Und urplötzlich taucht es wieder auf - das Gespenst der Inflation

Tags: Bergold Und urplötzlich taucht es wieder auf - das Gespenst der Inflation Interview Metallwoche Focus Money Uwe Bergold

von Uwe Bergold

Die deutschen Verbraucherpreise stiegen im Februar 2017 im Vergleich zum Vorjahr - für den Mainstream überraschend - auf 2,2 Prozent. Die von Reuters befragten Ökonomen hatten weniger erwartet. Die Teuerungsrate liegt nun erstmalig seit 2012 wieder über der Zielmarke der EZB von 2 Prozent. Somit wird die Entwertung der Sparguthaben (Sparbuch, Festgeld, Tagesgeld, Anleihen usw.) immer sichtbarer und nimmt sukzessive weiter zu.


Open in new window

Abb. 1: Erzeugerpreise (schwarz) versus Rohstoffpreise (blau) von 05/1998 bis 01/2017
Quelle: GR Asset Management



Seltsamerweise betrachten die meisten Leute die Inflation als eine Art Naturereignis. Keiner versteht so richtig, dass sie geldpolitisch gemacht und gewollt ist. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung versteht wenig oder nichts vom Wesen des Geld- und Finanzsystems. Und der Vorgang der "versteckten Besteuerung" wird nicht einmal ansatzweise verstanden.

Wladimir Iljitsch Lenin hat Inflation voll und ganz verstanden und schrieb zu diesem Thema:

"… Der beste Weg, das kapitalistische System zu zerstören, war und ist, die Währungen zu verschlechtern. Durch einen anhaltenden Prozess der Inflation können Regierungen insgeheim und unbeobachtet einen wichtigen Teil des Wohlstands ihrer Bürger konfiszieren. Mittels dieser Methode konfiszieren sie nicht nur, sondern die konfiszieren willkürlich; und während dieser Prozess viele ärmer macht, werden einige dabei reicher."



Kommt die Inflation wirklich so überraschend, wie es die Medien suggerieren?

Experte warnt: "Der Prozess der Inflationierung hat schon begonnen". So wurde ein Interview mit mir am 20.06.2016 in FOCUS Online tituliert (Inflationierung hat schon begonnen). Darin konnte man lesen:

Die Preise sind niedrig, die Sorge vor steigenden Inflationsraten infolge der lockeren Geldpolitik der EZB scheint unbegründet. Doch die Statistik trügt, warnt Goldexperte Uwe Bergold im FOCUSMONEY-Interview. Er sieht ein massives Inflationsproblem heraufziehen.

FOCUS-MONEY: Seit Langem wird angesichts der Schuldenorgie vieler Staaten und des Gelddruckens der Notenbanken vor steigender Inflation gewarnt - und sie kommt nicht. Im Gegenteil: Die Teuerungsraten sind so niedrig wie nie. Ist heute alles anders? Haben Politiker und Notenbanken dazugelernt und die Sache im Griff?

Uwe Bergold: Überhaupt nicht. Oberflächlich mag das im Moment so scheinen, weil die Inflation immer nur an den Verbraucherpreisen gemessen wird. Das greift zu kurz und verschleiert derzeit noch, dass viel zu viel Geld im Umlauf ist. Dieses Geld fließt bisher an die Anlagemärkte in Aktien, Immobilien und vor allem in Anleihen. Hier haben wir durchaus eine Preisinflation. Sie wird nur nicht so wahrgenommen.


MONEY: Ist das so schlimm? Hohe Kurse bei Anleihen, Aktien und Immobilien bringen doch Wohlstand ...

Bergold: ... und eine kräftige Umverteilung. Es profitieren alle, die zu den teuren Preisen verkaufen können. Das sind insbesondere die Staaten mit ihren Anleihen. Sie können heute so günstig Schulden machen wie noch nie. Und es zahlen die drauf, die überteuert kaufen oder kaufen müssen, etwa Versicherer und Pensionskassen als Kapitalanleger breiter Bevölkerungsschichten. Für Normalverbraucher, die nicht direkt an den Anlagemärkten unterwegs sind, wird die Inflation bisher dagegen kaum sichtbar, zumal die offiziellen Stellen hierfür einiges tun.


MONEY: Inwiefern?

Bergold: Bei der Berechnung der Verbraucherpreise gibt es durchaus Gestaltungsspielräume. Seit den 90er-Jahren werden sie zunehmend aktiv genutzt. Da lässt sich dann bei Bedarf manches schönen.


