Prof. Wilhelm Hankel ist tot

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von Frank Meyer

Professor Wilhelm Hankel ist kurz nach seinem Geburtstag im Alter von 85 Jahren verstorben. Einige persönliche Worte...

Es gibt Momente, in denen mir die Fragilität unseres Lebens über den Bildschirm wischt mir schon wieder bewusst wird, dass etwas ganz schnell vorbei sein kann. Manchmal ist es ein Leben. Ich bin in Trauer um Professor Hankel - wie auch seine Familie, seine Frau, seine Kinder, seine Kollegen und Mitstreiter - seine Freunde und Bekannten.

In Trauer sind auch tausende Studenten, denen Professor Hankel sein Wissen und seine Erfahrungen vermittelt hat und auch diejenigen, mit denen er zusammen gearbeitet hat. In Trauer sind auch diejenigen, denen Hankel bei seinen Auftritte auf vielen Veranstaltungen seine Sicht auf die wahren Hintergründe dieses Euro-Desasters geschildert hat. Seine Bücher, seine Videobotschaften und seine Texte leben aber fort.

Ein mutiger Mensch ist von uns gegangen.

Ich hatte das große Glück, Wilhelm Hankel öfters begegnet zu sein. Ich sehe ihn noch auf der Edelmetallmesse 2012 in München, als ich seinen Vortrag in einem vor Leuten platzenden Saal anmoderierte, wie er kraftvoll und voller Leidenschaft seine Sichtweise den Zuschauern kund tat. Ich erinnere mich an die Standing Ovations. Ich sehe uns am Abend noch zusammen zu Abend essen, wo er bis nachts zwei Uhr, wacher als wir alle zusammen, Geschichten aus seinem Leben erzählte. Ich höre ihn noch, als er mir sagte, "Euroskeptiker" sei kein Beruf und anmerkte, er sei Volkswirt. Und so stellte ich ihn fortan in Interviews vor.

Die Interviews, die ich mit ihm führen durfte, waren jedes Mal ein Highlight, voller Wissen und Freundlichkeit. Ja, er war geduldig - kannte er doch die jungen Leute, denen er sein Wissen in der Universität vermittelte und die heute sein Wissen mit sich tragen.

Wilhelm Hankel war ein außergewöhnlicher Mensch, in jeder Hinsicht.

Eine kluge, deutliche, aufrichtige und freundliche Stimme ist verstummt.

In Gedenken an ihn zünde ich eine Kerze an - mit großer Dankbarkeit und Erinnerung an einen großen Menschen.

Zur Erinnerung - unser letztes Interview





 
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