Silber: Kurz vor der Trendwende

Tags: Midas Touch Consutling Charts Analyse COT-Daten Terminmarkt Saisonalität Sentiment Charts Gold-Silber-Ratio Silber in Euro Silber pro aurum Silberedition 19.06.2018 Grummes Florian Grummes Platin Palladium Silberminen SIL

von Florian Grummes

In den letzten Tagen haben sich Gold und Silber klar dazu entschieden, mal wieder den Weg des größtmöglichen Schmerzes zu beschreiten. So sorgt der am Freitag begonnene Abverkauf bereits ansatzweise für Panik sowie Aufgabestimmung. Bislang wurde aber lediglich bis auf 1.270 USD gedrückt...

Im großen Bild hat sich daher überhaupt gar nicht verändert. Vielmehr passt das Kursgeschehen perfekt in das Szenario einer im Juli startenden Sommerrally. Insofern gilt es in den nächsten Tagen bzw. vermutlich in den kommenden zwei bis drei Wochen nach dem Tief Ausschau zu halten.

Kurzfristig hat der Goldpreis dabei im schlechtesten Fall noch Platz bis ca. 1.250 USD. Für den Silberpreis könnte es nochmal bis in die breite Unterstützungszone zwischen 15,50 und 16,00 USD zurückgehen. Kann das Dreieck beim Silber aber verteidigt werden, ist für die Bären schon im Bereich um 16,20 USD Endstation.

Ab dem Juli erwarte ich weiterhin den Beginn einer fulminanten Sommerrally, die den Goldpreis bis an die entscheidende Widerstandszone um 1.350 USD zurückführen sollte. Gelingt hier der Ausbruch, könnte Gold im dritten bzw. vierten Quartal zügig bis auf 1.500 USD haussieren. Für den Silberpreis würde dies Kursziele von 18,50 USD bzw. 21,15 USD aktivieren. Im besten Fall sind sogar ca. 26 USD auf Sicht von sechs bis zehn Monaten denkbar.

Lesen Sie jetzt die komplette Silber-Analyse mit den dazugehörigen Charts von Florian Grummes:

1. Silber in USD

Rückblick:

Ähnlich wie Mitte April konnte der Silberpreis auch im Juni zwischenzeitlich scharf haussieren, nur um dann wieder in sich zusammenzubrechen. Vor zwei Wochen hatte ich dieses kurzfristig bärische Szenario nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 15% in den Raum gestellt. Mittlerweile ist klar, dass die Edelmetallnotierungen doch, und damit wie fast immer, den Weg des größtmöglichen Schmerzes gewählt haben.

So kam der Goldpreis am vergangenen Freitag stark unter Druck und fiel bis auf ein Tief bei 1.275 USD zurück. Silber konnte sich dem Abverkauf nicht entziehen und ging mit einem deutlichen Tagesverlust mit 16,43 USD ins Wochenende.

Zum Start der neuen Woche machen die Edelmetallpreis nicht den Eindruck, als ob der Ausverkauf bereits ausgestanden sein könnte. Vielmehr gelingt trotz kurzfristig überverkaufter Lage bislang keine Gegenbewegung.


Silber Monatschart:

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Auf dem logarithmischen Monatschart für den Silberpreis in US-Dollar (USD) bleibt die seit 2008 intakte Aufwärtstrendlinie das Maß aller Dinge. Mit den seitwärts laufenden Kursen im ersten Halbjahr 2018 hat sich der Silberpreis dieser extrem wichtigen Unterstützung genährt, ohne sie bislang berührt bzw. getestet zu haben.

Gleichzeitig deckelt auf der Oberseite die markante Abwärtstrendlinie seit dem Sommer 2016 alle Avancen der Bullen. Beide Linien zusammen ergeben ein Dreieck, in dessen Spitze sich der Silberpreis nun bewegt hat. Angesichts des noch minimal verbleibenden Spielraums innerhalb dieses Dreiecks, wird eine der beiden Linien in den kommenden Monaten fallen. Bereits vor zwei Wochen und ebenfalls Mitte April sah es für einen kurzen Moment bereits nach einem Sieg der Bullen aus. Die Bären konnten den Ausbruch nach oben aber beide Male abwehren.

