Mark Hulbert: Warnung - Marktstimmung auf den Goldpreis aktuell irrational überschwänglich

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Goldtrader und -investoren sollten vorsichtig werden - denn die "Timer" auf dem Goldmarkt sind extrem bullisch geworden. Insgesamt sind die Gold-Timer heute bullischer als an mehr als 96% der Handelstage seit dem Jahr 2000. Aus konträrer Perspektive ist das nicht gut. Um genau zu sein, hatten sich konträre Analysten vor einigen Wochen Sorgen um Gold gemacht, als ich das letzte Mal eine Kolumne der Goldmarktstimmung gewidmet habe. Der (USD)Goldpreis ist seitdem um etwa zwei Prozent gestiegen.

Aber ein Fehltritt ist kein Grund, die konträre Analyse aufzugeben. Der Goldpreis hat in den letzten zwei Jahrzehnten sehr häufig "Probleme" bekommen, wenn die bullische Stimmung auf Gold so extrem war wie heute.

Berücksichtigen Sie das durchschnittlich empfohlene Gold-Marktexposure in einer Schnittmenge von kurzfristigen Gold-Timern, die vom Hulbert Financial Digest (gemessen am Hulbert Gold Newsletter Sentiment Index oder HGNSI) erfasst werden. Sie liegt derzeit bei 68,8%, wie Sie der nachfolgenden Grafik entnehmen können. Das ist fast das Dreifache des durchschnittlichen Niveaus von 24,7% des Index seit dem Jahr 2000.

Diese Statistiken bestätigen meine anektdotenhaft, basierende Vermutung, dass in den Gold Trading Pits Überschwang herrscht. Trotz eines Rückschlags am Montag dieser Woche erinnerten die Goldtrader die Kunden schnell daran, dass sie weiterhin mit einer Wiederaufnahme der Goldrallye rechnen und das gelbe Metall das Hoch aus 2018 rausnehmen werde.

Um zu verstehen, warum die "Contrarians" beunruhigt sind, sollten Sie die Performance des VanEck Vectors Gold Miners ETF GDX betrachten, bei dem es sich um den Goldminenaktien ETF handelt, der die größten Vermögenswerte verwaltet. Die nachstehende Tabelle zeigt die durchschnittliche Performance des GDX nach den höchsten und niedrigsten 5% der HGNSI-Werte seit dem Jahr 2000. Beachten Sie, dass der GDX nach dem Erreichen der höchsten Werten im Durchschnitt viel schlechter abschneidet.

(Sreenshot: Marketwatch.com)

Denken Sie bitte dara, dass die Contrarian-Analyse ein kurzfristiger Indikator ist, der die Aussichten des Goldpreises längerfristig wenig oder gar nicht beleuchtet. Wie Sie der Tabelle entnehmen können, ergibt sich die höchste Renditespanne nach den extremen Werten von Hoch und Tief im Dreimonatszeitraum - mit einer Spanne von 6,3 Prozentpunkten.

Um eine Einschätzung der langfristigen Aussichten von Gold zu wagen, müssen wir neben der Stimmung auch andere Indikatoren betrachten.

 

Gold und Inflation

Einer solcher Indikatoren ist die Inflation. In diesem Zusammenhang stelle ich fest, dass die jüngste Rally des Goldpreises zustand kam, während die Inflationserwartungen tatsächlich zurückgingen. Dies verstärkt die konträre Vermutung, dass die Fundamentaldaten nicht hinter der jüngsten Rallye von Gold steckten.

Seit Anfang Oktober beispielsweise, seitdem der Goldpreis um rund 140 USD anstieg, sank die Inflationserwartung in den folgenden 10 Jahren von 2,17% auf annualisierte 1,85%. (Dies wird an der zehnjährigen Breakeven Inflationsrate gemessen.)

Unter der Annahme, dass Gold eine langfristige Inflationsabsicherung ist, wird diese viermonatige Divergenz nicht von Dauer sein: Entweder steigt die Inflation an oder der Goldpreis kommt zurück. Die "Contrarians" vermuten, dass zumindest kurzfristig das letztere der Fall sein wird.

© Mark Hulbert

For more information, including descriptions of the Hulbert Sentiment Indices, go to The Hulbert Financial Digest or email mark@hulbertratings.com .

Der Artikel erschien am 04.02.2019 im engl. Original auf marketwatch.com und wurde für die Metallwoche exklusiv und ohne Gewähr übersetzt.

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