Markus Blaschzok: Greenspan warnt vor Stagflation und Aktienbaisse

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Gold entwickelte sich in den vergangenen Handelstagen wieder etwas schwächer, während Silber nahezu unverändert auf dem Niveau der Vorwoche notiert. Diese kurzzeitige relative Schwäche des Goldes verwundert aufgrund der Lage am Terminmarkt für die beiden Edelmetalle nicht. Dennoch scheinen sich die Märkte in einem Umbruch zu befinden und die Edelmetalle könnten schon bald wieder an Fahrt aufnehmen.

 
Gold in Dollar und Euro

 
Silber in Dollar und Euro

 

Unterstützung könnten der Gold- und Silberpreis von einer Baisse am Aktien- und Anleihenmarkt erhalten. Vergangene Woche fielen die Notierungen an den amerikanischen Börsen wieder und der ehemalige US Notenbankchef Alan Greenspan äußerste sich sehr ähnlich zu unserer Einschätzung der Lage. Auch nach seiner Einschätzung gibt es eine Blase am Anleihenmarkt, die dabei ist zu platzen, was zu fallenden Notierungen und steigenden Zinsen führen wird. Diese steigenden langfristigen Zinsen werden wiederum den Aktienmarkt unter Druck bringen, sodass dies die Weltwirtschaft „letztlich in die Situation einer Stagflation führen wird“. Damit unterstreicht er unsere Aussagen, die wir seit geraumer Zeit vertreten. In einer Stagflation werden die Edelmetallpreise, ähnlich wie in den siebziger Jahren, als diese das erste Mal in der westlichen Welt auftrat, trotz steigender Zinsen stark steigen.


Die Korrektur am Aktienmarkt könnte zur Baisse mutieren

 

Die nominal steigenden Zinsen werden real jedoch weiterhin negativ bleiben, was die statistischen Ämter gekonnt verschleiern werden. Diese „Finanzielle Repression“ wird die reale Entschuldung des Staates und der Banken auf Kosten der Ersparnisse der Bürger sicherstellen. Letztlich reichen jedoch schon nominal steigende Zinsen, um die konjunkturelle, inflationär getriebene Scheinblüte eines Aufschwungs zum Platzen zu bringen. Die Aktienmärkte werden deshalb, ähnlich den siebziger Jahren, real fallen, auch wenn diese nominal trendlos, unter hoher Volatilität, seitwärts verlaufen mögen.

In den Siebzigern kämpfte der amerikanische Aktienmarkt über zehn Jahre hinweg mit dem Widerstand bei 1.000 Punkten, während dieser jedoch real, um die Teuerung bereinigt, auf 300 Punkte im Jahr 1980 fiel. Dies entspricht einem realen Minus von 70%. In der gleichen Zeit stieg der Goldpreis von 37,5$ je Feinunze auf in der Spitze 850$ je Feinunze an und kompensierte die Abwertung des US Dollars.

 
In den siebziger Jahren fiel der Aktienmarkt real um 70%, während er nominal unverändert blieb

 

Wir erwarten ein sehr ähnliches stagflationäres Szenario für die kommenden zehn Jahre, sodass die Edelmetalle auch wieder stark steigen und real hinzugewinnen werden, während sich die vermeintlichen Vermögen der Investoren am Aktienmarkt in einer Baisse in Luft auflösen, was diesen aufgrund der nominalen Illusion, erst zu spät bewusst werden wird.

Dementsprechend könnte es sich aktuell um einen Gipfel beim Ratio des Dow Jones Aktienindexes zum Goldpreis handeln. Wir erwarten, dass das sogenannte Dow/Gold Ratio am Ende der unausweichlichen Stagflation auf Eins fallen wird. Dies bedeutet, vom aktuellen Niveau aus dürfte der Goldpreis in der Spitze 19 mal stärker ansteigen, wie die Aktienmärkte. Oder mit anderen Worten, wer sein Geld am Aktienmarkt investiert, dürfte real, ähnlich den Siebziger Jahren, rund 70% bis 80% seines Vermögens in den kommenden zehn Jahren verlieren.

 
Das Dow/Gold-Ratio könnte nun ein Top ausbilden und auf die Parität des Goldpreises zum Dow Jones fallen

 

Laufen Sie also nicht den real hohen Notierungen am Aktienmarkt wie ein Schaf hinterher, sondern investieren Sie jetzt in die unterbewerteten Assetklassen und seien Sie ein Smart Investor, der von dem aufziehenden Sturm profitieren wird! Mit Gold und Silber schützen Sie nicht nur Ihr Vermögen, sondern werden es auch real vermehren können!