Der Blick auf die Indikatoren fördert passend zum zweieinhalbjährigen Konsolidierungsdreieck eigentlich nur neutrale Erkenntnisse zu Tage. Während der MACD-Indikator bereits seit über einem Jahr seitwärts läuft, pendelt die Stochastik in diesem Jahr ebenfalls ohne klare Aussage um ihre neutrale Mitte. Der RSI-Indikator erreichte zuletzt im Frühling 2011 Extremwerte auf der Oberseite. Seitdem wurde die damalige Übertreibung zwar vollständig abgebaut, seit 2016 schlängelt sich aber auch dieser Indikator um seine neutrale Mitte.

Neben dem Dreieck sind auf dem Monatschart noch zwei horizontale Marken relevant. Als Unterstützung fungiert weiterhin die Zone 15,50 - 16,50 USD. Starker Widerstand hingegen wartet im Bereich 18,00 - 18,50 USD. Einen Großteil der letzten knapp vier Jahre verbachte der Silberpreis innerhalb dieser Handelsspanne und lief im Grunde genommen seitwärts.

Die große Entscheidung, die für diesen Sommer zu erwarten ist, dürfte sowohl den Ausbruch aus dem Dreieck als auch den Ausbruch aus der seitwärtslaufenden Handelsspanne bringen. Charttechnisch lässt sich mit dem Monatschart derzeit noch keine Richtung bestimmen. Daher bleibt es zunächst bei der "neutralen" Bewertung. Sicher erscheint aber, dass in Kürze Bewegung und damit Volatilität in den Silbermarkt kommen werden. 


Silber Wochenchart:

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Auf dem logarithmischen Wochenchart ist das potentielle Dreieck weiterhin prominent in rosa eingezeichnet. Dabei muss angemerkt werden, dass das zweite Standbein auf der Unterseite im Sommer 2017 im Anschluss an den damaligen Flashcrash "künstlich" durch die COMEX festgesetzt wurde. Gleichzeitig ist auch die lange Phase seitwärtslaufender Kurse zwischen 15,50/16,00 und 18,00/18,50 USD gut zu erkennen. 

Auch auf dem Wochenchart bringen die Indikatoren MACD und RSI aktuell keine Erkenntnisse, sondern laufen seit über eineinhalb Jahren seitwärts. Der Stochastik Oszillator, eigentlich ein sehr verlässlicher Signalgeber, scheint sich dieser "Langweile" anschließen zu wollen. Zwar sitzen die beiden Stochastik-Trendlinien relativ nahe der überverkauften (und damit antizyklisch vielversprechenden) Zone, zuletzt fehlt hier aber eine klare Richtung. Sollte der Silberpreis den Weg nach oben nachhaltig einschlagen, hätte die Stochastik jedenfalls sehr viel Platz bis zur überkauften Zone.

In der Summe sorgt vor allem diese niedrige Stochastik für eine weiterhin "vorsichtig bullisch" Bewertung des Wochencharts. Innerhalb des Dreiecks hat der Silberpreis in den kommenden zwei bis vier Wochen noch Platz, um zwischen 16,20 USD und 17,10 USD die ein oder andere Finte zu schlagen. Ab Mitte Juli müsste es dann aber mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zum Ausbruch aus dem Dreieck kommen. Im weiteren Verlauf ist dann ein schneller Anstieg in Richtung 18,50 USD zu erwarten. Darüber hinaus läge das nächste große Etappenziel der Silberbullen im Bereich um die Hochs aus dem Sommer 2016. Damals konnte der Silberpreis bis auf 21,23 USD ansteigen. 

