Hard Asset- Makro- 40/17: Das hält die FED nicht durch oder die Demokratie nicht

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von Mag. Christian Vartian

Interessant an der abgelaufenen Woche war der Freitag, die Non Farm Payrolls also. Zuerst kam da der Schocker: -40K vs. +98K Konsens und dies bei einem Konsens, der wegen der Hurricanes ohnehin schon vom Konsensdurchschnitt der letzten Monate (ca. 200k im Mittel) halbiert war. Dann kam eine gute Nachricht (zumindest für jeden noch nicht auf pervers kondizionierten Investor): Die Stundenlöhne stiegen um 0,5% vs. Erwartung 0,2%.

Jeder Franz Josef Strauß (legendärer BRD-Finanzminister und Bayerischer Ministerpräsident- rechter Christlichsozialer) und jeder Anton Benya (legendärer Österreichischer Gewerkschaftsführer- Sozialdemokrat) und jeder Trump (falls er meint, was er sagt) fänden das gut, weil es ganz unideologisch schlicht im nationalen Interesse ist. Und es ist verdient, weil die Löhne in der "Erholung" seit 2008 andauernd hinterhinkten, nachdem die Wiederbelebung der Realwirtschaft in Wahrheit im Sommer 2011 gestoppt wurde. Der massive Impuls aus der echten Wirtschaftsbelebung 2009 bis Sommer 2011 reicht eben bis heute für ein laues Konjunktürchen und für mehr nicht.

Steigende Stundenlöhne sind tatsächlich inflatorisch bzw. angesichts der realen Istsituation deflationsmindernd, aber sie sind gut.

Für Aktien sind sie in Wahrheit neutral, ja, es steigen die Kosten pro Stück, was den Gewinn mindert aber es steigt eben auch das verfügbare Einkommen der Konsumenten, um eine größere Wertsumme an Produkten zu kaufen.

Für Edelmetalle sind steigende Löhne überhaupt perfekt, weil Edelmetalle ein privates Asset sind und mehr Kaufkraft diese unterstützt genauso wie die von höheren Löhnen getriebene leichte Inflationierung nochmals gut für Edelmetalle ist.

Für den Export der USA sind steigende Löhne überhaupt kein Problem, weil sie durch eine höhere Inflation im USD und damit sinkendem Wechselkurs normalerweise kompensiert würden.

Die steigende Inflation ist nun wiederrum dann für niemanden in den USA ein Problem, wenn eine Bevölkerung mit mehr Lohn etwas höhere Preise zahlt. In der Tat ist also in nationaler, US-Amerikanischer Betrachtung NIEMAND auszumachen, den dies stören könnte.

Wenn die küngste Konditionierung nicht wäre und ihre Androhung, die Entwicklung der USA zu ruinieren und dies durch die eigene Notenbank.

Die bislang vernünftige Vorsitzende Yellen ließ nämlich seit wenigen Monaten verlauten, derartig inflationsängstlich zu sein, das man die Geldmenge verringern werde und Zinsen weiter anheben, egal, ob die Inflation weiter unter dem Ziel von 2% bleibt. Diese Institution, die Notenbank, ist daher der Gefährder der US-Exportwirtschaft durch einen unnatürlich steigenden USD bei steigender Inflation, erst dann sind steigende Löhne ein Problem, weil die Notenbank das Problem selbst schafft.

Nachdem die Treiber nun erklärt sind, nennen wir das angekündigte Vorgehen der FED ein Versprechen steigender Realzinsen. Realzinsen sind ja die Differenz aus Nominalzinsen und der Inflation.

Für alle Hard Assets sind aber sinkende oder konstante Realzinsen gut und für den Kurs von Immobilien und Staatsanleihen sind sinkende oder zumindest konstante Realzinsen sogar lebenswichtig.

