Hoffen wir das Beste und bereiten uns auf das Schlimmste vor

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von Thorsten Schulte (Silberjunge)

Lassen Sie mich zunächst auf die Bedrohung des Bargeldes eingehen, bevor ich auf weitere mich beunruhigende Entwicklungen sowie die aktuelle Lage bei Gold und Silber nach der von uns erwarteten Korrektur zu sprechen komme. Vorausschicken will ich, dass ich mich sehr freue, auf der kommenden Edelmetallmesse am 3. November um 17:10 Uhr in München sprechen zu dürfen. 


Jetzt das Bargeld und bald das Gold

Viele fragen mich, warum ich derzeit so viel Zeit in die Arbeit als Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins Pro Bargeld - Pro Freiheit e.V. stecke. Insgesamt an 9 Tagen werden wir immerhin wie erstmals am 4. Mai 2016 an der Konstabler Wache für die große Kundgebung am Samstag, den 22. Oktober 2016, ab 14 Uhr auf der Hauptwache in Frankfurt werben. Wir werden auch drei Geldtransporter dank der Unterstützung der drei größten Werttransportunternehmen auffahren. Ich freue mich besonders, dass wir neben Prof. Joachim Starbatty den ehemaligen Partner der Börsenlegende Andre Kostolany, den Kapitalmarktexperten Gottfried Heller, gewinnen konnten. 

Mehr dazu unter: www.pro-bargeld.com

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Wer das im Englischen Ende August und im Deutschen am 26. September 2016 im Finanzbuchverlag erschienene Buch "Der Fluch des Geldes" von Kenneth Rogoff kennt, der dürfte unsere Warnungen vor einer bargeldlosen Gesellschaft nicht als Verschwörungstheorie abtun. Rogoff war Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds und ist Harvard-Professor. Schon im Vorwort fragt Rogoff: "Warum sollten wir uns nicht einfach vom Bargeld trennen?" Er beschreibt Schritte auf dem Weg "zur aktiven Abschaffung des meisten Bargeldes", was, wie er deutlich macht, "als richtiges Ziel anzusehen ist" (Seite 281). Dieser Mann sitzt in der Group of Thirty neben EZB-Präsident Mario Draghi, dem Chef der Bank of England Mark Carney und dem Chef der New Yorker Fed William Dudley. 

Auch der zweite US-Vorkämpfer für eine Welt ohne Bargeld, der ehemalige US-Finanzminister Larry Summers, gehört zu dieser von der Rockefeller Foundation 1978 ins Leben gerufenen Denkfabrik, die sicherlich vieles im Schilde führt, nur nicht im Interesse des Allgemeinwohls arbeitet. Rogoff, Summers, Draghi, Carney und Dudley sind allesamt Vertreter der Finanzelite, zusammengebracht von der Rockefeller Foundation. Rogoff will bis auf den 10-Euro- und den 5-Euro-Schein alle großen Scheine aus dem Verkehr ziehen. Ein sehr raffinierter Plan, denn die schleichende Umsetzung wird unbemerkt von den Massen erfolgen. Dagegen müssen wir handeln. 

Marc Faber schätze ich seit langem und durfte bereits einige Male als Redner neben ihm auftreten. In seinem jüngsten "The Gloom, Boom & Doom Report" vom 1. Oktober schreibt er, dass er Kenneth Rogoff seit mehr als 20 Jahren kenne und eine gute Meinung über den Ökonomen Rogoff gehabt hätte bis er das Buch "Curse of Cash" (Der Fluch des Bargeldes) gelesen habe. Ich kann ihn nur zu gut verstehen. 

Fabers weitere Worte fasse ich frei übersetzt wie folgt zusammen: "Für die 'vollkommene' Implementierung von negativen Zinssätzen würde die Abschaffung des Bargeldes - und auch Goldes und anderer Edelmetalle- unentbehrlich sein. Deshalb, bevor meine Leser behaupten, dass eine bargeldlose Gesellschaft keinerlei Bedeutung für sie hat, weil sie nur Kreditkarten verwenden, sollten sie darauf vorbereitet sein, dass im Anschluss an die Abschaffung des Papiergelds, der nächste Schritt die Enteignung über eine Art Notstands-Präsidentenerlass von Gold, Silber und Platin sein wird".

