Während die Wirtschaft überhitzt, liegt der Finanzsektor auf der Intensivstation

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von Uwe Bergold

Die Börsen und die Wirtschaft melden Tag für Tag neue nominale(!) Rekordzahlen und von überall hört man den Slogan: "Uns ging es noch nie so gut wie heute." Jedoch visualisiert sich hier beim näheren Hinsehen doch mehr Schein als Sein.

Die gesamte Stabilisierung der Wirtschaft seit dem Jahrtausendhoch - am 31.12.1999 hatte der US-Aktienmarkt S&P 500, diagnostiziert anhand dem "Shiller-KGV" (CAPE) mit 44, die höchste Bewertung in der US-Geschichte - wurde erkauft mit einem geldpolitisch sukzessive nach unten gefahrenem Zins, bei gleichzeitig exponentiell wachsender Kredit(Geld)menge. 

Jedoch erhöht neues Geld nicht den Lebensstandard, sondern nur die Lebenshaltungskosten (Monetäre Illusion). Wohlstand kann nur durch neue Konsum- und Kapitalgüter erhöht werden, nicht durch ein Anziehen der Preise (Reduktion der Kaufkraft). 

Betrachtet man in Abbildung 1 den EONIA (Euro OverNight Index Average) im Vergleich zum DAX (Vorlaufindikator für die deutsche Wirtschaft), so visualisiert sich die aktuelle Dramatik im Finanzsektor relativ schnell.

Abb. 1: EONIA (schwarz) vs. DAX (blau) von 08/2000 bis 09/2017 
(Quelle: GR Asset Management)



Der EONIA ist der Tagesgeldzinssatz, ohne zusätzliche Besicherung, für das Interbankengeschäft. Dieser Zinssatz steigt normalerweise mit dem Anstieg der Börse (Wirtschaft) und fällt auch reziprok mit ihr. Betrachtet man nun die Entwicklung dieser "Finanzherzfrequenz" in den vergangenen 17 Jahren, so zeigt sich, dass ein immer niedrigerer Zins nötig war, um den DAX und somit die Wirtschaft nominal weiter zum Steigen zu bringen. 

Dieser geldpolitische Eingriff sorgt natürlich gleichzeitig dafür, dass der wirtschaftliche Aufschwung ("Scheinblüte") von den Sparern und Einkommensbeziehern, in Form von Inflation, bezahlt wird. 

Seit 2014 haben wir nun die absurde - historisch einmalige - Situation, dass der EONIA negativ ist, was es ja laut den VWL-Lehrbüchern eigentlich gar nicht geben dürfte. Seit 2015 sehen wir sogar nur noch einen frequenzlosen Strich im negativen Terrain (Ursache für die epochale Verschuldung)! Was für Folgen hat dies nun für die deutsche Bankenlandschaft und letztendlich zeitverzögert auch für die Realwirtschaft, wenn man bedenkt, dass der Zins den wichtigsten Preis (für Kreditgeld) einer Volkswirtschaft darstellt?

Abb. 2: Deutsche Bank (blau) vs. Commerzbank (schwarz) von 04/1987 bis 09/2017 
(Quelle: GR Asset Management)
 
Betrachtet man in Abbildung 2 die größte und viertgrößte börsennotierte Bank in Deutschland (Nr.2- und Nr.3-Bank sind nicht börsennotiert) - Deutsche Bank und Commerzbank - so visualisieren sich auf den ersten Blick die dramatischen Folgen dieser Geldpolitik. Während die Deutsche Bank 85 Prozent von ihrem Allzeithoch entfernt notiert, liegt die Commerzbank sogar mit 96 Prozent im Minus. 

Während beide Banken während der Aktienblase in 2000 (CAPE von 44) und der Immobilienblase inkl. Aktienechoblase in 2007 (CAPE von 27) haussierten, befinden sie sich aktuell, während der Bondblase (Verschuldungsblase) inkl. Immobilien- und Aktienechoblase (CAPE von 31) weiterhin in einer zyklischen und Baisse! 

