Hard Asset- Makro 51/13: Aktienindizes logisch, Edelmetalle u?berwiegend unlogisch

Tags: Gold Silber FED Markt Börse Aktien Analyse QE Vartian Hard Asset Makro

von Mag. Christian Vartian

„QE“3 wurde exakt wie im letzten HAM angeku?ndigt, „getapert“. Wir haben Kunden unseres Datenfeeds dies auch 2 Stunden vor der Entscheidung nochmals gesicherter mitgeteilt...

(zum Vergrößern der Bilder, anklicken...)

 

a1


Es geschah, das nicht ganz erwartet, um 2x 5 Mrd./ Monat, wobei der von mir unerwartete Teil die Einbeziehung der Hypothekarschulden darstellte. Diese haben keinen Börsenpreis und könnten daher, sollten sie nun ins Rutschen kommen, kaum durch eine schnelle Aufkaufaktion wieder aufgefangen werden. Das „Tapern“ von Staatsanleihenkäufen ist ungefährlich- da auffangbar. Die Yield der 10-Y Treasury fiel sogar, die der 2-Y und 5-Y stieg leicht.

Der gefährliche Punkt im Zeitbereich des Rumors vor der FOMC Sitzung lag beim S&P 500 exakt wie im letzten HAM angeku?ndigt, bei 1770$ und er hielt knapp.

„QE“3 war nie inflationär. Es diente der Preisstu?tzung von Staatsanleihen und OTC- Hypothekarkrediten und wurde durch das Ansaugen von Geld Richtung der Einlagenfazilität der FED mehr als gegenkompensiert, seit Spätsommer 2013 zusätzlich noch durch ein Reverse- Repo- Programm, soweit es Geldschöpfung betrifft, war „QE“3 daher deflationär.

Die leichte Ru?cknahme ist fu?r Aktien und Edelmetall beide gut, bei Aktien u?berwogen die professionellen Hände...

a2


bei Edelmetall u?berwogen die professionellen Hände nicht...


Es kommt derzeit zu Goldpreissteigerungen bei Lohnerhöhungen und Konjunkturaufschwung und zum Goldpreisfall bei Gewinnsteigerungen von Unternehmen durch Senkung der Inputfaktorkosten. Die in der Vergangenheit preisentwicklungsindikationsgenaueren Commercials- Positionierungen wiesen bei allen Edelmetallen außer Silber eine Zunahme der Longpositionierung auf.

S&P 500 resistance levels sind 1825, 1837, und 1850; support levels sind 1800, 1775, und 1766.


Bedenken Sie bitte, dass ich die Gewinnsteigerungen der börsennotierten Aktiengesellschaften schon das ganze Jahr als real bezeichne. Sie sind inputfaktoreinsparungsgetrieben. Das ist aber keine „Recovery“, sondern nur eine fundamentierte Unternehmenswertsteigerung. Solange die Dividendenrendite höher bleibt als die Staatsanleihenverzinsung, ist an den Aktienindizes nichts ungesund. Stopps gehören mit genug Luft unter dem Kurs aber gesetzt, eine Korrektur wäre fällig, um Luft fu?r sehr starke weitere Anstiege zu holen.


Unsere Aktienmethodik:


Ganze Aktienindizes oder Aktiensubindizes werden als Aktienstu?cke (Einzelaktien, die den Index bilden) gekauft. Das kostet Reaktionsgeschwindigkeit, bringt aber die Dividende.


Und trotzdem stoppen wir Kursru?ckgänge sehr schnell, aber nicht durch Verkauf der Aktien, sondern durch Hedgen derselben, blitzschnell, mit sell to open des entsprechenden Futures. Bei neutraler oder positiver Kurserwartung wird die Futureposition geschlossen, der Aktienbasket floatet wieder mit dem Markt.


Begeben wir uns in dieser Ausgabe des HAM nun auf die Fahndung nach dem eingebrochenen Silber- und Platinbedarf, diese 2 Edelmetalle verzeichneten angesichts dessen, dass sie eigentlich vorwiegend bis fast ganz Industriemetalle sind, den mysteriösesten Kursverlauf in 2013 eingedenk dessen, dass wir ja angeblich „Recovery“ haben.


Zuerst die Chinesische Inflation:


a5


Diese ging seit den Spitzennotierungen von Gold und Silber seit Herbst 2011 stark zuru?ck. Nur stieg diese in 2013 wieder an, während Gold und Silber im Preis crashten.


Die Chinesische Arbeitslosenrate bringt uns bei unserer Fahndung auch nicht weiter:


a6
Schauen wir nun auf die US- Arbeitslosenrate:


a9


Diese war bis zu dem Zeitpunkt, als das letzte echte QE- Programm begann, nämlich bis Ende 2010 sehr hoch. Realistisch ist u?brigens die U6 und nicht die u?berall publizierte U3 (hier braun als „offiziell“ auf dem Chart- offiziell sind aber alle 3, die Frage ist nur, was die Mehrheit der Nachrichten meldet.)


Diese drei offiziellen Arbeitslosenraten der USA sanken also seit Dezember 2010.


