Silber: Kapitulation und Trendwende!

Tags: Terminmarkt Saisonalität Sentiment Meinung Analyse Charts Silber in Euro Florian Grummes Silber Kapitulation und Trendwende!

von Florian Grummes

Die letzten vier Monate waren kein Zuckerschlecken für Edelmetallinvestoren. Vielmehr wurden die Nerven extrem strapaziert, denn sowohl Gold als auch Silber (seit Mitte Juni) kannten im Grunde genommen nur den Weg gen Süden.

Da der Goldpreis Anfang/Mitte Juli seine wichtige Unterstützung im Bereich um 1.240 bis 1.250 USD nicht verteidigen konnte, war der Abverkauf in den letzten Wochen eigentlich nur logisch und konsequent. Dadurch ist es in den letzten Tagen zu einer Kapitulation und Panikverkäufen gekommen, die den Goldpreis heute Nacht bis auf ein Tief bei 1.160 USD drückten. Silber beschleunigte den Abverkauf in den letzten Tagen und erreichte bei 14,32 USD sein Paniktief. 

Seitdem sind erste Umkehrsignale und positive Divergenzen zu beobachten. Kann der Goldpreis jetzt das Preisniveau oberhalb von 1.280 USD halten und in den nächsten Tagen bis auf 1.310 USD ansteigen, dürfte ein wichtiger Tiefpunkt gefunden worden sein.

Daher stehen die Chancen für eine nachhaltige Erholung (short squeeze) in Richtung 1.240 – 1.265 USD jetzt doch ziemlich gut. Im Zweifelsfall wird daher die ehemalige Aufwärtstrendlinie nun von unten angelaufen. Beim Silber verläuft die gebrochene Trendlinie im Bereich um 16,30 – 16,50 USD.

Übergeordnet hat der massive Abverkauf insbesondere für extrem stark überverkaufte Wochen- und Tagescharts gesorgt. Zudem sind die großen Spekulanten (Hedgefonds) in noch nie gesehener Größenordnung auf der Shortseite positioniert. Damit hat der Goldmarkt jetzt durchaus das Potential für einen Anstieg in der Größenordnung um 300 USD und könnte schon in wenigen Monate bei 1.500 USD stehen. Andererseits ist doch sehr viel charttechnisches Porzellan zerstört worden und der Bruch der Aufwärtstrendlinie wiegt schwer. Es könnte daher auch lediglich zu einer scharfen Erholung kommen, auf die dann im Herbst neuen Tiefs in Richtung 1.130 USD folgen.

In jedem Fall steht jetzt erstmal eine deutliche Gegenbewegung (bzw. Erholung) bis  mindestens 1.240 USD an.

Lesen Sie jetzt die komplette Silber-Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

1. Silber in USD

Rückblick:

Die Edelmetalle gerieten in den letzten vier Monaten in einen Abwärtstrend, der sich zuletzt mehr und mehr in einen Abwärtsstrudel wandelte. Insbesondere war es der Umstand, dass Gold die entscheidende Aufwärtstrendlinie der letzten Jahre im Bereich um 1.240 – 1.250 USD im Juli nicht verteidigen konnte, der für die fortgesetzte und eklatante Schwäche in den letzten Wochen sorgte. 

Zu Beginn dieser Handelswoche rutschte der Goldpreis dann auch noch unter die psychologische Marke von 1.200 USD, womit eine finale Ausverkaufswelle erst richtig ins Rollen kam. Diese sorgte schließlich beim Silberpreis für einen dramatischen Ausverkauf. Silber ging mit einem Abschlag von knapp 4% aus dem gestrigen Handel.

In der Nacht zum heutigen Donnerstag kam es dann gleich zu Beginn der Handelseröffnung zu einem weiteren Kurssturz, welcher beim Gold zu Tiefständen bei 1.160 USD führte. Am Silbermarkt lag das Tief bei 14,32 USD. Seitdem können sich beide Edelmetalle allerdings deutlich erholen, so dass nun eine Umkehrkerze auf den Tagescharts vorliegt und die Chance auf eine Trendwende exorbitant gestiegen sind.

 

Silber Monatschart:

 

Auf dem logarithmischen Monatschart ist der Silberpreis im August klar unter die langjährige Aufwärtstrendlinie gerutscht. Diebreite Unterstützungszone um 14,00 – 15,50 USD hat bislang gehalten und scheint den Ausverkauf auffangen zu können.

Da der Silberpreis im größeren Bild seit dem Sommer 2016 in einem Abwärtstrend steckt, sind alle drei Indikatoren weit von einer bullischen Signallage entfernt. Immerhin nähert sich die Stochastik ihrer überverkauften Zone. Der MACD hingegen liefert erst jetzt, nach einer zweijährigen Seitwärtsbewegung, ein zunehmend bärisches Signal.

