Markus Blaschzok: Goldrallye geht noch weiter

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Seit Mitte Dezember stieg der Goldpreis in der Spitze um 90$ (+7%) an und Silber kann sogar ein Plus von 1,5$ (+9,5%) verbuchen. Seit 2010 gab es keine derartige Gewinnfolge mit 12 von 13 Tagen im Plus beim Goldpreis. Bereits Anfang Dezember zeigte sich enorme relative Stärke beim Gold, die auf einen erneuten Anstieg hinwies. Die Bären liefen in eine Falle und wurden abgefischt, als sie die Zinsanhebung in den USA einpreisten und auf weiter fallende Preise setzten, nachdem Anfang Dezember die Unterstützung bei 1.270$ fiel... Nachdem am 13. Dezember die Zinsen dann tatsächlich um 0,25% angehoben wurden, stieg der Preis jedoch unaufhörlich an. Da wir die Stärke und das Abfischen frühzeitig beobachteten, nahmen wir die Gewinne am 15. Dezember bereits mit und wir positionierten uns mit unseren Kunden wieder für steigende Preise.

Wir hatten bereits vor zwei Monaten in Aussicht gestellt, dass zum Ende des Jahres ein Tief beim Gold gefunden werden würde und darauf ein Anstieg in das neue Jahr erfolgen sollte. Seit vier Jahren zeigt sich das immer gleiche Muster, das entgegen der landläufig bekannten Saisonalität im letzten Quartal eines jeden Jahres immer fallende Preise brachte, um Ende Dezember ein Tief auszubilden und dann mit einem deutlichen Kursprung in das neue Jahr zu einer neuen Rallye zu starten. Dieses Muster tritt scheinbar auch in 2018 wieder auf, sodass in Euro gerechnet sogar neue Mehrjahreshochs über 1.240€ möglich sind.

 
Merkwürdige Dinge ereignen sich immer zu Neujahr, die eine Rallye im neuen Jahr auslösen

 

EZB rettet Italien und damit den Euro

Nach dem starken Anstieg des Goldes korrigiert der Preis aktuell an einem langfristigen Abwärtstrend im Bereich von 1320$. Es sieht danach aus, als könnte dieser seinen Anstieg nach einer zeitweiligen Korrektur wieder fortsetzen. Der Euro wird durch die verfehlte planwirtschaftliche und verfassungswidrige Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im kommenden Jahr weiter unter die Räder kommen und somit insbesondere den Goldpreis in Euro gerechnet stützen. Warum die Zentralbanker bis Ende 2018 weitere 270 Mrd. Euro neues Geld aus dem Nichts drucken und verteilen müssen, um den Euro zu retten, anstatt die lockere Geldpolitik zu beenden und die Zinsen anzuheben, offenbarte sich in den letzten Wochen.

Die Citigroup berichtete, dass die EZB inzwischen praktisch der einzige Käufer italienischer Staatsanleihen ist. Private Investoren hätten demnach in den vergangenen Jahren entweder ihre italienischen Papiere an die EZB verkauft oder einfach gemieden und nichts gekauft. Im Jahr 2014 begannen die Investoren, Banken und Ausländer bereits italienische Staatsanleihen zu verkaufen, sodass diese heute so gut wie keine Anleihen des Landes mehr halten. Die EZB hat daher gegen ihren Kapitalschlüssel, der Höchstgrenze zum Ankauf von Anleihen eines einzelnen Landes, verstoßen und weit mehr gekauft als erlaubt. 

Wenn diese Anleihen, selbst mit der EZB als „Buyer of last resort“, nicht nachgefragt werden, so wären die Kurse ohne den Käufen der EZB abgesoffen und die Renditen (Zinsen) wären in den Himmel gestiegen. Bei einer Staatsverschuldung von 132% zum Bruttoinlandsprodukt könnte das Italien an den Rand des Abgrunds führen, was das Ende des planwirtschaftlichen Zwangseuros und der politisch sozialistischen EU herbeiführen könnte.

Angesichts dieser Entwicklung am Anleihenmarkt ist es äußerst fraglich, ob die EZB Ende September 2018 ihr Ankaufprogramm für Staatsanleihen einstellen kann. Die Zinsen für Anleihen von hochverschuldeten Staaten wie Italien, Spanien oder Portugal würden wahrscheinlich schnell wieder durch die Decke gehen und könnten eine Neuauflage der Eurokrise herbeiführen. Dies birgt die Gefahr, dass das künstliche und unnatürliche politische Europa an den Abgrund gebracht wird, was die Notenbanken mit dem Drucken von neuem Geld zu verhindern versuchen.

Die sanfte Wirtschaftserholung ist lediglich konjunkturell und nicht nachhaltig, da diese mit viel aus dem Nichts gedrucktem Geld erkauft wurde. Dennoch hat sich der gesamte Markt praktisch euphorisch auf einen steigenden Euro eingestellt.