Aber nun kommt das Mysterium, hier die labor force participation rate, sie ist fast eine inverse der Arbeitslosigkeit, dru?ckt sie doch aus, wie viele beschäftigte Arbeitnehmer und Arbeitssuchende auf Einwohner kommen:


a10
Die labor force participation rate crasht ab 2010, während die Arbeitslosigkeit zuru?ckgeht, das ist bei gleicher Datenbasis so nicht möglich.


Die Datenbasis/ das Meßsystem muß daher verändert worden sein. Bei sinkender Arbeitslosenrate kann die labor force participation rate nur so dramatisch sinken, wenn Millionen Arbeitslose mit der Jobsuche endgu?ltig aufhören. Das hat sicher stattgefunden, kann aber SO nicht plausibel sein quantitativ.


a11


Die Ausru?stungsinvestitionen (Quelle: NIPA) stiegen auch 2012 und 2013, an einem Zusammenbruch dieser kann der drastische Silber- und Platinpreisabrutsch in 2013 auch nicht gelegen haben.

Wenn in den USA viele Arbeitssuchende die Arbeitssuche aufgaben, spricht dies zwar gegen einen Aufschwung dort, aber den Silber- und Platinpreis senkt es nicht.


In allen Tätigkeitsbereichen (Firmen, Managed Accounts, Feed, NAV- Gefäß) hatte ich Aktien, Gold und Palladium in 2013 richtig eingeschätzt. Bei Gold ging ich von einem Ru?ckgang von knapp 1800$ (Nov. 12) auf etwa 1550$ aus, weil ich die Indischen Goldimportsteuern sehr wohl, die schwachen Patterns im Mai 2012 sehr wohl und die gestiegene Goldminenproduktion in 2012 sehr wohl und die Gefährlichkeit der Zunahme an Goldforderungen ebenfalls gesehen hatte. Ich sah nicht Mario Draghi´s Extremaussage „EUR- Schuldenstaaten sollen ihr u?berschu?ssiges Notenbankgold verkaufen“, nachdem ich aber ohnehin zu diesem Zeitpunkt Mitte April wegen des Vorhergesehenen Ru?ckgangs gehedgt war (u?berall) kostete dieser Sonderkursrutsch um 220$ unter 1550$ kein Geld, weil ich ihn nicht mitfuhr.


Überrascht hatten mich in 2013 nur Silber und noch mehr Platin, welches trotz nachhaltiger Minenstreiks wegen viel zu niedrigem Preis/ Geldnot der Minen seine Korrelation zu Öl vollständig verlor.


a13


Nach 11 Jahren Paarlauf von Platin und Öl sank das erstere zwischen Mitte 2011 und heute gegen das Andere, welches stieg. Erklärung habe ich bis heute keine, denn Platin wies in 2011 keine Preisspikes auf (wie Silber und Gold) und sank seither trotzdem.


Die Langfristkorrelation ist dafu?r gespenstisch: Gold, Silber, DJIA (Dow Jones), Platin und Öl stiegen in den letzten 13 Jahren sehr ähnlich stark um 230 bis 327%. Die rot markierten Trendlinien und Kreise bleiben aber Mysterien, fu?r die wir mit US- Daten, so widerspru?chlich diese sind und mit Goldzyklen keine Antwort finden. Diese Antwort muß bei Silber und Platin in Asien liegen und wir haben die Daten nicht.


Ich erinnere mich an Jim Rogers mit seinem „Silber and Rice work either way“. (gemeint war in Erholung und Systemkrise). Der lebt in Asien und lag komplett falsch- beim Silber, nicht beim Reis.


Platin ist aber derzeit noch mysteriöser: Streiks, BMW Aktien in Rekordhöhen und mit steigendem Dieselanteil, aber keiner braucht Dieselkatalysatoren?


Wir forschen weiter, bis wir dahinter kommen.


Die Edelmetalle entwickelten sich diese Woche entlang ihrer spezifischen Eigenschaften folgendermaßen (Stand – GLOBEX- Schluss):

Gold (Au) sank von EUR 900,53 auf 879,64; minus 2,32%
Platin (Pt) sank von EUR 989,45 auf 971,37; minus 1,83%
Palladium (Pd) sank von EUR 519,81 auf 510,17; minus 1,85%
Silber (Ag) sank von EUR 14,31 auf 14,19; minus 0,84%
Silberzahlungsmittel ist auf dem Zahlungsmittelwert in EUR.
Gold/Oil: 12,20 (VW 12,84) - f. Au
Dow/Gold: 13,49 (VW 12,72) - f. Au


Den Autor kann man unter christian.vartyan@gip-ag.ch erreichen.
Das hier Geschriebene ist keinerlei Veranlagungsempfehlung und es wird jede Haftung fu?r daraus abgeleitete Handlungen des Lesers ausgeschlossen. Es dient der ausschließlichen Information des Lesers.

Kommentare

Sie sind nicht eingeloggt! Sie können Kommentare nur sehen, wenn Sie eingeloggt sind und ein aktuelles Abonnement besitzen. Log-In