Sollte sich die erwartete Sommerrally als eine neue und nachhaltige Aufwärtsbewegung entpuppen, wären im 4.Quartal 2018 oder bis zum Frühling 2019 auch Kurse im Bereich um 26,00 USD möglich. Das ist aber momentan noch Zukunftsmusik.

 

Silber Tageschart:

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Auf dem logarithmischen Tageschart lässt sich das regelmäßige Scheitern an der markanten Abwärtstrendlinie (rot) gut erkennen. Immer wieder trieben die Bullen die Notierungen fast schlagartig gegen diesen harten Widerstand. Und immer wieder schlugen die Bären noch erbarmungsloser zurück. So auch am letzten Freitag, als der Silberpreis deutlich um fast 4,5% nach unten geprügelt wurde. Gut zu erkennen ist ebenfalls, dass die Spitze des Dreiecks fast erreicht ist.

Der laufende Rücksetzer wird daher aller Wahrscheinlichkeit nach in den kommenden Tagen die untere Begrenzung des Dreiecks evtl. (im Zuge einer Bärenfalle..?) sogar die breite Unterstützungszone um 15,50 - 16,00 USD ansteuern.

Da sich der Stochastik Oszillator aber bereits auf dem Weg zu seiner überverkauften Zone befindet, müsste es nach dem Abschluss dieser Abwärtswelle zu einer neuerlichen Attacke auf die obere Begrenzung des Dreiecks kommen. Diese sollte dann endlich den erfolgreichen Ausbruch mit sich bringen.

Allerdings laufen die beiden wichtigen Durchschnittslinien weiterhin seitwärts. Weder der 200-Tagelinie (16,78 USD) noch der 50-Tagelinie (16,62 USD) lassen sich derzeit weitere Erkenntnisse entlocken. Wie auf dem Tageschart gut zu erkennen ist, verläuft die 50-Tagelinie zudem seit knapp 18 Monaten immer unterhalb der 200-Tagelinie. Kommt es im Sommer zu einem Ausbruch nach oben, müsste die 50-Tagelinie über die 200-Tagelinie ansteigen. Dann dürften auch die Trendfolger in den Silbermarkt zurückkehren …

Zusammengefasst ist der Tageschart kurzfristig noch bärisch, denn es fehlen jegliche Umkehrsignale. Damit wird sich der Abverkauf höchstwahrscheinlich bis mindestens 16,20 USD fortsetzen. Sobald die Stochastik aber ihre überverkaufte Zone erreicht hat, steigt die Chance für das finale Tief und damit die Trendwende deutlich an.


2. Gold/Silber Ratio:

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Seit Anfang April ist das Gold/Silber-Ratio erwartungsgemäß deutlich von 82,45 bis auf 75,79 Punkte gefallen. Auch die 200-Tagelinie (78,06) wurde dabei klar unterschritten. Das gesamte Kursgebaren riecht nach einer übergeordneten Trendwende. Nun kommt es darauf an wie weit die bereits gestartete Erholung noch laufen kann. Ein erster Widerstand wartet jedenfalls im Bereich um 78-79. In diesen Bereich stößt in den kommenden Tagen auch die 50-Tagelinie vor. Über 80 Punkte sollte das Ratio jetzt aber idealerweise nicht mehr deutlich ansteigen, um das zarte Pflänzchen der Trendwende nicht zu gefährden.


3. Silberminenaktien (SIL):

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Nach wie vor befinden sich die Silberminenaktien insgesamt immer noch in einer Korrektur. Zuletzt ist der repräsentative Silberminen-ETF "SIL" erneut an seiner Abwärtstrendlinie gescheitert und rutscht aktuell auch durch seine breite Unterstützungszone zwischen 29,40 und 30,30 USD nach unten. Auch wenn die Stochastik bereits einen stark überverkauften Markt signalisiert, könnte es in den nächsten Tagen daher noch eine Etage tiefer gehen. Um 28,50 USD ist der ETF aber sehr gut unterstützt, so dass in diesem Bereich das finale Tief und die Trendwende zu erwarten sind. Bullische Signale sind derzeit auf dem Tageschart Mangelware.