MONEY: Wie geht das?

Bergold: Zum Beispiel durch die Einführung der Hedonik. Das heißt, Qualitätsverbesserungen, etwa bei Computern oder Autos, gegenüber Vorgängermodellen werden als Preisminderung eingerechnet, obgleich der Verbraucher beim Kauf immer noch dasselbe oder mehr zahlen muss. Oder durch Substitution sich stark verteuernder Elemente im Warenkorb. Wird zum Beispiel Kaffee kräftig teurer, wird Tee stärker berücksichtigt. 

Das sind jeweils nur kleine Dinge, in der Summe ist ihre Wirkung aber beträchtlich. So kommt die Internet-Seite Shadowstats etwa für die USA nach der Berechnungsmethode von 1990 derzeit auf eine Inflationsrate von rund fünf Prozent statt der offiziell ausgewiesenen 1,1 Prozent. Aber auch ohne diese Dinge tickt eine Zeitbombe.


MONEY: Wo liegt die?

Bergold: Die eigentliche Inflationierung wird erst dann sichtbar, wenn die Rohstoffpreise beginnen, stärker zu steigen. Denn darauf folgen mit etwas Verzögerung auch die Erzeugerpreise und danach die Verbraucherpreise. Auch die werden dann massiv zulegen. Zurzeit sieht man die Inflation noch nicht, weil sie nur in den Anlagenpreisen drinsteckt.


MONEY: Erscheint diese Gefahr wirklich real? Die Verbraucherpreise sind doch zuletzt in Deutschland und Euro-Land erstmals sogar gesunken.

 

Bergold: Die Geschichte lehrt: Inflation ist kein linearer Prozess, wie uns immer vorgegaukelt wird. Inflation entwickelt sich exponentiell. Das heißt, sie fängt zunächst in Teilbereichen und relativ harmlos an, gewinnt daraufhin aber an Dynamik und ist irgendwann nicht mehr kontrollierbar. Sichtbar wird dieser Prozess immer erst dann, wenn die Inflation beginnt überzuschwappen von den Anlagegütern auf die Rohstoffe und über die Erzeuger- auf die Verbraucherpreise. Dann merkt es auch der kleine Mann. Dann beginnen die Probleme.

 

MONEY: Von steigenden Rohstoffpreisen kann doch keine Rede sein. Sie sind über Monate erheblich gefallen.

 

Bergold: Die Rohstoffpreise sind sogar schon seit 2011, also über fünf Jahre, in einer Korrektur. Darum wurde ja auch die Inflation bisher im Warenkorb nicht sichtbar. Aber deshalb haben wir auch keine Deflation, wie oft behauptet wird, sondern lediglich eine Desinflation, eine temporäre Abschwächung der Inflation. Das darf man nicht verwechseln. Das Gerede von der Deflation führt in die Irre.

 

MONEY: Sind das nicht Haarspaltereien?

 

Bergold: Keineswegs. Es gab zuvor nur einmal in der jüngeren Geschichte gleichfalls eine fünfjährige Periode rückläufiger Rohstoffpreise: 1928 bis 1932 bei Start der Weltwirtschaftskrise. Danach haben wir in den USA den zweitstärksten Anstieg der Rohstoffpreise und auch den zweitstärksten Anstieg der Inflation in der Geschichte erlebt. Das könnte sich jetzt wiederholen: Seit Frühjahr tendieren die Rohstoffpreise wieder klar nach oben. 

Rohöl als Kern des Rohstoffpreis-Index hat sich seit Januar bereits verdoppelt. Dies schlägt sich erfahrungsgemäß mit einer Zeitverzögerung von sechs bis zwölf Monaten auch im Warenkorb, also in den Verbraucherpreisen, nieder. Die größte Überraschung in den nächsten zwölf bis 24 Monaten wird für die Investoren die Rückkehr der Inflation sein.

 

MONEY: Sie würde dann auf ein extrem expansives monetäres Umfeld treffen.

 

Bergold: Sie müssen es umgekehrt betrachten: Die Notenbanken mit ihrer starken Ausweitung der Geldmenge sind die Ursache für die beginnende Inflation. Nur floss das frisch gedruckte Geld bislang an die Anlagemärkte und hier vor allem in Anleihen, um es den Regierungen zu ermöglichen, trotz enormer Schulden weiter günstig Geld aufzunehmen. Im Prinzip ist dies eine Finanzierung der Staaten durch die Zentralbanken.

