Silber: Es geht doch noch eine Etage tiefer!

Tags: Midastouch Consulting Florian Grummes pro aurum Silberedition vom 18.07.2018 Silber Silber in Euro Silberminen SIL Analyse Platin Palladium Saisonalität COT-Daten Terminmarkt Sentiment Meinung Charts

von Florian Grummes

Nachdem es vor zwei Wochen erste vielversprechende Anzeichen für einen Boden bei den Edelmetallen gegeben hatte, sind diese mittlerweile Makulatur. Rückblickend bin ich eindeutig zu früh bullisch geworden! Mit dem gestrigen Kursrutsch geht die Abwärtswelle sowohl beim Silber als auch beim Gold weiter. Angesichts der miserablen Stimmung und den immer besser werdenden Terminmarktdaten dürfte das noch verbleibende Abwärtspotential aber überschaubar sein...

Für den Silberpreis bedeutet dies möglicherweise noch Kurse im Bereich um 15,00 USD, wobei das Bollinger Band auf dem Monatschart schon jetzt unterschritten ist. Die Luft ist also extrem dünn für die Bären. Beim Goldpreis verläuft das Bollinger Band auf dem Monatschart um 1.185 USD. Gleichzeitig ist die Zone um 1.200 – 1.210 USD die nächste sehr starke Unterstützung. 

D.h. spätestens um 15,00 USD beim Silber und um 1.200 USD beim Gold müsste es zumindest zu einer Erholung oder Gegenbewegung kommen. Angesichts der stark überverkauften Situation stehen die Chancen für eine verspätete, aber trotzdem nachhaltige Sommerrally sehr gut. 

Der große Ausbruch am Goldmarkt über die horizontale Widerstandszone um 1.365 USD ist momentan jedoch in weite Ferne gerückt. Erst einmal müssen die Edelmetalle ihren Boden finden und in der nachfolgenden Erholung/Gegenbewegung wieder Vertrauen aufbauen.

Lesen Sie jetzt die komplette Silber-Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

1. Silber in USD

Rückblick:

Ausgehend von 17,28 USD am 14.Juni kam der Silberpreis in den letzten vier Wochen stark unter Druck und notiert im Tief bereits bei nur noch 15,42 USD. Damit wurde die Unterstützungszone der letzten Monate im Bereich um 16,00 – 16,20 USD klar unterschritten bzw. gebrochen. 

Parallel dazu hat auch der Goldpreis eine mittlerweile dreimonatige Abwärtswelle zu verkraften, die die Notierungen mittlerweile bis auf 1.222 USD zurückführte.

Die Stabilisierungsversuche beim Gold und Silber haben in den letzten zwei Wochen damit nicht gefruchtet. Trotz des scharfen Abverkaufs sind bislang keine Signale für eine Trendwende auszumachen. Vielmehr lassen sich die Bären noch immer nicht das Heft aus der Hand nehmen und versuchen die beiden Edelmetalle weiter nach unten zu drücken.

Silber Monatschart:

 

 

Seit dem Hoch im Juli 2016 läuft der Silberpreis auf seinem logarithmischen Monatschart unterhalb der markanten Abwärtstrendlinie in einer engen Handelsspanne vor allem seitwärts. Zuletzt wurde dieser harte Widerstand auf der Oberseite vor knapp fünf Wochen erfolglos angelaufen. Durch den erfolgten scharfen Rücksetzer hängen die Silbernotierungen nun direkt an der entscheidenden breiten Kreuzunterstützung bestehend aus der horizontalen Unterstützungslinie um 15,75 USD sowie der knapp neunjährigen Aufwärtstrendlinie (ca. 15,55 USD) und dem unteren Bollinger Band (15,49 USD). 

Generell ist die Zone zwischen 15,50 USD und 16,00 USD in den letzten Jahren immer wieder starker Support gewesen. Eigentlich sollte diese Kreuzunterstützung daher halten. Da bislang aber von einer Trendwende nicht viel zu sehen ist, läuft es nun auf ein kurzzeitiges Unterschreiten hinaus. Insbesondere das aktive Verkaufssignal bei der Stochastik drückt die Notierungen weiter nach unten. Die beiden anderen Indikatoren RSI und MACD sind neutral und damit wenig aussagekräftig. Gleichzeitig befindet sich die Volatilität am Silbermarkt auf dem tiefsten Stand seit über 15 Jahren.

