USA - Fed Atlanta GDPNow ernüchternd!

Tags: Bremer Landesbank Folker Hellmeyer Forex-Report 08.März 2017

von Folker Hellmeyer (Auszug aus dem Forex-Report 08.03.2017)

Der US-Konjunkturoptimismus war und ist sehr ausgeprägt. Das spiegelte sich vor allen Dingen in den US-Sentimentindikatoren, die mehrjährige Höchststände verzeichneten. Wir wiesen darauf hin, dass die realwirtschaftlichen Daten im dramatischen Widerspruch zu diesen Indikatoren standen.

Die laufenden Prognosen für das Wachstum im ersten Quartal des laufenden Jahres fingen (wie gewöhnlich) bei sportlichen Größen an, um dann förmlich eingedampft zu werden. Wir freuen uns, dass die hier im Forex Report verbreitete nüchterne Analyse zu den USA damit bestätigt wird, auch wenn diese sachliche Analyse bisher keine nennenswerte Marktwirkung erzielt.

Die Federal Reserve Atlanta, die bei einer Prognose von 2,3% in dem viel beachteten Format GDPNow begann und zwischenzeitlich die Prognose auf 3,3% hochsetzte, hat das voraussichtliche Wachstum im ersten Quartal des laufenden Jahres auf 1,3% (!) reduziert.

Anders ausgedrückt will die US-Zentralbank, nachdem 2016 mit 1,6% das schwächste US-Wachstum seit 2011 lieferte, nun in einer Phase einer weiteren konjunkturellen Abschwächung gegenüber 2016, Zinsen erhöhen und redet dabei die US-Wirtschaft stark, die nur aufgrund drastisch erhöhter öffentlicher Haushaltsdefizite (5,6% des BIP) überhaupt per 2016 1,6% Wachstum auf die Uhr brachte.

Zur Kontemplation:

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Auf diesen Schreck musste der Devisenmarkt erst einmal ein paar USD erwerben. Anders lässt sich das aktuelle Kursniveau EUR-USD nicht erklären. In wie weit derartige Handlungsmuster in das Raster rationalen Marktverhaltens passen, darf wohlfeil diskutiert werden.

Der Konsum läuft in den USA angeblich gut. Wir betonen den Begriff "angeblich". Dazu folgende Überschriften aus Zerohedge: 

A Third Of All Shopping Malls Are Projected To Close As 'Space Available' Signs Go Up All Over America” 

America's Desperate Mall Owners Turn To Grocers, Doctors & High Schools To Fill Empty Space” 

Das BIP der Eurozone lieferte mit einem Wachstum in Höhe von 0,4% im Quartalsvergleich und 1,7% im Jahresvergleich das erwartete starke Ergebnis.

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© Moody’s Analytics



Die US-Handelsbilanz wartete per Berichtsmonat Januar mit dem höchsten Defizit seit fünf Jahren auf. Es waren exakt -48,5 Mrd. USD nach zuvor -44,3 Mrd. USD. Positiv ist anzumerken, dass sowohl die Exporte als auch die Importe zulegten. Beides spricht für erhöhte wirtschaftliche Aktivität.

Sollten die Dollar Permabullen in der Tat richtig liegen und der USD weiter steigen, dann wird das auf die Struktur der US-Wirtschaft massive negative Folgen haben, die nicht auf dem Wunschzettel von Herrn Trump stehen. "Food for thought!"

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© Moody’s Analytics



Aktuell ergibt sich ein Szenario, das den Euro gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein Unterschreiten des Unterstützungsniveaus bei 1.0350-1.0320 dreht den Bias zu Gunsten des USD.

Viel Erfolg!


© Folker Hellmeyer 
Chefanalyst der Bremer Landesbank


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