Silber: Die Chancen überwiegen mittlerweile die Risiken

Tags: Silberminen SIL Meinung Analyse Charts Gold Silber in Euro Silber Pro aurum Silberedition vom 24.05.2018 Florian Grummes Platin Palladium Gold-Silber-Ratio Sentiment Saisonalität Terminmarkt COT-Daten

von Florian Grummes

Wie seit Monaten vermutet, ist der Goldpreis in der letzten Woche tatsächlich unter seine Unterstützungszone um 1.305 USD nach unten durchgerutscht. Aktuell notiert er damit jetzt knapp unterhalb der psychologischen Marke von 1.300 USD. Bislang hat dieser Kursrutsch aber kein Erdbeben ausgelöst. Im Gegensatz zum Herbst 2016, als der Goldpreis ebenfalls nach monatelangem Hin- und Her letztlich unter 1.300 USD fiel und alle Dämme brachen..., können sich die Notierungen dieses Mal doch recht gut halten. Obwohl der technische Schaden durchaus vorhanden ist, zeigt der Goldmarkt also, dass es um ihn wesentlich besser bestellt ist, als noch in 2016. 

Vor allem das aufsteigende und damit bullische Dreieck scheint dem Goldpreis Ausdauer und Kraft zu verleihen. Innerhalb dieses Dreiecks sind in den kommenden Wochen noch maximal Kurse im Bereich 1.250 – 1.260 USD denkbar. Aufgrund der überverkauften Lage und der schlechten Stimmung muss es aber gar nicht mehr so tief gehen. Der Tiefpunkt dürfte jedenfalls fast zum Greifen nahe sein.

Allerdings könnte es durchaus noch ein bis zwei Monate bei einem eher konsolidierenden Kurs-Verhalten um die 200-Tagelinie herum bleiben (ähnlich wie im Frühsommer 2005). Erst ab dem Juli/August sehe ich die Edelmetallmärkte richtig durchstarten. Bis dahin ist weiterhin Geduld angesagt.

Silber konnte sich in diesem schwierigen Umfeld recht gut halten und überzeugt schon seit Wochen mit einer sehr guten Terminmarktstruktur. Da jetzt eigentlich alle schwachen Hände mittels einer Panik abgeschüttelt werden müssen, sollten wir uns sicherheitshalber noch auf ein paar ungemütliche Wochen einstellen. 

Die Chancen überwiegen mittlerweile aber die Risiken und schwache Kurse sollten ab jetzt unbedingt zum Positionsaufbau genutzt werden. Im großen Bild fügt sich das bullische Puzzle immer besser zusammen. Es fehlt fast nur noch das grüne Licht der Saisonalität.

Lesen Sie jetzt die komplette Silber-Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

 

1. Silber in USD

Rückblick
:

Nachdem der Silberpreis Mitte April kurzeitig aus seiner Lethargie erwachte, konnten die Notierungen zügig bis an die obere Begrenzung des Dreiecks im Bereich um 17,36 USD ansteigen. Hier war aber bereits wieder Endstation für die Bullen und es folgte erwartungsgemäß ein scharfer Rücksetzer, welcher mehr oder weniger direkt bis zur unteren Begrenzung des großen Dreiecks führte.

Seit Monatsbeginn konnte der Silberpreis abermals ansteigen, erreichte zuletzt aber „nur noch“ die 200-Tagelinie (16,80 USD). Hier prallten die Notierungen wieder nach unten ab prallten und suchten erneut innerhalb des übergeordneten Dreiecks an dessen unterer Begrenzung nach Unterstützung.

Bedingt durch den schwachen Goldpreis, der, wie seit Langem angekündigt, in der Woche vor Pfingsten tatsächlich unter die Marke von 1.300 USD gerutscht ist, befindet sich der Edelmetallsektor insgesamt mitten in der schwachen Frühlingsphase. Wie in der letzten Goldedition vermutet, wird jetzt der Baum wohl so lange geschüttelt, bis die schwachen Hände allesamt kapituliert haben.


Silber Monatschart:

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Der Monatschart für den Silberpreis in US-Dollar (USD) bildet die letzten 15 Jahre am Silbermarkt ab. Im Gegensatz zu den "wilden" Jahren bis 2015, hat sich das Kursgeschehen in den letzten drei Jahren deutlich beruhigt. Ein klares Zeichen dafür, dass im Silbermarkt aktuell kaum spekulatives Geld unterwegs ist. 