 

MONEY: Die ist doch wegen ihrer Gefahr für die Geldwertstabilität eigentlich verboten?

 

Bergold: Richtig. In Deutschland gab es dies zuletzt zu Zeiten der Weimarer Republik. Das trieb den Inflationsprozess damals gewaltig an. Und auch jetzt beobachten wir, dass die Liquidität bereits beginnt, von den Finanzmärkten auf die Anlageklasse Rohstoffe überzuschwappen. Damit dürfte, wie gesagt, die Inflation in naher Zukunft auch im Warenkorb sichtbar werden.

 

MONEY: Was werden die Notenbanken dann tun?

 

Bergold: Die Notenbanken wollen ja unbedingt inflationieren. Das ist bei dem riesigen Kreditgebäude in der Welt, vor allem der Staaten, die einzigen Chance. Bei einer Deflation würde dieses Gebilde sofort kollabieren.

 

MONEY: Heißt das, die Sparer und Verbraucher verlieren durch Inflation zwar Geld, aber im Prinzip wird unser Finanzsystem damit wieder stabiler?

 

Bergold: Schön wäre es. Die Zentralbanken gaukeln der Öffentlichkeit nur vor, sie hätten die Inflation mit ihrer 2-Prozent-Grenze unter Kontrolle. Die Geschichtsbücher sind voll von Beispielen, dass dies nicht funktioniert. Einmal mit Inflation begonnen, wird sie immer stärker. Nur ein bisschen schwanger geht nicht. Schon jetzt ist das Inflationsziel der EZB - abgesehen von dem üblichen exponentiellen Verlauf einer Inflationierung - eine Illusion. Betrachtet man die Gesamtinflation, ist die 2-Prozent-Grenze bereits überschritten.

 

MONEY: Woraus schließen Sie das?

 

Bergold: In der Geldtheorie gibt es die Faustformel, dass Geldmenge minus Wirtschaftswachstum die wahre Zahl für die Inflationierung einer Volkswirtschaft angibt. In Euro-Land wuchs die Geldmenge M3 zuletzt mit fünf Prozent. Das Wirtschaftswachstum wird um 1,5 Prozent erwartet. Allein daraus leitet sich eine tatsächliche Inflation von gut drei Prozent ab. Schon allein diese Rechnung belegt, dass die offizielle Inflationsrate gar nicht stimmen kann.

 

MONEY: Es fließt aber auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes mit ein, also wie oft ein Euro im Lauf der Zeit umgeschlagen wird. Die ist zurzeit gering und drückt damit die Inflation.

 

Bergold: Das stimmt. Aber auch das ändert sich. Die Leute beginnen, ihr Geld schneller auszugeben, weil sie befürchten, dass es an Wert verliert - trotz angeblicher Nullinflation. Stichwort: Flucht in Immobilien und andere Sachwerte. Fachleute sprechen von einem Crackup-Boom. Das erinnert gleichfalls an Weimar: Damals wurde vielen Menschen klar, dass eine massive Geldverschlechterung droht. Sie fingen daher an, ihr Geld auszugeben. Und heute sehen wir seit etwa zwölf Monaten ebenfalls wieder eindeutige Zeichen eines Crack-up-Booms. Trotzdem kommt die Wirtschaft nicht in Gang.

 

MONEY: Malen Sie da nicht zu schwarz? Die Wirtschaft boomt zwar nicht, aber sie läuft doch einigermaßen.

 

Bergold: Das täuscht. Das Wachstum rührt vor allem vom Dienstleistungssektor her. In der Realwirtschaft geht wenig. Sie profitiert nur noch von den historisch einmalig niedrigen Zinsen. Die Leute kaufen deshalb Immobilien, die sie sich nur dank der fast kostenlosen Kredite leisten können, oder Autos, die sie unter normalen Umständen ebenfalls nie kaufen würden. Auch die Unternehmen investieren teils in Dinge, die sich nur wegen der extrem billigen Zinsen rechnen. Im Deutschland stimuliert zusätzlich der weiche Euro. Er ist ein Turbolader für den Export, der aber bezahlt wird mit der Entwertung der Ersparnisse der Bürger.

 

MONEY: Unter dem Strich hilft dann aber die Niedrigzinspolitik der EZB der Wirtschaft doch.