Zwar sind auf dem Monatschart bullische Signale derzeit absolute Mangelware, dennoch ist für diesen Sommer eine Erholung zu erwarten. Insbesondere wenn die Bullen die Zone um 15,50 – 15,75 USD doch halbwegs verteidigen können, stehen die Chancen für eine Erholung inklusive einem Ausbruch über die Abwärtstrendlinie (ca. 16,80 USD) ziemlich gut. In diesem Fall ist ein Anstieg bis zur nächsten großen Widerstandszone zwischen 18,00 USD und 18,50 USD zu erwarten.

Gelingt es den Bären hingegen, die Kurse zum Monatsschlusskurs klar unter die langjährige Aufwärtstrendlinie (ca. 15,55 USD) zu drücken, dürfte die im Mai 2011 begonnene Baisse übergeordnet wieder aufgenommen werden. Trotzdem ist auch dann zunächst eine deutliche Gegenbewegung bzw. Erholung zu erwarten.

Insgesamt bleibt der Monatschart neutral. Eine Fortsetzung des Abverkaufs bis zum unteren Bollinger Band (15,45 USD) ist bereits erfolgt. Deutlich tiefere Kurse sind eigentlich nur intraday und vorübergehend im Zuge eines finalen Panik-Ausverkaufs denkbar. Auf Wochen- oder Monatsschlusskursbasis sollte das Bollinger Band halten. Erst Kurse oberhalb von 16,80 USD drehen den Bias auf bullisch. 

 

Silber Wochenchart:

 

Auf dem logarithmischen Wochenchart ist der Silberpreis in den letzten drei Wochen aus seinem großen Dreieck klar nach unten durchgerutscht. Mittlerweile hat diese negative Entwicklung auch eine etwas deutlichere Abwärtswelle losgetreten. Der Blickkontakt zum Dreieck ist gestern jedenfalls verloren gegangen. Und auch das Tief vom letzten Dezember bei 15,64 USD wurde mittlerweile klar unterboten. Die Bären bleiben also bis auf weiteres am Drücker.

Gleichzeitig lässt die stark überverkaufte Stochastik aber für die kommenden zwei bis drei Monate eine deutliche Gegenbewegung erwarten. Zuletzt war die Stochastik im Dezember 2017 so tief gefallen. Damals konnte sich der Silberpreis in fünf Wochen von 15,64 USD bis auf 17,70 USD erholen. Ähnliches scheint auch in diesem Sommer möglich.

Zuvor allerdings muss Silber erstmal seinen Boden finden. Während die ursprünglich anvisierte Zone um 15,75 – 16,20 USD eindeutig nicht gehalten hat, wackelt nun die nächste Unterstützung um 15,50 USD bereits bedrohlich. Eine Etage tiefer wartet auf dem Wochenchart erst im Bereich um 15,00 USD wieder der nächste Support. Sollte es also noch zu einem finalen Panik-Ausverkauf kommen, sind ca. 15,00 USD denkbar. 

Da es sich bei dem aufgelösten Dreieck nicht um eine idealtypische Dreiecksstruktur handelt und zudem der Flashcrash vom letzten Sommer im Nachhinein „annulliert wurde“, sind Kursprojektionen anhand dieser konkreten Dreiecks-Formation nur schwer zu bestimmen bzw. mit großer Vorsicht zu genießen. Eigentlich kam es innerhalb dieses Dreiecks nur im April zu einer direkten Welle von oberer zu unterer Dreiecksbegrenzung. Mit dieser „Höhe“ des Dreiecks lässt sich von der Ausbruchsstelle ebenfalls ein Kursziel um ca. 15,00 USD bestimmen.

In der Summe wiegt der Durchbruch nach unten schwer. Demgegenüber steht eine stark überverkaufte Lage. Mit diesem Setup ist der Wochenchart zunächst „noch bärisch“ zu bewerten. Die Wahrscheinlichkeit für den finalen Boden in den nächsten Tagen bzw. Wochen ist aber deutlich erhöht.