Auf dem Wochenchart stellt sich die derzeitige Situation aber deutlich weniger schlimm dar. Hier läuft der ETF weiterhin seitwärts. Das untere Bollinger Band (29,15 USD) lässt den Bären kaum noch Spielraum!

Insgesamt ist der Tageschart vorläufig "noch bärisch". Das noch verbliebene Abwärtsrisiko erscheint aber minimal. Die Chance auf der Oberseite hingegen ist außerordentlich. Die Silberminenaktien daher sind in den nächsten Tagen ein klarer Kauf.

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Ganz anders sieht es übrigens schon bei den beiden Silberminenaktien Endeavour Silver und First Majestic Silver aus. Seit dem Tief konnten diese beiden Aktien sowohl den Silberminen-ETF als auch die Gold- und Silberminen ETFs "GDX" und "GDYJ" massiv outperformen! Damit nehmen diese beiden reinrassigen Silberproduzenten offensichtlich einen steigenden Silberpreis bereits vorweg…


4. CoT-Report:

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Im Zuge des letzten Silberpreis-Anstieges über 17,00 USD haben sich die CoT-Daten stark verschlechtert. Offensichtlich wurde hier seitens der Profis massiv gegen den vorzeitigen Ausbruch aus dem Dreieck gegengehalten.

Demnach betrug die kommerzielle Shortposition bei einem Silberpreis von 16,86 USD vor einer Woche kumuliert 67.382 leerverkaufte Kontrakte. Das ist im langfristigen Vergleich eher eine neutrale Positionierung. Auf Sicht der letzten Monate muss dies aber eindeutig als eine ungünstige und damit bärische Entwicklung eingestuft werden. Nun bleibt abzuwarten, wie stark die kommerziellen Händler bereits den Kursrutsch auf aktuell 16,35 USD schon zum Eindecken ihrer Leerverkäufe genutzt haben.

Am Gold-Terminmarkt hingegen war eine derart starke Verschiebung in der letzten Woche nicht zu beobachten. Mit 140.587 leerverkauften Kontrakten bleibt die kommerzielle Shortposition neutral und kaum verändert. Der Rückfall bis auf 1.275 USD ist hier aber natürlich noch nicht eingepreist!

Insgesamt liefert der aktuell vorliegende CoT-Report sowohl für Silber als auch für Gold ein neutrales Signal.


5. Sentiment:

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Die aktuellen Sentimentdaten melden weiterhin einen leicht übertriebenen Pessimismus unter den Marktteilnehmern im Edelmetallsektor. Insbesondere die beiden ETFs auf Gold und Silber fördern einen übertriebenen Pessimismus zu Tage.

Die übertriebenen Erwartungen vor dem letzten Freitag sind noch in der Kitco Gold Umfrage sichtbar. Mittlerweile ist klar, dass diese zu einseitige Erwartunsghaltung vom Markt bestraft wurde.

Insgesamt fehlt es noch immer an Panik und finaler Aufgabestimmung im Sektor, die zunehmend schlechte Stimmung ist aber genau das, worauf geduldige Antizykliker warten. Rutschen die Edelmetallkurse noch eine kleine Etage tiefer, dürfte es soweit sein.


6. Saisonalität:

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Am Ende hält sich der Silberpreis also doch wieder an sein über 40 Jahre etabliertes saisonales Muster. Demnach kam es im Mai und Juni noch immer zu starken Kurseinbrüchen. Zum Ende des laufenden Monats steht dann aber das finale Tief und eine große Trendwende im Drehbuch.

Insofern rät die saisonale Komponente ganz klar zu antizyklischen Käufen in den kommenden zwei Wochen.


