Markus Blaschzok: EZB wird die Kaufkraft des Euros vernichten

Tags: EZB wird die Kaufkraft des Euros vernichten Meinung Analyse Charts EZB Euro US Dollar Silber in Euro Silber Goldsilbershop Blaschzok Research Marktkommentar vom 27.07.2018 Markus Blaschzok Webinar vom 24.07.2018

Der Euro versuchte in dieser Woche den Ausbruch über eine charttechnisch wichtige Marke bei 1,175 $. Aktuell formt sich eine für den Euro gefährliche Fortsetzungsformation aus, die zu weiteren spekulativen Verkäufen der Gemeinschaftswährung führen könnte. Ein Anstieg über 1,175 $ hätte diese Gefahr jedoch erst einmal vorübergehend gebannt. Dieser Ausbruchsversuch scheiterte, nachdem die EZB bekanntgab, den Leitzins frühestens Mitte 2019 anheben zu wollen. Dies war ein erneuter Schlag in das Gesicht der Eurobullen, die seit Ende 2016 mit einer kurz bevorstehenden Zinswende und einer Trendwende in der Europäischen Geldpolitik rechnen.

Die EZB denkt nicht daran, die Zinsen anzuheben, sondern wird, wie wir es seit Jahren prognostizieren, alles in ihrer Macht stehende tun, um das Kreditgeldsystem der Banken und die europäischen Nationalstaaten vor dem Bankrott zu bewahren. Aufgrund der hausgemachten Probleme "made in brussels" und der Weigerung seitens der regierenden sozialistischen Parteien, notwendige politische Veränderungen umzusetzen, verliert Europa und insbesondere Deutschland, zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit. 

Man ist in Brüssel nicht an Wohlstand und Stabilität in der Eurozone interessiert, sondern lediglich an der Verschmelzung Europas zu einem Superstaat. Dafür ist man bereit Wohlstand, Frieden und Freiheit gänzlich zu opfern. Im Vergleich zu 2008 hat sich daher die Lage deutlich verschlechtert und der Ausbruch einer noch viel schlimmeren Wirtschaftskrise, wurde lediglich durch die zunehmende Verstaatlichung der Wirtschaft und das Drucken von Billionen an Fiat Euros seitens der EZB, die das Überleben der europäischen Zombiewirtschaft sicherstellen, verhindert.

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Bricht die Unterstützung bei 1,15 $, so droht ein Abverkauf bis 1,09 $ oder gar 1,05 $ im Euro



Die Konjunktur der US Wirtschaft wurde zwar auch über billiges Geld auf Sand gebaut, doch hat insbesondere US-Präsident Trump strategisch kluge Steuerreformen und Deregulierungen umgesetzt, die der US-Wirtschaft einen enormen Wettbewerbsvorteil gegenüber der EU verleihen. Die US Notenbank hat deshalb auch zwei weitere Zinsanhebungen für dieses Jahr bekanntgegeben und die Reduzierung der Geldmenge in den USA läuft nach Plan, was dem US-Dollar einen Vorteil gegenüber dem Euro verschafft. 

Eine weitere Abwertung des Euros zum US-Dollar, womöglich gar unterhalb der Parität, scheint deshalb im Rahmen des Möglichen zu liegen. Dies entspräche einer Abwertung des Euros um über 10%, weshalb es gleichzeitig auch zu einer Entwertung von Ersparnissen und Rentenansprüchen von 10% kommen würde. Der Goldpreis in Euro wird auf eine derartige Abwertung mit steigenden Preisen reagieren.

Positiv in dieser Woche war das Abkommen der EU und der USA zu dem Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren. Dies wird die Konjunktur noch einmal in ihrem Endstadium befeuern und den Europäern sowie den US-Amerikanern gleichsam helfen. Wie für Trump üblich, ging er erst einmal mit Stärke und Drohungen voran, um in den Verhandlungen eine bessere Position zu haben. Dieses Vorgehen kennzeichnete auch beidseitig die Verhandlungen mit Nordkorea und waren letztlich von Erfolg gekrönt. 

Die EU musste aufgrund der amerikanischen Androhung von Zöllen, letztlich auch klein beigeben. Trump hat, ebenso wie im Umgang mit Nordkorea, sein Verhandlungsgeschick sowie seine diplomatischen Fähigkeiten erneut unter Beweis gestellt und echte positive Reformen auf den Weg gebracht. Der Brüsseler Bürokratie gehen aufgrund der fehlenden Zölle nun Einnahmen verloren, was ebenso erfreulich ist und wiederum dem Steuerzahler zugutekommen wird.

Das aktuelle Webinar mit Markus Blaschzok

  



Technische Analyse - Silber am Ende der Korrektur

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht "CFTC" veröffentlichten, Daten für Silber sind im leicht bullischen Bereich. Übergeordnet zeigt sich jedoch bereits seit Jahresbeginn persistente Schwäche. Die Daten zeigen seit langer Zeit, dass es am physischen Markt aktuell ein Überangebot gibt, was auf die fehlende Investmentnachfrage zurückgeführt werden kann. 

Die Analyse der CoT-Daten zeigt, dass spekulative Trades auf kurzfristige Sicht aktuell ein relativ schlechtes Chance/Risiko Verhältnis haben, worauf man sich mit einer geringeren Positionsgröße und konsequenten logischen Stop Loss Orders einstellen muss. Die Terminmarktdaten geben nur einen Einblick auf die aktuelle Situation am Markt und lassen eine Prognose von bis zu drei Monaten zu. Langfristige Prognosen können aus diesen Daten jedoch nicht abgeleitet werden.