 

Bergold: Vorsicht. Der Zins ist der wichtigste Preis einer Volkswirtschaft. Wenn ich den künstlich drücke, verzerren sich auch andere Preise. Es kommt zu enormen Fehlentwicklungen und Fehlallokationen. Irgendwann folgt dann die Bereinigung. Je länger und je tiefer der Zins runtergezogen wird und je größer die Verzerrungen, desto schmerzhafter fällt diese Bereinigung aus.

 

 

MONEY: Wenn die Wirtschaft, auch weltweit, so mäßig läuft, wo sollen dann steigende Rohstoffpreise und Inflation herkommen? Es wird doch weniger nachgefragt.

 

Bergold: Das ist eine Fehlkalkulation, die zwar ständig wiederholt, aber dadurch nicht wahrer wird. Sonst hätten wir in den 80er- und 90er-Jahren, die heute als goldene Wirtschaftsjahre gelten, eine kräftige Rohstoffhausse haben müssen. Nichts war. Auch die Angebotsentwicklung schlägt sich nur punktuell in den Rohstoffpreisen nieder und erklärt deren enorme Schwankungsbreite nicht. Die monetäre Seite und das Verhalten der Anleger besitzen einen mindestens ebenso großen Einfluss.

 

MONEY: Und die werden die Rohstoffpreise nun wieder anschieben?

 

Bergold: Sie müssen den ganzen Zusammenhang sehen. Das Ganze gleicht einem Drama in mehreren Akten. Schon seit 2000, dem Platzen der High-Tech-Blase am Aktienmarkt, befinden wir uns tendenziell in einem Kontraktionsprozess. Die US-Notenbank Fed reagierte damals mit einer extrem expansiven Geldpolitik. Die führte bis 2007 zu einer neuen Blase, diesmal bei Immobilien. Das war der zweite Akt.

Im dritten provozierten nach dem Platzen auch dieser Blase die Notenbanken mit noch weitergehenden monetären Lockerungen die größte Anleihenblase aller Zeiten. Nie in der Geschichte - und es gibt Aufzeichnungen zurück bis ins Jahr 1694 - waren die Zinsen so niedrig wie heute bzw. die Anleihen so überbewertet. Diese Blase wird irgendwann ebenfalls angestochen werden.

 

MONEY: Wo bleiben da die Rohstoffe?

 

Bergold: Sie sind immer der vierte Akt in einem solchen Zyklus und gleichzeitig das Finale. Wenn die überbordende Liquidität diese Blase aufbläst und als Folge die Erzeuger- und Konsumentenpreise explodieren, dann merkt das auch der Bürger, der mit Investments nichts zu tun hat, an rasant steigenden Supermarktpreisen oder Mietnebenkosten. Das alles wird in den kommenden vier, fünf Jahren auf der Agenda stehen.

 

MONEY: Wie passt da der Goldpreis hinein? Als Inflationsindikator hat er seit 2012 rund 40 Prozent eingebüßt.

 

Bergold: Auch hier müssen Sie den ganzen Zyklus sehen: Von seinem Tief bei 250 Dollar 1999 hat sich der Goldpreis bis 2011 fast verachtfacht. Erst dann kam die 40-Prozent-Korrektur, aber nur in Dollar. In Euro steigt der Goldpreis schon seit Dezember 2013 wieder.

 

MONEY: Als Inflationsindikator ist er also weiter intakt?

 

Bergold: Ja, nach wie vor ist der Goldpreis ein sehr guter Seismograf für die tatsächliche Inflation. Sie können bei jedem Papiergeld, wenn Sie es mit Gold bewerten, sehen, wie es mit ihm steht. Jedes Land hat doch, oft politisch motiviert, eine andere Statistik, berechnet die Inflation, die Wirtschaftsleistung usw. anders. Da lässt sich manches hinbiegen. Der Goldpreis ist hier unbestechlich. Wenn Sie die Währung eines Landes ständig in Gold messen, stellen Sie leicht fest, wie stark die Geldpolitik die Bürger über Inflation enteignet. Denn der Anstieg des Goldpreises bedeutet im Prinzip nichts anderes als einen Ausgleich des Kaufkraftverlusts.

 

MONEY: Also hat die offizielle Inflationsrate eigentlich gar keine große Bedeutung?