7. Silber in EUR

Rückblick:

Tatsächlich hielt sich der Silberpreis in Euro gerechnet ziemlich exakt an meinen vor vier Wochen ausgegebenen Fahrplan. Zwar kam es nur noch zu einem Rücksetzer bis an die 200-Tagelinie (13,00 EUR), die anschließende Kurs-Explosion nach oben erreichte aber punktgenau das genannte 1.Kursziel bei 15,00 EUR.

In der Folge kam es in letzten Tagen jedoch zu einem scharfen Rücksetzer. Dieser hat den Silberpreis mit 14,10 EUR bereits fast bis zu seinem Ausbruchsniveau zurückgeworfen.


Euro-Silber Tageschart:

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Nach dem langen Abwärtstrend seit dem Sommer 2016 und der Seitwärtsphase zwischen Februar und Mai in diesem Jahr, zeigt der Silberpreis auf Eurobasis endlich wieder Stärke. Seit dem Tief bei 13,00 EUR konnte der Preis für eine Feinunze zwischenzeitlich um über 15% zulegen. Am vergangen Freitag erreichte die scharfe Attacke der Bullen bereits den übergeordneten Abwärtstrend. Schneller als erwartet konnten sich die Silberbullen also auf den Weg nach oben machen. 

Der nun laufende Rücksetzer müsste eigentlich um die 200-Tagelinie (13,99 EUR) sein Ende finden. Grundsätzlich ist die Region um 14,00 EUR als sehr solide Unterstützungszone prädestiniert und zusätzlich mit der schnell steigenden 50-Tagelinie (13,92 EUR) zusätzlich verstärkt. Der Blick auf die noch nicht überkaufte Stochastik lässt aber in den nächsten Tagen nochmals Kurse unterhalb von 14,00 EUR Kurse erwarten.

Zusammengefasst ist der Tageschart mit „noch bärisch“ zu bewerten. Die nun schnell steigende 50-Tagelinie (13,92 EUR) wird aber in Kürze die 200-Tagelinie (13,99 EUR) von unten kommend durchkreuzen und ein bullisches Trendfolge-Signal geben. Insofern gibt es auf Sicht der kommenden Monate überhaupt keinen Grund, um an höheren Kursen zu zweifeln.


Handelsempfehlung:

Auch das zuletzt leicht angehobene Kauflimit konnte wieder greifen und brachte Sie rechtzeitig vor dem steilen Anstieg nochmals relativ günstig in den Silbermarkt. Da das untere Bollinger Band auf dem Tageschart noch bis ca. 13,82 EUR Platz hat, empfiehlt sich jetzt rechtzeitig vor der kommenden Sommerrally ein leicht erhöhtes Nachkauflimit unterhalb von 14,00 EUR.

 

8. Platin

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Der Platinpreis kommt nach der brutalen Korrektur seit Ende Januar nach wie vor nicht auf die Beine. Meine Erwartung einer Gegenbewegung bzw. einer Erholung erwies sich bislang als falsch. Vielmehr hat der Platinpreis in den letzten Tagen auch seine enorm wichtige Unterstützungszone um 890 - 900 USD bereits ansatzweise unterschritten. Damit bleiben die Bären klar im Vorteil.

Da die Stochastik allerdings fast die überverkaufte Zone erreicht hat und das untere Bollinger Band (889 USD) bereits unterschritten ist, wird eine Reaktion der Bullen zunehmend absehbar. Zumindest die bereits 50-Tagelinie (912 USD) könnte daher im Juli wieder erreicht werden. Bis dahin muss aber ein Bodenbildungsprozess mit eingeplant werden, der die beiden Tiefs vom Dezember 2017 (827 USD) sowie vom Mai 2018 (877 USD) unter Umständen auch noch unterbieten könnte.