Genau dies schreibe und sage ich, wann und wo immer ich kann. Mehr will ich hier nicht zum Bargeld und zu unserer bedrohten Freiheit sagen. Wir haben auf unser Internetseite viele wichtige Informationen zusammengetragen. Ich hoffe, Sie nehmen unser Angebot war und sind am 22. Oktober 2016 dabei. Viel zu viele beklagen sich zwar und kritisieren, aber die wenigsten handeln. Wer heute nur jammert, aber nichts macht, braucht mir in einigen Jahren nichts vorzuheulen. Dies mag für viele heute vielleicht zu deutlich geschrieben sein, aber es ist wie es ist. Klar ist natürlich dabei, dass Bargeld als Vermögensschutz keine Lösung ist. Mein Kampf für das Bargeld soll nicht zu falschen Schlüssen führen. Bargeld ist Papiergeld und es gibt heute so viel wie noch nie davon gemessen an der Wirtschaftskraft. Seit 2001, schon zu meiner Zeit als Investmentbanker, öffne ich daher in Bezug auf Gold und Silber Augen.


Warnung vor Korrektur bei Gold und Silber leider zutreffend

Bereits am 24. September schrieb ich im Silberbulletin auf Seite 5: "Käme es dennoch zu einer Korrektur auf vielleicht 17 bis 18 US-Dollar, würden wir uns über eine weitere Einstiegsmöglichkeit freuen. Volles Risiko in der jetzigen Situation zu gehen, ist nicht zweckmäßig und professionell." Die noch nie zuvor gesehenen Netto-Leerverkäufe der vier größten Marktspieler im Silber-Future, die extrem hohen Leerverkäufe von Aktien beispielsweise von Silver Wheaton und First Majestic Silver sowie die niedrigen Gold- und Silberverkäufe der australischen Perth Mint und der US Mint stehen für eine ganze Reihe von Warnsignalen, auf die ich im Verlauf noch eingehe. Gerade in einer Zeit, in der über eine Pleite der Deutschen Bank fabuliert wird und die Kriegsgefahren zwischen Russland und dem Westen in Syrien massiv steigen, müssen Gold und Silber unten bleiben. Verschwörungstheorie? Mitnichten! Nur wer selbst denken kann, ist hier klar im Vorteil. 


US-Kriegsfraktion wird hoffentlich scheitern

Mir wurden bereits im Februar und März dieses Jahres von Insidern massive Warnungen in Bezug auf den Frieden mit auf den Weg gegeben. Meine Sorge ist, dass unser im Todeskampf befindliches Finanzsystem durch Krieg Nebelkerzen zünden wird. Hope for the best and prepare for the worst. Hoffen wir das Beste und bereiten uns dennoch auf das Schlimmste vor. Was mir in Hintergrundgesprächen in diesem Jahr erzählt wurde, ist und bleibt vertraulich. Dennoch will ich meine Leser sensibilisieren. Die geopolitischen Spannungen sind heute größer als während der Kuba-Krise. Dennoch hoffe ich, dass die Vernunft heute wie damals obsiegt. 

Schauen Sie sich einmal den folgenden Bericht aus den Tagesthemen vom 3. Oktober an. Auch die Russen wollen natürlich mit Propaganda und Ängsten die Reihen schließen. Bei alledem sage ich Ihnen, dass uns Otto von Bismarck im Januar 1870 sicher nicht hätte sagen können, dass er am 13. Juli 1870 die Emser Depesche verfassen könnte, diese einen Tag später als Grundlage für eine Pressemitteilung dienen würde und die Franzosen Deutschland dann am 18. Juli 1870 den Krieg erklären würden. Es ist wie bei einem Schachspiel. Konkrete Voraussagen verbieten sich daher. Schauen Sie sich dennoch den folgenden Bericht an. Darin kommen Dinge zur Sprache, die Sie bitte nicht leichtfertig als reines Geplänkel abtun: www.tagesschau.de.

