auch nicht. Wir sind nämlich nur vom Grundzusammenhang wieder hier (2007) nicht aber von der Vorgeschichte her.

Derzeit sieht der Forecast so aus, dass New Economy Aktien, New Economy lastige Edelmetalle und Gold auch gleichzeitig steigen können (aber nicht gleich stark), selbst gleichzeitig mit dem USD. Der Forecast kann sich noch ändern, aber das ist der Iststand.

Und bitte nicht vergessen: Sollten sich China und die EU gegen die globalisierungsfeindliche Politik der USA verbünden wollen, werden sie es mit Smartphones mit wahlweise US- Betriebssystem (und Cloud?) oder US- Betriebssystem (und ICloud?) tun müssen und damit wissen wir, was nicht untergeht in der nächsten Phase.

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