Hard Asset- Makro- 48/19: Defla Pause - Korrelation am Entscheidungspunkt

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von Mag. Christian Vartian

Obwohl es in letzter Konsequenz von der Kursgestaltung der EZB zur eigenen Währung abhängen wird, siehe z.B. hier...




Spike nach unten, Spike nach oben und das an Thanksgiving im Verein mit einer wirklich absurden Story, dass nämlich die kolportierte Einigung Phase 1 zwischen China und den USA für die Exportwährung EUR bärisch sein soll? Bitte was?;

glauben wie eher nicht, dass der da durchgeht:



Gemeint ist der SPX 500 in einer Relativgraphik der Ratio zu Gold und gemeint ist die Abwärtstrendlinie der Ratio SPX 500 vs. Gold, an der in den letzten Wochen stark gegen Gold angestiegene SPX 500 nun von unten kommend fast angestossen ist.

Das wird spannend. Nur das ist eigentlich spannend, denn Verhältnisse von Assets zu Zahlungsmitteln ("Preise") sind in letzter Konsequenz ohnehin nichts Interessantes, wenn man vermögensmäßig die Einlagensicherungsgrenze überschritten hat, denn Geld ist eine Forderung und kein Asset. 

Spätestens wenn ein Anleger nun mehr Eigenkapital hat als die größte Geschäftsbank seines Landes - was immer leichter wird - stellt sich in der realen Entscheidungssituation ja die Frage Verkauf ohnehin nicht mehr, weil Geld sich nicht gegenparteisicher lagern lässt in solchen Dimensionen, daher kann man ohnehin nur mehr Assets gegen Assets tauschen und interessiert sich dafür: WANN, WAS gegen WAS?

Merken Sie bitte: Außer der Möglichkeit, eine kleine Zinsdifferenz zu kassieren, wenn man sich Geld ausborgt und fast nicht verzinste Staatsanleihen damit kauft liegt der zweite Grund für das "Mysterium", warum so viele Staatsanleihen mit Negativ- oder fast null Rendite gekauft werden in der Bonität der Gegenpartei. 

Eine Staatsanleihe zu halten bedeutet, eine Forderung gegen den Staat zu haben. Und diese Forderung ist ein Wertpapier und dieses Wertpapier ist Aussonderungsvermögen im Falle eines Konkurses der Geschäftsbank, bei der man sie im Depot hält.

Dahingegen ist Geld zu besitzen zwar indirekt eine Forderung gegen die Nationalbank (mit eher höherer Bonität als der Staat, weil sie Geld ja aus dem Nichts schaffen kann), nur ist das keine direkte Forderung gegen die Nationalbank, sondern nur eine direkte Forderung gegen die Geschäftsbank und KEIN Aussonderungsvermögen im Falle des Konkurses der Geschäftsbank, bei der man das Konto hat.

Detaillierte Arbeit mit Forderungsqualitäten führen wir aber nur auf Sonderwunsch für größere Kunden durch.

Was genau, mit Ausnahme von geometrischen Marken und einem Kursloch am EUR vs. USD gerade aufgrund der in den letzten Wochen kolportierten Positivhandelshoffnungen bärisch gewesen sein soll, erschließt sich uns wenn fundamental nach wie vor nicht. Folglich muß jemand den EUR bewußt gesenkt haben.

Unser Palladium steht trotzdem auf vernünftigen Preisniveaus



wenn auch noch unter 1850 USD/ Unze und unsere Aktien ebenfalls,



wenn auch noch leider unter 3200 USD-SPX 500 Punkten.

So weit, so fein, was fehlt ist Gold auf 1800 USD/ Unze.

Silber und Platin schützen uns vor Inflation und USD-Erosion, die stehen korrekt superbillig, denn beides ist eben nicht zur Zeit, bei Dürre sind Schwimmwesten eben nicht der letzte Schrei, das ist ganz normal.

Der SPX 500 oder Palladium sind angesichts der realen Situation keineswegs gegen USD zu teuer, eher zu billig, das Gold ist gegen USD viel zu billig vergleichsweise und damit ungerechtfertigt auch gegen Aktien zur Zeit zu billig.

Eine ganz andere Angelegenheit ist, was in den kolportierten Nachrichten steckt:

Wir vermögen angesichts sich weit unterhalb von Jubelniveaus aber stabilisiert habenden US-Wirtschaftsdaten im Verein mit null Entvorteilsnehmung durch China keinerlei Grund zu erkennen, warum die USA materiell inhaltlich einen "Handelsdeal Stufe 1" mit China abschließen sollten.

Um weniger Sojabohnen zu verkaufen als vor den Handelsstreitigkeiten?

Die Meldungen zur Boeing 737 Max, zur "schnellen Großlösung" also werden nicht besser, sie fliegt noch nicht wieder. Damit ist es nicht möglich durch Kauf von z.B. 400 Flugzeugen auf einen Schlag die Handelsbilanz China-USA auszugleichen (ohne sonst etwas wirklich zu ändern) und mit für China brauchbaren US-Gütern. Wäre halt schön: Handelsbilanzdefizit saniert, das Wunder … nur fliegt es halt leider noch nicht.

Wie die Chinesen selbst beim besten Willen mit der Stopfgabel ihrer Bevölkerung und ihren Zuchttieren mehr US-Sojabohnen und andere Agrargüter hineinstopfen sollen, ist eher auch unklar.

Außerdem sieht es eher danach aus, als daß die Chinesische Wirtschaft einbricht durch den Streit und nicht die Amerikanische. Das ist zwar ein Sieg der USA, nur führt es zum Handelssieg für China, weil China Geld drucken muß um die Konjunkturdelle zu schließen, dieses Gelddrucken den YUAN schwächt und in der Folge China verglichen mit den USA im Außenhandel schon wieder billiger wird. Und dergleichen führt eben nicht zum Ausgleich von Handelsbilanzen, sondern zur Erweiterung von Handelsbilanzdefiziten.

Da wir daher außer: a) Boeing 737 Max in den Himmel; oder b) USD in den Keller nichts sehen, was inhaltlich materiell volkswirtschaftlich zum Ausgleich der Handelsbilanzen führt, bleiben wir da sehr skeptisch.

Das Bashing ohne Beweismittel gegen Huawei, mittlerweile nicht nur in den USA, kann es so nicht sein.

Und gewisse Geometrien im SPX 500 sagen das auch aus - leider gegen USD, also gegen etwas viel Schlechteres als Anteile an Unternehmen (Aktien). Viel besser wäre es, der SPX 500 sähe nach seitwärts aus und Gold nach 1800 USD, denn Ratios können sich auch so annähern. Aber dazu bräuchte es die Rettung der Nicht-Tech-US-Wirtschaft und eine echte Erhöhung der Wettbewerbsfähigkleit der USA auch bei Nicht-Spitzen-Produkten (also auch im preissensiblen Bereich) und das geht, wie Überall, eben nur mit ABWERTUNG!

© Mag. Christian Vartian

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