Was wird bei der nächsten Rezession im Finanzsektor und letztendlich dann auch in der Realwirtschaft passieren, wenn doch der Zins aktuell bereits negativ ist? Inflationäre(!) Depression ante portas? 


Gold als Portfolio-Versicherung im Rahmen der globalen Verschuldungskrise

Vergleicht man seit der Einführung des Euros die Entwicklung der Eurozone-Aktien mit der Entwicklung des Goldes, so visualisiert sich eindeutig der Versicherungscharakter von Gold. Während der MSCI EMU (European Monetary Union) seit 18 Jahren um seinen Emissionskurs von 100 oszilliert und aktuell 27 Prozent seit dem 01.01.1999 im Plus liegt, hat Gold in EUR im gleichen Zeitraum um über 340 Prozent zugelegt (siehe hierzu Abb. 3).


Abb. 3: MSCI EMU in EUR (oben) vs. MSCI EMU in Unzen GOLD (unten) von 01/1999 bis 09/2017 
(Quelle: GR Asset Management)


Zusätzlich visualisiert sich in Abbildung 3 die Divergenz zwischen nominaler (monetäre Illusion) und realer (in Unzen Gold bewertet) Entwicklung der europäischen Aktien und somit der europäischen Wirtschaft. Während der Aktien-Index nominal oszillierend seitwärts um die 100 (EUR) läuft, bewegt er sich real stufenweise abwärts. 

Während man am 01.01.1999 mit 100 EUR noch 12,7g GOLD kaufen konnte, kann man aktuell mit der gleichen Summe nur mehr 2,7g GOLD erwerben. Dies stellt seit Einführung des Euros einen Verlust der Gemeinschaftswährung gegenüber GOLD von etwa 79 (!) Prozent dar. 

Und das Ende der (Inflations-)Fahnenstange ist noch lang nicht in Sicht. Sobald die aktuell größte globale Anleihenblase der Geschichte platzt, kommt es zur finalen Extrem-Hausse beim Gold und bei den Rohstoffen (und natürlich bei den dazugehörigen Aktien). Der Auslöser wird höchstwahrscheinlich geopolitischer Natur (Krieg), die Ursache wird - wie ausnahmslos in der Geschichte - nicht mehr kontrollierbare INFLATION sein! 

"Die INFLATION zersetzt die natürliche Arbeitsteilung und verringert
die Produktion. Sie privilegiert die wirtschaftlich Etablierten auf Kosten
aller anderen Schichten und vergrößert dadurch die natürlichen
Einkommensunterschiede innerhalb der Bevölkerung.“ 

Murray N. Rothbard (US-amerikanischer Ökonom und politischer Philosoph)

Zwei wichtige Presseartikel im September zu der aktuellen Problematik:


OECD-Ökonom erwartet Kapitalschnitt und Bankenrettung 2.0

Mit dieser Überschrift erschien am 14. September 2017 bei Goldreporter.de ein Artikel über ein Interview mit dem ehemaligen Chefökonom der BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) William White, der aktuell die OECD berät. Hierin war nach dem Untertitel "Der ehemalige Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, William White, warnt vor einer Krise die gefährlicher sei als 2007/2008. Zentralbanken könnten die Probleme nicht mehr lösen" unter anderem zu lesen:

"... Die aktuelle Lage sei gefährlicher als 2007. Sie ähnle sehr dem Jahr 2008, sagt der heutige OECD-Berater in einem Interview mit Bloomberg TV. Seinerzeit mündete die US-Immobilienkrise in eine Weltfinanzkrise. Jetzt sei allerdings mehr als nur ein Markt überhitzt: Anleihen, Aktien, Immobilien. In dieser "Alles-Blase" [Kommentar: "Antiblase" der Rohstoffe wurde vergessen zu erwähnen] sei jede einzelne Übertreibung Grund zur Sorge…"
 