Daher kommt der Silberpreis auch nicht in die Gänge, sondern sitzt im Grunde genommen seit Ende 2016 nur knapp oberhalb der starken und extrem wichtigen Unterstützungszone zwischen 15,50 USD und 16,50 USD fest. Lediglich im letzten Sommer kam es im Zuge des Flashcrashs am Silbermarkt kurzzeitig zu einem Unterschreiten dieser Zone. Während auf der Unterseite damit eigentlich eine horizontale Unterstützung gezogen werden kann, bleibt es auf der Oberseite bei der Serie tieferer Hochs.

Im ganz großen Bild kann man allerdings noch eine weitere Trendlinie ziehen. Mit Hilfe der letzten beiden großen Tiefpunkte vom November 2009 und Dezember 2015 sowie drei weiteren Aufsetzern aus den Jahren 2004 und 2005 hat sich eine langjährige Unterstützungslinie gebildet. In Verbindung mit der Serie tieferer Hochs in den letzten zwei Jahren bewegt sich der Silberpreis daher in ein Konsolidierungsdreieck hinein. Aktuell näheren sich die Notierungen der unteren Linien an und sollten diese tunlichst nicht unterschreiten. Kommt es hingegen zum Ausbruch über die obere Begrenzung des Dreiecks (rote Abwärtstrendlinie) hellt sich die Lage am Silbermarkt schlagartig auf.

Da das Kursgeschehen schon recht weit in die Spitze des Konsolidierungsdreiecks hineingelaufen ist, steht in diesem Sommer wohl eine große Entscheidung an. Aktuell dürfte Silber daher noch die letzten ruhigen Wochen vor dem Sturm genießen. Um die Richtung des zu erwartenden Ausbruchs zu ermitteln, helfen die Indikatoren derzeit allesamt leider nicht weiter. MACD und RSI sind völlig neutral und ohne Aussagekraft. Die Stochastik windet sich ebenfalls mit unklaren Aussagen im neutralen Bereich. Nur die Volatilität bzw. Schwankungsbreite (abzulesen an der Breite der Bollinger Bänder = BB Width) ist völlig im Keller und befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 18 Jahren. 

Insgesamt bleibt es daher zunächst bei der "neutralen" Bewertung des Monatscharts. Sicher scheint aber, dass in Kürze Bewegung und Volatilität in den Silbermarkt kommen werden. 


Silber Wochenchart:

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Auf dem logarithmischen Wochenchart ist das potentielle Dreieck weiterhin prominent in rosa eingezeichnet. Dabei muss angemerkt werden, dass das zweite Standbein auf der Unterseite im Sommer 2017 im Anschluss an den damaligen Flashcrash „künstlich“ durch die COMEX festgesetzt wurde. Gleichzeitig ist aber auch die lange Phase seitwärtslaufender Kurse gut zu erkennen. Insgesamt liegt also kein idealtypisches Konsolidierungsdreieck vor. Die einzige Alternative, ein absteigendes und damit bärisches Dreieck (gestrichelt in schwarz) überzeugt aber deutlich weniger.

Auf Sicht der nächsten zwei Monate ist mit einem Ausbruch aus dem symmetrischen Dreieck zu rechnen. Da die Stochastik auf dem Wochenchart recht nahe an der überverkauften Zone wieder nach oben gedreht hat, bleibt die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch nach oben deutlich erhöht. Zuvor könnte der Stochastik Oszillator aber im Zuge der laufenden Korrektur nochmals tiefer in seine überverkaufte Zone abtauchen und somit die idealen Vorrausetzungen für eine starke Sommerrally legen. Die Indikatoren MACD und RSI hingegen laufen weiterhin neutral bzw. seitwärts und sind daher ohne Aussagekraft.

In der Summe bleibt die Bewertung des Wochencharts bei "vorsichtig bullisch". Vor allem die Stochastik-Kaufsignal macht mittelfristig einen vielversprechenden Eindruck. Innerhalb des Dreiecks ist vorläufig noch eine Handelspanne zwischen 16,10 USD bis 17,25 USD zu erwarten. Kommt es zum Ausbruch nach oben, wird der Silberpreis schnell bis 18,50 USD ansteigen können.