Hier auch ein Link zu einer Seite, die ich zwar selten verlinke, aber deren Inhalte zumindest in diesem Fall gedeckt sind von vielen anderen Berichten. Ich habe mir die Anhörung des US-Generals selbst angesehen: www.wsws.org.

Ich will hier keine Angst machen und hoffe selbst, dass eine Zuspitzung verhindert werden kann. Jedoch sollten wir sehen, was derzeit geschieht. Das Schlechtreden von Russland und Putin in den deutschen Medien verstellt den meisten Deutschen derzeit den Blick auf die Wahrheit. Ich sage dies als jemand, der 26 Jahre CDU-Mitglied war und sehr US-treu erzogen wurde. Im Oktober 2015 lernte ich in einem persönlichen Gespräch Willy Wimmer kennen. Als junger Mann schätzte ich ihn sehr. Damals war er verteidigungspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, später Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium unter Helmut Kohl. 

Dieser Mann kritisiert heute offen und meines Erachtens völlig berechtigt die Aggressionen der USA gegen Russland. Heute schätze ich Willy Wimmer noch mehr aufgrund seiner Geradlinigkeit und Bereitschaft, Dinge beim Namen zu nennen. Ich selbst habe mein Spiegel-Abonnement im Juli 2014 nach über 15 Jahren beendet. Grund war dafür das Titelblatt "Stoppt Putin jetzt", welches für mich der Gipfel der US-Propaganda war. Ein solches Blatt will ich nicht noch mit meinem Geld unterstützen. Blinde Treue zu den USA ist genauso wenig zielführend wie sie gegenüber Putin angebracht ist. Aber ein friedliches Zusammenleben mit beiden Ländern ist für Europa von existentieller Bedeutung. 

Open in new windowEs gibt unter den Militärs, ob in den USA oder auch bei uns, immer mehr, die den Kriegskurs nicht mittragen und sich vor ihrem Gewissen verantworten können wollen. Daher ist nichts in Stein gemeißelt und sollten Sie gläubig sein, beten Sie für diese Menschen.

Mein Einsatz als Vorsitzender von Pro Bargeld - Pro Freiheit e.V., der mich am Dienstag und Donnerstag dieser Woche jeweils 5 Stunden in der Kälte in Frankfurt mit einem Mikrofon hat stehen lassen, ist meiner Sorge um unseren Frieden und unserer Freiheit geschuldet. Aber ich bleibe ein realistischer und dennoch unerschütterlicher Optimist. Sie hoffentlich auch.


Nun zu Geldpolitik und der neuesten Legendenbildung

Nach Goldman Sachs vertritt nun auch JP Morgan Chase die Ansicht, dass die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in diesem Jahr auf zwei Prozent ansteigen könne. Aktuell sind es 1,718 Prozent. Die Rendite 10jähriger deutscher Bundesanleihen stieg von -0,119 Prozent am 30. September auf zuletzt +0,02 Prozent. 

Am 4. Oktober 2016 veröffentlichte Bloomberg einen Bericht um 17:38:57 Uhr. Silber notierte da bereits bei 18,12 US-Dollar. Der Abverkauf hatte bereits begonnen. Wie so oft dürften interessierte Kreise Vorabinformationen besessen haben. Am 6. Oktober erschien auf der 1. Seite des Finanzteils der FAZ ein Artikel mit der Überschrift "Spekulationen über ein Ende der Geldflut". Der Pressesprecher der Bundesbank, Michael Best, hatte da bereits erklärt, er halte den Bericht für "reine Phantasie". 

Klar ist doch, dass nach massiven monatlichen Anleihenkäufen von 80 Milliarden Euro ein "Runterfahren" nicht von heute auf morgen passiert, sondern allmählich erfolgen muss. EZB-Direktoriumsmitglied Peter Praet sagte am 6. Oktober in New York: "Die allmähliche Rückkehr unserer Wirtschaft zu einem ausgewogenen Wachstumspfad unter der Bedingung der Preisstabilität, die wir in unseren Prognosen vorhersagen, würde höchstwahrscheinlich zum Stillstand kommen und umgekehrt werden, wenn die geldpolitische Expansion, die derzeit in den Kreditbedingen enthalten ist, zu früh zurückgezogen würde." 