 

Silber Tageschart:

 

Auf dem logarithmischen Tageschart ist der Ausbruch aus dem Dreieck nach unten inklusive kurzem Rücklauf an das Dreieck klar zu erkennen. In der Folge kam es in den letzten sechs Handelstagen zu weiteren Abgaben, so dass die breite Unterstützungszone zwischen 15,50 USD und 16,00 USD mittlerweile vollständig ausgereizt ist. Das untere Bollinger Band (15,65 USD) wurde mit dem gestrigen Schlusskurs ebenfalls unterboten. Statistisch betrachtet liegt die Wahrscheinlichkeit für Schlusskurse unterhalb des Bollinger Bandes nur bei 2,5%. Maximal sind in Extremsituation fünf, sehr selten sechs Kerzen unterhalb des Bollinger Bandes in allen Märkten zu beobachten. Dabei halbiert sich die 2,5%ige Wahrscheinlichkeit mit jeder weiteren Kerze nochmals. Insofern wird die Luft für die Bären ab jetzt immer dünner, insbesondere wenn es in den nächsten Tagen noch tiefer nach unten gehen sollte.

Gleichzeitig ist die Stochastik wieder in ihre überverkaufte Zone zurückgefallen und auch der RSI-Indikator ist drauf und dran in den überverkauften Zustand abzutauchen. Trotzdem bleibt es vorläufig noch bei der klar bärischen Sachlage. Nicht vergessen werden darf dabei die alte Börsenweisheit, dass Kurse meist tiefer fallen als sich das die allermeisten Marktteilnehmer überhaupt vorstellen können. Und gerade am engen und kleinen Silbermarkt sind regelmäßig Übertreibungen und Fehlsignale zu beobachten gewesen.

Insofern sind die letzten Meter der laufenden Abwärtswelle nur schwer vorherzusehen. Entweder kann Silber im Bereich um 15,50 USD einen Boden finden oder es geht vorübergehend noch eine Etage tiefer bis auf ca. 15,00 USD.

Sobald der Boden gefunden ist, kann mit einer scharfen Erholung in Richtung der fallenden 50-Tagelinie (16,39 USD) sowie der unteren Begrenzung des Dreiecks gerechnet werden.

Zusammengefasst ist der Tageschart weiterhin „noch bärisch“, da jegliche Umkehrsignale fehlen. Gleichzeitig steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass die Bären ihr Blatt überreizen und dann mit einem „Short Squeeze“ aus dem Nichts überrannt werden.

 

2. Gold/Silber Ratio:

  

Das Gold/Silber-Ratio konnte in den letzten Wochen erwartungsgemäß bis an die Widerstandszone um 78 Punkte bzw. bis an seine 50-Tagelinie (78,25) und 200-Tagelinie (78,33) ansteigen. In den kommenden Wochen wird sich nun zeigen müssen, ob das Ratio in diesem Frühjahr tatsächlich eine nachhaltige Trendwende geschafft hat. Dazu sollte das Ratio am besten nicht mehr über 80 ansteigen, sondern schon in Kürze wieder den Weg nach unten wählen.

Hoffnung macht die Tatsache, dass das Ratio trotz des Abverkaufs am Goldmarkt nicht weiter unter Druck geraten ist, sondern sich stabil um 78 Punkte hält. Silber vollzieht den Abverkauf beim Goldpreis demnach nicht mehr 100%ig nach.

 

3. Silberminenaktien (SIL):

 

Wer aktuell nach bullischen Argumenten oder zumindest positiven Entwicklungen im Edelmetallsektor sucht, wird erstmals seit langem wieder bei den Minenaktien fündig. Offensichtlich wollen diese den starken Abverkauf beim Gold schon seit Wochen nicht mitmachen bzw. nachvollziehen, sondern überzeugen mit relativer Stärke. Am gestrigen Handelstag schlossen sowohl der GDX als auch der GDXJ im Plus, während der Goldpreis selber mit einem deutlichen Minus in Richtung neuer Tiefs segelte. Damit zeigen die Minenaktien vermutlich endlich wieder ihren Vorläufercharakter und sind drauf und dran das Ruder im gesamten Sektor zu übernehmen. Sollte es dazu kommen, wäre das extrem bullisch für den Edelmetallsektor und damit auch für die Preisentwicklung beim Gold und Silber in den kommenden Monaten.