 

Silber Tageschart:

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Mit dem logarithmischen Tageschart zoomen wir wie immer noch näher an das Kursgeschehen heran. Dabei wird schnell klar, dass sich der Silberpreis weiterhin in einer Seitwärtsbewegung befindet. Ungeachtet des kurzen Ausreißers im April wird die Handelspanne seit Anfang Februar auf der Oberseite durch die 200-Tagelinie (16,80 USD) und auf der Unterseite durch die Unterstützungszone oberhalb von 16,00 USD definiert. 

Gleichzeitig ziehen sich die beiden Bollinger Bänder (16,20 USD und 16,77 USD) immer weiter zusammen und bestätigen den knappen Handelsspielraum. Früher oder später wird es hier zu einem Ausbruch und im Anschluss zu einer größeren Bewegung kommen. Gut möglich, dass der scharfe, aber kurzlebige Anstieg im April schon mal ein Testlauf der Bullen gewesen ist.

Kurzfristig lässt das neuerliche Stochastik Kaufsignal jedenfalls darauf schließen, dass sich der Silberpreis zunächst wohl eher nach oben als noch unten orientieren wird. Der Beginn der "großen Sommerrally" lässt sich damit aber noch nicht ableiten. Vielmehr könnte es sich lediglich um eine weitere Korrektur- bzw. Erholungsschleife handeln, bevor im Juni dann die endgültigen Tiefs ausgelotet werden.

Zusammengefasst bleibt der Tageschart neutral, solange sich der Silberpreis noch innerhalb seines Dreiecks bewegt. Neben dem Dreieck wird der Tageschart zusätzlich von der Unterstützungszone zwischen 15,50 bis 16,00 USD sowie der Widerstandszone bei 18,00 bis 18,50 USD bestimmt. In den kommenden Wochen bzw. ein bis zwei Monaten ist der Ausbruch aus dem Dreieck höchstwahrscheinlich. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für einen Ausbruch nach oben eindeutig erhöht. Dieser Ausbruch sollte dann auch genug Energie freisetzen, um aus der übergeordneten Handelsspanne ausbrechen zu können. 


2. Gold/Silber Ratio:

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Das Gold/Silber-Ratio scheint mittlerweile deutlicher aus seinem zweijährigen Keil nach unten ausgebrochen zu sein. Aufgrund der klar überverkauften Stochastik sind jedoch steigende Ratio-Werte in den kommenden Wochen wahrscheinlicher. Insofern ist die Trendwende noch nicht einhundertprozentig in trockenen Tüchern. Angesichts der zuvor erfolgten Divergenz am Hochpunkt, muss der stark überverkaufte Stochastik Oszillator aber nicht mehr bis in seine überkauften Zone zurücklaufen. Eine Gegenbewegung bis in die neutrale Mitte würde schon ausreichen. Das allerdings müsste in den nächsten ein bis zwei Monaten nochmals für Gegenwind und Druck im Edelmetallsektor sorgen.


3. Silberminenaktien (SIL):

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Die Silberminenaktien stecken zwar übergeordnet immer noch in einer Korrektur, zeigen nun aber seit Anfang Februar zunehmend relative Stärke gegen den Silberpreis. Dabei hat der repräsentative Silberminen-ETF "SIL" bislang seit seinem Tief im Februar 8,03% zulegen können, was in etwa der Performance des GDXJ (VanEck Vectors Junior Gold Miners ETF) entspricht. Deutlich besser haben sich hingegen die beiden reinrassigen Silberproduzenten First Majestic Silver und Endeavour Silver entwickelt. 

Beide Aktienkurse konnten in den letzten drei Monaten um knapp 40% zulegen. Da beide Aktien über einen hohen Hebel auf den Silberpreis verfügen, dürfte hier vom Markt bereits ein höherer Silberpreis antizipiert werden.

 

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Insgesamt hellt sich das Bild bei den Silberminen weiter auf. Allerdings muss dem SIL endlich der Sprung über die Abwärtstrendlinie gelingen. Dann wäre auf dem Wochenchart ein schneller Anstieg bis zum oberen Bollinger Band (33,29 USD) zu erwarten. Die fast überkaufte Stochastik passt jedoch nicht so ganz in das Bild einer mehrmonatigen Rally. Demnach könnte es zuvor doch nochmal zu einer "letzten" Korrekturschleife kommen. Der Wochenchart bleibt dennoch "zunehmend bullisch".