 

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Der Terminmarkt für Silber ist gut im leicht bullischen Bereich


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Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Positionierung im gelb / grünen bullischen Bereich befindet 
Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/



Chartanalyse zu Silber in US-Dollar

Seit Jahresbeginn waren wir mit unserer kurzfristigen Prognose zurückhaltend und unser Optimismus auf kurzfristige Sicht hielt sich in Grenzen. Wir schlossen einen Rückgang auf 15 $ nicht aus und wiesen unermüdlich in jedem Report darauf hin. Die Entwicklung der letzten Wochen gab unserer Prognose wieder einmal recht. Dennoch ist die aktuelle Preisentwicklung außergewöhnlich im historischen Kontext der vergangenen zwei Jahrzehnte. 

Die Volatilität hatte in den vergangenen Monaten extrem abgenommen, sodass der Silberpreis fast ein halbes Jahr in einer schmalen Handelsspanne von nur einem Dollar oszillierte. Kurzfristig agierende Spekulanten dürften deshalb diesem Markt den Rücken gekehrt haben und sich nun in anderen Assetklassen, die volatiler sind, tummeln.

Die spekulativ getriebenen Zyklen der letzten Jahre sind scheinbar ebenfalls mit den Spekulanten verschwunden und es scheint aktuell wenige Trader zu geben, die kurzfristig auf einen steigenden Preis setzen wollen.

Silber zeigt sich in den letzten Wochen relativ schwach, doch ist der gesamte Edelmetallbereich aktuell überverkauft. Beim Platin gibt es sogar ein historisch einmalig negatives Sentiment mit Produzenten, die auf dem Terminmarkt ihre eigene Ware zu diesen günstigen Preisen zurückkaufen. Silber könnte deshalb ebenso, gezogen von den anderen Edelmetallen, kurzfristig wieder ansteigen. Die Widerstände bei 17,20 $ und 18,20 $ wären dabei optimistische Ziele auf Jahressicht, wobei letzteres ohne exogene Faktoren in diesem Jahr wohl nicht mehr übertroffen werden wird.

Kurzfristig dürfte der Abverkauf seinem Ende nah sein und der Silberpreis spätestens zwischen 14,60 $ und 15 $ eine kurzzeitige Trendwende vollziehen. Mit etwas Glück hält die Unterstützung beim Gold bei 1.220$, sodass auch Silber wieder den Widerstand bei 15,90 $ überwinden kann, was die Basis eines neuen mehrwöchigen Anstiegs wäre. 

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Silber hat die Unterstützung bei 15 $ getestet

 

Chartanalyse zu Silber in Euro

Aufgrund des schwächeren Euros, fand der Abverkauf des Silberpreises an der Unterstützung bei 13,20 € je Feinunze bisher sein Ende. Sollte diese Unterstützung nicht halten, da Gold beispielsweise noch einmal die Unterstützung bei 1.200 $ testet, dann wäre ein letzter Rückgang bis an die langfristige Unterstützung bei 12,50 € möglich. Aufgrund eines wahrscheinlich schwächeren Euros bis Jahresende, erwarten wir für Silber in Euro im schlimmsten Fall eine trendlose Seitwärtsphase oder aber einen deutlich ansteigenden Preis bis in den Bereich von 15,50 € je Feinunze. 

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In Euro fiel der Preis erneut bis auf die Unterstützung bei 13,20 €



Silber langfristig extrem günstig

Das Gold/Silber-Ratio notiert aktuell bei 79, was bedeutet, dass man für eine Unze Gold aktuell 79 Unzen Silber kaufen kann. Das historische Mittel liegt im Bereich von 60 Unzen, was darauf schließen lässt, dass Silber im Verhältnis zum Gold stark unterbewertet ist. Wir gehen davon aus, dass das Ratio wieder mindestens auf 60 fallen wird, weshalb mit einer besseren Performance von Silber in den kommenden Jahren zu rechnen ist. Am Ende eines künftigen Bullenmarktes könnte das Ratio gar wieder auf 30 oder tiefer fallen, was einer zwei- bis dreifach besseren Preisentwicklung von Silber entsprechen würde.

Ein derart hohes Gold/Silber-Ratio tritt immer am Ende eines Bärenmarktes und unmittelbar vor dem Beginn eines neuen Bullenmarktes auf, stets dann, wenn der Pessimismus am größten ist. Dies jedoch war und ist gerade der perfekte Zeitpunkt, um anteilig mehr Silber als Gold in einem Edelmetalldepot zu halten. Langfristig, auf Sicht der nächsten Jahre, scheint Silber daher eine äußerst interessante Investitionsmöglichkeit zu sein.

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Das Gold/Silber-Ratio von 79 spricht für ein langfristiges Investment in Silber



Ein weiteres Indiz für ein aktuell sehr günstiges Investment in Silber ist unser "Fair Silver Indicator", der den Preis des Jahres 1980 in Relation zur Währungsabwertung bzw. Geldmengenausweitung setzt. Demnach notiert der Silberpreis real, also inflationsbereinigt, aktuell nur bei 2,3% des Preishochs aus dem Jahr 1980. Historisch gesehen war der Silberpreis inflationsbereinigt nie günstiger als zum aktuellen Zeitpunkt. Um das gleiche Hoch von 1980 zu erreichen, müsste der Silberpreis um das 50-fache ansteigen. Strategisch, auf Sicht der kommenden zehn Jahre, scheint Silber daher das ideale antizyklische Investment zu sein.

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Inflationsbereinigt war der Silberpreis 1980 rund 50-mal höher

© Markus Blaschzok

Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

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