Dieses Zentralbanker-Neusprech ins Deutsche übersetzt: Finanzsystem und Realwirtschaft brauchen wie ein Drogensüchtiger ständig neue Rauschmittel. Bekommen sie sie nicht, wird es gruselig. Trinkt ein Alkoholiker keinen Alkohol mehr, kommt es nach vier bis zwölf Stunden zum Alkoholentzugssyndrom. Der plötzliche kalte Entzug kann tödliche Folgen haben. Im Finanzsystem droht der totale Vertrauensverlust und der völlige Kollaps. Lassen wir uns also nicht den Blödsinn einreden, dass unsere am Notenbanktropf hängenden Volkswirtschaften bald ohne die beispiellose lockere Geldpolitik auskommen.  

Im Silberbulletin vom 1. Oktober zeigte ich Ihnen umfassend die Lage Eurolands und insbesondere die Situation Italiens. Wer diese Charts und Fakten über Italien kennt, weiß um die Bedrohung für die Eurozone. Daher ist das Gerede von einem Ende der lockeren Geldpolitik der EZB völlig grotesk. Aber viele im Tal der Ahnungslosen lebenden Investoren lassen sich halt davon beeindrucken. Hier die deutsche Übersetzung der Bloomberg-Nachricht, die am 4. Oktober 2016 um 17:38:57 Uhr im englischen Original veröffentlicht wurde:

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Quelle: Bloomberg



Wichtiges zur Silberpreisentwicklung

Im folgenden Chart sehen Sie den Silberkurs im logarithmischen Tageschart. Ich sehe Chancen, dass wir drehen, aber ein kurzweiliges Überschießen nach unten kann nicht ausgeschlossen werden. In den letzten Wochen erwähnte ich aus gutem Grund immer wieder den Absturz des Silberpreises im Januar und Februar 2010. Nach noch 18,85 US-Dollar am 20. Januar 2010 kam es zu einem Rückgang von 22,3 Prozent auf 14,64 US-Dollar am 5. Februar 2010. 

Damals warnte ich auch vor einem Einbruch und unter 15 US-Dollar waren wir megabullish. Die Silber-Fangemeinde hingegen war Mitte Januar 2010 euphorisch und am 5. Februar 2010 depressiv. Wir handeln antizyklisch und so bleibt es auch. Aus diesem Grund warnte ich am 4. Juli 2016 und nahm Teilverkäufe vor. Meine Goldoptionen bis Ende 2018, die ich nach mehr als einer Verdreifachung halbierte, kann ich jetzt zum halben Preis zurückkaufen.

Seit dem Hoch am 4. Juli 2016 verlor der Silberpreis in der Spitze 19,1 Prozent. Schauen Sie sich im unteren Chart die Abwärtstrendlinie über die Hochs vom 4. Juli und 14. Juli 2016 an. Ich zeigte Ihnen am 30. August diese Linie und die von uns favorisierte Stochastik. Damals wurde ich kurzzeitig wieder sehr optimistisch, musste aber wenig später bereits erneut warnen. Diese Linie verläuft am 10. Oktober bei 16,48 und am 11. Oktober bei 16,42 US-Dollar. Die 200-Tage-Linie notiert bei 16,83 US-Dollar. Bei 16,51 US-Dollar liegt das 61,8%-Fibonacci-Retracement. Ob der Markt diese Niveaus noch sehen will, bleibt dahingestellt. 

Ich habe gestern die Papiere mit 40 Prozent meiner Anfang Juli gewonnenen Liquidität gekauft, die ich in der Sondermitteilung vom 4. Juli nannte. Insbesondere den bis Juni 2019 laufenden Optionsschein von Goldman Sachs auf Silber mit Strike 24 US-Dollar. Bedenken Sie jedoch, dass ich die Ratschläge meiner vorgestellten dreiteiligen Vermögensschutzstrategie (Silberbulletin vom 10., 17. und 24. September) in jeder Hinsicht umgesetzt habe. Wenn morgen eine Großbank "umkippen" und damit das Finanzsystem zum Einsturz bringen würde, könnte ich mit der Wertlosigkeit dieser Papiere leben. 

