Hard Asset- Makro- 52/18: Kollaps der Transflation - Saldo unbekannt

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von Mag. Christian Vartian

Das war ein wirklich hartes Jahr und Übermüdung wohl das passende Wort, um es zu beschreiben. 52% Plus unseres Gesamtportfolios gegen den EUR sind das Ergebnis, erkauft mit hochkomplexer Kleinteiligkeit, Varianzen einzelner Portfoliokleinteile um bis zu 60% vom Hoch zum Minus,... überlegener Treiber- und Korrelationskenntnis (Ausgleich der gewichteten Teile zum Risikoausgleich und letztlich zum Gewinn), der Unmöglichkeit, sich aus dem Gesamtportfolio Einzelteile „rauszupicken“ (ausgenommen Gold & SPX 500 und auch die nur zusammen), aber gemeistert, zu Lasten von zu wenig Schlaf.

Im großen Bild richtungslose Extremspinnenbeine überall, die nirgendwo hinführen, aber im kleinen Bild mit satt 100-200 USD pro Spinnenbein rauf/runter beinhart zuschlagen.

So seit mindestens 15 Jahren nicht vorgekommen, Lehman 2008 war dagegen chartechnisch ein Kinderspiel.

Die Deflationssituation weltweit hält an:

Der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB wird eingestellt. Mit einem massiven Kursrutsch zumindest der Summe der EUR-Zonen Staatsanleihen und entsprechenden Konsequenzen ist zu rechnen ab Januar. Die aktuellen Kurse sind weit überhöht, insb. im Vergleich zu US- Staatsanleihen.

Nun sind die Zinsen im USD nochmals um 0,25% gestiegen und FED Vorsitzender Powell versprach noch 2019 nachzulegen, gleich 2 Mal, bekundete zudem, der FED seien Märkte ziemlich egal und auch ihr Anleihenverkaufsprogramm problemlos. Der Anbeter der Deflation legte ein eiskaltes und demaskiertes Glaubensbekenntnis ab.

China beendet das Jahr mit einer Eigenkapitalvernichtung in Höhe von 2400 Milliarden USD an Aktienkapitalisierung gemessen vom Jahresanfang (und mehr vom Hoch), der Dezember war der 7. Monat in Folge an Chinesischer Wachstumsschrumpfung.

700 Zölle wurden jetzt- sehr sehr spät- gesenkt und mehr Liquiditätsbereitstellung angekündigt.

Die US- Konjunktur geht noch auf einem Bein, böse angeschossen von der eigenen Zentralbank.

Vor 11 Monaten haben wir die Deflation erstmals gemessen und publiziert, damals alleine. Jetzt sieht sie jeder.

Wir hatten auch gesagt: „Da geht es nicht um Assets, das GELD ist das PROBLEM“

„Completely bizzare Stock Moves“ lt. Blommberg- Titelseite dieser Woche. Es beginnen nun andere auch das zweite zu „riechen“, denn das Chaos geht bei den Assetpreisen nicht nur nach unten und die Korrelationen waren am Tage des ca. 100 USD Anstieges des SPX 500 am 26.12. ganz anders als beim ca. 100 USD- Anstieg des SPX 500 am 28.12. Also ist da was seltsam.

DIE FLUCHT AUS DEM PROBLEM IST DAS! DAS PROBLEM IST DAS GELD, DAS SEINE DESTRUKTIVE WIRKUNG NUN ÜBERTRIEBEN HAT.

GELD IST DER EINZIGE BÖRSENGEHANDELTE WERT (als X- Achse), DER UNTERGEHT, WENN ER ZU STARK STEIGT, WEIL SEIN ZU STARKES STEIGEN DEN UNTERGANG DES LAGERORTES BEWIRKT (Bank-Bail-In), auch das steht bei uns seit Monaten geschrieben.

2,25% Zinsen im USD seit der Zinserhöhung, 0% Zinsen im JPY und der USD kratzt ab, Zinsdifferenz egal!

NIEMAND WILL DORT INVESTIERT SEIN, WO DER EINSPARUNGSRASENMÄHER IHM DEN KOPF WEGSCHNEIDET.

GELD IST WEDER EIN ASSET, NOCH EIN INVESTITIONSZIEL, DESHALB RENNEN DIE GELDSTRÖME AUS „KONSERVATIVER“ GEMACHTEM GELD WEG UND NICHT HIN, DENN SIE RENNEN DORT HIN, WO ASSETS UND WIRTSCHAFT WACHSEN UND GEFÖRDERT WERDEN UND NICHT DORTHIN, WO SIE ABGEWÜRGT WERDEN.

Auch gegen EUR, gegen CHF…..USD runter, weil er beim „härter gemacht werden“ nun gefährlich hart ist.

Wenn Herr Schäuble diametral aus „Währungsstärkungsmotiven“ 2012 ff gegen echte Volkswirtschaft verstieß und wir das anprangerten, weil er den EUR damit nicht stärkte, sondern versenkte, konnte man uns „antideutsch“ noch unterstellen. Wenn das der nichtdeutschstämmige Amerikaner Powell macht und das exakt gleiche geschieht, sollte das nun vom Tisch sein.

Deren Nationalität ist nicht „Deutsch“ oder „Amerikanisch“, sondern Volkswirtschaft ignorierend, fachfremd und gefährlich für die Welt.

Und schon wieder ist die herrschende Lehre des Monetarismus gescheitert, es ist kein Deutsches Patent von Schröder und Schäuble, deren Kranksparen den EUR versenkte, es ist die falsche Theorie und Theorie hat keine Nationalität, wenn es die USA und Herr Powell machen, scheitert es genauso.

OPFER FORDERN, UM SCHADEN ZU STIFTEN, das ist, was diese Leute anrichten. 