 
Der gesamte Markt hat auf Trendwende in der europäischen Geldpolitik und einen Anstieg des Euros gewettet

Dies sieht man deutlich an der Positionierung an der Terminbörse CME. Sollten die Notenbanken weiterhin ihre Versprechen halten und ihren geplanten Weg weitergehen, werden die Eurobullen an die Wand gedrückt und zerquetscht. Bei dieser starken einseitigen Blase gibt es genügend Enttäuschungspotenzial und es stellt sich die Frage, wie lange die Eurobullen ihre Position noch unter den gegebenen Umständen halten können. Es herrscht akute Einbruchsgefahr beim Euro für die kommenden sechs Monate. Gold und Silber könnten davon im neuen Jahr hingegen profitieren und stark ansteigen. Die Risiken für die Eurozone sind sehr groß, womit der aktuelle Preis beim Gold in Euro sehr gut unterstützt ist.

Das heutige veröffentlichte Protokoll der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der Europäischen Zentralbank war überraschend hawkisch, was den Euro zum US-Dollar schnell um einen Cent auf 1,206$ ansteigen ließ. So will die EZB, wenn die Wirtschaft weiter anwächst und die Inflation hoch im Bereich von 2% bleibt, die „Forward Guidance“ ändern, was die Marktteilnehmer als ein früheres Ende des QE-Programms und Zinsanhebungen interpretierten. Noch druckt die EZB Geld und die Probleme in der EU sind groß, weshalb der Euro langfristig schwach bleiben und die Edelmetallpreise gut unterstützt sein werden.

 

Bitcoin vor dem nächsten Crash?

Nachdem Mitte Dezember die irrationale Manie der Blockchain-Buchungssoftware „Bitcoin“ bei fast 20.000$ je Einheit ihr Hoch fand, ist diese um über 30% gefallen und die Blase scheint langsam weiter zu platzen. Noch „HODLn“ (Buy and Hold in der Sprache der unerfahrenen Investoren) die in das Schneeballsystem gezogenen vermeintlichen Gewinner mit der Erfahrung aus den letzten Jahren, dass früher oder später der Preis immer neue Hochs machen wird und man nur immer nachkaufen müsse, um immer reicher zu werden. Doch scheint es, dass der nächste Wasserfall kurz bevorsteht und das Hoch Mitte Dezember womöglich das finale Hoch der Blockchainmanie war und der Bitcoin nun wieder gegen Null fallen könnte. 

Diese Vermutung liegt nahe, da die Nutzung Bitcoin-Software im Einzelhandel längst so gut wie zum Erliegen gekommen ist, was der Masse nur noch nicht aufgefallen ist. Die Blockchain ist wohl die ineffizienteste Technologie, die jemals erschaffen wurde. Per Design verschlingt sie ungeheure Mengen an Elektrizität, sodass die Blockchain-Programme aktuell mehr Energie als Irland oder die Slowakei verbrauchen. Geht das so weiter, werden diese Programme in 2018 so viel Energie wie Argentinien verschlingen. Der hohe Stromverbrauch schlägt auf die Kosten, die gigantisch angestiegen sind. Nicht nur weil eine Überweisung mittlerweile Tage oder Wochen dauern kann, bis sie durch das Netzwerk bestätigt wurde, sondern auch weil die Transaktionsgebühren von 30$ bis zu mehreren hundert Dollar für eine Überweisung jenseits von Gut und Böse liegen, scheitert das Experiment, das niemals für einen großen Maßstab gedacht war. Jene, die früher den Bitcoin verwendeten, um halbwegs anonym illegale Waren im Internet erwerben zu können, haben deshalb längst dem Bitcoin den Rücken gekehrt und sind auf andere Plattformen gewechselt. Aus den gleichen Gründen haben viele seriöse Unternehmen den Bitcoin als Bezahlmöglichkeit in ihren Shops verbannt und selbst Bitpay sieht sich kaum mehr in der Lage, den Bitcoin aufgrund dieser Probleme anständig zu managen. 

Übrig sind nur die Spekulanten, die Opfer des Schneeballsystems, die der Propaganda verfallen sind, der Bitcoin würde früher oder später von der ganzen Welt genutzt werden und der Preis könne nur immer weiter ansteigen. Über den euphorischen Glauben, eine Software, nebenher programmiert von einigen Halbtagskräften, könnte eine zukünftige Weltwährung oder eine Art digitales Gold sein, lässt sich nur herzlich lachen.