4. CoT-Report:

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Nach wie vor bleibt die Lage am Silberterminmarkt mittelfristig vielversprechend. Laut dem aktuellen CoT-Report betrug die kumulierte kommerzielle Shortposition zuletzt 18.066 leerverkaufte Kontrakte auf den Silber-Future an der COMEX. Der Blick auf den „Hedger-Chart“ der letzten 15 Jahre macht dabei klar, dass es sich aktuell um eine relativ niedrige Shortposition handelt. Der Silbermarkt ist schon seit Wochen von fast allen Spekulanten bereinigt und befindet sich damit im positiven Sinne in einer antizyklisch sehr günstigen Engstelle.

Was allerdings noch fehlt, ist eine ähnliche Konstellation am Goldterminmarkt. Diese dürfte mit dem Rutsch unter die Marke von 1.300 USD nun in Gange gekommen sein und sollte in den nächsten Wochen auch für den Goldpreis in ein klares antizyklisches Kaufsignal münden. Noch ist es aber nicht soweit.

Für den Silberpreis liefert der CoT-Report jedenfalls weiterhin ein glasklares und starkes Kaufsignal.


5. Sentiment:

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Die aktuellen Sentimentdaten melden weiterhin einen leicht übertriebenen Pessimismus unter den Marktteilnehmern im Edelmetallsektor. Insbesondere der Gold ETF (GLD) fördert eine zu negative Stimmung zu Tage. Damit wird eine Zwischenerholung schon in diesen Tagen sehr wahrscheinlich.

Der Blick auf die Kitco Gold Umfrage macht jedoch klar, dass viele Goldanleger in der Vorwoche offensichtlich in eine Bullenfalle gelaufen sind. Denn die Erholung in Richtung 1.325 USD hatte damals schon ausgereicht, um fast 90% der Kleinanleger ins bullische Lager zu locken. Wie wir wissen, kam es am Dienstag vor einer Woche aber ganz anders und Gold rutschte erstmals seit viereinhalb Monaten unter der psychologischen Marke von 1.300 USD. 

Diese "Gemeinheit" wird erst noch verdaut werden müssen, so dass was das Sentiment angeht, in den kommenden Wochen noch übertriebenere Pessimismus-Werte denkbar sind. Kurzfristig zeichnet die Kitco Gold Umfrage aber ein neutrales Bild.

Insgesamt fehlt es noch an Panik und finaler Aufgabestimmung im Sektor, die zunehmend schlechte Stimmung ist aber genau das, worauf geduldige Antizykliker warten.

 

6. Saisonalität:

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Mit der zunehmenden Schwäche in den letzten Wochen hält sich der Edelmetallsektor auch in diesem Jahr doch ziemlich gut an seine saisonale Vorgabe.

Diese ist am Silbermarkt ganz besonders ausgeprägt und lässt für die kommenden Wochen nichts Gutes erwarten. Im statistischen Durchschnitt der letzten vierzig Jahre müsste der Silberpreis demnach erst Ende Juni das Tief der laufenden Korrektur finden. Dabei sind vor allem im Juni noch erhebliche Rücksetzer hinzunehmen.

Im Anschluss jedoch beginnt im Juli die saisonal beste Phase des Jahres, welche regelmäßig deutliche Anstiege mit sich bringt.

Der Analysebaustein "Saisonalität" rät daher aktuell ganz klar zu einem geduldigen Abwarten.


7. Silber in EUR

Rückblick:

Auf Eurobasis kann der Silberpreis in den letzten zwei Monaten endlich etwas Schwung nach oben entfalten. So kam das Tief in diesem Frühling letztlich bereits am 20.März bei 13,13 EUR zustande. Seitdem ist eine Aufwärtsbewegung zu beobachten, die langsam aber sicher an Fahrt zu gewinnen scheint. Aktuell notiert der Silberpreis bei 14,11 EUR und konnte damit erstmals seit dem Frühling 2017 wieder seine 200-Tagelinie (14,00 USD) überwinden.