Aber: Restriktive Geldpolitik verhindert doch Kreditexzesse bei Unternehmen, oder?

Antwort: NEIN, sie führt zur Überschuldung.

Beispiel: Ein kleines Unternehmen mit Börsennotierung hat 100 Mio. an Börsenwert an Eigenkapital und 200 Millionen Fremdkapital. Nun beginnen die Deflationisten zu toben.

Der Umsatz bricht ein, das führt zu einem höheren Bedarf an Krediten, nicht zu einem niedrigeren. Selbst wenn jetzt brutal Forschung und Ausbildung von Mitarbeitern zusammengestrichen wird, schafft das Unternehmen zu Lasten seiner Zukunft vielleicht 10% an Kreditreduktion mitten beim Umsatzeinbruch, das ist bereits Kahlschlag (ich würde so eine Aktie sofort verkaufen). Der Kahlschlag und der von der Deflation verursachte Börseneinbruch lassen den Aktienkurs um mindestens 25% crashen.

Verschuldungsquote vor Beginn der restriktiven Geldpolitik: 200 Million Fremdkapital / 100 Millionen Eigenkapitalwert: = 200%

Verschuldungsquote nach Beginn der restriktiven Geldpolitik: 180 Million Fremdkapital / 75 Millionen Eigenkapitalwert: = 240%, die Verschuldung STEIGT und die Zukunftsfähigkeit ist außerdem kaputt.

Wie entschuldet man dann ein Unternehmen?: 6% Wachstum bei 4% Inflation und 2,5% Zinsen über 10 Jahre (1,5% Negativrealzinsen für 10 Jahre). VORWÄRTS geht es , RÜCKWÄRTS nie. Die Verschuldung von Unternehmen konnte während QE2 abgebaut werden, seit dem Tapering steigt sie wieder und seit der restriktiven QT (Quantitative Tightening) Periode steigt sie noch stärker.

Oben steht, warum.

Und 100 USD Sprünge im SPX nach einem von der Zentralbank bewirkten Crash ohne dass die Unternehmen schlechter geworden wären, sind ein normales „Buy the Dip“. Aber nicht 2 Mal. Das 2. Mal ist das dann: „Mißtrauen gegen Geld“

Moment mal: Gewagte Aussage und irgendwo im Hinterkopf ist da was: Geld, Geld, ach ja- Silber fällt mir zu Geld ein.

Und, als ob es eine vom Himmel geschickte Beweisbeibringung zum oben Analysierten wäre, da sind dann auf einmal 2 Doppelböden drinnen beim Silber, weil das Zahlungsmittelgeld in Gefahr ist (beim Steigen, ein Kunststück, aber das haben wir vorhergesagt).

Großer Doppelboden rot eingekreist, kleiner Doppelboden blau eingekreist.

Nach Uraltchartinterpretation muß man sagen: Schöner wird es nicht mehr.

Und prompt haut Silber um 4,36% mitten in einer Crashwoche um 4,36% gegen den EUR nach oben ab, gegen Gold auch nicht schlecht sogar gegen Palladium (die beide schön gegen EUR stiegen).

Wer meinen Vortrag anläßlich der Edelmetallmesse 2018 besuchte, weiß detailliert, warum und dass eben Silber genau

1) das kann, was jetzt zusammengerührt wurde und

2) in Starkinflationen nach oben davonfliegen,

sonst aber nicht viel.

Der Extremist unter den Edelmetallen, das Silber, zeigt an, worum es geht, ums Geld geht es. Eine Bestätigung mehr.

Nun wissen wir zwar inhaltlich genau, was da liquiditätsstromtechnisch vorgeht, haben aber keinen Namen dafür. Inhaltlich ist die Transflation kollabiert, ein Staubsauger über mehrere Jahre hat aufgehört hier abzusaugen und dort hinzublasen.

Wenn das anhält, ist das auch das Ende der Periode von 2012ff., wo jede Reduktion des Geldmengenzuwachses (Tapering) und danach jede Geldmengenverringerung (direkte Deflationierung – Quantitative Tightening) bestimmte Geldflüsse des insgesamt geringeren Weltgeldes in bestimmte Richtungen auslöste, sodaß es in Kernräumen mehr wurde und in der Peripherie abgesaugt.

Jetzt war es ein Mal zu viel, die Kernräume geben jetzt Geld ab, weil es nicht sicher ist und nicht sicher sein kann, denn – Wiederholung- GELD IST DER EINZIGE BÖRSENGEHANDELTE WERT (als X- Achse), DER UNTERGEHT, WENN ER ZU STARK STEIGT, WEIL SEIN ZU STARKES STEIGEN DEN UNTERGANG DES LAGERORTES BEWIRKT (Bank-Bail-In)

Deswegen heißt dieser HAM als erster seit Mitte Januar 2018 nicht „Defla..“, weil zwar weltweit die Geldmenmge ganz sicher auch in dieser Woche gesunken ist, das aber etwas Neues, Anderes ist. Name wird gefunden werden, Arbeitstitel: Kollaps der Transflation

Und, ewig nicht geschrieben, aber immer beachtet: Die ca. 8% Silber vom Gesamtvermögen (unsere Dosis derzeit, frisch gestiegen) sind bei Ihnen ja selbstverständlich im systemunabhängigen Zugriff, physisch und wirklich da, dann ist es ja gut. Wenn nicht: Beheben (das gilt für alles Andere aber auch: Gold, Palladium, Aktien.........)

8% zu wenig? Nein, wenn das losrennt, werden das von selber 30%, ohne Zutun.

Zuletzt noch mehrere Fragen nach der Messe beantwortet: Nein, ich bin nicht der „neue Silberjunge“ noch „Silberguru“, sondern einfach ein alter Silberversteher.

Frohes neues Jahr an alle!

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