Der speziell für die Silberminenaktien repräsentative Silberminen-ETF „SIL“ konnte sich gestern auch etwas besser als der Silberpreis halten, dennoch ist die Preisentwicklung bei den Silberminenaktien insgesamt bis dato längst nicht so positiv. 

Vielmehr korrigiert der ETF weiterhin klar unterhalb seine Abwärtstrendlinie und erreichte gestern fast den Tiefpunkt von Anfang Februar im Bereich um 28,30 USD. Im größeren Bild läuft der SIL aber in einen bullischen Keil hinein. Innerhalb dieser Formation bleibt den Bären in den nächsten Tagen noch etwas Platz auf der Unterseite. Tiefer als maximal 27,50 USD sollte es dabei aber nicht mehr gehen. Schon jetzt ist die Stochastik stark überverkauft und auch der RSI nähert sich seiner überverkauften Zone.

Erstes Erholungsziel auf der Oberseite ist natürlich die Abwärtstrendlinie (ca. 29,90 USD) gefolgt von der 50-Tagelinie (29,87 USD) sowie mittelfristig die wichtige 200-Tagelinie (31,09 USD).

Insgesamt muss auch der Tageschart für den Silberminen-ETF erneut mit „noch bärisch“ bewertet. Angesichts der relativen Stärke der Goldminenaktien erscheint der Boden und damit die Trendwende aber zum Greifen nah!

 

4. CoT-Report:

 

 

In den letzten fünf Wochen haben sich die Daten vom Silberterminmarkt Schritt für Schritt verbessert. Zum aktuell vorliegenden Stichtag (10.Juli 2018) lag die kommerzielle Shortposition kumuliert bei 38.600 leerverkauften Kontrakten. Zu diesem Zeitpunkt notierte der Silberpreis bei 16,06 USD. Zwischenzeitlich ist der Silberpreis zunächst um knapp 0,60 USD weiter gefallen! Die kommerziellen Spieler dürften in den letzten Tagen daher noch weitere Shortpositionen in die tiefen Kurse eingedeckt haben.

Am Goldmarkt pendelt die kommerzielle Shortposition seit knapp drei Wochen um die Marke von 100.000 leerverkauften Kontrakten.

Insgesamt liefert der aktuell vorliegende CoT-Report sowohl für Silber als auch für Gold ein leicht bullisches Kauf-Signal. Allerdings kann man nach wie vor nicht von einer totalen Bereinigung sprechen. Vielmehr haben die Kleinspekulanten zuletzt ihre Netto-Long-Position wieder erhöht, während die Profis in den letzten Wochen weniger leerverkaufte Kontrakte als gedacht in die fallenden Kurse eingedeckt haben.

Der neue CoT-Report am kommenden Freitag sollte Aufschluss darüber geben, ob der Ausverkauf beim Gold und Silber nun tatsächlich zu einer vollständigen Bereinigung geführt hat.

 

5. Sentiment:

Die Stimmung unter den Edelmetall- und Rohstoffinvestoren ist im Keller. Bullische Analysten und Marktteilnehmer sind Mangelware. Die Sorgen über einen globalen Handelskrieg als auch die extrem schwache Performance der letzten Wochen lässt aktuell kaum noch jemanden an steigende Gold- und Silberpreise glauben. Vielmehr überschlagen sich die Warnung. Teilweise machen bereits Kursziele für einen Goldpreis von 1.000 USD und tiefer die Runde. Der gestrige Rutsch unter das Tief von Anfang Juli hat den noch verbliebenen hartknäckigen Goldbullen wohl den letzten Stoß versetzt. Jeder ist also bärisch. Und wenn alle dasselbe denken, denkt am Ende niemand!