Euro-Silber Tageschart:

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In den letzten Wochen konnte der Euro-Silberpreis trotz des zwischenzeitlichen Rücksetzers die Abwärtstrendlinie der letzten 12 Monate letztlich klar überwinden. Kurzzeitig wurde diese ehemalige Abwärtstrendlinie nochmal von oben getestet, so dass die jetzt gestartete Aufwärtsbewegung umso nachhaltiger wirkt. Gestern sprangen die Notierungen dann auch noch über die 200-Tagelinie (14,00 EUR) und haben somit fast das obere Bollinger Band (14,18 USD) erreicht.

Angesichts der ansatzweise überkauften Stochastik könnte sich das Überwinden der Widerstandszone um 14,00 EUR in den kommenden Wochen aber möglicherweise noch hinziehen. Schließlich wird die Stochastik früher oder später korrigieren müssen und bietet aktuell nur noch wenige Spielraum auf der Oberseite. 

Allerdings kann man aufgrund der Entwicklung im größeren Bild mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass der Euro-Silberpreis mittelfristig bis an die übergeordnete Abwärtstrendlinie (aktuell ca. 15,25 EUR) bzw. bis an die Widerstandszone um 15,00 EUR ansteigen wird. Mit etwas Glück kommt es zuvor im Juni nochmals zu einem Rücksetzer an die steigende 50-Tagelinie (13,59 EUR). Hier würde sich dann unterhalb von 14,00 EUR wohl zum allerletzten Mal eine wirklich „günstige“ Kaufgelegenheit für den europäischen Silberinvestor ergeben.

Zusammengefasst ist der Tageschart mit "zunehmend bullisch" zu bewerten. Aufgrund der überkauften Stochastik kann es im Juni aber nochmals zu einem überschaubaren Rücksetzer kommen.


Handelsempfehlung:

Tatsächlich war das zuletzt empfohlene Kauflimit unterhalb von 13,50 EUR ein Volltreffer. Zum Monatswechsel konnte man so nochmal günstig Silber erwerben. Mittlerweile sind die Preise schon wieder gen Norden enteilt. Mit etwas Glück gibt es nochmals einen Rücksetzer in Richtung der steigenden 50-Tagelinie (13,59 EUR). Somit empfiehlt sich auf Sicht der kommenden Wochen ein Abstauber Limit unterhalb von 13,90 EUR.


8. Platin

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Der Platinpreis steckt seit Ende Januar erneut in einer brutalen Korrektur. Dabei ging es vom Hoch bei 1.033 USD in den letzten vier Monaten schrittweise immer weiter gen Süden. Erst bei 877 USD wurde zuletzt ein Tiefpunkt erreicht, von dem aus die Bullen erneut eine Erholung und die Trendwende versuchen. Bislang waren alle ihre Versuche gescheitert.

Allerdings hat die Stochastik ein neues Kaufsignal geliefert und der Platinmarkt ist nun auch auf dem Wochenchart stark überverkauft. Daher könnte in den kommenden Wochen eine Erholung bis zur fallenden 50-Tageline (926 USD) und eventuell auch bis zur Abwärtstrendlinie um 945 - 950 USD gelingen.

Übergeordnet bedeutet der Rücksetzer aber erneut einen Rückschlag. Die fulminante Rally ab Mitte Dezember wurde dadurch vollkommen egalisiert, womit auf dem Tages- als auch auf dem Wochenchart jegliche bullische Phantasie verloren gegangen ist. Letztlich läuft der Platinpreis im Anschluss an den Bärenmarkt 2011 bis 2015 schon seit Mitte 2016 seitwärts und kommt damit nach wie vor nicht wieder auf die Beine. Solange der Platinmarkt in seiner Handelspanne zwischen 890 USD und 1.025 USD gefangen ist, sind Trendfolgesignale mit großer Vorsicht zu betrachten.

In der Summe ergibt sich auf Sicht der kommenden Wochen aber eine "zunehmend bullische" Einschätzung für den Platinpreis. Die angelaufene Erholungswelle kann durchaus bis 950 USD laufen.


Handelsempfehlung:

Platin bleibt bis auf weiteres eine Halteposition.