US-Ökonom Robert Shiller befürchtet Krieg als "Krisenlösung"


Zusätzlich erschien mit dieser Überschrift am 25.09.2017 auf der gleichen Website Goldreporter.de ein Artikel über ein Interview mit dem Ökonomie-Nobelpreisträger Robert Shiller (Professor an der Yale University). Hierin war nach dem Untertitel „Kriege führen zu Inflation. Und das ist genau das, was der US-Ökonom Robert Shiller für Europa befürchtet“ unter anderem zu lesen:

"… Robert Shiller behielt mit seinen Crash-Prognosen bereits zweimal Recht. Er sagte den Niedergang der New Economy voraus und prognostizierte frühzeitig das Platzen der US-Immobilienblase. In einem aktuellen Interview mit dem Handelsblatt äußert sich der US-Ökonom über die aktuellen Probleme im Fortgang der Weltfinanzkrise von 2008/2009. Er spricht davon, dass USA und Eurozone derzeit feststeckten. Er sieht die Gefahr einer dauerhaften Stagnation …

Auf die Frage wie man da wieder rauskomme sagt Shiller: "Ein Krieg", und genau das bereite ihm die meiste Sorge. Es habe sich in der Historie aber immer wieder gezeigt, dass sich durch Krieg [Kommentar: Siehe hierzu mein Interview Rohstoff- und Kriegszyklen gehen immer Hand in Hand] Inflation erzeugen ließe. "Ich fühle mich an das Jahr 1937 erinnert. Was in der Ukraine geschieht, beunruhigt mich sehr", so Shiller..."


Monatliche Diagnose des strategisch globalen Trends (Säkulare Trenddiagnose) 

MSCI Weltaktien-Index in USD (oben) vs. MSCI Weltaktien-Index in GOLD (unten) von 12/69 - 09/17  
Quelle: GR Asset Management



DAX im Vergleich zu Edelmetallinvestments seit dem Jahrtausendwechsel 

(Am 31.12.1999 erreichte das CAPE mit 44 sein historisch einmaliges Hoch)

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DAX (blau) vs. GOLD (gelb), SILBER (grau), GOLDAKTIEN (rot), EDELMETALL-Portfolio (orange)
Quelle: GR Asset Management 



Performance der einzelnen Sektoren vom 01.01.2000 bis zum 30.09.2017:

  • DAX: +84 Prozent
  • HUI-Goldminenindex in EUR: +126 Prozent
  • SILBER in EUR: +175 Prozent
  • GOLD in EUR: +295 Prozent 
  • GR-VV-Konzept (zu je 1/3 Gold, Silber & Gold-/Silberminen) in EUR: +199 Prozent


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Wir decken mit unseren drei Investmentfonds alle Segmente der Edelmetall- und Rohstoffaktien ab (nach der nächsten säkularen Trendwende wieder Standardaktien).

WICHTIG: Seit 01.01.2017 sind alle unsere drei Internationalen Mischfonds auch in den Union Investment-Depots aller deutschen Genossenschaftsbanken verwahr- und ansparbarfähig! 

  • pro aurum ValueFlex (WKN: A0Y EQY): Schwerpunkt: Gold, Large-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien
  • GR Noah (WKN: 979 953): Schwerpunkt: Mid-Cap Edelmetall- & Rohstoffaktien / Standardaktien
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Wir verkaufen keine Investmentprodukte, sondern vermitteln eine Strategie. Unser Investmentkonzept ist unabhängig davon, in welcher säkularen Phase sich die Weltwirtschaft und somit der globale Kapitalmarkt gerade befindet. Unsere drei Publikumsfonds sind die einzigen internationalen Aktienmischfonds, welche nachweislich im Rahmen der säkularen Kapitalmarktzyklik verwaltet werden. Den letzten Zykluswechsel, von Standardaktien hin zu Edelmetallinvestments, vollzogen wir im Jahr 2000!


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