Die Sentimentdaten jedenfalls spiegeln den klar übertriebenen Pessimismus sehr gut wieder. Es liegt zwar keine ausgewachsene Panik an den Gold- und Silbermärkten vor, aber die Bezeichnung „finale Aufgabestimmung“ trifft jetzt voll ins Schwarze.

So ergibt sich für mutige Antizykliker aktuell ein klares Kaufsignal.

 

6. Saisonalität:

 

Seit Anfang Juli hat das saisonale Muster für die Edelmetalle gedreht. Statistisch kam es im Durchschnitt der letzten 40 Jahre in den Monaten Juli, August und September fast immer zu starken Anstiegen. 

In diesem Jahr erreichen Gold und Silber die Sommermonate nach dem scharfen Ausverkauf der letzten drei Monate in einem stark überverkauften Zustand. Damit liegen die wichtigsten Puzzlestücke für eine (leicht verspätete) Sommerrally bereits auf dem Tisch.

Die saisonale Komponente liefert in diesen Wochen daher ein klares Kaufsignal.

 

7. Silber in EUR

Rückblick:

In Euro gerechnet hielt sich der Silberpreis leider überhaupt nicht an meine Vermutung, dass im Bereich der 50-Tagelinie (13,99 EUR) sowie der 200-Tagelinie (13,89 EUR) eine Stabilisierung und neue Aufwärtsbewegung starten könnte.

Stattdessen rutschten die Notierungen ohne Gegenwehr deutlich gen Süden. Der zwischenzeitliche Spike im Umfeld der italienischen Regierungsbildung ist damit komplett abverkauft worden und Euro-Silberpreis ist bis an die altbekannte Unterstützungszone um 13,00 – 13,40 EUR zurückgefallen.

 

Euro-Silber Tageschart:

 

Der Silberpreis auf Eurobasis bleibt unter der Kontrolle der Bären. Immerhin konnte im Mai die Abwärtstrendlinie der letzten Monate überwunden werden. Nach dem steilen Anstieg im Juni bis an die nächste Abwärtstrendlinie wird in diesen Tagen die ehemalige Abwärtstrendlinie von oben angelaufen. Bislang hat diese Unterstützung gehalten. Zudem liegen im Bereich zwischen 13,09 EUR und 13,26 EUR die letzten beiden signifikanten Tiefpunkte.

Da die Stochastik zudem wieder in ihre überverkaufte Zone abgetaucht ist, stehen die Chancen für einen Boden im Bereich 13,00 EUR – 13,30 EUR eigentlich ganz gut. Auch der RSI nähert sich einem überverkauften Zustand.

Zusammengefasst ist der Tageschart erneut mit „noch bärisch“ zu bewerten. Sowohl die flach verlaufende 50-Tagelinie (13,99 EUR) als auch die leicht fallende 200-Tagelinie (13,89 EUR) wären logische Ziele sobald sich eine Erholung ihren Weg bahnt. Noch fehlen aber klare Trendwende-Signale.

 

Handelsempfehlung:

Das zuletzt genannte Nachkauflimit bei 14,00 EUR war leider zu hoch angesetzt und konnte in den letzten Wochen daher problemlos genutzt werden. Für die nächsten Tage empfiehlt sich nochmals ein tiefes Abstauber Limit unterhalb von 13,25 EUR.

 

8. Platin

 

Am Platinmarkt bleibt der mittelfristige Abwärtstrend seit dem Hoch Ende Januar intakt. Entgegen meiner Erwartung ging es auch hier in den letzten Wochen eine deutliche Etage tiefer. Mit dem klaren Bruch der enorm wichtigen Unterstützungszone um 890 – 900 USD sowie dem Unterschreiten des letzten signifikanten Tiefpunktes bei 872 USD brachen in den letzten Wochen alle Dämme.

Damit ist Platin aus einem absteigenden Dreieck nach unten ausgebrochen. Diese Formation ist eindeutig bärisch, könnte aber mit dem Ausverkauf Anfang Juli bereits fast vollständig abgearbeitet sein. Kurzfristig dürfte das Tief um 800 USD jedoch nochmals grob angelaufen werden, da die Stochastik erneut ein Verkaufssignal aktiviert hat und die nachhaltige Rückeroberung Marke um 850 USD zunächst gescheitert ist.