 

Bergold: Oh doch. Sie ist eine ganz wichtige Zahl für viele andere volkswirtschaftliche Vorgänge, etwa die Lohnfindung, Mieten- oder Rentenerhöhung und vor allem auch für die Sparzinsen. Denn darüber, ob der Sparer Geld verdient oder verliert, entscheiden die Realzinsen, also die Nominalzinsen minus Inflation. Je geringer die offizielle Inflationsrate, desto eher kann dem Sparer vorgegaukelt werden, dass er trotz Minizinsen nichts verliert. 

Die Rechnung sieht völlig anders aus, wenn man die tatsächliche Inflation ansetzt. Dann wird er kräftig enteignet. Jeder, der keine Sachwerte besitzt, sondern Papierwerte - und das ist die Mehrheit der normalen Bevölkerung -, wird hier betrogen. Das Niederträchtige daran ist, dass dies eine sehr subtile Form der Enteignung darstellt. Viele Leute verstehen das nicht und lassen sich durch die offiziellen Inflationsberechnung blenden. Erst jetzt, wo Null- oder gar negative Zinsen drohen, fällt es auf.

 

MONEY: Das Spiel läuft demnach schon länger?

 

Bergold: Wenn man es real und am Gold misst, schon seit dem Jahr 2000. Sonst würde das Metall nicht steigen, denn es bringt keine Zinsen. Gold steigt nur dann, wenn Geldanlagen real verlieren. Das ist ein ökonomisches Grundgesetz. Die Leute erliegen einer Geldillusion: Sie freuen sich über steigende Immobilien- oder Aktienpreise, die eigentlich - in Gold gerechnet - gar nicht steigen.

 

MONEY: Fed-Chefin Janet Yellen signalisiert doch, dass sie die Zinsen weiter erhöhen wolle, und auch die EZB scheint sich vorsichtiger zu geben. Hilft das nicht den Sparern?

 

Bergold: Noch mal: Man muss in realen Größen denken. Eine Zinserhöhung nutzt wenig, wenn gleichzeitig die Preise anziehen. Und vielleicht rechnet Yellen bereits mit einem Anstieg der Rohstoffund als Folge der Verbraucherpreise. Es kann durchaus sein, dass die Zentralbanken die Nominalzinsen peu à peu erhöhen und sich für eine gelungene Zinswende feiern lassen, aber die eigentliche Inflation gleichzeitig viel stärker zulegt. Das würde bedeuten: Real sinken die Zinsen weiter, der Sparer erleidet trotz höherer Nominalzinsen noch größere Verluste.

 

MONEY: Das wäre dann Treibstoff für den Goldpreis?

 

Bergold: Richtig. Er reagiert mittelfristig nicht auf Nominalzinsen, sondern auf die reale Situation. Natürlich kann ein Anstieg der Nominalzinsen oder die Aussicht darauf kurzfristig einen psychologischen Effekt für die Märkte haben - wie etwa der jüngste Rücksetzer beim Goldpreis in Verbindung mit der Dollar-Erholung. Wenn aber gleichzeitig die Rohstoffpreise kräftig anziehen, hilft das gar nichts. Wir hatten dieses Szenario in den 70er-Jahren. Deswegen ist damals auch der Goldpreis explodiert - trotz rasant steigender Zinsen.

 

MONEY: Apropos 70er-Jahre: Noch Ende der 60er erklärte der damalige Wirtschaftsminister Karl Schiller, die Inflation sei tot wie ein rostiger Nagel. 1973 erreichten die Verbraucherpreise dann mit sieben Prozent den höchsten bisher offiziell ausgewiesenen Anstieg. Könnte sich Geschichte wiederholen?

 

Bergold: Definitiv. Starkes Wachstum der Geldmenge und der Verschuldung bedeuteten in der Historie immer Inflation, ohne Ausnahme. Und sie bedeuten immer eine fortschreitende Entwertung der Währung. Der Prozess der Inflationierung hat schon begonnen. Wir bekommen in den nächsten drei bis fünf Jahren ein massives Inflationsproblem. Das ist nicht aufzuhalten.