Käme es morgen zu einem großen Krieg und die Börsen würden geschlossen, könnte ich dann "überwintern". Gehen wir also mit Augenmaß vor. Käme es zu weiteren Einbrüchen Richtung 16,50 US-Dollar lege ich 30 Prozent nach und käme es zu einem Rückgang auf 15,42 US-Dollar würde ich die restlichen 30 Prozent reinvestieren. Bedenken wir stets: Gier frisst Hirn. Lieber habe ich den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

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Quelle: Bloomberg (G1966)

 

Ich zeige Ihnen hier noch die Bollinger Bänder im Wochenchart. Dabei wird in der Standardeinstellung ein Gleitender Durchschnitt von 20 Tagen (Wochen) genommen. Dann wird eine zweifache Standardabweichung darüber gelegt und somit ein oberes sowie ein unteres Bollinger Band ermittelt. In der Regel neigt der Kurs dazu, sich einem Bollinger Band zum anderen zu bewegen. Oftmals stoppt der Kurs dabei bereits bei dem mittleren Bollinger Band. Wird dieses jedoch überschritten, sollte der Kurs nach der klassischen Linie bis zum oberen Band laufen. Wird es von oben kommend unterschritten, so sollte der Preis das untere Band erreichen. 

Schauen Sie sich das Tief vom Februar 2010 an und Sie wissen, warum ich damals bei einem Silberpreis von unter 15 US-Dollar so megabullish war und massiv kaufte. Der Preis hatte das untere Bollinger Band sogar im Wochenchart unterschritten, was ein Zeichen für eine massive Überverkauftheit war. Aktuell verläuft das Bollinger Band bei 16,36 US-Dollar und ich will bewusst weitere Rückgänge nicht ausschließen. Aber nun gilt es wieder, Chancen zu betonen und nicht wie im Juli, August, September ständig die Rückschlagsrisiken zu betonen. 

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Quelle: Bloomberg (G2135)



Wie in der Sondermitteilung vom 4. Juli 2016 mitgeteilt, reduzierte ich damals meine Investments in Optionsscheine. Nochmals sage ich, dass meine absoluten Löwenanteile physisch investiert sind und ich schuldenfrei bin. Daher setzte ich solche Optionsscheine nur ergänzend ein. Meine Goldoptionen haben sich seit dem Verkauf Anfang Juli halbiert. Aber die verbliebene Hälfte war aus den realisierten Gewinnen bezahlt und es blieb sogar noch Liquidität übrig.

Schauen wir uns jetzt die langlaufenden Optionen auf Silber an:

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Quelle: Bloomberg (G2040)



Ich habe gestern 40 Prozent meiner im Juli gewonnen Liquidität in das Papier von Goldman Sachs mit Strike 24 US-Dollar und Laufzeit bis 04.06.2019 angelegt. Hier die Tabelle aus dem Investmentkompass, wobei wir viele weitere zu Silber und Gold aufführen. Wir zeigten auch rechtzeitig Put-Optionen zur Absicherung:

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Aber nochmals betone ich, dass Sie Optionsscheine nur kaufen sollten, wenn Sie unsere dreiteilige Vermögensschutzstrategie, die wir in den Silberbulletins vom 10., 17. und 24. September umfassend vorstellten, beherzigen.

Hier noch die Entwicklung der Netto-Leerverkäufe der vier größten Marktakteure im Silber-Future an der US-Warenterminbörse. Per Dienstagabend waren diese gerade einmal von 373,76 Mio. Feinunzen, dem historischen Rekord, auf 353,77 Mio. Feinunzen abgebaut. 

Der vorsichtige Investor sollte abwarten bis hier eine größere Reduzierung erfolgt ist. Der mutige Investor kann Käufe wagen wie wir es gestern taten.

Bei der angesprochen Korrektur im Januar und Februar 2010 lagen die Netto-Leerverkäufe übrigens am 19. Januar 2010 bei einem Silberpreis von 18,745 US-Dollar bei 305,47 Millionen Feinunzen und am 9. Februar 2010 bei 253,79 Mio. Unzen.  