9. Palladium

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Auch der Palladiummarkt steckt seit Mitte Januar in einer Korrektur, die sich zuletzt wie vermutet weiter ausgeweitet hat. Bislang hat sich diese Korrektur im Anschluss an die erste scharfe Abwärtswelle allerdings vor allem über die Zeitachse und mit zuletzt seitwärtslaufenden Kursen präsentiert. Die bullische Dynamik der letzten beiden Jahre scheint jedenfalls abhanden gekommen zu sein.

Aktuell bemühen sich die Palladiumbullen um die Rückeroberung der wichtigen roten Trendlinie, welche das Kursgeschehen in den letzten zwei Jahren immer wieder richtungslenkend bestimmt hat. Da in dieser Region aktuell zudem die 200-Tagelinie (982 USD) als auch die 50-Tagelinie (970 USD) verlaufen, kommt der Kursrichtung der kommenden Wochen eine erhöhte Bedeutung zu. Letztlich bedeutet dies, dass Palladium in Kürze die psychologische Marke von 1.000 USD zurückerobern muss. 

Andernfalls droht der Rückfall bis zur grünen Aufwärtstrendlinie im Bereich um 920 USD. Da die Stochastik schon in der Nähe der überkauften Zone notiert, ist dieses bärisch Szenario nicht ganz von der Hand zu weisen. Neben der kleinen Unterstützungszone um 960 USD bietet ansonsten nur noch das untere Bollinger Band (941 USD) Halt. Insgesamt kann der Palladiumpreis derzeit nicht überzeugen. 

Die Notierungen bewegen sich deutlich unterhalb der Jahreshöchststände, während die Stochastik nicht mehr allzu viel Luft nach oben hat. Eine vorübergehende Fortsetzung der Erholung und damit eine kurzfristig "vorsichtig bullische" Einschätzung erscheinen am sinnvollsten. Im größeren Bild bleibt Palladium aber in einer Korrektur, deren Ende noch nicht absehbar ist.


Handelsempfehlung:

Palladium bleibt bis auf weiteres eine Halteposition.


10. Zusammenfassung & Konklusion

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Wie seit Monaten vermutet, ist der Goldpreis in der letzten Woche tatsächlich unter seine Unterstützungszone um 1.305 USD nach unten durchgerutscht. Aktuell notiert er damit jetzt knapp unterhalb der psychologischen Marke von 1.300 USD. Bislang hat dieser Kursrutsch aber kein Erdbeben ausgelöst. Im Gegensatz zum Herbst 2016, als der Goldpreis ebenfalls nach monatelangem Hin- und Her letztlich unter 1.300 USD fiel und alle Dämme brachen, können sich die Notierungen dieses Mal doch recht gut halten. Obwohl der technische Schaden durchaus vorhanden ist, zeigt der Goldmarkt also, dass es um ihn wesentlich besser bestellt ist, als noch in 2016. 

Vor allem das aufsteigende und damit bullische Dreieck scheint dem Goldpreis Ausdauer und Kraft zu verleihen. Innerhalb dieses Dreiecks sind in den kommenden Wochen noch maximal Kurse im Bereich 1.250 - 1.260 USD denkbar. Aufgrund der überverkauften Lage und der schlechten Stimmung muss es aber gar nicht mehr so tief gehen. Der Tiefpunkt dürfte jedenfalls fast zum Greifen nahe sein.

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Allerdings könnte es durchaus noch ein bis zwei Monate bei einem eher konsolidierenden Kurs-Verhalten um die 200-Tagelinie herum bleiben (ähnlich wie im Frühsommer 2005). Erst ab dem Juli/August sehe ich die Edelmetallmärkte richtig durchstarten. Bis dahin ist weiterhin Geduld angesagt.

Silber konnte sich in diesem schwierigen Umfeld recht gut halten und überzeugt schon seit Wochen mit einer sehr guten Terminmarktstruktur. Da jetzt eigentlich alle schwachen Hände mittels einer Panik abgeschüttelt werden müssen, sollten wir uns sicherheitshalber noch auf ein paar ungemütliche Wochen einstellen. 

Die Chancen überwiegen mittlerweile aber die Risiken und schwache Kurse sollten ab jetzt unbedingt zum Positionsaufbau genutzt werden. Im großen Bild fügt sich das bullische Puzzle immer besser zusammen. Es fehlt fast nur noch das grüne Licht der Saisonalität.

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© Florian Grummes

Quelle: pro aurum Silberedition vom 23.05.2018

 

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