In der Summe liefert der Platinmarkt ein äußerst schwaches Bild. Allerdings passt dieses unter antizyklischen Gesichtspunkten eigentlich ganz gut zur erwarteten Sommerrally im Edelmetallsektor. Der Blick auf den Terminmarkt fördert zudem eine stark reduzierte und damit bullische Short-Positionierung der kommerziellen Händler zu Tage. Zuletzt waren die Profis vor einem Jahr derart bullisch positioniert. In der Folge konnte der Platinpreis damals um knapp 130 USD haussieren. Da auch die Sentimentwerte deutlich im Keller sind, bietet sich am Platinmarkt aktuell eine antizyklische Einstiegschance!


Handelsempfehlung:

Platin ist jetzt unterhalb von 730 EUR eine Kaufempfehlung!


9. Palladium

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Der Palladiumpreis läuft seit Mitte Februar unter geringer werdenden Schwankungen seitwärts. Letztlich muss dies als Reaktion auf den starken zweijährigen Aufwärtstrend verstanden werden. Bislang wurde dieser fulminante Anstieg von 451 USD auf 1.133 USD nur ansatzweise korrigiert.

Nun läuft Palladium in ein Dreieck hinein, dessen Ausgang aktuell noch ungewiss ist. Da die Bullen Anfang Juni an der oberen Begrenzung gescheitert sind, wäre ein Rückfall bis an die untere Dreiecksbegrenzung um ca. 940 USD keine Überraschung. Allerdings warten auf dem Weg dorthin zahlreiche Unterstützungen, die die Bären erst einmal überwinden müssten. Neben der 200-Tagelinie (990 USD) und der 50-Tagelinie (982 USD) sind dies vor allem das untere Bollinger Band (960 USD) sowie die Unterstützungszone um 960 USD.

Insofern erscheinen Kurse bis in den Bereich um 960 USD auf Sicht der kommenden zwei Wochen gut möglich. Im Anschluss wäre eine Gegenbewegung denkbar, die aber an den gleitenden Durchschnitten scheitern müsste.

Insgesamt kann der Palladiumpreis weiterhin nicht überzeugen. Vielmehr ist auch im größeren Bild eine zähe Korrektur bzw. Konsolidierung zu erwarten.


Handelsempfehlung:

Palladium bleibt bis auf weiteres eine Halteposition.


10. Zusammenfassung & Konklusion

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In den letzten Tagen haben sich Gold und Silber klar dazu entschieden, mal wieder den Weg des größtmöglichen Schmerzes zu beschreiten. So sorgt der am Freitag begonnene Abverkauf bereits ansatzweise für Panik sowie Aufgabestimmung. Bislang wurde aber lediglich bis auf 1.270 USD gedrückt. 

Im großen Bild hat sich daher überhaupt gar nicht verändert. Vielmehr passt das Kursgeschehen perfekt in das Szenario einer im Juli startenden Sommerrally. Insofern gilt es in den nächsten Tagen bzw. vermutlich in den kommenden zwei bis drei Wochen nach dem Tief Ausschau zu halten.

Kurzfristig hat der Goldpreis dabei im schlechtesten Fall noch Platz bis ca. 1.250 USD. Für den Silberpreis könnte es nochmal bis in die breite Unterstützungszone zwischen 15,50 und 16,00 USD zurückgehen. Kann das Dreieck beim Silber aber verteidigt werden, ist für die Bären schon im Bereich um 16,20 USD Endstation.

Ab dem Juli erwarte ich weiterhin den Beginn einer fulminanten Sommerrally, die den Goldpreis bis an die entscheidende Widerstandszone um 1.350 USD zurückführen sollte. Gelingt hier der Ausbruch, könnte Gold im dritten bzw. vierten Quartal zügig bis auf 1.500 USD haussieren. Für den Silberpreis würde dies Kursziele von 18,50 USD bzw. 21,15 USD aktivieren. Im besten Fall sind sogar ca. 26 USD auf Sicht von sechs bis zehn Monaten denkbar.

 

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© Florian Grummes

Quelle: pro aurum Silberedition vom 19.06.2018

 

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