 

Positiv ist die deutliche Bereinigung am Terminmarkt. Hier sind die professionellen Spieler erstmals seit 14 Jahren wieder netto long positioniert. 

In der Summe bleibt der Platinchart „noch bärisch“. Gleichzeitig erscheint der scharfe Ausverkauf mittlerweile deutlich übertrieben, so dass Platin in meinen Augen deutlich unterbewertet und damit ein antizyklischer Kauf ist.

 

Handelsempfehlung:

Platin ist unterhalb von 695 EUR eine klare Kaufempfehlung!

 

9. Palladium

 

Palladium befindet sich seit dem Top Mitte Januar in einer Korrektur, deren Abschluss noch nicht abzusehen ist. Seit Anfang Juni nahm diese Korrektur wieder an Fahrt auf, nachdem weder die 50-Tagelinie (968 USD) noch die 200-Tagelinie (991 USD) verteidigt werden konnten. Dadurch bestärkt konnten die Bären die Palladiumnotierungen auch unter die Unterstützungszone um 960 USD drücken und nach mehrtägiger Konsolidierung auch die mehrjährige Aufwärtstrendlinie brechen.

In den letzten zwei Handelstagen kam die Quittung für diese eklatante Schwäche in Form eines weiteren Kursrutsches, welcher mittlerweile auch einen Schlusskurs unterhalb des Bollinger Bandes (915 USD) produziert hat.

Nun droht ein weiterer Rückfall bis in die nächste Supportzone im Bereich 890 – 910 USD. Da die Stochastik bereits die überverkaufte Zone erreicht hat, stehen hier zumindest die Chancen für eine Gegenbewegung ganz gut. Im besten Fall, d.h. der gesamte Edelmetallsektor kann doch noch seine Sommerrally starten, könnte sich der Palladiumpreis bis an die ehemalige Aufwärtstrendlinie im Bereich um 960 USD erholen. Zuvor muss aber erst mal ein tragfähiger Boden gefunden werden.

Insgesamt bleibt der Palladiumpreis erwartungsgemäß unter Druck. Der Tageschart ist „noch bärisch“. Ausgehend von 890-900 USD ist eine Erholung in Richtung 940 – 960 USD zu erwarten.

 

Handelsempfehlung:

Palladium bleibt bis auf weiteres eine Halteposition.

 

 

10. Zusammenfassung & Konklusion

Nachdem es vor zwei Wochen erste vielversprechende Anzeichen für einen Boden bei den Edelmetallen gegeben hatte, sind diese mittlerweile Makulatur. Rückblickend bin ich eindeutig zu früh bullisch geworden!

Mit dem gestrigen Kursrutsch geht die Abwärtswelle sowohl beim Silber als auch beim Gold weiter. Angesichts der miserablen Stimmung und den immer besser werdenden Terminmarktdaten dürfte das noch verbleibende Abwärtspotential aber überschaubar sein. 

Für den Silberpreis bedeutet dies möglicherweise noch Kurse im Bereich um 15,00 USD, wobei das Bollinger Band auf dem Monatschart schon jetzt unterschritten ist. Die Luft ist also extrem dünn für die Bären. Beim Goldpreis verläuft das Bollinger Band auf dem Monatschart um 1.185 USD. Gleichzeitig ist die Zone um 1.200 – 1.210 USD die nächste sehr starke Unterstützung. 

D.h. spätestens um 15,00 USD beim Silber und um 1.200 USD beim Gold müsste es zumindest zu einer Erholung oder Gegenbewegung kommen. Angesichts der stark überverkauften Situation stehen die Chancen für eine verspätete aber trotzdem nachhaltige Sommerrally sehr gut. 

Der große Ausbruch am Goldmarkt über die horizontale Widerstandszone um 1.365 USD ist momentan jedoch in weite Ferne gerückt. Erst einmal müssen die Edelmetalle ihren Boden finden und in der nachfolgenden Erholung/Gegenbewegung wieder Vertrauen aufbauen.

 

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Quelle: pro aurum Silberedition vom 18.07.2018

 

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