Insgesamt wiegt der Bruch der Aufwärtstrendlinie schwer. Der Monatschart wird dadurch „zunehmend bärisch“. Dennoch wäre in den kommenden Wochen ein Rücklauf an die ehemalige Unterstützung im Bereich um 16,30 – 16.50 USD durchaus realistisch.

 

Silber Wochenchart:

 

Der bärische Ausbruch aus dem Dreieck ist auf dem logarithmischen Wochenchart noch besser zu erkennen. Mit 14,32 USD wurde ein erstes Kursziel aus der Dreiecksauflösung bereits mustergültig abgearbeitet. Angesichts der stark überverkauften Indikatoren RSI und Stochastik dürfte in den kommenden Wochen mindestens eine größere Erholung auf dem Programm stehen. Diese sollte bis an das ehemalige Dreieck reichen.

In der Summe sorgt die extrem überverkaufte Lage für eine „vorsichtig bullische“ Bewertung des Wochencharts. Eine mehrwöchige/mehrmonatige Erholung in Richtung 16,40 USD erscheint höchstwahrscheinlich.

 

Silber Tageschart:

 

Auf dem logarithmischen Tageschart hat sich der Silberpreis durch den Kursrutsch der vergangenen Wochen mittlerweile doch recht weit von seiner schnell fallenden 50-Tagelinie (15,92 USD) als auch seiner leichtfallende 200-Tagelinie (16,47 USD) entfernt. Ein Rücklauf bis an diese beiden Durchschnitte scheint in den kommenden Wochen bzw. Monaten nicht abwegig.

Das klare Reversal in der Nacht lässt nach dem zuletzt steilen Ausverkauf jedenfalls die Wahrscheinlichkeit deutlich steigen, dass nun ein wichtiges Tief erreicht wurde und die Trend-Umkehr bereits stattgefunden hat. Die extrem überverkauften Indikatoren RSI und Stochastik bestätigen die antizyklische Chance.

Zusammengefasst ist der Tageschart aufgrund der ersten Umkehrsignale in Verbindung mit der stark überverkauften Lage „zunehmend bullisch“. Die zahlreichen Gold-Bären haben ihr Blatt deutlich überreizt und dürften in Kürze mit einem saftigen „Short Squeeze“ gegrillt werden.

 

2. CoT-Report: 

 

Die zum aktuellen Stichtag (7.August 2018) vorliegenden Daten vom Terminmarkt, zeigen eine massive Bereinigung auf und sind aus antizyklischer Sicht als extrem bullisch einzustufen. Demnach lag die kommerzielle Shortposition am Silberterminmarkt kumuliert bei „nur noch“ 22.118 leerverkauften Kontrakten. Da der Silberpreis zwischenzeitlich knapp einen weiteren Dollar verloren hat, dürfte die kommerzielle Shortposition in den letzten Tagen vermutlich fast komplett auf null zurückgefahren worden sein.

Beim Gold wurde bei einem Kurs von 1.210 USD eine kommerzielle Shortposition in Höhe von 25.609 leerverkauften Kontrakten gemeldet. Auch diese Zahl wird sich, Stand heute, nochmals deutlich verbessert haben.

Insgesamt liefert der aktuell vorliegende CoT-Report sowohl für Silber als auch für Gold aus antizyklischer Sicht ein stark bullisches Kauf-Signal.

 

3. Sentiment:

 

Der Blick auf das Marktgeschehen als auch auf die aktuellen Sentimentdaten macht eindeutig klar, dass sich der Edelmetall-Sektor zuletzt in der Kapitulation befand. Der schon seit Wochen klar übertriebene Pessimismus gipfelte in den letzten drei Handelstagen in einer Panik. 

Damit liegt jetzt ein klares antizyklisches Kaufsignal vor.

 

4. Saisonalität:

 

Das saisonale Muster für den Silberpreis liefert eigentlich schon seit Anfang Juli ein Kaufsignal. In diesem Jahr hat sich Silber aber bislang nicht an diese statistische Vorgabe gehalten. Statt einer Sommerrally muss man von einem Sommercrash sprechen.

Nichtsdestotrotz bleibt die saisonale Komponente noch bis Ende September positiv. Sollte es jetzt zu einer schnellen und fulminanten Erholung (Short Squeeze) kommen, könnte der traditionelle saisonale Verlauf mit einem Hoch Ende September noch befolgt werden. Ansonsten müssen wir aber davon ausgehen, dass die Edelmetalle in diesem Jahr nicht mit dem saisonalen Zyklus gleichlaufen, sondern auch weiterhin divergieren werden.