 

TECHNISCHE ANALYSE ZU GOLD

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten, Daten für Gold hatten sich zuletzt mit dem erneuten Preisanstieg wieder etwas verschlechtert. Insgesamt ist die bullische Spekulation beim Gold immer noch relativ hoch, weshalb wir in den vergangenen Wochen mit keinem Ausbruch nach oben gerechnet hatten. Bis sich der Terminmarkt weiter bereinigt hat, ändert sich nichts an dieser Einschätzung.

 
Der Terminmarkt für Gold weist eine hohe bullische Spekulation auf

 
Die einfache Darstellung zeigt, dass Gold immer noch im roten Gefahrenbereich ist 

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

 

Chartanalyse zu Gold in US-Dollar

Wie erwartet, konnte der Goldpreis nicht den Widerstandsbereich um die 1.360$ überwinden und prallte unter der Ausformung eines doppelten Topps von dort wieder ab. Die Spekulanten setzten intraday sofort auf einen fallenden Preis bis zum letzten Zwischentief. Ein weiterer Abverkauf bis 1.280$ oder gar tiefer scheint anhand der eher schlechten Lage am Terminmarkt und eines womöglich stärkeren Dollars durchaus möglich zu sein. Dabei würde der Goldpreis zurück in den alten Abwärtstrend fallen, was viele Bullen zur Aufgabe ihrer Longposition zwingen würde, was letztlich einen schnellen Preisrückgang zur Folge hätte.  Wenn sich nach diesem Abverkauf dann relative Stärke zeigt, so wäre ein erneutes Kaufsignal nahe. Kurzfristig sollte man jedoch noch abwarten, um dann den Rücksetzer für Käufe zu nutzen. Langfristig sind wir auf Sicht dieses Jahres bullisch für Gold gestimmt.

 

Gold korrigiert aktuell auf hohem Niveau

 

Chartanalyse zu Gold in Euro

In Euro zeigte sich der Preis aufgrund eines zuletzt schwächeren Euros nun stärker als in US-Dollar. Charttechnisch sieht das Muster mit dem gebrochenen Aufwärtstrend nicht gut aus, doch glauben wir, dass eine Trendwende am Devisenmarkt insbesondere den Goldpreis in Euro in diesem Jahr beflügeln wird. Daher dürfte es sich hier um eine Bärenfalle handeln. Schmiert der Euro entsprechend unserer Erwartung ab, so wären auch Preise über 1.240 Euro je Feinunze in diesem Jahr denkbar und der langfristige, seit Anfang 2014 bestehende, Aufwärtstrend dürfte intakt bleiben. 

Man sollte ein Auge auf den kurzfristigen Abwärtstrend haben, da bei dessen Bruch ein kurzfristiges Kaufsignal entstünde. Weiterhin gibt es über 1.100 Euro ein weiteres prozyklisches Kaufsignal.

Gerade Investoren im Euroraum sollten sich jetzt aufgrund der weiterhin lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der planmäßigen Abwertung des Euros vor Inflation und Teuerung schützen, indem man in das real unterbewertete Gold investiert.

 
Gold in Euro notiert noch unter dem langfristigen Aufwärtstrend

 

Gold/Silber Ratio

Das Ratio des Goldes zum Silber ist mit 80 auf einem hohen Niveau, das in den vergangenen 18 Jahren nur viermal erreicht wurde. Dies zeigt eine langfristige Unterbewertung des Silbers zum Gold auf. Es ist davon auszugehen, dass sich das Ratio wieder seinem Mittel im Bereich um die 60 annähern und am Ende eines künftigen Bullenmarktes sogar wieder bis in den Bereich von 30 oder tiefer fallen wird. Dies bedeutet, Silber dürfte vom aktuellen Niveau aus, auf Sicht der kommenden zehn Jahre, den Goldpreis outperformen. Silber könnte sich dabei zwei- bis dreimal so gut entwickeln wie der Goldpreis. Daher sollte man aktuell strategisch langfristig überproportional mehr in Silber investieren.

 
Das Gold/Silber-Ratio zeigt, dass Silber sehr günstig im Verhältnis zum Gold ist

 

© Markus Blaschzok
Dipl. Betriebswirt (FH), CFTe
Chefanalyst GoldSilberShop.de / VSP AG
BlaschzokResearch
GoldSilberShop.de

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