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Quelle: Bloomberg, CFTC, Silberjunge

 

Die sehr hohen Leerverkäufe von Aktien von Silver Wheaton, einem unserer Lieblinge, habe ich bereits angesprochen. Per 12. August waren 9,8 Millionen Aktien von Silver Wheaton an den US-Börsen leerverkauft gewesen. Jemand verkauft also Aktien, die er gar nicht besitzt. Dieser Rekordwert vom August war ein Warnsignal. Wir hoffen, dass im Zuge des Rückgangs der letzten Woche eine deutliche Reduzierung der Leerverkäufe stattgefunden hat. Hochpunkte dieser Leerverkäufe führten stets auch zu Kurseinbrüchen wie der folgende Chart zeigt. In unserem wöchentlichen Chartbuch zeigen wir für alle wichtigen Silberminen und Goldminen jeweils die Leerverkäufe an US-Börsen in Dunkelblau und den Börsen Kanadas in Hellorange:

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Quelle: Bloomberg, Silberjunge



Auch die Rückgänge der Verkaufszahlen der australischen Perth Mint war ein Warnsignal, auf das wir im August aufmerksam machten. Auch wenn ich Silber als mein Lieblingsmetall betrachte, so ist das Leben für den Silberjungen kein Wunschkonzert und Warnsignale dürfen nicht ausgeblendet werden:

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Quelle: Bloomberg, Perth Mint, Silberjunge



Bis Anfang Juli 2016 waren wir megabullish für Gold und Silber. Viele andere hatten mit Blick auf die Terminmarktdaten viel zu früh gewarnt und verkauft. Ganzheitlich zu denken ist und bleibt wichtig.

Der Vollständigkeit halber hier noch der Silberpreis in Euro inklusive Relative Stärke Index, MACD und der von uns bevorzugten Stochastik ganz unten. Den Chart zeigte ich bewusst in den letzten Silberbulletins und wir sahen, dass die obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals nicht überwunden werden konnte. Den jetzigen Ausbruch aus dem Abwärtstrendkanal werten wir als Bärenfalle. Die wichtige 223-Tage-Linie notiert bei 15,6654 Euro. Die Chance/Risiko-Relation ist für mittel- bis langfristig orientierte Investoren nunmehr wieder hervorragend:

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Quelle: Bloomberg (G2120)



Ein Blick auf die Lage des Goldpreises

Hier noch der Goldpreis in US-Dollar mit MACD und Stochastik. Die 223-Tage-Linie notiert bei 1240,52 US-Dollar und genau diese Marke bezeichneten wir als Worst-Case für die befürchtete Korrektur. Ein kurzweiliges Unterschreiten der Marke muss dabei natürlich immer einkalkuliert werden. Dennoch sehen wir jetzt klar wieder Chancen und fabulieren nicht weiter ständig von weiteren großen Rückschlagsrisiken. Wir müssen jedoch die Lage in den nächsten Tagen/Wochen mit Argusaugen verfolgen.

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Quelle: Bloomberg (G2025)


Und hier der Goldpreis in Euro. Wir hatten den Abwärtstrendkanal gezeigt und sahen, dass ein Ausbruch nach oben nicht gelang. Nun markiert die 223-Tage-Linie von 1112,98 Euro eine massive Unterstützung.

Als überzeugte Antizykliker werden wir jetzt wieder mutig. Allerdings beachten Sie für Optionsscheine wie für physische Käufe unsere im vorletzten Silberbulletin vom 24. September auf Seite 1 dargelegte Strategie.

Gold in Euro mit MACD, Stochastik und der 223-Tage-Linie:

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Und vergessen Sie niemals den Ausspruch von Theodor Heuss: "Der einzige Mist auf dem nichts wächst ist der Pessimist". Der Optimist hat nicht öfter Recht als der Pessimist, aber er lebt froher. Von daher sollten wir uns sagen, dass wir in der längsten Friedensphase der Menschheitsgeschichte mit dem größten technischen Fortschritt und ohne existenzielle Sorgen das Leben genießen können. Währungen kommen und gehen, wir Menschen bleiben.


© Thorsten Schulte
Chefredakteur des Silberjungen



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