Die saisonale Komponente liefert weiterhin ein klares Kaufsignal.

 

5. Silber in EUR

Rückblick:

Seit seinem Hoch am 15.Juni bei 15,32 EUR ist der Silberpreis auch in Euro gerechnet deutlich unter die Räder geraten. Die zweimonatige Abwärtsbewegung führte die Notierungen heute Nacht bis auf ein Tief bei 12,64 EUR zurück. 

Seit den frühen Morgenstunden ist allerdings nun eine etwas deutlichere Gegenbewegung zu beobachten, die das Zeug zu einer Trendwende hat.

 

Euro-Silber Tageschart:

 

Mit dem Rutsch unter die Marke von 13,00 EUR hat der Silberpreis auf Eurobasis die nächste wichtige Unterstützung unterschritten. Der seit dem Juli 2016 vorherrschende Abwärtstrend hat damit nun zu einem neuen Tiefpunkt geführt, der nur knapp oberhalb des Tiefpunktes vom Flash Crash des letzten Sommers liegt.

Der Tageschart liefert daher insgesamt ein gruseliges Bild ab. Von einem Aufwärtstrend fehlt weiterhin jede Spur. Die Rally bis auf knapp 15,00 EUR im Mai und Juni war rückblickend ein krasses Fehlsignal.

Dennoch ist der Tageschart jetzt erneut stark überverkauft, womit eine Erholung in Richtung der gebrochenen Unterstützung um 13,00 – 13,25 EUR durchaus wahrscheinlich erscheint. Auch die gleitenden Durchschnitte in Form der 50-Tagelinie (13,67 USD) und der 200-Tagelinie (13,77 USD) sind potentielle Erholungsziele.

Zusammengefasst ist der Tageschart jetzt mit „vorsichtig bullisch“ zu bewerten.

 

Handelsempfehlung:

Das zuletzt genannte Abstauberlimit unterhalb von 13,25 EUR ist jetzt aktiv und bietet aktuell nochmals die Möglichkeit auf sehr günstigen Niveaus in physisches Silber zu investieren.

 

 

6. Zusammenfassung & Konklusion

Die letzten vier Monate waren kein Zuckerschlecken für Edelmetallinvestoren. Vielmehr wurden die Nerven extrem strapaziert, denn sowohl Gold als auch Silber (seit Mitte Juni) kannten im Grunde genommen nur den Weg gen Süden.

Da der Goldpreis Anfang/Mitte Juli seine wichtige Unterstützung im Bereich um 1.240 bis 1.250 USD nicht verteidigen konnte, war der Abverkauf in den letzten Wochen eigentlich nur logisch und konsequent. Dadurch ist es in den letzten Tagen zu einer Kapitulation und Panikverkäufen gekommen,[-more-] die den Goldpreis heute Nacht bis auf ein Tief bei 1.160 USD drückten. Silber beschleunigte den Abverkauf in den letzten Tagen und erreichte bei 14,32 USD sein Paniktief. 

Seitdem sind erste Umkehrsignale und positive Divergenzen zu beobachten. Kann der Goldpreis jetzt das Preisniveau oberhalb von 1.280 USD halten und in den nächsten Tagen bis auf 1.310 USD ansteigen, dürfte ein wichtiger Tiefpunkt gefunden worden sein.

Daher stehen die Chancen für eine nachhaltige Erholung (short squeeze) in Richtung 1.240 – 1.265 USD jetzt doch ziemlich gut. Im Zweifelsfall wird daher die ehemalige Aufwärtstrendlinie nun von unten angelaufen. Beim Silber verläuft die gebrochene Trendlinie im Bereich um 16,30 – 16,50 USD.

Übergeordnet hat der massive Abverkauf insbesondere für extrem stark überverkaufte Wochen- und Tagescharts gesorgt. Zudem sind die großen Spekulanten (Hedgefonds) in noch nie gesehener Größenordnung auf der Shortseite positioniert. Damit hat der Goldmarkt jetzt durchaus das Potential für einen Anstieg in der Größenordnung um 300 USD und könnte schon in wenigen Monate bei 1.500 USD stehen. Andererseits ist doch sehr viel charttechnisches Porzellan zerstört worden und der Bruch der Aufwärtstrendlinie wiegt schwer. Es könnte daher auch lediglich zu einer scharfen Erholung kommen, auf die dann im Herbst neuen Tiefs in Richtung 1.130 USD folgen.

In jedem Fall steht jetzt erstmal eine deutliche Gegenbewegung (bzw. Erholung) bis  mindestens 1.240 USD an.

 

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© Florian Grummes

Quelle: pro aurum Silberedition vom 16.08.2018

 

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