 

US-Inflation - Die offizielle Version vs. der alten Berechnungsmethode von 1980

Open in new window

Abb. 2: Consumer Inflation - Official (rot) vs. ShadowStats (blau) von 01/1980 bis 02/2017
Quelle: www.shadowstats.com



Vergleicht man die offizielle Version der US-Inflationsdaten (siehe rote Linie in Abb. 2) mit den Daten, der alternativen (siehe blaue Linie in Abb. 2), welche nach der alten Berechnungsmethode von 1980 durchgeführt wurde, so klafft eine Lücke von knapp 8 Prozentpunkten. Die Differenz entsteht durch Hedonik, Saisonalität, Substitution und Arithmetik/Geometrik-Umstellung. In Deutschland wurde die hedonische "Qualitätsberechnungsmethode" im Jahr 2002, mit der Euro-Bargeldausgabe, eingeführt!

"Lenin hatte in der Tat Recht. Es gibt kein subtileres und sicheres Mittel, die existierende Basis der Gesellschaft umzudrehen, als die Währung zu verderben. Der Prozess umkrallt all die versteckten Kräfte von wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten auf die Seite der Zerstörung, und macht es auf eine Art und Weise, dass nicht ein Mann unter einer Million fähig ist, dies zu diagnostizieren."John Maynard Keynes


Uwe Bergold auf der Metallwoche: Edelmetallaktien in 2017 und die "Wall of Worry"

Aktuelles Interview auf der Metallwoche vom 27.02.2017 (Edelmetallaktien 2017)


Monatliche Diagnose des strategisch globalen Trends (Säkulare Trenddiagnose)

Open in new window

MSCI Weltaktien-Index in USD (oben) vs. MSCI Weltaktien-Index in GOLD (unten) von 12/69 - 02/17
Quelle: GR Asset Management



DAX im Vergleich zu Edelmetallinvestments seit dem Jahrtausendwechsel

Open in new window

DAX (blau) vs. GOLD (gelb), SILBER (grau), GOLDAKTIEN (rot), EDELMETALL-Portfolio (orange)
Quelle: GR Asset Management



Performance der einzelnen Sektoren vom 01.01.2000 bis zum 28.02.2017:

  • DAX: +72 Prozent
  • HUI-Goldminenindex in EUR: +153 Prozent
  • SILBER in EUR: +233 Prozent
  • GOLD in EUR: +331 Prozent
  • GR-VV-Konzept (zu je 1/3 Gold, Silber & Gold-/Silberminen) in EUR: +239 Prozent


Wir decken mit unseren drei Investmentfonds alle Segmente der Edelmetall- und Rohstoffaktien ab (nach der nächsten säkularen Trendwende wieder Standardaktien).

WICHTIG: Seit 01.01.2017 sind alle unsere drei Internationalen Mischfonds auch in den Union Investment-Depots aller deutschen Genossenschaftsbanken verwahr- und ansparbarfähig!

  • pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY): Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien
  • GR Noah (WKN: 979 953): Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien
  • GR Dynamik (WKN: A0H 0W9): Schwerpunkt: Small-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien


Wir verkaufen keine Investmentprodukte, sondern vermitteln eine Strategie. Unser Investmentkonzept ist unabhängig davon, in welcher säkularen Phase sich die Weltwirtschaft und somit der globale Kapitalmarkt gerade befindet. Unsere drei Publikumsfonds sind die einzigen internationalen Aktienmischfonds, welche nachweislich im Rahmen der säkularen Kapitalmarktzyklik verwaltet werden. Den letzten Zykluswechsel, von Standardaktien hin zu Edelmetallinvestments, vollzogen wir im Jahr 2000!


Rechtlicher Hinweis

Unser Marktkommentar ist eine Werbeunterlage und unterliegt somit nach § 31 Abs. 2 WpHG nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen. 


Herausgeber:

Global Resources Invest GmbH & Co. KG
Fleischgasse 18, 92637 Weiden i. d. OPf.
Telefon: 0961 / 470 66 28-0
Telefax: 0961 / 470 66 28-9
E-Mail: info@grinvest.de 
Internet: www.grinvest.de
USt.-ID: DE 250414604
Sitz der Gesellschaft: Weiden i. d. OPf.
Amtsgericht Weiden HRA 2127

Geschäftsführung: Andreas Stopfer

Erlaubnis nach § 34f Abs. 1 S. 1 GewO (Finanzanlagenvermittler), erteilt durch die IHK für München und Oberbayern, Balanstraße 55 - 59, 81541 München, www.muenchen.ihk.de

Eingetragen als Finanzanlagenvermittler im Vermittlerregister gemäß § 11a Abs. 1 GewO, Register-Nr.: D-F-155-WBCX-64. Das Register kann eingesehen werden unter: www.vermittlerregister.info