Venezuela, das mit 2.616 Prozent Preissteigerung in einem Jahr, in der durch die Sozialisten/Kommunisten selbst verursachten Stagflation sitzt und die Regierung die hungrigen Bürger dazu aufruft, Haustiere als nährreiche Proteinquelle zu nutzen, hat nun eine eigene Kryptowährung in Planung. Der Vorsitzende des Finanzausschusses, Wirtschaftsprofessor José Guerra, erkannte jedoch richtig: "Die Zentralbank ist für die Hyperinflation verantwortlich. Sie druckt Geld, um die Regierung weiter zu finanzieren". Dass jetzt der totalitäre sozialistische Staatschef Maduro, nach eigenen Aussagen, mit einer „Kryptowährung“ die hausgemachte Inflation zu bekämpfen versucht, ist lächerlich. Nach seinen Plänen solle eine staatliche Kryptowährung „Petro-Coin“ mit einem Fass Rohöl aus staatlichen Reserven je Einheit hinterlegt sein. Die Kombination eines dezentralen Blockchain-Netzwerkes (colored coin) mit einer zentralen physischen Deckung ist schon an sich ein unglaublich dummer Schildbürgerstreich, doch dass gerade der sozialistische Staat Venezuelas für die Deckung garantiert, macht einen Witz daraus. In Realität handelt es sich eher um eine gedeckte Anleihe, die nur anders verkauft wird und ebenso wenig vor staatlicher Korruption gefeit ist, wie der Bolivar oder Staatsanleihen. Kurz gesagt, es handelt sich um Betrug.

Der Bitcoin ist kein Geld und das Geldregressionstheorem von Mises ist auf diese Buchungssoftware nicht anzuwenden. Was als begrenztes Experiment für eine kleine Gruppe von Hackern begonnen hat, wurde zu einem betrügerischen Schneeballsystem, das keinen inneren Wert besitzt und lediglich hohe Kosten verursacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Bitcoin in relativ kurzer Zeit wieder verschwunden sein wird, ist sehr hoch.

 

TECHNISCHE ANALYSE ZU GOLD

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten, Daten für Gold zeigten bis Mitte Dezember eine sehr gute und starke Bereinigung der Spekulation, was bullisch stimmte. Die absoluten Daten waren schon einmal besser, doch ist es in einem übergeordneten Bullenmarkt normal, dass die vorherigen Extremniveaus bei Abverkäufen nicht mehr erreicht werden. Insgesamt ist das Bild für die kommenden vier Wochen eher bullisch einzustufen und weitere charttechnische Kaufsignale dürfen angenommen werden.

Der Terminmarkt für Gold zeigte Mitte Dezember eine sehr gute Bereinigung

 
Die einfache Darstellung zeigt an der gelben Farbe, dass Gold nun im neutralen Bereich notiert 

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

 

Chartanalyse zu Gold in US-Dollar

Anfang Dezember hatten wir einen Bruch der Unterstützung bei 1.270$ mit einem Fall auf 1.210$ prognostiziert. Dies trat ein und der Preis fiel im Tief auf 1.237$. Am 15. Dezember erhielten wir aufgrund starker Käufe und extremer relativer Stärke jedoch schon frühzeitig ein Kaufsignal, noch bevor die Zielmarke bei 1.210$ erreicht wurde. Dieses Kaufsignal ist seither intakt und führte so zu einem schnellen starken Anstieg von 90$ bis an den langfristigen Abwärtstrend bei 1.320$. Dort setzten aktuell Gewinnmitnahmen ein und Bären versuchen wieder auf fallende Preise zu setzen, weshalb der Preis dort seit einer Woche korrigiert.

Wie weit diese Korrektur gehen wird, ist noch offen, doch ein Rücksetzer tiefer als 1.270$ scheint unwahrscheinlich zu sein. Sollte die Stärke anhalten, so wäre es gar möglich, dass die Unterstützung bei 1.300$ verteidigt werden kann. Bricht dann der Abwärtstrend über 1.320$, so wäre die Tür nach oben frei und ein weiterer Anstieg bis auf 1.400$ wäre in den kommenden Monaten wahrscheinlich. Wird der langfristige Abwärtstrend bei 1.320$ nachhaltig gebrochen, so wäre im Verlauf des Jahres 2018 ein schneller Anstieg bis an den Widerstand bei 1.550$ sogar gut möglich, bevor es wieder zu einer größeren Korrektur kommt. Die nächsten Wochen und Monate könnten explosiv werden am Goldmarkt.

 

 

 

In den vergangenen vier Wochen vollzog Gold eine enorm starke Rallye

 

Chartanalyse zu Gold in Euro

In Euro hat der Goldpreis aktuell den langfristigen Aufwärtstrend verteidigt. Wie Anfang November angekündigt, hielt ich einen kurzen Rücksetzer auf 1.050€ für möglich, was dann eine Kaufchance gewesen wäre. Der Preis fiel bis Mitte Dezember auf 1.054€ und bot die Chance für antizyklische Käufe. Mittlerweile konnte der Goldpreis wieder auf fast 1.100€ ansteigen. Sollte der Euro zum US-Dollar im kommenden Jahr weiter unter Druck kommen, so wäre ein Anstieg weit über das Vorjahreshoch bei 1.240€ möglich. Aktuell wird ein kurzfristiger Abwärtstrend beim Gold in Euro getestet im Bereich von 1.100€. Sobald dieser durchstoßen wird, ist der Weg nach oben bis mindestens 1.145€ oder gar 1.200€ frei.

Gold in Euro hat einen mittelfristigen Abwärtstrend überwunden

 

© Markus Blaschzok
Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

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