Sortieren wir hier also:

  • Gold und co.: steigende Realzinsen sind schlecht;
  • Aktien: steigende Realzinsen sind schlecht, aber weniger schädlich als bei anderen Assetklassen, weswegen Fluchtgeld aus diesen in Aktien strömt (cross flows);
  • Immobilien und Anleihen am Sekundärmarkt: steigende Realzinsen sind verheerend.


Ähnlich wie Immobilien und Anleihen, passive Assets ohne Wertschöpfung also, ist nur Gold. Bei verheerender Wirkung auf Immobilien und Anleihen käme Fluchtgeld daher ins Gold.

Aber das muss eine Notenbank, deren Vorsitzender zur Nominierung ansteht und nicht nur er, auch etliche andere stimmberechtigte Mitglieder, einmal politisch durchbringen, nämlich steigende Löhne als "des Teufels" zu verdammen, sofort vorimaginäre Inflationsgespenster deshalb schon als erwiesen und erfolgt zu deklarieren und massiv schneller die Zinsen anzuheben.

Dies entspricht nämlich dem politischen Versprechen von sich bewerbenden Personen, dass sie Lohnerhöhungen mit allen Mitteln bekämpfen werden. VIEL SPASS!

Den Märkten konnte es die FED noch teilweise einreden, aber eben nicht mehr allen Marktteilnehmern, wie die "V" Umkehrformationen in den Charts klar beweisen:



 



bzw. das Gegenteil bei Palladium



Einen dringenderen Beweis, wie wichtig richtige Portfolios sind, kann der Markt nicht liefern.

Dies "V" Formationen bekommt man mit Hedging nämlich nicht in den Griff, die kosten Spreads, sonst nichts. Unser schöner Hedgertrag aus den Vortagen vor dem Freitag mußte einige Federn lassen, nur wenig blieb positiv übrig.

Zu diesem Thema upgedated: www.vartian-hardassetmacro.com/433333810

Palladium tat aber das inpulsive Gegenteil von Gold und Silber und so stabilisierte sich das Subportfolio A von selbst in 2 Schwüngen und auch das Subportfolio B stabilisierte sich recht gut alleine und Long Only.

Zur Erklärung zu Portfolios legen wir nochmals die Philosophie inkl. Audio-File jedem Investor ans Herz:


Es wird in nächster Zeit für jeden Investor absolut notwendig sein!

Insbesondere in einem sowohl für Gold und Silber (Gefahr des Abrutschens) als auch für den S&P 500 und den DAX (errechnete Take-Profit Zonen ante Portas) drehverdächtigen Chartmarkenbereich sind solche Schwünge hundsgemein, weil sie Stopps reißen, was Spreads und Spesen kostet. An der Möglichkeit der Verhinderung von Kursreückgängen durch Gegengewichte ändern sie nichts, sie verlangen nur eine mühsame Wiederholung und das nervt.

Nakte Trades werden gar zu echten Vermögensverlusten in solchen Situationen.

Nur Portfolios, richtig gebaut und gepflegt, halten dem Stand.

Weil gerade Quartalsende war, hier der Update der Performance des Subportfolios A (4 Edelmetalle physisch, ab und an bei Bedarf umgewichtet) für nun bereits 93 nachgewiesene Monate und Long Only gerechnet (ohne jede Absicherung durch Futures)



Die Basis muß halt stimmen!

Wann das Kasperlethater, das hier aufgeführt wird, enden wird, können wir nicht sagen, aber viel Zeit zum Zurückrudern aus dem de facto Versprechen zur Lohnsteigerungsverhinderung, dem Versprechen zum Abwürgen der für die Beleihungsbasis der Amerikaner essentiellen Immobilienkonjunktur und Baubeschäftigung bei gleichzeitiger Zinsverteuerung eines überschuldeten Staates und andere antinationale Nettigkeiten werden die Kandidaten zum FED-Vorsitz nicht mehr haben.

Wir können nicht ausschließen, dass trotzdem so ein Bedroher nominiert wird, aber die Popularität desjenigen, der ihn nominiert, wird es ruinieren, wenn er es tut. Und noch ist das ja eine Demokratie, oder?

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