Kooperationspartner:

pro aurum value GmbH
Joseph-Wild-Straße 12, 81829 München
Telefon: 089 444 584 - 360
Telefax: 089 444 584 - 188
E-Mail: fonds@proaurum.de
Internet: www.proaurum-valueflex.de

Geschäftsführung: Sandra Schmidt
Vertriebsleitung: Jürgen Birner

Erlaubnis nach § 34f Abs. 1 S. 1 GewO (Finanzanlagenvermittler), erteilt durch die IHK für München und Oberbayern, Balanstraße 55 - 59, 81541 München, www.muenchen.ihk.de

Eingetragen als Finanzanlagenvermittler im Vermittlerregister gemäß § 11a Abs. 1 GewO, Register-Nr.: D-F-155-7H73-12. Das Register kann eingesehen werden unter: www.vermittlerregister.info

Die pro aurum value GmbH und die Global Resources Invest GmbH & Co. KG vermitteln Investmentfonds nach § 34c GewO. Der Fondsvermittler erhält für seine Dienstleistung eine Vertriebs- und Bestandsvergütung.



Wichtige Hinweise zum Haftungsausschluss: Alle in der Publikation gemachten Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Die Angaben, Informationen, Meinungen, Recherchen und Kommentare beruhen auf Quellen, die für vertrauenswürdig und zuverlässig gehalten werden. Trotz sorgfältiger Bearbeitung und Recherche kann für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Angaben und Kurse keine Gewähr übernommen werden. Die geäußerten Meinungen und die Kommentare entsprechen den persönlichen Einschätzungen der Verfasser und sind oft reine Spekulation ohne Anspruch auf Rechtsgültigkeit und somit als satirische Kommentare zu verstehen. Alle Texte werden ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in der Publikation veröffentlichten Texte, Daten und sonstigen Angaben stellen weder ein Angebot, eine Bewerbung eines Angebots noch eine Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Zeichnung eines Finanzinstruments, noch eine Empfehlung oder Anlageberatung dar. Eine Anlageentscheidung sollte keinesfalls ausschließlich auf diese Informationen gestützt sein. Dieses Werk ist keine Wertpapieranalyse. Potenzielle Anleger sollten sich in ihrer Anlageentscheidung von geeigneten Personen individuell beraten lassen. Gestützt auf seine unabhängige Beurteilung sollte sich der Anleger vor Abschluss einer Transaktion einerseits über die Vereinbarkeit einer solchen Transaktion mit seinen Verhältnissen im Klaren sein und andererseits die Währungs- und Emittentenrisiken, die besonderen finanziellen Risiken sowie die juristischen, regulatorischen, kreditmäßigen, steuerlichen und buchhalterischen Konsequenzen der Transaktion in Erwägung ziehen.

Weder die Global Resources Invest GmbH & Co. KG noch einer ihrer Gesellschafter, Geschäftsführer, Angestellten oder sonstige Personen übernehmen die Haftung für Schäden, die im Zusammenhang mit der Verwendung dieses Dokuments oder seines Inhaltes entstehen. Die Publikation sowie sämtliche darin veröffentlichten grafischen Darstellungen und der sonstige Inhalt sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte bleiben vorbehalten. Eine unrechtmäßige Weitergabe der Publikation an Dritte ist nicht gestattet. Er ist ausschließlich für die private Nutzung bestimmt. Die Vervielfältigung, Weitergabe und Weiterverbreitung, in Teilen oder im Ganzen, gleich in welcher Art und durch welches Medium, ist nur mit vorheriger, schriftlicher Zustimmung der Global Resources Invest GmbH & Co. KG zulässig. Diese Analyse und alle darin aufgezeigten Informationen sind nur zur Verbreitung in den Ländern bestimmt, nach deren Gesetz dies zulässig ist. 

 

Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers oder Interviewpartners wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der „Metallwoche“ oder deren Betreiber dar. Der vertretene Standpunkt spiegelt nicht die Meinung des Website-Betreibers und stellt keinerlei Aufforderung zum Kauf-/Verkauf von Wertpapieren oder sonstigen Anlagemöglichkeiten dar. Beachten Sie bitte auch unseren Disclaimer!

Kommentare

Sie sind nicht eingeloggt! Sie können Kommentare nur sehen, wenn Sie eingeloggt sind und ein aktuelles Abonnement besitzen. Log-In